kann mir jemand sagen, wie die offizielle Stellungnahmen der kath. und ev. Kirchen ist zu Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind und nur gelegentlich (z.B. zu Weihnachten) den Gottesdienst besuchen?
Wird von ihnen ausserdem erwartet, einen Obulus („Eintrittsgeld“) zu entrichten?
Und gleich noch eine Frage: Wo liegt eigentlich die Gerechtigkeit darin, dass in Deutschland lebende Menschen im Angestelltenverhältnis zur Zahlung von Kirchensteuer gezwungen werden, bei Verweigerung erfolgt radikaler Ausschluss aus der Kirche - wie sieht es denn mit Kirchensteuer bei Selbständigen aus?
bist du jemals beim Besuch einer Kirche nach
einer Quittung fuer deine Steuern gefragt worden?
Sieht man jemand an, dass er kein Mitglied der
Kirche ist?
Wenn jemand Dauer’gast’ in einer Kirche ist,
‚Dienstleistungen‘ in Anspruch nimmt, dann sollte
es ihm ein Beduerfnis sein, zur Erhaltung dieser
Dienste beizutragen - so funktioniert das in
Laendern, in denen Staat und Kirche getrennt
ist.
Und gleich noch eine Frage: Wo liegt eigentlich die
Gerechtigkeit darin, dass in Deutschland lebende Menschen im
Angestelltenverhältnis zur Zahlung von Kirchensteuer gezwungen
werden, bei Verweigerung erfolgt radikaler Ausschluss aus der
Kirche - wie sieht es denn mit Kirchensteuer bei Selbständigen
aus?
Die Gerechtigkeit in Deutschland besteht darin, dass Selbständige ebenfalls zur Zahlung von Kirchensteuer gezwungen sind und diese ebenfalls auf Basis der Einkommenssteuer berechnet und erhoben wird.
…Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind und nur gelegentlich
(z.B. zu Weihnachten) den Gottesdienst besuchen?
Jeder ist willkommen. Lies dazu mal das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
Wird von ihnen ausserdem erwartet, einen Obulus („Eintrittsgeld“) zu entrichten?
Ich habe noch keinen Mesner gesehen, der sich von Kirchenbesuchern den Steuerbescheid zeigen lässt.
Und gleich noch eine Frage: Wo liegt eigentlich die Gerechtigkeit darin, dass in
Deutschland lebende Menschen im Angestelltenverhältnis zur Zahlung von Kirchensteuer
gezwungen werden,
Niemand wird gezwungen. Du meldest in Deiner Gemeinde, dass Du der Kirche nicht mehr angehören willst, darauf streicht Dich die Kirche aus der Steuerliste.
bei Verweigerung erfolgt radikaler Ausschluss aus der Kirche
Verweigern kannst Du nicht, also kann daraufhin kein Ausschluss erfolgen. Das Austreten ist ein freiwilliger Akt. Wenn Du exkommuniziert werden möchtest, maile mich an, ich weiß, wie das geht.
wie sieht es denn mit Kirchensteuer bei Selbständigen aus?
Jeder Bürger ist steuerpflichtig, unabhängig von der Art seiner Einkünfte.
ich finde den Ausschluss aus der Kirche angebracht. Natürlich darf dann kein Verbot sein, die Kirche zu besuchen. Aber, dass man dann nicht mehr kirchlich heiraten kann und ähnliches ist doch selbstverständlich. Irgendwie muss sich die Kirche ja finanzieren und wenn es nicht minmale „Sanktionen“ bei Nichtbezahlung der Kirchensteuer gäbe, würde keiner mehr Zahlen, also gäbe es auch keine Kirche mehr. Zwar hab ich die persönliche Erfahrung gemacht, dass die Kirche mit dem Steuergeld teilweise verschwenderisch umgeht, aber dies sind hoffenltich nur Einzelfälle.
witzigerweise ist D das einzige Land (zumindestens in Europa), in dem es eine Kirchensteuer gibt.
Daß die Kirche in anderen Ländern zugrunde gegangen ist, hab ich bisher noch nicht mitgekriegt.
Wohl aber, daß das Bistum Köln für einen fragwürdigen Handel der Vatikanbank als Bürge auftrat und für einen dreistelligen Millionenbetrag (damals noch in DM) einstehen mußte.
Soviel zur Verwendung von Kirchensteuermitteln.
Auch die Schweiz ist keine Insel der Seligen, der Steuervogt schlägt auch für die Kirchen erbarmungslos zu - bei denen, die noch dabei sind.
Für die Röm.kath., christkath. und evangelische Kirche zieht der Staat die Steuern ein. Auch bei juristischen Personen!!! Da die Steuerhoheit bei den Kantonen liegt, kennen wir 26 Steuergesetze. Es gibt z.B. Kantone, die erheben keine Kirchensteuer.
ich meine es ist eine persönliche Entscheidung ob man Kirchenmitglied sein will und Steuern zahlt oder kein Mitglied ist und keine Steuern zahlt.
Fragwürdig wird es für mich dann, wenn man Leistungen haben möchte ohne Gegenleistung(was nicht unbedingt Geldzahlung heissen muss)
Dh. in die Kirche gehen weil es Tradition ist oder weils so schön zu Weihnachten passt, aber weder Kirchensteuer bezahlen noch was in die Kollekte tun noch etwas für die Gemeinde tun. Ich persönlich würde mich da nicht so wohl dabei fühlen.
eigentlich traue ich mich noch nicht einmal zu einem „piep“ in
diesem Brett. Aber die bekennenden Heiden haben mich mutig gemacht.
Ich bin Christin als Mitläufer. Mir fehlt die Erkenntnis des wahren Unterschiedes zwischen Christ sein und Mensch sein. Meine Bildung reicht dazu nicht aus, meine christliche Erziehung endete mit ?13? Jahren, als Mensch werde ich heute noch erzogen.
Gerade was Andreas schreibt, hat mit christlichem Glauben doch nichts zu tun, oder? Aber genau das mache ich auch. Ich fühle mich nur nicht wohl damit.
LG, Karin
Dh. in die Kirche gehen weil es Tradition ist oder weils so
schön zu Weihnachten passt,…
Gruss Andreas
Für Eure vielseitigen und interessanten Artikel bedanke ich mich recht herzlich. Ich finde es halt nicht in Ordnung, dass man die „Glaubensfrage“ koppelt an die „Geldzahlung“. Nach einer Exkommunikation (welch fürchterliches Wort…!), müsste man ein erneutes Glaubensbekenntnis ablegen, um wieder „Mitglied des christlichen Bundes“ zu werden. Dabei hat aber vielleicht jemand nicht seinen Glauben verloren, sondern war einfach nur nicht bereit die Steuern in angesagter Höhe zu zahlen.
„Dem Staate was dem Staate gebührt, der Kirche was der Kirche gebührt“, da gibt es doch so ein Zitat…: ABER: Wenn ich z.B. aus Deutschland auswandere und keine Steuern mehr zahle, bin ich trotzdem noch deutscher Staatsbürger!
Ausserdem: Leider konnte ich aus keinem Beitrag die offizielle „kirchenpolitische“ Aussage zu Gelegenheitsbesuchern ersehen. Vielleicht gibt es Richtlinien oder Protokolle, wenn z.B. ein dem Pfarrer bekanntes Mitglied nach einer Exkommunikation weiterhin den Gottesdienst besucht - was kann/soll der Pfarrer in solch einer Situation tun?
Gruss,
PECOS
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Hi, genau, es hat mit Glauben garnichts zu tun, sondern für mich ist die Mitgliedschaft in einer Kirche so was wie eine Vereinsmitgliedschaft. Glaube hat mit Kirche sehr wenig zu tun, es laufen Massen von Ungläubigen in die Kirche und viele Gläubige können mit dem System „Kirche“ nichts anfangen.
Hi, ich stecke auch nicht jedesmal was in Kiste, wenn ich mal eine Kirch besichtige. Schließlich zahle ich die Erhaltung der Baudenkmäler ja auch über meine normalen Steuern als Arbeitnehmer mit.
Bei einer Veranstaltung ist es aber doch was anderes, meine ich.
Was allerdings "Morde im Auftrag der kath. Kirche " im Mittelalter damit zu tun haben, erschließt sich mir nicht so ganz.
Ausserdem: Leider konnte ich aus keinem Beitrag die offizielle
„kirchenpolitische“ Aussage zu Gelegenheitsbesuchern ersehen.
Vielleicht gibt es Richtlinien oder Protokolle, wenn z.B. ein
dem Pfarrer bekanntes Mitglied nach einer Exkommunikation
weiterhin den Gottesdienst besucht - was kann/soll der Pfarrer
in solch einer Situation tun?
Guten Morgen Pecos,
daß Du die „offizielle“ Stellungnahme zu Gelegenheitsbesuchern vermißt, ist nicht verwunderlich: die gibt es nämlich gar nicht.
Jeder Pfarrer freut sich über jeden Gottesdienstbesucher.
Anders könnte es sein, wenn ein Mensch, der aus der Kirche ausgetreten ist, am Abendmahl teilnehmen möchte. Dazu müßte der Pfarrer aber wissen, daß einer aus der Kirche ausgetreten ist, und selbst, wenn er es weiß, muß er darauf nicht unbedingt mit der Verweigerung des Abendmahls reagieren. Ich selbst habe das nur ein- oder zweimal erlebt, und ich habe dem, der da kam, selbstverständlich das Abendmahl gegeben, denn wen der Herr Christus einlädt, den werde ich nicht ausladen.
In die Kirche einer weißen Gemeinde in den Südstaaten der USA kommt ein Neger. Ein Weißer, der das sieht, stürzt sofort auf ihn zu und herrscht ihn an: „Kerl, was willst du hier?“ „Ich putze hier immer die Kirche“. „Ok, dann mach, aber wehe, wenn ich dich beim Beten erwische!“
Hallo Edith,
bei Dir wird die Kirchensteuer nicht vom Finanzamt eingezogen, sondern von der Kirchenbeitragsstelle der Diözese. Und die „schätzt“ normalerweise Dein Einkommen ein und bekommt keine genauen Angaben von Arbeitgeber oder Finanzamt! Das ist schon ein Unterschied!
Weihnachtlicher Gruß aus Vorarlberg,
Claudia
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Hallo Gandalf,
du magst ja Recht haben… ich kenne mich in der Materie nicht wirklich aus. Doch ich denke, dass in Deutschland die Kirche im Gegensatz zu anderen Ländern zugrunde gehen wird, wenn wir keine Kirchensteuer zahlen werden. Denn der Ruf der Kirche sinkt erheblich in Deutschland. In anderen Ländern (vorallem in Italien) sind die Leute ja wirklich gläubig. Hier ist es meist nur Schein… die meisten gehen nur zu Weihnachten ein Mal im Jahr in die Kirche (ich geh überhaupt nicht in die Kirche, ist noch verwerflicher) und die Kirchensteuer wird brav bezahlt, weil man ja nicht im Fegefeuer landen will.
Kirche ist ja eigentlich nur ein Hilfsmittel für Gläubige. Dort können sich Gläubige mit anderen Gläubigen austauschen. Mein Ding ist es nicht, aber es gibt genügend, die das brauchen. Und da ist schon wichtig diese Institution zu erhalten.
Phantasie: Keine Kirchensteuer in Deutschland
Hallo Tanja,
koennte es sein, dass hier Ursache und Wirkung verwechselt
(oder doch verquickt) wird?
Nehmen wir mal an, es gaebe in D keine Kirchensteuer.
Und dann muessten die Kirchen, d.h. vor allem auch
deren Angestellte etwas unternehmen, um den Kirchen-
besuchern etwas zu bieten*, dann wuerde es vielleicht
wieder mehr (aktive) Mitglieder geben --> gesuendere
Kirchen.
*damit meine ich nicht Show oder so was, sondern schlicht
und ergreifend, ein Eingehen auf die Beduerfnisse der
Glaeubigen und nicht selbstherrliches, besserwisserisches,
herrschsuechtiges Gehabe