Hallo Experten,
mir fällt es selbst oft gar nicht so auf, daß ich Dinge viel zu wichtig nehme, aber meiner Umwelt umso mehr, die mich dann darauf aufmerksam macht – z.B. mit Kommentaren wie “schön locker bleiben” oder “take a chill pill”. Obwohl ich weiß, daß die Leute ja recht haben mit ihren Tips, bin ich immer sehr verletzt, weil ich das Gefühl hab, daran nichts ändern zu können. Aber es muß doch irgendwie gehen, daß man sich selbst nicht so ernst bzw. wichtig nimmt. Nur wie??
Ich lauf oft mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck herum, vor allem, wenn ich mich konzentriere oder einfach nur nachdenke. Die meisten schätzen mich als hart und wenig humorvoll ein – wenn sie mich nur vom Sehen her kennen. Sobald man mich dann kennenlernt, zeigt man Überraschung, daß ich ja doch Humor haben kann und interessante Wortbeiträge liefere. Aber immer noch gibt es dann die Feststellung, daß ich einfach zu verklemmt sei, eben un-relaxt.
Ich komme nicht grad aus einer Familie, die ich als humorvoll bezeichnen würde – eher als “dröge”.
Immer, wenn ich mal Gelegenheit hatte, mit humorvollen Menschen zusammen zu sein (z.B. bestimmte Kollegen – meine Beziehungspartner waren komischerweise auch nie humorvoll), hat das auch auf mich abgefärbt: der Humor (meist von der trockenen Art) hat mich dann auch humorvoller und entspannter werden lassen. Als ob ich ein Stimulans brauche.
Habt Ihr Rat, wie ich mir (mit 42 J.) dauerhaft eine gelassenere und selbstironischere Einstellung zulegen kann? Bestimmte Bücher? Psychotherapie? Meditieren?
Die Tatsache, daß bestimmter Humor auf mich abfärbt, müßte doch eigentlich dafür sprechen, daß man ihn lernen kann – geht das?
Sagt nicht, es ist dafür zu spät…
Besten Dank fürs Lesen und Grüße,
Trudy
Aus Deiner Beschreibung läßt sich ableiten, daß Du im Grunde ein heiterer Mensch bist, der nur auf die Gelegenheit wartet, daß diese in den Vordergrund kommen kann.
Es ist leider so, das muß ich bestätigen, daß es nicht immer möglich ist, z.B. wenn die äußeren Umstände so tierisch ernst sind, daß man die eigene Heiterkeit nicht in den Vordergrund stellen kann. Dann ist sie nur noch im Hintergrund da und stützt von dort. Denn das ist gewiss wichtig, daß man seinen Humor im Leben nicht verliert.
Die Lösung hängt davon ab, was Du für innere Stützen hast. Religiöse? Moralische? Familiäre? Das spielt alles eine Rolle.
gruß
rolf
Hallo trudy ,
die drei G´s sind :
GLAUBE
GOTTVERTRAUEN
GALGENHUMOR
Gruß
Merkur
Hallo Trudy,
das, was Du beschreibst, hängt z.T. von der Persönlichkeit und dem Temperament ab. Dabei sind erbliche Einflüsse zu berücksichtigen. Andererseits läßt sich aber doch an Gelassenheit als einem Aspekt von Selbstsicherheit arbeiten:
http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychotherapie…
Sorry, ich habe die Psychotherapie-Seiten verschoben, deshalb der neue Link.
Die von mir dort beschriebenen Kurse kann man auch an Volkshochschulen besuchen. Du kannst ja mal reinschnuppern, um zu schauen, ob sie etwas für Dich sind.
Zu spät ist es dafür nie. 
Grüße,
Oliver Walter
Bestimmte Bücher?
Peter Lauster, Wege zur Gelassenheit - Die Kunst souverän zu werden.
Hi
Bücher
Die Kraft der Gelassenheit. Fernöstliche Weisheiten für einen stressfreien Alltag
Von Arthur Sokoloff
ISBN 3-423-36090-9 Buch anschauen
Wie der Taoismus in unserem Leben angewandt werden kann, super. Außerdem Erklärungen zum Buddhismus.
Im Taoismus wird lebensnah erklärt, was Gelassenheit ist.
Dann Bücher von Dr Merkle
http://www.psychotipps.com/
Alle seine Bücher finde ich klasse, da gibt es auch eins zur Gelassenheit
Jeden Tag weniger ärgern. Das Anti-Ärger-Buch. 59 konkrete Tipps, Techniken, Strategien
Von Vera F. Birkenbihl
ISBN 3-426-66772-X Buch anschauen
Viele Aspekte und Anregungen. gut
Ich bin auch ein Fan von Frau Birkenbihl 
Viel Erfolg
Cirwalda
Hallo, Trudy-
da fallen mir als Erstes die Weather Girls ein: Respect Yourself!
Du bist , wie Du bist: Ernsthaft, nachdenklich und sehr konzentrationsfähig usw. Alles prima Eigenschaften, finde ich.
In Deinem Artikel entdecke ich eine Frau, die im Grunde nicht an sich zweifelt, sondern von Ihrer Umwelt unter Druck gesetzt wird, sich zu ändern. Musst Du ihnen das erlauben?
Kann es sein, dass Deine „Freunde“ Dich nur ab und an etwas unbequem finden, weil sie merken, dass für Dich die glatte, nette Oberfläche nicht reicht? Dass Du empfindsam umgehst mit dem Leben, mit Dir und garantiert auch mit Anderen?
Ich wette, dass Deine Mitmenschen Deine Fähigkeiten im Organisieren, Kümmern, Zuhören sehr gerne in Anspruch nehmen, dafür braucht man nämlich enrsthafte, empfindsame Menschen, so jemanden wie Dich eben!
In Deinem Artikel gibt’s viele Hinweise darauf, dass Du Dich ok findest, das bist Du ja schließlich auch. Ändern sollte man sich nur, wenn man selbst unter sich leidet, nicht für Andere. Hierzu noch ein Zitat, diesmal von Goethe:
„Wenn Gott mich anders gewollt hätte, hätte Gott mich anders gemacht.“
Wenn das kein Abschluss ist!
Alles Liebe - Anette
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liebe Trudy,
sieh es doch mal locker
))
nein im Ernst, ich finde, du klingst ganz in Ordnung. Ist doch nichts schlimmes, wenn du ein ernstes Gesicht machst.
Wenn dir jemand vorwirft, du habest keinen Humor, denk dran: Wer diesen Vorwurf macht, hat wahrscheinlich selbst keinen. Sonst würde er sich nämlich nicht über den Humormangel seiner Mitmenschen aufregen.
Zum Thema Selbstironie: wenn jemand sich erstaunt gibt, „du hast ja doch Humor, hätte ich gar nicht gedacht, ha ha“
dann sag ihm nur „da siehst du mal, wie gut deine Menschenkenntnis ist“. Da soll ER doch erstmal beweisen, dass ER SICH selbstironisch sehen kann!
Kurz, ich möchte dir Mut machen: du bist nicht dazu da, den Erwartungem der anderen zu entsprechen. Sei, wie du bist!
Gruß Martina