Hallo Inselchen, (schöner Nick)
Erstens stellte sie von der ersten Minute an sehr ruhig und
bestimmt, aber nicht mit besonders lauter Stimme klar, dass
SIE die Chefin ist. Wie bei den Hunden, das hat jemand nett
geschrieben *zustimm*.
Dann wurden SOFORT UND AM ERSTEN TAG verbindliche Regeln und
Saktionen ausgemacht:
Sowas macht mein Freund auch. Wird glaube ich auch allen Lehrern so geraten. Obwohl, weiss nicht, wie das in Deutschland ist. 
- Ein „Stillezeichen“: eine Hand auf den Mund, ein Arm in der
Luft, ist das stumme Signal an die Klasse, absolut ruhig zu
sein. Mit dem Versprechen, dass dann eine spannende Sache
komme, hat die Lehrerin das auch toll durchgesetzt, auch wenn
der Effekt „Spannung“ natürlich nur am Anfang das Bonbon war.
Jepp, er hebt auch die Hand und es geht „3, 2, 1, Freeze“, dann sollten sie alle ruhig sein. *grins*
- „Karten“: Für Zuwiderhandlungen erst eine gelbe Karte,
danach gelb-rot. Gelb-rot bedeutet, die Eltern werden zum
Gespräch gebeten.
Das wäre mal was, aber die Lehrer dürfen die Eltern nicht eigenständig kontaktieren. Das muss alles über die Schulleitung gehen und Elterngespräche gibt’s nur an bestimmten Tagen, wobei da die meisten Eltern auch nicht auftauchen. *Kopf schüttel* Aber es ist eine gute Idee.
- Feste Rituale, kurze Zeitspannen. Die Kinder wurden zum
Beispiel bei Bedarf auch mitten in der Stunde nach draußen
gejagt, und mußten um das Schulgebäude rennen. Das hat wohl
geholfen.
Um sich abzureagieren? Sehr schöne Idee. Leider kommt das bei der Schule auch nicht in Frage. Deswegen haben sie aber so viel Sportunterricht wie möglich. 
- Noch was: Diese Klasse mußte sich morgens und nach der
großen Pause als einzige der ganzen Schule zwei und zwei
aufstellen und wurde von der Lehrerin abgeholt. Es gab eine
feste Ordnung, wer an welcher Stelle marschieren mußte. So
sammelten sich die Chaoten schon vor der ersten Schulstunde
ein bißchen.
Hm, stimmt. Ist aber normal in der ganzen Schule und scheint sie nicht besonders zu beeindrucken. 
Das alles hört sich schrecklich reaktionär an und wurde auch
von Kolleginnen belächelt, aber die Klasse ist schnell gut
zusammengewachsen und fast alle Eltern waren im Laufe der Zeit
absolut begeistert von dieser Lehrerin.
Ich finde das gar nicht schrecklich, sondern sehr gut und wenn es hilft um so besser. 
Meine (sehr ruhige) Tochter hat ADS (Träumertyp) und wird von
Lärm sehr abgelenkt. Ihr kam die relative Ruhe in der Klasse
sehr zugute. Jetzt hat sie leider eine komplett gegensätzliche
Lehrerin, da war schon der erste Schultag nach den Ferien ein
Graus, die Klasse randaliert, nix klappt
((((((.
Sowas ist echt schade. Hoffentlich ist es nicht allzu schlimm für deine Tochter. Vielleicht bekommt sie ja nächstes Jahr wieder eine besser geeignete Lehrerin.
Viel Erfolg Deinem Freund, vielleicht erzählst Du mal, wie es
weiterging *neugierigbin*,
Inzwischen geht es schon ein bisschen besser. Einige der Kinder gehen jetzt mehrere Tage die Woche nochmal in die Einführungsklasse, weil sie eigentlich sowieso noch nicht ins 1. Schuljahr gehören. Sie wurden nur hochgestuft, weil sonst die legale Obergrenze der Klassengröße überschritten worden wäre. Mein Freund stellt sich wohl so langsam darauf ein. 
Lieben Gruß und vielen Dank für die Tipps
Kel 