Wie "trocken" muß Neubauwohnung übergeben werden? Wohnraum, Keller

Guten Tag.
Wer kann mir bitte sagen, wie „trocken“ eine Neubauwohnung (schlüsselfertig)
dem Käufer am Übergabetage übergeben werden muß?

Wieviel Digis (Feuchtemeßgerät) im Wohnraumbreich?
Wieviel Digis im Kellerraumbereich?

Wir haben ein geeichtes Feuchtemeßgerät, welches Digis anzeigt.

Zur Zeit haben wir im Wohnraumbereich zwischen 25 und 45 Digis.
Im Kellerraum jedoch an der Außenwand (von innen gemessen) noch 75!

Besten Dank!

Hallo!

< Schulmeistermodus ein>
Geeicht ist das Messgerät ziemlich sicher nicht und „Digis“ ist keine mir bekannte Einheit.
< /Schulmeistermodus aus>

Gemessen wird relative Feuchte der Luft. Sättigung der Luft mit Wasserdampf wird mit 100 % angegeben. Mehr Wasser kann die Luft bei der herrschenden Temperatur nicht aufnehmen. Für Wohnräume ist eine rel. Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60 % gut verträglich.

In der Nähe erdberührter Teile kann es je nach Baustoff der Wand, außenseitiger Dämmung und Beschaffenheit des Erdreichs, Außen- und Innentemperatur der Luft und abhängig von den Lüftungsverhältnissen zu einem Mikroklima mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit und Kondenswasserbildung kommen. In der Folge kann es zu Feuchtigkeitsschäden an eingelagerten Sachen kommen.

Nutzer sollten erstem Gedankenblitz und alten Gewohnheiten widerstehen und nicht dauernd die Kellerfenster öffnen, in der irrigen Meinung, damit die Feuchtigkeit zu reduzieren. Wenn man Bauwerksschäden und von außen durch Wände und Fenster eindringendes Wasser ausschließen kann, sollte im Keller nur gelüftet werden, wenn die Außentemperatur niedriger als die Innentemperatur der Luft ist. Konsequent durchgezogen, führt die Lüftungsmethode zu einem knochentrockenen Keller. In der Praxis heißt das, in der warmen Jahreszeit Türen und Fenster des Kellers tagsüber geschlossen zu halten und nur nachts zu lüften. Im Winter stellt sich das Problem nicht, weil dann die Außenluft immer kühler als die raumseitige Luft ist. Von außen hereinkommende kühle Luft erwärmt sich an den Bauwerksteilen und kann dabei zusätzliche Luft aufnehmen, mit der Folge sinkender rel. Luftfeuchtigkeit. Im Sommer stellt man die Verhältnisse mit natürlicher (und äußerst wirksamer) Trocknung mit der beschriebenen Lüftungsmethode her.

Nebenbei: Technisch ist die Messung der rel. Luftfeuchtigkeit gar nicht so einfach. Im Handel wird zwar viel Zeug unter der Bezeichnung „Messgerät“ angeboten, deren Anzeige aber bestenfalls zufällig der Realität entspricht. So gibt es in einschlägigen Kaufhäusern ganze Verkaufsgondeln mit zahllosen Feuchtemessgeräten und alle zeigen unterschiedliche Zahlenwerte an, obwohl sie dicht beieinander stehen. Ähnlich abenteuerlich geht es bei Feuchtemessgeräten zu, die man auf Holz oder Beton hält, um die Materialfeuchte zu messen. Es gibt zuverlässige Methoden, aber nicht mit solchen Gerätschaften und schon gar nicht in der Hand von Menschen, die nicht wissen, was sie überhaupt messen und wie das Messverfahren funktioniert.

Gruß
Wolfgang

Was zu lesen zum Thema „Feuchte von Bauteilen“.

Es soll zeigen, dass es nicht damit getan ist, ein Gerät mit 2 Messspritzen an die Wand zu halten. Diese Methode (Widerstandsmessung) ist sehr fehlerbehaftet.
Die Werte sagen wenig bis nichts aus, müssen auch stets interpretiert und mit dem verwendeten Baustoff ín Einklang gebracht werden.

MfG
duck313

Irgendwie lässt sich der Link nicht anklicken. Obwohl ich ihn anklicken konnte.
Egal.

Geht auf die u.a. Homepage des Ing.-Büro und dort unter den Punkt „Wann ist eine Wand nass ?“
Das ist der Link zu der Info über Bauteilfeuchte.

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/allgemeines.html

Hallo,
die Feuchte ist schliesslich nicht nur vom Wassergehalt abhaengig, sondern ebenso von der Temperatur. Ausserdem ist Feuchte veraenderbar, man kann durchaus einen Keller nass lueften, also so dass er mehr feucht wird.
Die Umkehrung empfehle ich, oder was soll der Hersteller des Hauses jetzt aendern?
Gruss Helmut

hi,

Digits muss man immer in Verbindung mit dem Baustoff sehen.
Die sind mehr oder weniger ungeeignet um eine absolute Aussage zu treffen. Sehr gut eignen sie sich aber eine feuchte Stelle zu finden.

Ein Baustoff kann bei 80 digits trocken sein, ein anderer erst bei 55.

Macht nicht Mensch und Vieh verrückt. mit Messgeräten mit denen ihr nicht umgehen könnt.
Ist die Wohnung nass, dann ‚schmeckt‘ man es für gewöhnlich. gerade zementären Baustoffen schadet es nicht, wenn die Zeit haben auszutrocknen, es ist sogar gut.

grüße
lipi

Dem geeichten Messgerät liegt eine Umrechnungstabelle bei, welche für den absoluten Feuchtegehalt des jeweiligen Baustoffs für die angezeigten „Digi“-Werte anzuwenden ist.

Je nach Nuzung oder auch Aufbringen von Bodenbelägen sind hier maximale (absolute) Restfeuchtewerte einzuhalten. Für keramische Fliesen z.B. 2%.
Mit einer gutacherlich erstellten Messung stelllt sich der Bodenleger z.B. von Regressansprüchen wegen Verlegung auf ungeeignetem Untergrund frei.

Die Restfeuchte kann mit einem Oberflächenmessgerät mit dielektrischem Verfahren nur tendenziell für oberflächennahe Schichten ermittelt werden. Für echte Restfeuchte-Messung in Mauerwerk und Beton sind Materialproben (ggf bis zur Isolierschicht) zu nehmen und chemisch zu testen.
Die einzige offiziell anerkannte und vor Gericht zugelassene Vor-Ort-Prüfmethode zur Restfeuchtemessung ist die CM-Methode.

Diese Werte sind aber für eine grundsätzliche Bewohbarkeit nur insofern relevant, dass „feuchte Wände und Böden“ schon sehr feucht sein müssen um Einflus auf das Raumklima zu nehmen. Für mögliche Schimmelbildung müssen noch andere Faktoren hinzukommen.

Bei Bauten ohne Fussbodenheizung kann es u.U. mehrere Monate Trochnungszeit erfordern bis Fliesen oder Holzbeläge aufgebracht werden können.
Früher war es sogar üblich dass man das erste Jahr nach Fertigstellung eines Gebäudes als „Trockenwohnperiode“ deklarierte…

Insofern hat die Fertigstellung (und Übergabe) eines Hauses nur bedingt etwas mit der Bewohnbarkeit zu tun.

Hallo,
wie hoch ist den die relative Luftfeuchte im Raum?
Dies ist eher ein Hinweis auf Feuchte als diese Feuchtemesser.

Und dass heutzutage bei der schnellen Bauweise (keiner will heutzutage länger als 6 Monate warten) noch Feuchtigkeit in der Wohnung ist, ist eher normal…

Man könnte die Wohnung auch 6 Monate über Winter leer stehen lassen und richtig austrockenen, was sich dann allerding auf den Kaufpreis auswirken würde…
oder auf die längere doppelte Belastung bei Miete und Kredit…

Grüße
miamei