Wie umbauen ohne Baupläne?

Hallo!

Zwar ist das Thema für mich noch nicht ganz akut, aber trotzdem…

Ich möchte in ca. drei bis vier Jahren in meiner Wohnung einen Mauerdurchbruch machen. Die betreffende Wand ist etwa 4 Meter lang und der Durchbruch soll etwa 2,2 bis 2,5 Meter breit werden.

Das Problem: leider gibt es nirgendwo mehr Baupläne für dieses Haus (Bj. 1959, sechs Parteien), und so kann ich nicht feststellen, ob diese Wand eine tragende Funktion hat! Auch bei der Stadtverwaltung gibt es tatsächlich KEINERLEI Unterlagen zu diesem Haus!

Frage 1: läßt sich irgendwie feststellen, OB diese Wand ein tragendes Element des Hauses ist? Wenn ja, wie?

Frage 2: kann man auch in eine tragende Wand einen solchen Durchbruch stemmen?
Wenn ja: in welcher Form muß das geschehen, wie muß das Mauerwerk dann abgefangen werden?
(Diese Arbeit sollte dann wahrscheinlich besser von einem Bauunternehmen durchgeführt werden, oder kann/darf man das auch in Eigenregie machen?)
Wie teuer kann/darf eine solche Arbeit werden?

Was sagt ihr dazu?

Gibt es sonst noch irgendwelche Fallen zu beachten? (was ist z.B. mit einer Baugenehmigung? Erforderlich? Und welchen Formvorschriften müßte der Antrag genügen???)

Für alle Antworten bereits jetzt vielen Dank!

Schönen Gruß,
Robert

Hallo Robert!

Nimm Dir einen Maurermeister und zeig ihm die Wohnung. Du kannst doch nicht erwarten, daß du hier Auskünfte über Deine Wand bekommst, tragend oder nicht tragend.
Gruß Werner

Hallo Werner!

Nimm Dir einen Maurermeister und zeig ihm die Wohnung. Du
kannst doch nicht erwarten, daß du hier Auskünfte über Deine
Wand bekommst, tragend oder nicht tragend.

Nein, das hatte ich auch nicht erwartet!
Ich wollte lediglich wissen, OB man denn überhaupt vom „bloßen Ansehen“ einer Wand darauf schließen kann, ob sie trägt oder nicht! Einreißen und abwarten ob das Haus zusammenstürzt wäre wohl die falsche Vorgehensweise…

Ich fragte ja: „WIE KANN ICH ERKENNEN…“ und nicht: „trägt diese Wand?“ Das ist imho schon ein Unterschied!

Meine Frage ging ja auch noch dahin, WIE die Arbeit ausgeführt werden müßte, WENN die Wand eine tragende ist.

Meine eigene Idee ging grob gesagt so:

  1. Durchbruch stemmen
  2. in die verbleibenden seitlichen Wandreste (wie gesagt, 70 bis 90 cm sollen links und rechts übrigbleiben) direkt unter der Decke Schlitze stemmen
  3. in diese Schlitze einen Doppel-T-Träger einsetzen und alles fein verputzen.

Stellt sich mir nur die Frage, ab nicht schon während des Aufstemmens der Wand der darüberliegende Stock selbständig macht… Und auch deshalb meine Frage!

Schönen Gruß von
Robert
*der hofft, noch mehr Antworten zu bekommen*

Hallo Robert!

Ein Maurer erkennt das!!

Aber, zur eigenen Absicherung nimm einen Meister zu Rate. Er braucht dazu keine Zeichnung!

Gruß Werner

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Hallo Robert,

aus der Bauart der Zimmerdecke, Fläche der beiderseits der Wand liegenden Räume und daraus, ob im darüber liegenden Geschoß an gleicher Stelle auch eine Wand steht, läßt sich erkennen, ob auf der Wand eine Last ruht. Ist das der Fall, wird die Decke VOR Beginn von Stemmarbeiten mit Stempeln abgestützt. Dann wird ein Schlitz für einen Träger gefräst/gestemmt, der Träger eingesetzt, kraftschlüssig verkeilt und mit Mörtel verstrichen. Nach Aushärtung des Mörtels werden die Stützen entfernt. Jetzt kann man das Gemäuer beiderseits der Wand einfräsen und das Wandsegment abbauen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang!

Danke, so einen Hinweis habe ich gesucht. An solche Stützen hätte ich wohl eher nicht gedacht…

Ist das eine Arbeit, die man als „autodidaktischer Maurer“ selbst leisten kann (nicht ich, sondern mein Vater - zwar ehemaliger Bauhandwerker, aber im Stahlbau - würde das dann machen), oder muß man dafür zwingend eine Firma beauftragen?

Ist für sowas eine Baugenehmigung erforderlich?

Vielen Dank!

Robert

aus der Bauart der Zimmerdecke, Fläche der beiderseits der
Wand liegenden Räume und daraus, ob im darüber liegenden
Geschoß an gleicher Stelle auch eine Wand steht, läßt sich
erkennen, ob auf der Wand eine Last ruht. Ist das der Fall,
wird die Decke VOR Beginn von Stemmarbeiten mit Stempeln
abgestützt. Dann wird ein Schlitz für einen Träger
gefräst/gestemmt, der Träger eingesetzt, kraftschlüssig
verkeilt und mit Mörtel verstrichen. Nach Aushärtung des
Mörtels werden die Stützen entfernt. Jetzt kann man das
Gemäuer beiderseits der Wand einfräsen und das Wandsegment
abbauen.

Ist das eine Arbeit, die man als „autodidaktischer Maurer“
selbst leisten kann (nicht ich, sondern mein Vater - zwar
ehemaliger Bauhandwerker, aber im Stahlbau - würde das dann
machen), oder muß man dafür zwingend eine Firma beauftragen?
Ist für sowas eine Baugenehmigung erforderlich?

Hallo Robert,

mit den Fragen überforderst Du mich. Ich weiß wirklich nicht, ob Dein Vater eine Belastung schätzen, danach einen Träger dimensionieren und so einbauen kann, daß die Last wirklich auf dem Träger ruht.

Auch zu Genehmigungsfragen kann ich Dir nichts sagen.

Übertreibe das Sparen nicht. Tue Dir selbst den Gefallen und lasse einen Architekten oder Bauingenieur einen Blick auf die Gegebenheiten werfen. Der sagt Dir, wie die Arbeit auszuführen ist und dann kannst Du immer noch entscheiden, ob das selbst gemacht oder in Auftrag gegeben wird.

Gruß
Wolfgang

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Hi Robert,

das was Wolfgang gesagt hat kann ich nur unterstützen, hier kann sparen ziemlich teuer werden. Ein Wanddurchbruch von 2,5 m ist kein Pappenstiel und wenn was danebengeht kann es ziemlich teuer werden.

(Diese Arbeit sollte dann wahrscheinlich besser von einem
Bauunternehmen durchgeführt werden, oder kann/darf man das
auch in Eigenregie machen?)

Wie schon gesagt, dürfen tust du es in selbstgenutztem(!) Wohnraum schon aber Du solltest nicht (meiner Meinung nach).

Wie teuer kann/darf eine solche Arbeit werden?

Laß Dir, wenn die Sache aktuell wird, von drei Unternehmern Angebote machen. Nimm dann das günstigste (muß nicht das billigste sein!).

Gibt es sonst noch irgendwelche Fallen zu beachten? (was ist
z.B. mit einer Baugenehmigung? Erforderlich? Und welchen
Formvorschriften müßte der Antrag genügen???

Frag mal unverbindlich bei Deinem Bauamt nach, die geben meist problemlos Auskünfte. Allerdings nicht ins Blaue, Du solltest Dich vorher über Datails informieren.

Gandalf

Hallo Robert,

eine Baugenehmigung brauchst du nicht, aber jemanden, der sich mit Baustatik auskennt, schon. Da wird ein Maurermeister schon ausreichen.

Gruß,
Maja

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