Wie verhält sich der Kurs von in US - Dollar notierten US - Unternehmen bei einer Ausweitung der US-

Aktuell hat die FED bekanntgegeben, daß sie in den nächsten Monaten massiv Staatsanleihen kaufen wird und damit die US $ . Geldmenge um 800 Mrd. Dollar ausweiten wird.

Wie kann sich diese Geldpolitik auf die Aktienkurse ($ Notierung an der NYSE; mir geht es nicht um die Entwicklung des Kurses in €) eines Großunternehmnens wie Coca Cola oder McDonalds auswirken? Lässt man Export-Orientierung und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens unbeachtet, stellt sich die Frage, ob der Substanzwert eines Unternehmens bei steigender Geldmenge an der Börse neu „bepreist“ wird und zu steigenden Kursen führen wird.

A:

Nun, der Aktienkurs dieser Firma, von US-Firmen generell wird sich nicht aufgrund irgendwelcher Nachfrage der Konsumenten bewegen, das ist zu vernachlässigen.

Bei fallenden/niedrigen Zinsen und vor allem bei steigenden Geldmengen werden sich Aktienkurse erhöhen.
Ob man davon partizipieren kann, hängt davon ab, in welcher Branche das Unternehmen steht, und in welcher konjunkturellen/wirtschaftlichen Situation sich die USA befinden.

Wir haben hier die spezielle Situation, übrigens im ganzen Westen und Europa - aber weniger in Russland, Brasilien, Emerging Markets und mit Anschlägen in Asien, dass der Westen begriffen ist unterzugehen. Ein eingebauter Systemfehler(der des Papiergeldes/Fiat Money, auf Zinsen und Geldmengenausweitung basierend = Inflation) sorgt dafür, dass Staaten nach 70-90 Jahren pleite gehen und von vorne anfangen müssen. Diesmal betrifft es fast die ganze Welt, weswegen die Krise erst noch richtig losgehen wird. Sie wird 1929 in den Schatten stellen und das System wird kollabieren.

Zurück zu den Aktien, steigende Geldmengen, vor allem in dem Ausmaß wie seit 2008 geschehen und gestern wieder, sorgen dafür, dass es mehr Geld gibt.
Dieses Geld will etwas kaufen. Normalerweise kann das alles sein, vom Konsumwerten bis Weiss ich was.
Diesmal hat man im Auge, dass das System kurz vor dem Abgrund steht(ich gebe ihm max noch 3-7 Jahre).
Um sein Geld vor der Entwertung zu schützen(Inflation, das Aufblähen der Geldmengen weltweit), gehen die Anleger raus aus Papierwerten wie Anleihen und Renten, LV´s, Bausparverträgen und Sparbüchern etc. und rein in Sachwerte, also Werte, die man direkt oder indirekt besitzen bzw anfassen kann.
Das sind Immobilien, Aktien(da Beteiligung an einer Substanz/Firma), Rohstoffe aller Art und Edelmetalle.

Immobilien haben das Problem, das schon in ihrem Namen steckt und zudem können sie nach Gutdünken besteuert werden, die Demografie tut ihr Übriges, so dass Betongold im Niedergang begriffen ist, da die Nachfrage immer geringer wird. Und da die meisten Immos aus Schulden finanziert sind, wird diese Tatsache dazu führen, dass Zwangsversteigerungen noch weiter zunehmen werden, die Preise werden weiter gedrückt usw.
Löhne und Mieten werden niemals soweit ansteigen wie die reale Inflationsrate…

Aktien werden nominell stark steigen, real gesehn (nach Inflation) werden die meisten trotz Anstieg verlieren und nur die wenigsten - grundsolide Firmen(Konsumwerte mit Preismacht) und Rohstoffunternehmen - werden dagegen stark profitieren.

Das nennt man auch Crack Up Boom, ein künstlich erzeugter Boom durch zuviel Geld, der vor allem Staatsausgaben für Infrastruktur und auch Aktien ansteigen lässt.

Anleihen, bzw. fest verzinsliche Wertpapiere werden stark verlieren, da die Inflationsrate über dem Zins liegt.

Schulden in einer Inflation können richtig sein, doch dazu muss man sehr ausgebufft und mit den Schulden richtig investieren. Die meisten werden daran ersticken, weil falsch geplant und Ratenzahlungen nicht mehr geleistet werden können, falls Zinsen wieder stark anziehen, dann in den oberen zweistelligen Bereich. Das ist meist das Ende. Bei langfristig festgelegten Zinsraten sieht es etwas besser aus(20-30 Jahre).

Hallo,
Danke für die sehr informative Antwort. Die heutige Marktentwicklung bestätigt alles was Du gesagt hast.

Sehr interessant war der Kurssprung bei Nestle.

Wie schätzt Du die weitere Entwicklung ein? Die FED hat angekündigt monatlich Anleihen aufzukaufen. Wird diese prognostizierte Geldmengenerhöhung sofort im vollen Volumen in die Aktienkurse „eingepreist“ oder wird sich hier der Aufbau einer Blase über 6 Monate beobachten lassen?

Danke nochmals…
Volker

Die FED kauft Staatsanleihen von BANKEN zurück, dadurch gibt sie den Banken frisches Geld, welches dann das Kreditgeschäft beleben soll. Letztlich ist die Wunschvorstellung, dass die Unternehmen über neue Kredite die Wirtschaft weiter beleben.

Natürlich wirkt sich das positiv auf die Aktienkurse aus. Dies haben wir auch am Tag nach der Bekanntgabe an der NYSE gesehen.

Natürlich kann man hinsichtlich der Ausweitung der Geldmenge kritische Anmerkungen hinter den Devisenkurs stellen. Sollte sich eine Schwächung des Dollarkurses zeigen, hat das natürlich Auswirkungen auf internationale Unternehmen wir Coca-Cola, die einen erheblichen Teil ihres Geschäftes außerhalb der USA abwickeln.

Direkt für die Bilanzen der Unternehmen und einer Frage deren Bewertung sehe ich allenfalls über Devisenkursentwicklungen Auswirkungen, sieht man von der Tatsache ab, dass nun vielleicht das ein oder andere Unternehmen auf der Passivseite einen Kredit mehr stehen hat, sich aber je nach Investition auch die Aktivseite verändert.

Soweit eine persönliche Einschätzung von meiner Seite. Ich hoffe es erhellt ein wenig die Situation.

Zunächst sind für die Bewertung eines Unternehmens erstmal die Unternehmenszahlen entscheidend (Gewinn, Umsatzentwicklung KGV etc.), egal was die Volkswirtschaft macht (solange es nicht echte Crashs sind). Tendenziell gehen bei Zinssenkungen die Kurse immer nach oben nach oben, das wird aber bei nur geringen Zinsänderungen nicht allzusehr ins Gewicht fallen.

Zinssenkungen haben auf die Subsatzbewertung eines Weltkonzerns (Du hast ja CoCa-Cola oder McDonalds schon angesprochen) im Grunde keine besondere Auswirkung. Zinsänderungen wirksen sich viel eher auf den Kurs der betroffenen Währung aus.
Und für große Unternehmen ist das auch deswegen von geringerer Bedeutung, da sie ihren Umsatz sowieso in allen verschiedenen Währungen machen (z. in USD und in EUR). Außerdem sichern solche Konzerne eventuelle Wechelkursschwankungen auch über entsprechende Optionsgeschäfte ab.

Hoffentlich hab´ ich Dir helfen können; tut mir leid wenn die Antwort eetwas spät lommt, aber ich muss beim Abschicken wohl ´nen Fehler gemacht haben.

Vier Erfolg und beste Grüße
Klaus