Wie verhalte ich mich richtig bei Depression!

Hallo Zusammen!

Ich suche einen oder gerne auch mehrere Ratschläge, wie ich mit den Depressionen und der ständigen Müdigkeit meiner Frau umgehen soll, denn langsam weiß ich mir keinen Rat mehr. Ich weiß nicht wie ich ihr helfen kann, denn die Situation ist ziehlich verfahren.
Ich hatte ihr schon lange und sehr oft gesagt, sie solle doch mal bitte einen Therapeuten aufsuchen, aber ich bekam immer die Antwort „Ja, ich kümmere mich“, aber nichts passierte. Erst als ich sagte, „Wenn sie nichts ändert, sind meine Tochter und ich weg.“, reagierte sie widerwillig und vereinbarte einen Termin, zu dem wir sie begleiteten. Seit dem geht sie einmal im Monat zu diesem Threapeuten, bis ein Behandlungsplatz für eine intensivere Behandlung frei ist.

Das Problem ist, das sie sich bei nichts helfen lässt und es so, immer wieder zu Streit kommt, was auch meine Tochter belastet, denn wenn meine Frau einmal in Fahrt ist, nimmt sie kein Blatt vor dem Mund und beschimpft mich mit Kraftaudrücken, die ein Kind noch nicht kennen muß. Ich möchte aber meiner Frau helfen, damit sie sich mehr ausruhen kann.

Ein Bespiel:
So oft es geht essen wir gemeinsam Abendebrot.
Um meine Tochter richtig zu erziehen, möchte ich das wir gemeinsam nach dem Essen den Tisch abräumen. Aber meine Frau sgt immer, „Lasst mal, ich mache das dann .“ Da ich aber meine Tochter versuche richtig zu erzeihen, lasse ich das nicht durchgehen, denn sie soll lernen, dass zum Essen auch das Abräumen gehört. Dieser Tatbestand reicht aus, das ein Streit losbricht, mit der Begründung, ich würde das nicht richtig machen.

Und so kann man das auf viele Bereiche im Familienleben übertragen.

Was ich möchte ist, das ich meine Tochter in der Form schütze, dass sie nicht durch das Streiten in Mitleidenschaft gezogen wird und dass es meiner Frau wieder besser geht. Wie soll ich meiner Tochter sagen, sie ist sechs Jahre alt, dass das Verhalten meiner Frau nicht richtig ist?

Was kann ich tun?

Danke schonmal

Hallo

Könnte eine Erschöpfungsdepression sein - falls ja: Mit Therapiesitzungen allein ist da nicht viel zu machen, das braucht eine zumindest zweitweilige stationäre Behandlung - und die notwendige Einsicht der Dame, dass sie ein ernstes Problem hat.

Habe ich bezüglich meiner Frau (noch nicht ganz) hinter mir, wir kämpften mehr als zwei Jahre lang und die Monate vor der Diagnose glaubte ich auch, sie nicht mehr wiederzuerkennen. Du kannst da für deine Frau eigentlich überhaupt nichts machen, das muss medikamentös behandelt werden, und zwar je eher, desto besser für alle drei.

Du kannst nur für deine Tochter der Ruhepol sein, für „Alltag“ sorgen und ihr die Situation erklären. Ich habe damals ein paar Monate unbezahlten Urlaub genommen (meine Kleine war erst drei).

Erziehungsfragen dürften in nächster Zeit also nicht eure Hauptsorgen sein. Während ein paar Monaten stationärer Psychosomatik für die Mutti wirst du dann Gelegenheit genug haben, dich allein um die Tochter zu kümmern und deine Erziehungsansätze auszutesten.

Viel Glück
smalbop

Guten Tag!

Ich suche einen oder gerne auch mehrere Ratschläge, wie ich
mit den Depressionen und der ständigen Müdigkeit meiner Frau
umgehen soll

Kraftausdrücken …
„Lasst mal, ich mache das dann .“

Bei Depressiven ist es eigentlich eine Wohltat, wenn sie mal richtig schimpfen, und wenn sie Eigeninitiative zeigen wollen.

Depression hin oder her, nach dem Lesen deines Postings habe ich den Eindruck, dass ihr beide ein echtes Beziehungsproblem habt, und dass du offenbar bei der Erziehung deiner Tochter deine Frau gleich miterziehen möchtest.

Symptomatisch dafür das fehlende (weil?) doppeldeutige „ihr“:

Um meine Tochter richtig zu erziehen, möchte ich das
wir gemeinsam nach dem Essen den Tisch abräumen. Aber
meine Frau sgt immer, „Lasst mal, ich mache das dann .“
Da ich aber meine Tochter versuche richtig zu erzeihen,
lasse ich [ihr] das nicht durchgehen …

Ich möchte mir nicht anmaßen, eure Lebenssituation auf der Basis eines einzigen Postings zu beurteilen, aber habt ihr denn schon mal über die Möglichkeit einer (parallel zur Behandlung deiner Frau laufenden) Paar- oder Familientherapie nachgedacht? Vielleicht zumindest als Überbrückung für den Zeitraum bis deine Frau einen geeigneten Therapieplatz erhalten hat.

E.T.

Guten Tag

Symptomatisch dafür das fehlende (weil?) doppeldeutige „ihr“:

Was ich mit dem [ihr] zum Ausdruck bringen wollte ist, dass ich unsere Tochter erziehen möchte, und das beide Elternteile die selbe Auffassung haben sollten, was aber bedingt durch diese Situation nicht der Fall ist.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, wenn man schon an einem Posting merkt, das wir ein Beziehungsproblem haben. Dieses ist aber nur entstanden, weil sie sich so lange geweigert hat, etwas zu unternehmen.

Was ich mir überlegt habe, selbst einmal zu einem Therapeuten zu gehen, ihm meine Situation zu schildern und dann auf seine Ratschläge umzusetzen. Sei es in eine Familientherapie zu gehen oder eine andere Form der Hilfe von aussen.

Ich halte den Ratschlag, dass auch du dich an einen Experten wendest, für empfehlenswert. Auch ist sicher nicht falsch, wenn ihr irgendwann auch gemeinsam aktiv werdet.

Unabhängig davon und mit dem Bewusstsein für die Schwierigkeit im Falle einer Depression im Hinterkopf: So funktioniert das nicht:

" ich unsere Tochter erziehen möchte"…
„beide Elternteile die selbe Auffassung“, aber wenn es nicht deine Auffassung ist, es es falsch?
Das **Beziehungsproblemb> ist nur entstanden, weil sie sich so lange geweigert hat?
„sie soll doch bitte mal“ was unternehmen
„möchte ich“ dass es so und so läuft, so wie deine Frau es möchte, ist es nicht gut

Ich weiß nicht, ob du in der Lage bist, das zu sehen. Aber deine Beiträge sind eine einzige Schwarz-Weiß-Malerei. Das was du willst ist wichtig und richtig, das, was deine Frau tut und sagt ist falsch. Sie tut das Falsche, sie tut nicht das, was sie in deinen Augen soll oder sie tut es zum falschen Zeitpunkt.

Schon auf mich als Außenstehende wirkt das so, als ob du indirekt und durchaus auch direkt einen ungeheuren (Erwartungs-)Druck ausübst. Vielleicht solltest du dich jetzt schon mal mit dem Gedanken anfreunden, dass es sehr gut sein kann, dass genau dieser mitursächlich für die Depression deiner Frau ist.**

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Hi,

Ich hatte ihr schon lange und sehr oft gesagt, sie solle doch
mal bitte einen Therapeuten aufsuchen, aber ich bekam immer
die Antwort „Ja, ich kümmere mich“, aber nichts passierte.
Erst als ich sagte, „Wenn sie nichts ändert, sind meine
Tochter und ich weg.“, reagierte sie widerwillig und
vereinbarte einen Termin, zu dem wir sie begleiteten. Seit dem
geht sie einmal im Monat zu diesem Threapeuten, bis ein
Behandlungsplatz für eine intensivere Behandlung frei ist.

Mir drängt sich der Verdacht auf, daß Du generell sehr dominant in Eurer Beziehung bist und Deine Familie gern gängelst. Du beschließt, daß Deine Frau „depressiv“ ist und verlangst von ihr, etwas dagegen zu unternehmen.

Ein Bespiel:
So oft es geht essen wir gemeinsam Abendebrot.
Um meine Tochter richtig zu erziehen, möchte ich das wir
gemeinsam nach dem Essen den Tisch abräumen. Aber meine Frau
sgt immer, „Lasst mal, ich mache das dann .“

Du möchtest. Was möchte Deine Frau, bzw. wie weit gehst Du darauf ein? Ich vermute, daß sie nicht arbeitet und die Hausarbeit daher als ihren Job betrachtet. Nun verlangst Du, daß alle gemeinsam ihren Job erledigen, obwohl Du „nebenbei“ auch noch berufstätig bist. Würde Dich das an ihrer Stelle nicht nerven?

Was ich möchte ist, das ich meine Tochter in der Form schütze,
dass sie nicht durch das Streiten in Mitleidenschaft gezogen
wird und dass es meiner Frau wieder besser geht. Wie soll ich
meiner Tochter sagen, sie ist sechs Jahre alt, dass das
Verhalten meiner Frau nicht richtig ist?

Du möchtest schon wieder. „Nicht richtig“ hin oder her: Das Verhalten Deiner Frau erscheint mir zumindest logisch.

Was kann ich tun?

Werd mal locker und setze andere nicht unter Druck. Meiner Meinung nach könnte Deine Frau resigniert haben, weil Du sie stets zu gängeln versuchst. Ab und zu platzt ihr der Kragen und dann kommen Kraftausdrücke und Beschimpfungen. Du solltest mal mit ihr reden, aber ohne Vorwürfe und steig vorher von Deinem hohen Roß ab.

Sorry, ist vielleicht ein wenig hart ausgedrückt. Bin kein Fachmann und das Obige ist der Eindruck, der sich mir so aufdrängte.

Gruß S

Ich weiß nicht, ob du in der Lage bist, das zu sehen. Aber
deine Beiträge sind eine einzige Schwarz-Weiß-Malerei. Das was
du willst ist wichtig und richtig, das, was deine Frau tut und
sagt ist falsch. Sie tut das Falsche, sie tut nicht das, was
sie in deinen Augen soll oder sie tut es zum falschen
Zeitpunkt.

Schon auf mich als Außenstehende wirkt das so, als ob du
indirekt und durchaus auch direkt einen ungeheuren
(Erwartungs-)Druck ausübst. Vielleicht solltest du dich jetzt
schon mal mit dem Gedanken anfreunden, dass es sehr gut sein
kann, dass genau dieser mitursächlich für die Depression
deiner Frau ist.

Hm, so gesehen hast Du natürlich recht. Und sicherlich trage ich dann auch eine Mitschuld.
Aber ist es nicht so, dass man gewisse Regeln einhalten sollte? Man kann doch nicht alles schleifen lassen.
Und wenn meine Regeln die Falschen sind, würde ich ja schon auf unsere Tochter einen immensen Druck ausüben. Somit stelle ich gerade meine Erziehungform in Frage.
Nun weiß ich gar nicht mehr was richtig oder falsch ist

Hallo!

Mir drängt sich der Verdacht auf, daß Du generell sehr
dominant in Eurer Beziehung bist und Deine Familie gern
gängelst.

Komisch - ich hatte genau den gegenteiligen Eindruck, nämlich daß die Frau der Familie ihren Willen aufdrängt. Vater (und Tochter) würden gerne den Tisch aufräumen, dürfen es aber nicht, weil sie es nach Ansicht der Mutter „nicht richtig“ machen: Das empfinde ich als dominant, weil hier die Mutter ihre Familie einschränkt, nur um ihre eigenen Maßstäbe durchzusetzen.

Natürlich ist eine Interepretation wie die Deine deswegen nicht ausgeschlossen. Ich denke, daß es hier verschiedene Möglichkreiten gibt.

Gruß,
Max

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Mir drängt sich der Verdacht auf, daß Du generell sehr
dominant in Eurer Beziehung bist und Deine Familie gern
gängelst. Du beschließt, daß Deine Frau „depressiv“ ist und
verlangst von ihr, etwas dagegen zu unternehmen.

Nein, da wurde ich etwas mißverstanden. Sorry.

Ich habe nicht beschlossen das meine Frau depressiv ist.

Ich hatte sie nur gebeten, sich einmal zu einem Therapeuten zu begeben um raus zu bekommen, was los ist. Das sie unter Depessionen leidet, hat sie mir erst gesagt als sie schon zweimal dort war. Vorher wußte ich nichts davon.

Hallo Max!

Genau so wie du es interpretiert hast, empfinde ich es.

Stop

Hm, so gesehen hast Du natürlich recht. Und sicherlich trage
ich dann auch eine Mitschuld.

Keine Schuld! Befreie dich unbedingt von der Schuldfrage. Wenn du versuchst so das Problem zu lösen, dann muss es mindestens einen Verlierer geben, sehr wahrscheinlich gibt es nur Verlierer und das Problem wird nicht nachhaltig gelöst.

Es geht nicht um Schuld.

Aber ist es nicht so, dass man gewisse Regeln einhalten
sollte?

Natürlich. Aber in einer guten Partnerschaft werden die Regeln gemeinsam festgelegt. Das setzt natürlich voraus, dass es zwei gibt, die dazu auch in der Lage sind. Das kann bei jemandem, der Depressionen hat, schon einmal schwierig werden. Andererseits verstärkt aber Druck auch wieder die Depression.

Und wenn meine Regeln die Falschen sind, würde ich ja schon
auf unsere Tochter einen immensen Druck ausüben.

Auch hier fällst du sofort in Schwarz und Weiß. Wieso falsch? Bei vielen, wenn nicht den meisten Erziehungsfragen geht es nicht um richtig oder falsch, es geht meist um anders, um eine Grenze, die nicht völlig wo anders sondern vielleicht nur einen halben Meter weiter gesetzt wird.

Natürlich bedeutet Erziehung auch Konsequenz und damit in gewisser Hinsicht feste, unbewegliche Grenzen, so sie denn einmal gezogen sind. Aber die Grenzfindung selbst ist, außer beim groben Rahmen, eben nicht so starr.

Eure Tochter ist 6. Du wirst noch Zeit genug haben, immer wieder den Erziehungsstil, einzelne Entscheidungen in Frage zu stellen. Wenn du das immer mit der Haltung machen würdest, gleich alles über Bord zu werfen, würdest du bekloppt werden und dem Kind alles andere als einen sicheren Hafen bieten, von dem aus es mit dem nötigen Rüstzeug auf Reisen gehen kann.

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Hallo!

Ich hatte ihr schon lange und sehr oft gesagt, sie solle doch
mal bitte einen Therapeuten aufsuchen, aber ich bekam immer
die Antwort „Ja, ich kümmere mich“, aber nichts passierte.
Erst als ich sagte, „Wenn sie nichts ändert, sind meine
Tochter und ich weg.“, reagierte sie widerwillig und
vereinbarte einen Termin, zu dem wir sie begleiteten. Seit dem
geht sie einmal im Monat zu diesem Threapeuten, bis ein
Behandlungsplatz für eine intensivere Behandlung frei ist.

Zunächst einmal ein Tipp: Lies im Internet alles, was Du über Depressionen finden kannst, um Deiner Frau wirklich helfen zu können. Die beste Hilfe ist nämlich Verständnis!

Mir fällt an Deinem Posting auf, dass Du immer „meine Tochter“ schreibst. Ist das Kind denn aus einer früheren Ehe oder Beziehung von Dir?

Mir fehlt vor allem auch Dein Bericht über die Medikamente, die sie bekommt gegen die Depressionen. Einmal im Monat eine Therapie reicht nämlich überhaupt nicht aus, um irgend etwas zu verbessern.

War Deine Frau bei einem Psychiater oder nur bei dem erwähnten Therapeuten?

Das Allerwichtigste ist, dass Du zur Kenntnis nimmst, dass jemand mit Depressionen sich zu nicht - absolut nichts - aufraffen kann, aber ständig deswegen ein schlechtes Gewissen hat.

Ein Bespiel:
So oft es geht essen wir gemeinsam Abendebrot.
Um meine Tochter richtig zu erziehen, möchte ich das wir
gemeinsam nach dem Essen den Tisch abräumen. Aber meine Frau
sgt immer, „Lasst mal, ich mache das dann .“ Da ich aber meine
Tochter versuche richtig zu erzeihen, lasse ich das nicht
durchgehen, denn sie soll lernen, dass zum Essen auch das
Abräumen gehört. Dieser Tatbestand reicht aus, das ein Streit
losbricht, mit der Begründung, ich würde das nicht richtig
machen.

Für sie würde das bedeuten, dass ihr Gewissen noch mehr belastet würde, wenn Du helfen müsstest, den Tisch abzuräumen.

Und so kann man das auf viele Bereiche im Familienleben
übertragen.

Was ich möchte ist, das ich meine Tochter in der Form schütze,
dass sie nicht durch das Streiten in Mitleidenschaft gezogen
wird und dass es meiner Frau wieder besser geht. Wie soll ich
meiner Tochter sagen, sie ist sechs Jahre alt, dass das
Verhalten meiner Frau nicht richtig ist?

Das musst Du ihr nicht sagen, sondern erklär ihr lieber, was Depressionen sind. Auch ein so kleines Kind kann das verstehen, dass Mama krank ist.

Was kann ich tun?

Tipps habe ich Dir ja schon gegeben. Zusätzlich könntest Du einmal zur Therapie mitgehen, um Dir dort in ihrer Anwesenheit Ratschläge zu holen. Außerdem könntest Du versuchen, Deine Frau zu überreden, zum Psychiater zu gehen.

Alles Gute für Dich und Deine Frau!

Waldi

Hallo,
nicht einfach, was ihr daa alle durchmacht.
Erstmal: eine Depression ist eine Krankheit. Die lässt sich nicht wegreden, sondern muss vom Arzt behandelt werden.
Wie Du Dich als Angehöriger zu verhalten hast, kannst Du auf diversen Seiten im Netz lesen.

Hier z.B.:
http://www.zeitzuleben.de/2589-wie-sie-damit-umgehen…

http://web4health.info/de/answers/bipolar-depr-help.htm

Die Tochter würde ich aus der ganzen Sache möglichst raushalten. Der Umgang mit depressiven Menschen überfordert Kinder. Wenn Du den Eindruck hast, dass die Mutter überfordert ist, sag dem Kind, dass es ihr nicht gut geht, dass sie müde ist und finde eine Beschäftigung für sie. Beschäftige Du sie oder versuche sie nachmittags bei Freunden zum spielen unterszubringen (selber Freunde einladen wird wohl eher schwer sein).

Um eines führt kein Weg vorbei: der Gang zum Arzt.

Viele Grüße

Hallo,

deine Frau hat ein Problem, dass du kaum beeinflussen kannst. Das Wichtigste habt ihr bereits geschafft: Deine Frau hat sich in professionelle Hände begeben.

Das Problem ist, das sie sich bei nichts helfen lässt und es so, immer wieder zu Streit kommt

Es gehört zu den Merkmalen einer Depression, starke Gefühle von Schuld und Unfähigkeit zu haben. Deine gut gemeinten Versuche, ihr zu helfen, verstärken diese vermutlich noch, anstatt deine Frau zu entlasten. Hier ist weniger mehr.

was auch meine Tochter belastet

Sag deiner Tochter, was Sache ist: Mami ist krank und reagiert deshalb manchmal komisch. Wichtig ist, dass du deiner Tochter auch sagst, dass die Mami wieder gesund wird, denn junge Kinder entwickeln da manchmal schnell Ängste, dass ein Elternteil sterben könnte. Mach’ das Ganze nicht im Beisein deiner Frau, sondern in einer Situation, wo du mit deiner Tochter alleine bist und ausreichend Zeit hast, auf ihre möglichen Fragen zu antworten. Bleib dabei so ehrlich wie möglich, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Bei Fragen, die du nicht beantworten kannst, kannst du das auch so sagen.

Ganz wichtig: Sorge für dich und deine Tochter. Von deiner Frau ist wenig bis nichts zu erwarten, solange sie krank ist. Das ist extrem belastend für dich und euer Kind, und ihr musst zusehen, dass ihr einigermaßen heil durch die Krise kommt.

Heißt: Unternehmt Dinge, die euch Spaß machen, auch ohne deine Frau und ohne bei dieser die Schuldgefühle zu verstärken. Besinne dich auf deinen Freundeskreis und versuche, ein Stück Normalität und Spaß in dein Leben zu kriegen. Du brauchst Kraft - und die kommt nicht von selbst.

Nimm die Depression ernst - aber mach’ sie nicht zu deinem Problem oder gar zu deinem Lebensinhalt. Heißt: Lass dich nicht zu permanenter Rücksichtnahme zwingen, sondern bestehe darauf, deine Lebensgestaltung nicht von der Befindlichkeit deiner Frau abhängig zu machen. Verständnis ist wichtig, aber zuviel Rücksichtnahme schadet mehr als dass sie nützt.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo

Ich würde zunächst einmal sagen, das Depressionen irgendwo eine naürliche Reaktion ist. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.
Woran man immer denken sollte ist, das Depressionen auch ernährungsbedingt auftreten können, verschiedene Belastungen können auch eine Rolle spielen. Beispielsweise, Du schnarchst, sie kann nicht schlafen, ist tagsüber müde. Ziemlich triviale Ursachen kann sowas haben. Sieh mal das Problem auch nicht so starr auf der Seite der Frau lokalisiert.

Ich suche einen oder gerne auch mehrere Ratschläge, wie ich
mit den Depressionen und der ständigen Müdigkeit meiner Frau
umgehen soll, denn langsam weiß ich mir keinen Rat mehr. Ich
weiß nicht wie ich ihr helfen kann, denn die Situation ist
ziehlich verfahren.

Müdigkeit: Hier können Stoffwechselprobleme eine Rolle spielen, oder sie kann aus irgendeinem Grund nicht schlafen. Üblicherweise zeigen viele Personen Müdigkeit, wenn sie umgangssprachlich die Schnauze voll haben. Es spielt auch eine Rolle, welches spirituelles oder biologisches oder gewohnheitliches Konzept, wie immer man das nennen mag, vorliegt. Ich sag nur, Bewegungs-,Essens-,Schlaf-,Fernsehgewohnheiten.

Das die Ärztin nur widerwillig behandeln will, kann zum einen daran liegen, das deine Frau wegen der Behandlung eine unerwünschte Bewertung durch die Umwelt erfährt(übrigens besonders auch durch dich), und außerdem kaschiert das nur die Abhängigkeit von den Ärzten bei Problemen, die ursprünglicherweise familiär oder sozial gelöst werden.

Ich hatte ihr schon lange und sehr oft gesagt, sie solle doch
mal bitte einen Therapeuten aufsuchen, aber ich bekam immer
die Antwort „Ja, ich kümmere mich“, aber nichts passierte.

Eigentlich muß es heißen, „Ja ich kümmere mich darum.“, nicht das ich den Orwell so gut finde, aber es scheint Selbstmitleid zu geben, wo du anschließend mit hausieren gehst.

Erst als ich sagte, „Wenn sie nichts ändert, sind meine
Tochter und ich weg.“, reagierte sie widerwillig und
vereinbarte einen Termin, zu dem wir sie begleiteten. Seit dem
geht sie einmal im Monat zu diesem Threapeuten, bis ein
Behandlungsplatz für eine intensivere Behandlung frei ist.

Naja, hört sich auch nicht gut an, aber immerhin scheint ein ernster Hintergrund zu bestehen, und die Sache wird sachgerecht behandelt.
Da kann man nur viel Erfolg wünschen.

Das Problem ist, das sie sich bei nichts helfen lässt und es
so, immer wieder zu Streit kommt, was auch meine Tochter
belastet, denn wenn meine Frau einmal in Fahrt ist, nimmt sie
kein Blatt vor dem Mund und beschimpft mich mit
Kraftaudrücken, die ein Kind noch nicht kennen muß. Ich möchte
aber meiner Frau helfen, damit sie sich mehr ausruhen kann.

Kraftausdrücke sind sowohl ein probates Mittel zum Ableiten gewisser Stauungen und natürlich auch ein Erziehungsproblem. Möglicherweise kennzeichnen sie auch Fehler bei Dir, das kann hier überhaut keiner beurteilen. Auf alle Fälle bist Du sehr selbstgerecht, was wohl berechtigt sein kann, was hier aber einfach keiner prüfen kann. Deine Empfehlung mit dem Ausruhen könnte auch Blödsinn sein, das weiß hier doch auch keiner. Wahrscheinlich gehst Du davon aus, was für Dich gut ist. Weißt du eigentlich, wie es sich anhören könnte, wenn du deine Frau umlegen willst? Die falsche Parteischaft hat sie ja oft genug. Nur wenn sie eine Meise hat, wird nicht bestraft oder so ähnlich? So ein Standpunkt passiert ganz leicht.

Ein Bespiel:
So oft es geht essen wir gemeinsam Abendbrot.
Um meine Tochter richtig zu erziehen, möchte ich das wir
gemeinsam nach dem Essen den Tisch abräumen. Aber meine Frau
sagt immer, „Lasst mal, ich mache das dann .“

Also ich würde sagen, da ist keine große Arbeitsleistung und viele Mütter reagieren so. Rein praktisch gesehen, treten sich wahrscheinlich alle dabei auf die Füße.

Da ich aber meine
Tochter versuche richtig zu erziehen, lasse ich das nicht
durchgehen, denn sie soll lernen, dass zum Essen auch das
Abräumen gehört.

Das buchst du hoffentlich nicht unter der Sparte „Emotions- und Intelligenzentwicklung“. Nur zum Essen zusammen, und dann den Erzieher spielen, nervt wirklich jeden.

Dieser Tatbestand reicht aus, das ein Streit
losbricht, mit der Begründung, ich würde das nicht richtig
machen.

Na klar, das ist eine Aufgabe für eine Person, was soll das denn auch für eine Exzerzierung werden?

Und so kann man das auf viele Bereiche im Familienleben
übertragen.

Lieber nicht.

Was ich möchte ist, das ich meine Tochter in der Form schütze,
dass sie nicht durch das Streiten in Mitleidenschaft gezogen
wird und dass es meiner Frau wieder besser geht. Wie soll ich
meiner Tochter sagen, sie ist sechs Jahre alt, dass das
Verhalten meiner Frau nicht richtig ist?

Ganz klar, das Streiten sieht nicht gut aus. Die Kinder macht es traurig. Einfach zu empfehlen aber schwieriger zu praktizieren ist ganz klar das sachliche Gespräch. Es kann auch sein, das Du der stärkere im Streit bist, und deine Frau deswegen krank ist. Das weiß hier auch keiner.

Und denk auch bitte immer daran, das andere Leute andere Ansichten und Meinungen haben können, das kannst du nicht einfach niederfahren.

MfG

Hallo,

Ich würde zunächst einmal sagen, das Depressionen irgendwo eine naürliche Reaktion ist.

Mit dieser Sichtweise kann man jede psychische Erkrankung als „natürliche Reaktion“ bezeichnen. Was wäre denn dann für dich eine „unnatürliche Reaktion“ bzw. wäre eine solche dann schwerer wiegend als eine „natürliche“?

…verschiedene Belastungen können auch eine Rolle spielen.

Natürlich spielen bei einer Depression verschiedene Belastungen eine Rolle.

Ziemlich triviale Ursachen kann sowas haben.

Wobei „trivial“ doch eine sehr subjektive Bewertung ist. Entscheidend ist wohl eher, dass die Folge - die Depression - eine sehr Ernstzunehmende ist - ganz unabhängig von den Ursachen.

Ich sag nur, Bewegungs-,Essens-,Schlaf-,Fernsehgewohnheiten.

Müdigkeit ist ein klassisches Symptom einer Depression. Warum sollte man die durch einen Psychotherapeuten getroffene Diagnose unbedingt bagatellisieren wollen?

Das die Ärztin nur widerwillig behandeln will,

Wo liest du das?

Weißt du eigentlich, wie es sich anhören könnte, wenn du deine Frau umlegen willst? Die falsche Parteischaft hat sie ja oft genug. Nur wenn sie eine Meise hat, wird nicht bestraft oder so ähnlich?

Was genau willst du damit sagen? Diese Aussagen verstehe ich überhaupt nicht.

Das buchst du hoffentlich nicht unter der Sparte „Emotions- und Intelligenzentwicklung“. Nur zum Essen zusammen, und dann den Erzieher spielen, nervt wirklich jeden.

Gemeinsame Mahlzeiten und die Erziehung zur Mithilfe im Haushalt halte ich grundsätzlich für eine absolut angemessene Art der Erziehung.

Na klar, das ist eine Aufgabe für eine Person, was soll das denn auch für eine Exzerzierung werden?

Was heißt das?

Schöne Grüße,
Jule

2 „Gefällt mir“

Auch hallo
Ich hab nochmal alles genau durchgelesen.

Hallo,

Ich würde zunächst einmal sagen, das Depressionen irgendwo eine naürliche Reaktion ist.

Mit dieser Sichtweise kann man jede psychische Erkrankung als
„natürliche Reaktion“ bezeichnen. Was wäre denn dann für dich
eine „unnatürliche Reaktion“ bzw. wäre eine solche dann
schwerer wiegend als eine „natürliche“?

Eine „unnatürliche Reaktion“ wäre eine erbliche Erkrankung im Sinne eines echten großen Problems, oder eine durch Verhalten der Umwelt oder die genannte Möglichkeit des Ernährungsfehlers. Meine Absicht war, um Verständnis für die Erkrankte zu werben.

…verschiedene Belastungen können auch eine Rolle spielen.

Natürlich spielen bei einer Depression verschiedene
Belastungen eine Rolle.

Hier meinte ich es genauso, wobei das Geschirrwegräumen aber keine Depressionen verursachen können sollte.

Ziemlich triviale Ursachen kann sowas haben.

Wobei „trivial“ doch eine sehr subjektive Bewertung ist.
Entscheidend ist wohl eher, dass die Folge - die Depression -
eine sehr Ernstzunehmende ist - ganz unabhängig von den
Ursachen.

Hier auch wieder, meine Absicht war es, um Verständnis zu werben, und man selbst sollte auch auf die Kleinigkeiten achten.

Ich sag nur, Bewegungs-,Essens-,Schlaf-,Fernsehgewohnheiten.

Müdigkeit ist ein klassisches Symptom einer Depression. Warum
sollte man die durch einen Psychotherapeuten getroffene
Diagnose unbedingt bagatellisieren wollen?

Wer will denn das?
Es ging mir nicht um die Stärke der Erkrankung, sondern um die mögliche Ursache, und um das erwähnte Verständnis.
Eine Erkrankung wird ja nicht durch die scheinbar belanglose Ursache zur Bagatelle und ich hab das auch nicht behauptet.

Das die Ärztin nur widerwillig behandeln will,

Wo liest du das?

Oh, hier ist Dein Einwand korrekt, ich hab mich geirrt. Mein Fehler.

Weißt du eigentlich, wie es sich anhören könnte, wenn du deine Frau umlegen willst? Die falsche Parteischaft hat sie ja oft genug. Nur wenn sie eine Meise hat, wird nicht bestraft oder so ähnlich?

Was genau willst du damit sagen? Diese Aussagen verstehe ich
überhaupt nicht.

Diese Aussage entstand bei mir in einer Betrachtung eines hypothetischem Zustands mit Krankheit und Streit in einer Familie. Jedenfalls kann ich mir sowas vorstellen, und das sollte natürlich nicht passieren.

Das buchst du hoffentlich nicht unter der Sparte „Emotions- und Intelligenzentwicklung“. Nur zum Essen zusammen, und dann den Erzieher spielen, nervt wirklich jeden.

Gemeinsame Mahlzeiten und die Erziehung zur Mithilfe im
Haushalt halte ich grundsätzlich für eine absolut angemessene
Art der Erziehung.

Ja, aber wir beide wissen nicht, wie das praktisch da aussieht.

Na klar, das ist eine Aufgabe für eine Person, was soll das denn auch für eine Exzerzierung werden?

Was heißt das?

Hier weiß ich auch nicht, wie das praktisch da aussieht. Wenn es einer gerne machen möchte, das Geschirr wegräumen, sag ich „gut“, wenn die Kleine mal helfen soll, sag ich(ich hab keine Kinder), „möchtest Du Mama helfen?“. Befehlsform halte ich für zwecklos.

Schöne Grüße,
Jule

Auch schöne Grüße.
Matthias

Danke
Hallo nochmal!

Ich danke allen, die mir Tipps, Ratschläge und Internetadressen gegeben haben und ich danke aber auch denjenigen die mich kritisiert haben. Das hat meine Sichtweise verändert.

Danke