Mit dieser Frage möchte ich erfahren, wie viele Kleidungsstücke (z.B: 2 Hosen, 2 Hemden, 4 Strümpf, usw.) ein Mann im Jahre 1900 besaß.
Mit dieser Frage möchte ich erfahren, wie viele
Kleidungsstücke (z.B: 2 Hosen, 2 Hemden, 4 Strümpf, usw.) ein
Mann im Jahre 1900 besaß.
Die Frage kann man gar nicht beantworten. Es hängt von der sozialen Stellung des Mannes ab und natürlich von seinem finanziellen Status. Zu dieser Zeit gab es keine Kleiderordnungen mehr, die die Anzahl der Kleidungsstücke regelten. Wohl aber welche, die empfehlen, was zu welchem Anlass getragen werden sollte. Ein betuchter Herr konnte so viele Anzuüge, Strümpfe, Hosen , Hemden usw. besitzen wie er wollte. Natürlich besaßen Angehörige der unteren Schichten nur wenige Kleidungsstücke, die sorgfältig behandelt, oft kunstvoll ausgebessert und zu allerletzt noch zu einem Kinderkleidungsstück umgearbeitet wurden. Der Sonntagsstaat ( Anzug oder oft noch Gehrock oder Cutaway) wurden weiter vererbt.
Kleiderordnungen, die Anzahl, Art, Farbe und Material regelten, kamen im Hochmittelalter auf. Durch die Urbanisierung entwickelte sich ein Bürgertum, das meist durch Handel Reichtum anhäufte und diesen auch zur Schau tragen wollte. Durch Kleiderordnungen wollten Landesfürsten und Adlige eine eindeutige und in der Kleidung sich widerspiegelnde sichtbare Abgrenzung der Stände erreichen. Bauern, kleinen Handwerkern und in unehrlichen Berufen Arbeitenden wurde genauesten vorgeschreiben, was sie an Kleidung besitzen durften. In der Kleiderornung von Johann Wilhelm, erlassen 1715 steht zum Beispiel:
„Soviel nun die Persohnen/ so in der sechsten Classe sich befinden/anbetrifft / als da sind Tagelöhner/ Bauers-Leuthe / Knechte / Knechte und Mägde / so auf denen Dörffern / als in der Stadt / soll denen über vorstehendes Erstlich alle Mützen von Sammet oder Seiden / nicht weniger Zum Anderen aller Cattun zu Röcken und Schürtzen / ingleichen Drittens die Zieh-Hauben und Schlottfeger mit Gold und Silber / es sey gewürket oder gebrehmet; Wie auch Vierdtens alle seiden- oder andere Handschuhe / und Strümpfe mit silbernen oder anderen Zwickeln / gänzlich und bey Zwey Thaler Straffe verbothen seyn / so offt darwieder gehandelt wird…“
Das setzt sich bis ins kleinste Detail geregelt fort.
Um 1900 wie gesagt beschreiben Kleiderordnungen nur eine stilgerechte und gesellschaftsfähige Kleidung.
Ich hoffe, ich konnte mit dieser Antwort ausreichende Informationen anbieten.