Hallo Jarolep,
von multipler Persönlichkeit würde ich nur dann sprechen wenn
die Identität wechselt.
Ein Beispiel:
Ein Mann mit ca. 40 Jahren spricht mit einer seinem Alter entsprechenden Stimme und bezeichnet sich selbst als Mann.
Die Stimmlage und das GANZE Verhalten wechselt zu kindhaft
die Person bezeichnet sich als 10-jährigen Jungen.
Oder gar als 5-jähriges Mädchen.
Im Bewußtseinszustand des 5-jährigen Mädchens erzählt er eine
ganz andere Lebensgeschichte als im Bewußtseinszustand
des 40-jährigen Mannes.
Die beiden Persönlichkeiten wissen auch nicht was die jeweilige andere
tut.
So lange es einen identisch bleibenden Kern und EINE Identidät gibt.
ICH bin „xy“ ICH bin „z“ Jahre alt und wohne in „abc“
Würde ich immer von einer EINZIGEN Persönlichkeit sprechen.
Jeder Mensch hat ein ganzes Repertoir an unterschiedlichen Verhaltensweisen. Es wäre schlimm wenn wir das nicht hätten.
Dann würde unser Verhalten nur in ganz bestimmten Fällen angemessen sein.
Die beiden Fälle die Du beschreibst „charmanter Unterhaltungskünstler“ und „guter Zuhörer“ können durchaus in einer Persönlichkeit integriert sein. Für mich handelt es sich dabei nur um unterschiedliche Rollen.
Wenn sich diejenige Person in beiden Fällen wohlfühlt und man das
durch die Authentizität die sie ausstrahlt auch glaubt dann hat Sie beide Aspekte in Ihrer Persönlichkeit integriert.
(Wenn das eine Verhalten nur aufgesetzt wirkt oder man sich selber
im Kontakt mit dieser Person „irgendwie komisch“ fühlt wird es nicht authentisch sein. Man merkt das diese Person sich nicht wirklich so verhalten MÖCHTE.)
Es gibt so einen Ausspruch „ich war völlig außer mir“ = ich war nicht mehr ich selbst.
Ich sehe das so:
Jeder Mensch ist IMMER er selbst. Es kann höchstens sein das er
sich mit seinem Verhalten AUSSERHALB des Bereichs befindet den er
selbst akzeptieren oder befürworten kann.
Jemand, der eigentlich ein in sich gekehrter schweigsamer
Mensch ist, verwandelt sich z.B. in der Öffentlichkeit
plötzlich in einen durchaus aufgeschlossenen, dessen
Redeschwal gar nicht zu stoppen ist. Klar, man kann sagen, er
setzt sich eine Maske auf, doch irgendwann verschmilzt er mit
dieser Maske und wird in meinen Augen eine völlig andere
Person.
Wenn es eine Maske ist ist es wie bei einer Maske nur „aufgesetzt“
Er zeigt nach außen hin ein bestimmtes Verhalten. Im inneren würde er sich jedoch gerne anders Verhalten oder er verbirgt zumindest einen
Teil seiner Gefühle.
Wenn er bis zu seinem innersten Kern ja sagen kann zu dem Verhalten
das er gerade zeigt. Dann ist es keine Maske mehr sondern ein ASPEKT seines Wesens, seiner Persönlichkeit.
So jetzt bin ich gespannt was Du zu meinem Standpunkt sagst.
viele Grüße
Stefan
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