Also, ich möchte einfach nur grob wissen, woher die Kraft
kommt, die die Knochenzellen nach vorne aus der Wachtumszone
drückt, damit der Knochen länger wird.
Ich glaube, du hast einfach eine falsche Vorstellung vom Wachstum. Es müssen da keine großen Kräfte wirken, es wird auch nichst irgendwo raus gedrückt. Es handelt sich zum größten Teil um Prozesse des Aufbaus und Abbaus auf sehr kleinen Räumen, das habe ich ja schon versucht, zu erklären. Die Zellen schaffen sich Raum, um oben ein Stück Knochen anzubauen, indem sie die Knorpelmasse resorbieren (auffressen), welche vorher diesen Platz eingenommen hat. Der Knorpel wächst seinerseits auf der Oberseite weiter.
Die meisten Zellen, welche für das Wachstum, also das Ausscheiden neuer Gewebesubstanz, verantwortlich sind, müssen auch nirgendwo hin gedrückt werden, sie können sich selbst dorthin bewegen, wo sie benötigt werden, passiv und teilweise auch aktiv.
Versuch dir die Arbeit der Zellen vielleicht mal wie Maden in einer Frucht vorzustellen, die werden ja auch nicht durch das auf sie drückende Fruchtfleisch zerquetscht, obwohl für sie solche Kräfte wegen ihrer Größe viel relevanter sind.
Schon die makroskopische Vorstellung, das wachsende Gewebe müsste den ganzen Körper anheben, ist ein wenig einseitig. Du stehst ja nicht den ganzen Tag herum, so dass die gesamte Körperlast auf deine Beine drückt. Wenn du liegst, ist z.B. alles ganz locker und entspannt und die Zellen können auch an den wenigen echten ‚Hot Spots‘ wachsen oder sich regenerieren, wo vorher hohe Kräfte wirkten. Der Knorpel in den Gelenken ist ein gutes Beispiel dafür, der regeneriert sich quasi im Schlaf, wenn keine Bewegungskräfte auf ihn wirken, dann nimmt er wieder Feuchtigkeit auf, kann ein bisschen proliferieren und sich für den nächsten Tag fit machen, wenn er wieder gequetscht und gerieben wird. *g*
Wahrscheinlich dadurch, dass die Zellen wachsen, aber wenn
doch von außen ein Druck auf die Zellen wirkt,zum Beispiel die
Schwerkraft oder einfach, dass die Masse das Körpers, also
wenn die Beine wachsen, nach oben gedrückt werden muss, dann
muss man ja auch zusätzlich Energie aufbringen, damit die
Stoffe in die Zelle kommen und dass die dann in Zellmaterial
umgesetzt werden können.
Nein, das denke ich nicht. Zellen sind mikroskopisch klein, da herrschen andere Kraftverhältnisse. So wie du argumentierst müssten ja die Zellen in den Fußsohlen 90% der gesamten Stoffwechselenergie für das tragen der Körperlast aufwenden oder fakultativ schreckliche Tode sterben, weil der ganze Körper auf ihnen lastet.
Weil druch den Druck auf die Zelle
würden die Edukte ja nie freiwillig in die Zelle diffundieren.
Aber Du hast ja schon geschrieben, dass es da
Transportproteine gibt, die die Stoffe in die Zelle befördern,
bestimmt unter ATP-Verbrauch.
Ja. Aber die Diffusion findet durchaus auch freiwillig statt, wo die Zellmembran das zulässt. Die entsprechenden, energiegetriebenen Transportsysteme dienen der Zelle vielmehr dazu, zu selektieren, was sie haben will und was nicht, also zur Kontrolle das Stoffwechsels.
Diffusion findet auch unter viel höheren Drücken statt, die Erhöhung der Entropie klappt immer. ^^
Wenn du einen Beutel Sirup 100 Meter tief unter Wasser öffnen würdest, würde der Inhalt sich auch von allein durch Diffusion im Wasser verteilen. Diese Prozesse werden nicht deutlich erschwert, weil ein paar Kilo nasses Fleisch auf der Stelle lasten.
Das würde die Stoffe ja dann in die Knochenzelle pressen,
worauf sie sich ausdehen würde und so der Knochen insgesamt,
wenn die Zellen in der Wachstumszone „aufgepumpt“ werden, aus
der Zone geschoben werden.
Nein. So primitiv funktioniert die Zelle nicht. Sie lässt durchaus auch Stoffe diffusiv in die Zelle und aus der Zelle und besitzt auch aktive Transportsysteme für den Transport aus der Zelle. Die arbeiten alle sehr ausbalanciert und werden von der Zelle feingliedrig überwacht und gesteuert. Die wird unter ihren gewohnten Umgebungsbedingungen im Körper nicht aufgepumpt, wenn sie das nicht möchte (und ich denke nicht, dass sie das möchte). ^^
Stimmt das so?
Du denkst irgendwie zu makroskopisch, zu mechanistisch. 
LG Jesse