Wie wählen

oder überhaupt ? …

Liebe Freunde,

mich beschäftigt eine Sache: Unser Wahlrecht.
Nicht erst, seitdem die bay. SPD sich dem Projekt „18“ von oben nähert, eine Merkel nicht wählbar ist und die Grünen in den Garten gehören (mindestens zwei Meter tief).

Was soll man denn wählen, besser: welche Möglichkeit hat man denn überhaupt um kundzutun, daß man mit dem Geklüngel der „Parteien“ nix anfangen kann ? Selbst eine Partei gründen ist absurd und führt bestenfalls zu einem belächelten Exoten, der nach ein paar Jahren verschwindet - siehe „Schillpartei“ „Graue Panther“ „PDS“.
Nicht hingehen bringt nix da die Klientel der jeweiligen Parteien ganz sicher hingehen und ihren Spezi wählen. By the way: was wäre denn, wenn bei der nächsten Bundestagswahl keiner hinginge ? Ich meine wirklich Wahlbeteiligung

Hallo Bernd!

Kurz, was ist besser:

  • Zu Hause bleiben

Nein, nicht zur Wahl gehen hat auch immer einen Einfluß. Nur ein Beispiel: Wenn Du nicht möchtest, daß eine rechtsradikale Partei gewählt wird bzw. über 5 % kommt, Du ferner dann doch lieber möchtest, daß eine der bekannten Volksparteien regiert, dann stärkst Du die radikale Politik und schwächst die politische Mitte. Ist zwar nur ein Beispiel - nicht wählen aber immer die schlechtere Variante!

  • Wahlschein ohne Kreuzchen einwerfen

Das wird leider nicht als Enthaltung, sondern als ungültige Stimme gewertet. M. E. ein Skandal. Auch bei den Wahlen im Bundestag gibt es die Enthaltung, die eine große politische Bedeutung haben kann. Hier ist unsere Demokratie IMHO verbesserungswürdig.

  • irgendeinen Exoten wählen, der eh´ kaum über 0,1 % kommt

Das weiß man ja vorher nicht. Auch eine Protestwahl hat Einfluß auf die regierenden Parteien. Verschwendet ist die Stimme nicht. Alternativ gibt es auch freie Listen. In Bayern sind die nur knapp gescheitert mit 4,5 %. Auf der Kommunalebene haben unabhängige Wählergemeinschaften eine größere Bedeutung.

Mein Fazit: Über die Parteien (auch kleine) informieren, Grundsatzerklärungen lesen, finden wo die eigene politische Heimat ist und immer besser wählen, als nicht wählen!

Klaus

Hallo Klaus,

Kurz, was ist besser:

  • Zu Hause bleiben

Nein, nicht zur Wahl gehen hat auch immer einen Einfluß. Nur
ein Beispiel: Wenn Du nicht möchtest, daß eine rechtsradikale
Partei gewählt wird bzw. über 5 % kommt, Du ferner dann doch
lieber möchtest, daß eine der bekannten Volksparteien regiert,
dann stärkst Du die radikale Politik und schwächst die
politische Mitte. Ist zwar nur ein Beispiel - nicht wählen
aber immer die schlechtere Variante!

Shit - wußt ichs doch…

  • Wahlschein ohne Kreuzchen einwerfen

Das wird leider nicht als Enthaltung, sondern als ungültige
Stimme gewertet. M. E. ein Skandal. Auch bei den Wahlen im
Bundestag gibt es die Enthaltung, die eine große politische
Bedeutung haben kann. Hier ist unsere Demokratie IMHO
verbesserungswürdig.

Das kann ich nur unterschreiben.

  • irgendeinen Exoten wählen, der eh´ kaum über 0,1 % kommt

Das weiß man ja vorher nicht. Auch eine Protestwahl hat
Einfluß auf die regierenden Parteien. Verschwendet ist die
Stimme nicht. Alternativ gibt es auch freie Listen. In Bayern
sind die nur knapp gescheitert mit 4,5 %. Auf der
Kommunalebene haben unabhängige Wählergemeinschaften eine
größere Bedeutung.

Auf kommunaler Ebene habe ich (noch) kein Problem, auf Landesebene auch nicht. Nach fast 50 Jahren Monokultur aus SPD und IG Metall gibt´s in Duisburg wie in NRW nur eine Option.

Mein Fazit: Über die Parteien (auch kleine) informieren,
Grundsatzerklärungen lesen, finden wo die eigene politische
Heimat ist und immer besser wählen, als nicht wählen!

Da liegt das Säugetier mit den langen Ohren im scharfen Gewürz (Nein, nicht der Esel im Tabasco…). Ich glaube den Erklärungen nicht. Und „Grundsatz“ bei Politikern bzw. Parteien ?? Im Leben nicht. Ich traue den Brüdern nicht, da kann man sich besser mit der Mafia einlassen, da weiß man wenigstens, mit wem man es zu tun hat.
Eine politische Heimat in dem Sinne habe ich nicht, wohl eine Meinung zu vielen Themen.

Gruß
Bernd

oder überhaupt ? …

Hi Bernd,

es ist nicht dein historischer Job, mit bunt bedruckten Zetteln aller coleur zu hantieren. Dein Job ist es, zu begreifen, dass es vollkommen wurst ist, ob die DKP oder CSU oder ein anderer bürgerlicher Wahlverein eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag hat.
Litaraturhinweise:
http://mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm
http://mlwerke.de/le/le25/le25_393.htm

Gruß
Frank :smile:

oder überhaupt ? …

Hi Bernd,

es ist nicht dein historischer Job, mit bunt bedruckten
Zetteln aller coleur zu hantieren.

Naja - es ist aber auch nicht mein Ding, mich mit den gescheiterten Illusionen eines Träumers abzugeben.
Eine Alternative ist der Kommunismus nicht, schon gar nicht zur Demokratie. Ganz sicher nicht in seiner zwangsläufig gescheiterten Form à la DDR, als staatlich verwaltete Mißwirtschaft also. Und noch weniger wenn er sich als mordende Bestie zeigt wie in China, Nordkorea, SU, Kambodscha.

Ich suchte nach Möglichkeiten OHNE den Bereich der FDGO zu verlassen.

Da hilfts auch nicht, wenn einzelne immer wieder Links zu deren Pamphlete verbreitet…

Gruß
Bernd

Hi Bernd,

Naja - es ist aber auch nicht mein Ding, mich mit den
gescheiterten Illusionen eines Träumers abzugeben.
Eine Alternative ist der Kommunismus nicht, schon gar nicht
zur Demokratie. Ganz sicher nicht in seiner zwangsläufig
gescheiterten Form à la DDR, als staatlich verwaltete
Mißwirtschaft also. Und noch weniger wenn er sich als mordende
Bestie zeigt wie in China, Nordkorea, SU, Kambodscha…

…USA, Deutschland, Israel, Iran.

Den gab es doch noch garnicht. Befass dich mal mit den verdrehten Begriffen. Sozialismus ist das, was es zu überwinden gilt lt. Marx. Wir leben bereits darin (schon vor Bismarck). Das, was einen bürgerlichen Staat auszeichnet, ist der STAAT**. Eine DDR war zutiefst bürgerlich, die regierende Partei ist es jetzt öffentlich wieder.

Ich suchte nach Möglichkeiten OHNE den Bereich der FDGO zu
verlassen.

In DIESER FDGO gehts nicht. Dazu bedraf es emanzipierter Menschen, die erst durch den radikaler werdenden, globalisierten Staat entstehen können. Wirtschaftlich käme es einer Rückentwicklung gleich, das ist unmöglich.

Da hilfts auch nicht, wenn einzelne immer wieder Links zu
deren Pamphlete verbreitet…

Sonst wird meine Lösung des Determinismus wohl nie begriffen: http://kds-nano.dyndns.biz/physik-live/physik/der%20…
Das ist keine Träumerei von Weltverbesserern, sondern zwanghafte Entwicklung.
Die Alternative ist, dass dir weiterhin sich in bürgerlichen Wahlvereinen organisierende Kommunisten oder Konservative dir vorschreiben, wierum du welche Zettel zu sortieren hast.

Gruß
Frank**

dass du biggis Bruder bist. Denn nach sowas Wirrem hat sie noch nie gesucht. Im Gegenteil war immer schön ordentlich kein Zusammenhang nie nicht zu erkennen.

Andererseits erwarte ich auch nicht, dass man das aus Titeln in der Bildzeitung begreift. Im Osten wurde es jahrzehntelang studiert und keiner hats begriffen.

Frank

Enthaltung
Moin,

  • Wahlschein ohne Kreuzchen einwerfen

Das wird leider nicht als Enthaltung, sondern als ungültige
Stimme gewertet. M. E. ein Skandal. Auch bei den Wahlen im
Bundestag gibt es die Enthaltung, die eine große politische
Bedeutung haben kann. Hier ist unsere Demokratie IMHO
verbesserungswürdig.

Und wie stellst du dir das vor. Wenn sich auf einmal 50% der Wähler „enthalten“, bleibt dann die Hälfte der Sitze im Bundestag leer? Wohl auch nicht sinnvoll. Und die psycholgische Wirkung einer ungültigen Stimmabgabe ist ähnlich der des Nichtzurwahlgehens, wirkt vielleicht etwas motivierter.

Gruß
L.

Hallo Bernd,

leider weiss ich nicht, von wem das Zitat stammt, aber es heisst: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten!“ Diesen Spruch scheinen viele, wenn ich mal so durchs Netz schaue, als überzogen und veraltet zu empfinden, aber der Knackpunkt ist, dass er die Resignation wiedergibt.
   Auch in der Demokratie geht es darum, die Menschen möglichst unter Kontrolle zu halten. Wahlen sind dabei nur eine Schau, um aller Welt zu zeigen: Seht her, hier darf man frei wählen! - Frei? Nein, nicht wirklich. Denn es besteht ein gravierender Unterschied zwischen theoretisch und praktisch angewandter Demokratie: etwas tun zu dürfen bedeutet noch lange nicht, etwas tun zu können. Du erkennst ja ebenfalls „Selbst eine Partei gründen ist absurd …“ Selbstverständlich darf man eine Partei gründen, Mitglied in einer Partei werden, seine Meinung frei äussern.
   Aber wie sieht es praktisch aus: die neugegründete Partei wird nirgendwo erwähnt und bleibt somit unbekannt (siehe sogar die PDS, die im Gegensatz zu den anderen Bundestagsparteien eher selten erwähnt wurde/wird), als Mitglied einer Partei wird man selten in höchste Gremien vorstossen, um an Entscheidungen mitwirken zu können, und Deine frei geäusserte Meinung wird nicht wahrgenommen, weil sie so gut wie niemand kennt. (Siehe dazu auch in die Anmerkungen von Hans Herbert v. Arnim in „Das System“: http://www.hfv-speyer.de/VONARNIM/system.htm)
   Der ehemalige FAZ-Mitherausgeber Paul Sethe meinte einmal: „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu verbreiten. Journalisten, die diese Meinung teilen, finden sie immer. Frei ist, wer reich ist.“ (Aufgrund der Medienfusionen und -konzentrationen wird sich das heute noch mehr geballt haben.)

Nein, Hoffnung gibt es auch in diesem System nicht, durch Wahlen etwas zu verändern. Ich empfehle, sich anderweitig zu engagieren und nicht den „Berichten“ der Medien, sie sowieso nur „etablierte“ Meinungen vertreten, hinterherzuhecheln.

Marco

Enthaltung ist wichtig
Moin L.,

Und wie stellst du dir das vor. Wenn sich auf einmal 50% der
Wähler „enthalten“, bleibt dann die Hälfte der Sitze im
Bundestag leer? Wohl auch nicht sinnvoll. Und die
psycholgische Wirkung einer ungültigen Stimmabgabe ist ähnlich
der des Nichtzurwahlgehens, wirkt vielleicht etwas
motivierter.

Das sehe ich völlig anders. Eine Enthaltung ist immer eine Meinungsäußerung. Wer hat nicht schon mal in einem Beirat, Verein, Ausschuß, etc. aus gutem Grund mit Enthaltung gestimmt? Auf die Sitzverteilung im Bundestag hat es keine Auswirkung. Aber der Prozentsatz für Enthaltungen ist schon interessant. Er sollte bei jeder Wahl dargestellt werden:

CDU 31 %, SPD 31 %, FDP 18 %, Enthaltungen 12 %, Grüne 5 %, Andere 3 %. Es entsteht Wettbewerb. Die Parteistrategen sehen 12 % Unentschlossene bzw. nicht zu einer Entscheidung fähige! Die brauchen sie aber. Dieser Wettbewerb würde zu mehr Profilierung und damit eher zu einer besseren, als zu einer schlechteren Politik führen! So wie im richtigen Leben auch:

Der neue Vorsitzende vom Schützenverein Bielefeld wurde mit 50 Ja-Stimmen, gegen 2 Nein-Stimmen, bei 48 Enthaltungen gewählt. Der Vorsitzende weiß nun, der Verein steht nicht so recht geschlossen hinter ihm. Vermutlich wird er seine Arbeit dann besser machen, denn er will die Zweifler überzeugen.

Klaus

Nichtwähler sind doch die größte Gruppe
Hallo,

CDU 31 %, SPD 31 %, FDP 18 %, Enthaltungen 12 %, Grüne 5 %,
Andere 3 %.

Das wäre ja eine Wahlbeteiligung von 88%! Da wären aber alle froh. Es geht doch eher in Richtung 50% Marke, oder?

In der Tat werde ich bei den nächsten Wahlen mit Sicherheit nicht hingehen. Und zwar ganz bewusst. Soll mir keiner mit dem Argument kommen, dann dürfe ich auch nicht kritisieren, wenn ich gar nicht gewählt hätte. Von den jetzt zur Wahl stehenden Schlitzohren, korrupten Parteibonzen und Berufspolitikern, die ausschließlich auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, hat jedenfalls keiner meine Stimme verdient.

Gruß

Fritze

Hallo Fritze!

CDU 31 %, SPD 31 %, FDP 18 %, Enthaltungen 12 %, Grüne 5 %,
Andere 3 %.

Das wäre ja eine Wahlbeteiligung von 88%! Da wären aber alle
froh. Es geht doch eher in Richtung 50% Marke, oder?

Seufz, Du hast mich nicht verstanden. Die Wahlbeteiligung wird dadurch nicht angezeigt. Es können noch immer nur 60 oder 80 % zur Wahl gehen. Aber es sollen eben die gewertet werden, die sich enthalten. Vielleicht wäre dann ja die Wahlbeteiligung höher. M. E. sollte auf dem Wahlzettel ein Feld für „Enthaltung“ geschaffen werden. Wer, außer den Parteien selbst, könnte ernsthaft etwas dagegen haben?

In der Tat werde ich bei den nächsten Wahlen mit Sicherheit
nicht hingehen. Und zwar ganz bewusst. Soll mir keiner mit dem
Argument kommen, dann dürfe ich auch nicht kritisieren, wenn
ich gar nicht gewählt hätte. Von den jetzt zur Wahl stehenden
Schlitzohren, korrupten Parteibonzen und Berufspolitikern, die
ausschließlich auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, hat
jedenfalls keiner meine Stimme verdient.

Auf solche Verallgemeinerungen gehe ich eigentlich grundsätzlich nicht ein … aaaber … nein, ich gehe nicht darauf ein!

Klaus

„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten!“
Hallo Marco, ist meines Wissens von Tucholsky.
Grüße Almut

Hi!

CDU 31 %, SPD 31 %, FDP 18 %, Enthaltungen 12 %, Grüne 5 %,
Andere 3 %.

Das wäre ja eine Wahlbeteiligung von 88%! Da wären aber alle
froh. Es geht doch eher in Richtung 50% Marke, oder?

Der Bundeswahlleiter gibt bekannt:
Bundestagswahl 2002 (Zweitstimmen)

Wahlberechtigte: 61.432.868
Wähler: 48.582.761
Ungültige Stimmen: 586.281
(Gewertete Stimmen: 47.996.480)
Stimmen für SPD: 18.488.668
Stimmen für CDU/CSU: 18.482.641
Stimmen für GRÜNE: 4.110.355
Stimmen für FDP: 3.538.815

Anteil der SPD: 38,5 %
Anteil der CDU/CSU: 38,5 %
Anteil der GRÜNEN: 8,6 %
Anteil der FDP: 7,4 %

d.h. die Prozente der Parteien errechnet sich aus der Zahl der gewerteten Stimmen. Von daher ist es mathematisch egal, ob die Leute nicht wählen, ungültig wählen oder sich der Stimme durch Nichtankreuzen enthalten. Für die Sitzverteilung werden ausschließlich die gewerteten Stimmen berücksichtigt. Sollten also von 61.432.868 Wahlberechtigten 61 Millionen in den Wahlstreik treten, bestimmen die verbliebenen 432.868 über die Zusammensetzung des Parlamentes.

Nimmt man die Wahlberechtigten als Basis, dann sähe das so aus:
Nicht-/Ungültigwähler: 13.436.388 (= 21,9%)
SPD: 18.488.668 (= 30,1%)
CDU/CSU: 18.482.641 (= 30,1%)
GRÜNE: 4.110.355 (= 6,7%)
FDP: 3.538.815 (= 5,8%)

usw.

Jetzt wäre zu überlegen, ob man 21,9% der Sitze im Bundestag leer lässt.

Grüße
Heinrich

Hallo,

[…]

d.h. die Prozente der Parteien errechnet sich aus der Zahl der
gewerteten Stimmen. Von daher ist es mathematisch egal, ob die
Leute nicht wählen, ungültig wählen oder sich der Stimme durch
Nichtankreuzen enthalten. Für die Sitzverteilung werden
ausschließlich die gewerteten Stimmen berücksichtigt.

Ist mir bekannt. Dennoch wird die Wahlbeteiligung bzw. die Anzahl der ungültigen Stimmen stets angegeben. Das sind dann in meinen Augen die Nichtwähler.

Sollten
also von 61.432.868 Wahlberechtigten 61 Millionen in den
Wahlstreik treten, bestimmen die verbliebenen 432.868 über die
Zusammensetzung des Parlamentes.

In der Tat.

Nimmt man die Wahlberechtigten als Basis, dann sähe das so
aus:
Nicht-/Ungültigwähler: 13.436.388 (= 21,9%)

[…]

Jetzt wäre zu überlegen, ob man 21,9% der Sitze im Bundestag
leer lässt.

Wohl kaum. Allerdings kommen immer mehr Menschen dahinter, dass es ohnehin komplett wurscht ist, wen sie Wählen. Denn die tollen Reden und Wahlversprechen können bekanntlich diametral entgegengesetzt dessen sein, was später tatsächlich umgesetzt wird.

Da Politiker-Versprechen und Ehrenworte nicht vor Gericht einklagbar sind, sind sie im Wert ungefähr zwischen feuchtem Dreck und Birkel-Nudeln vor der Aufdeckung des Hühnerscheisse-Skandals anzusiedeln.

Wenn nicht ein Wunder geschieht, dann wird die Wahlbeteiligung bei der nächsten Bundestagswahl vorraussichtlich unter der 80% Marke liegen. Das den Herren Parteibonzen sowas natürlich komplett egal ist, ist auch klar. Es gibt meines Wissens keinen Grundgesetzartikel, der eine Mindestbeteiligung bei den Wahlen vorschreibt.

Gruß

Fritze

Ich steh immer etwas hilflos vor solchen Fragen. Wie kommt es nur zu solcher generellen Ablehung?
Ich wähle z.B. die Partei, die ihr politiusches Handwerk am besten versteht - der, bei der die gesellschaftlichen Daten und Parameter an günstigsten sind.Die Arbeitslosenzahlen z.B. oder das Bildungsniveau. Und das mache ich auch, wenn mir die jeweilige Person nicht gefällt. Ich suche mir auch meinen Bäcker oder Zahnarzt nicht nach dem Gesicht aus.
Und wie kann man auf die Idee kommen, Wahlen würden nicht ändern?
Wir erleben doch immer wieder, dass ein Regierungswechsel ziemlich einschneidende Veränderungen bringt. Zum Guten wie zum Schlechten! Wahlergebnisse sind doch hervorragende Messinstrumente dafür welche Parteien das Vertrauen ihrer Wähler haben und welcher man am meisten zutraut.
Warum sagen die Globalkritiker immer, man könne in unserer Demokratie nur alle vier Jahre einen Wahlzettel abgeben und das würde nichts ändern? Erstens wird alle naselang etwas gewählt und zweitens heißt Demokraie doch auch, dass man sich auf allen Ebenen beteiligen kann - wenn auch am Angang nur auf den unteren Ebenen.
Etwas verwunderten Gruß und keine vernünftige Alternative zu unserem System sehend
Bonifatius

oder überhaupt ? …

Zunaechst mal stellt sich diese zweite Frage ueberhaupt nicht, denn in einer Demokratie haben doch wir als Waehler den Faden der Macht in der Hand. Es ist unser GRUNDRECHT zu waehlen (wer freiwillig darauf verzichtet, dem ist nicht zu helfen und muss sich wirklich den Vorwurf gefallen lassen, nicht mitreden zu wollen und zu duerfen).
Mit Wahlverweigerung hilft man immer denjenigen, die man am allerwenigsten unterstuetzen moechte. Interessanter ist die Frage der Enthaltung. Hier bin ich der Meinung, dass wir eine derartig schillernde Parteienlandschaft haben, dass man immer eine Moeglichkeit findet, die man waehlen kann. Wenn natuerlich alle immer nur denken, es gewinnen eh nur die grossen Parteien, dann werden aufstrebende kleinere niemals eine Chance erhalten! Hin und wieder schaffen es ja kleinere „Protestparteien“ - oder besser „Ein-Thema“-Parteien - in unsere Parlamente, und manchmal zeitigen diese Wahlerfolge auch ein Umdenken bei den jeweils Regierenden; schliesslich will man die Protestler wieder loswerden (parlamentarisch gesehen). Also aus meiner Sicht hat Waehlen immer einen Sinn. Es ist immer besser, sich FUER ETWAS als GEGEN ALLES zu entscheiden!!! Dann waere man um nichts besser als „das Establishment“ oder „die da oben“!

Gruss Henning.