Hallo Mike,
als eingefleischter Praktiker mit ein wenig theoretischen Kenntnissen kann ich da einiges nicht kommentarlos stehenlassen 
Die Erklärug im Archiv geht davon aus, das man das Material
unendlich weit ausdehnen kann
Es ging nur um eine endliche Ausdehnung, also um einen Bereich, dem das Material standhält.
und die Kraft durch die
Ballonwand also immer gleichbleibt, egal wie groß man den
Ballon aufbläst.
Diese Annahme wurde nur für die Haut der Seifenblase vermutet.
In der Natur sind unsere Ballone aber leider nicht so ideal…
Das ist natürlich richtig, aber die Sache ist nicht ganz so einfach.
je weiter man aufbläst, desto höher der Innendruck, weil der
Ballon immer stärker zurückdrückt.
Das stimmt so nicht. Es gibt beim aufpumpen des Ballons 2 Bereiche, in denen der Druck beim Aufblasen ansteigen kann. Einmal ganz am Anfang, wenn sich der Druck aufbaut und das noch erschlaffte Gummi sich zu spannen beginnt. Der zweite Bereich ist der, wo das Gummi an seine Streckungsgrenze kommt. Im Bereich der Streckungsgrenze legt das Gummi nochmal kräftig an Spannung zu, bevor es dann zerreißt.
Das heisst: in einem starker aufgeblasenen Ballon herrscht ein
höherer Innendruck als im gleichen, weniger stark
aufgeblasenen.
Das hängt eben von den genauen Versuchsbedingungen ab
der Trick mit dem kleineren, der den größeren aufbläst, geht
aber nur, wenn in beiden der gleiche Druck herrscht…
Nein, das wäre dann genau der Fall, in dem garnichts passiert.
Z.B. geht es mit Seifenblasen… wenn man Glück hat
*schiefgrins*
Da geht es aber nur, weil der Druck in der kleinen Base größer ist.
tja:
Grau Grau ist alle Theorie
und Grün des Lebens güldner Baum
Nun ist es aber so, daß der Versuch, so wie er im Archiv beschrieben ist, praktisch durchführbar ist und dann auch genauso abläuft bzw. ablaufen kann. Wie gesagt: Der kleine Ballon bläßt den großen auf. Wie so oft kann man durch „Herumdrehen“ an den Versuchsparametern das Ergebnis beeinflussen oder, wie in diesem Fall, sogar „umkippen“.
Es gibt hier Fehlerquellen, vor allem bei den kleinen Billigballons ( 10 Stk. 1,99 DM oder so ). Erstmal dehnt sich das Material sehr stark, wenn der Ballon einmal voll aufgeblasen wurde. Danach ist der interessante Bereich zwischen Erschlaffung und Streckungsgrenze nicht mehr so ausgeprägt und es überlagern sich dort gegenläufige Effekte. Um der Sache einen praktischen Bezug zu verschaffen, habe ich mal qualitativ die Volumen-Druck-Kennlinie eines solchen Ballons aufgenommen. Bei einem neuen Ballon steigt der Druck beim Aufblasen zunächst stark an, um dann beim weiteren Aufblasen wieder abzufallen. Später steigt der Druck wieder. Lasse ich die Luft langsam wieder ab, ist der Druckverlauf umgekehrt. Allerdings ist das Druckmaximum kurz vor der Erschlaffung zwar immer vorhanden, aber nicht mehr so ausgeprägt. Stattdessen bleibt der Druck über weite Bereiche fast konstant. Das erklärt dann auch, warum manchmal garnichts passiert, wenn zwei unterschiedlich große Ballons miteinander verbunden sind.
Gruß
Mike
weiter so!
ganz meiner Meinung, wir können nur schlauer werden 
Jörg