Wie weit darf ich kontrollieren?

Hallo!

Ich habe da eine Gewissensfrage:

Stiffler ist gerade 14 geworden. Heute habe ich den Käfig der Tiere gereinigt. Dabei wollte ich mir eine seiner CDs anhören. Ja, und dann finde ich Massen von Spielen und eine CD von Sido, welche für Kinder nicht geeignet sind. PS 2 Spiele ab 16 und 18 ca. 20 Stück.

Ein Psychologe hat mir mal gesagt, dass ich nicht in seinem Zimmer suchen soll. Habe ich ja auch nicht, es lag im CD Regal, getarnt mit harmlosen Hüllen -mich hat nur die häufige dopplung der Spiele gewundert. Jetzt habe ich es alles erst mal weggeschlossen. Immerhin ist es für sein Alter nicht gedacht. Da wundert es mich jetzt langsam nicht mehr, dass er in letzter Zeit oft agressiv ist und am liebsten auf alles und jeden losgehen will, der ihm nur einen freundlichen Rat geben will.

Habe ich es falsch gemacht diese Dinge einzuziehen? Wie „gefährlich“ sind eigentlich die Lieder von Sido? Habe es nur in einer Reportage gehört, dass er auf einem Index steht. Aber sind das alle Lieder, oder nur bestimmte?

Ich denke - nein - ich weiß, wenn ich heute abend aus der Arbeit komme, und meine Sohn merkt, dass das alles weg ist bekommt er einen Tobsuchtsanfall.

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand nützlich Tipps geben kann.

Stifflers Mom

Hallo,

Ja, und dann finde ich Massen von Spielen und eine CD von
Sido, welche für Kinder nicht geeignet sind. PS 2 Spiele ab 16
und 18 ca. 20 Stück.

Das ist heute „normal“, auch wenn das keine Entschuldigung ist…

Ein Psychologe hat mir mal gesagt, dass ich nicht in seinem
Zimmer suchen soll.

Stimmt, sicherlich wärst du auch nicht begeistert, wenn er deine Schränke öffnet. Du bist in seine Privatsphäre eingedrungen. Mit 14 ist man da sehr sensibel.

Habe ich ja auch nicht, es lag im CD
Regal, getarnt mit harmlosen Hüllen -mich hat nur die häufige
dopplung der Spiele gewundert.

Also doch geschnüffelt…

Jetzt habe ich es alles erst mal weggeschlossen.

Oh weh. Das hätte ich nicht gemacht.

Immerhin ist es für sein Alter nicht gedacht.

Selbstverständlich nicht. Allerdings müssen Kids in dem Alter lernen mit den Grenzen umgehen zu können. Alkohol ist auch erst ab 16 bzw. 18. rauchen darf er auch erst mit 16 usw. Wenn du ihm die Sachen weg nimmst, holt er sich das Zeug aus dem Internet, spielt/hört es bei Freunden o.ä. Du kannst es nicht verhindern. Das einzige, was wichtig ist, deinen Sohn zu einem angemessenen Umgang damit anzuleiten.

Da wundert es mich jetzt langsam nicht mehr, dass er
in letzter Zeit oft agressiv ist und am liebsten auf alles und
jeden losgehen will, der ihm nur einen freundlichen Rat geben
will.

Das kann auch andere Gründe haben.
Ich befürworte keine Ballerspiele oder gewaltverherrlichende Spiele / Musik. Allerdings werden die Kids überall damit konfrontiert. Also kann man sie nicht beschützen in dem man das Zeug wegschließt, sondern sie müssen lernen damit umzugehen.

Was denkt er, wenn er diese Spiele spielt / die Musik hört…?
Macht ihm das Spaß? Was macht ihm Spaß?
Wie denkt er über den Inhalt?
Hört die Musik mal zusammen und besprecht den Inhalt.
Vielleicht hört er das nur, weil der Gruppenzwang dahinter steht.
Er ist in einem Alter, seine eigene Identität zu entwickeln. Dazu gehört es auch, sich von den Erwachsenen abzuheben. Aber er weiß wohl auch, dass du sein Verhalten nicht befürwortest, ansonsten hätte er die CD’s nicht getrant…

Wie „gefährlich“ sind eigentlich die Lieder von Sido?

Das kann ich nicht beurteilen…

Ich denke - nein - ich weiß, wenn ich heute abend aus der
Arbeit komme, und meine Sohn merkt, dass das alles weg ist
bekommt er einen Tobsuchtsanfall.

Ja, zu Recht. Aber ich kann auch deine Wut verstehen…

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand nützlich Tipps geben kann.

Rede mit ihm. Er wird dir ausweichen und er wird sauer sein.
Aber wahrscheinlich versteht er die Inhalte noch nicht ganz, kennt die Hintergründe nicht und findet es (nach einer Erkärung) nicht gut (würde er aber nicht zugeben). Er muss lernen sich seine eigene Meinung zu bilden. Deine Aufgabe ist es, ihn dabei zu helfen, ohne ihm deine Meinung aufzudrängen.

Gruß
Tato

Hallo

Ein Psychologe hat mir mal gesagt, dass ich nicht in seinem
Zimmer suchen soll.

Richtig. Tust Du es, wird er Dich vielleicht dafür
verachten oder hassen, weil Du ihn nicht respektierst.

Habe ich ja auch nicht, es lag im CD
Regal, getarnt mit harmlosen Hüllen -mich hat nur die häufige
dopplung der Spiele gewundert. Jetzt habe ich es alles erst
mal weggeschlossen.

OK. Das führt dazu, dass er zu Hause vorsichtiger wird.
Er hat jetzt dazugelernt. Du hast den Graben verbreitert.

Immerhin ist es für sein Alter nicht gedacht.

LOL

Da wundert es mich jetzt langsam nicht mehr, dass er
in letzter Zeit oft agressiv ist und am liebsten auf alles und
jeden losgehen will, der ihm nur einen freundlichen Rat geben
will.

LOL, das macht meine dreijährige Tochter manchmal auch :wink:
Vor allem wenn der „Rat“ ihr ihre Inkompetenz demonstriert :wink:

Habe ich es falsch gemacht diese Dinge einzuziehen?

Ja.

Wie „gefährlich“ sind eigentlich die Lieder von Sido? Habe es nur
in einer Reportage gehört, dass er auf einem Index steht. Aber
sind das alle Lieder, oder nur bestimmte?

SIDO und die anderen Aggro-Produkte absorbieren bestimte
Tendenzen im Pubertierenden, die früher (unabsorbiert) imho
zu weitaus probleamtischerem Verhalten führten (wenn ich so
an mich denke :wink:.

Es hat nicht viel damit auf sich. Es ist die normale
Rebellion gegen die stark reglementierte gute und
schöne Welt. Es sind Anklänge an die alten Phantasien
der kindlichen Omnipotenz. Das ist vollkommen ok.
Er wird das alles hinter sich lassen wenn man es
nicht dramatisiert. Dann kann es schnell eine
besonders starke Bedeutung erhalten.

Ich denke - nein - ich weiß, wenn ich heute abend aus der
Arbeit komme, und meine Sohn merkt, dass das alles weg ist
bekommt er einen Tobsuchtsanfall.

Zu spät. Sag ihm sachlich, was Du getan hast – und bitte ihn,
Dir etwas über die Geschichte des deutschen Hiphop zu er-
klären. Und dann frage ihn z.B. nach Hiphop-Stilrichtungen,
die ihm nicht gefallen. Die Sache mit den Spielen kannst Du
imho ignorieren. Verbietest Du es, verbreiterst Du den Graben
weiter. Hier muss man von Anfang an ein Gesprächspartner für
den Heranwachsenden gewesen sein. Von heute auf morgen ist
da nichts mehr zu retten :wink:

Vielleicht kannst Du ihm im Gespräch erklären, was genau Du
fürchtest und was Du von ihm verlangst. Aber sei bitte
realistisch. seinen „Besitzt“ solltesst Du nicht antasten.
befrage ihn nach seinem Umfeld, nach Raubkopien von Spielen
und ziehe Dich zurück. Denke nach. Er muss mit Dir kooperieren
wollen, sonst erreichst Du im besten Falle nichts, im schlimmsten
Falle ist das Vertrauen verspielt.

Mein Senf.

Grüße

CMБ

Hm schwere Situation.

Einerseits gibt es die Altersbeschränkungen nicht umsonst und Kinder unter dem Alter sollten solche Spiele und Filme nicht sehen und andererseits soll man sein Kind nicht zu sehr kontrollieren.

Was man machen könnte wäre die Playstation, den PC, Fernseher etc. in einem Raum zu stellen, der für alle zugänglich ist. Somit besteht immer eine kleine Kontrolle vor der er sich aber nicht zu fürchten hat solange er Spiele spielt, die zu seinem Alter passen. Allerdings sind diese Spiele schon sehr weit verbreitet unter Jugendlichen und es werden wohl alle in seiner Klasse diese Spiele spielen und er gerät somit in Zugzwang um kein Außenseiter zu sein. Vielleicht wäre da dann mal eine Klassenkonferenz ratsam, um die anderen Eltern für dieses Thema zu sensibilisieren. Dies wäre aber schon ein sehr drastischer Schritt. Aber wieviele Eltern wissen heute nicht mehr, welche Spiele ihre Kinder spielen? Du könntest auch mit deinem Sohn zusammen die Spiele durchgehen ( er spielt sie und du schaust zu ) und du entscheidest dann, ob dein Kind schon reif genug ist für die Spiele. Als Ausgleich für den Verlust von einigen aussortierten Spielen, könntest du ihm ja ein oder zwei neue Spiele spendieren aus seiner Altersklasse die er sich selbst aussuchen darf.

Die Aggressivität würde ich nicht alleine auf solche Spiele oder Musik schieben. Er kommt ja jetzt auch langsam in die Pubertät und widersetzt sich den Erwachsenen. Dies ist allerdings ganz normal. soweit ist wieß steht Sido auch nicht auf der Liste. Wenn dies so wäre dürften die CDs eigentlich nicht im Laden verkauft werden.

Wenn dein Sohn Tobsuchtsanfälle bekommt, dann würde ich daran arbeiten. Entweder er hat eine Störung ( ADS - kann auch lange unentdeckt bleiben etc) , es ist etwas in der Erziehung falsch gelaufen ( er bekommt immer was er will - kennt keine Grenzen ) oder etwas in seinem Umfeld ist nicht in Ordnung. Es gibt auch noch mehr Gründe. Eigentlich sollte ein Jugendlicher von 14 Jahren schon mit einer Situation umgehen zu wissen, zumindest keine Tobsuchtsanfall bekommen. Soetwas kann auch für andere Menschen schnell schwierig werden. Zum Beispiel für Lehrer oder auch Freunde.

Zu den Tieren. Sind es deine Tiere oder seine Tiere? Wenn es deine Tiere sind, dann stell sie auch in eines von deinen Zimmern. Wenn es seine Tiere sind, dann soll er entweder selbst die Pflege übernehmen oder die Tiere abgeben / dir geben. Er ist alt genug Verantwortung zu übernehmen.

Ich hoffe ich konnte dir ein paar Tipps geben.

Tara

Hi,

die CD die du ansprichst kenne ich nicht aber ich stehe auf dem Standpunkt, dass es nicht nur dein recht ist die Kinder zu kontrollieren sonder auch die Pflicht aller Eltern. Es ist nur ein schmaler Grad zwischen wie viel muß und wann wird es Misstrauen.

Vertrauen ist wohl die Grundlage des Lebens und Kindern sollte man mit den Jahren auch mehr und mehr vertrauen. Wenn es nun wie in deinem Fall nicht konform mit den eigenen Vorstellungen geht muss man es ansprechen.

Den Weg den du nun beschreitest finde ich nicht ganz so gut. Durch das Wegnehmen ist er nun im Zugzwang während du es gewesen wärst hätte du die CD da gelassen wo sie waren.

Wäre ich an deiner Stelle hätte ich mit ihm gesprochen und gesagt wie es ist. Das du die Sachen durch Zufall gefunden hast und dir deine Gedanken dazu machst.

Viele Grüße und viel Glück heute Abend :wink:

Me

Hallo,

da Erziehung bekanntlich etwas ist, wo jeder mitreden kann, weil er selbst mal erzogen wurde :wink:, gebe ich mal meinen Senf dazu.

Hier möchte ich ein Beispiel aus meiner Jugend (*sentimental werd*) anbringen, das auf den ersten Blick nicht viel mit deiner Frage zu tun hat.

In der Mittelstufe war das ja so, dass man nicht unentschuldigt fehlen durfte und die Entschuldigung nur von Eltern oder Arzt stammen durfte. Und so gibt es in der Schule normalerweise Kids, die also - bis auf die wenigen Tage, an denen sie wirklich krank sind - täglich zur Schule gehen und andere, die unentschuldigt schwänzen.
Nun, ich gehörte weder zu der einen noch zu der anderen Sorte. Ich durfte mit einem Segen meiner Eltern „schwänzen“. Das heißt, es gab Tage, da sagte ich, ich möchte heute einfach nicht in die Schule und meine Eltern schrieben dann halt einen Entschuldigungszettel. Viele Kids würden sich höllisch über ein solch kooperatives Verhalten der Eltern freuen und die Hälfte der Schulzeit schwänzen. :wink: Aber, was nicht verboten ist, verliert seinen Reiz… Sprich, das geschah bei mir eher selten. Und meine Leistungen litten nicht darunter (im Gegenteil gehörte ich eher zu den besten in der Klasse, passte aber so überhaupt nicht in das Schema des braven Strebers, der nie fehlt :wink:). Wem auch immer ich davon erzählte, zeigte sich sehr verwundert, dass meine Eltern mir so etwas Schlimmes erlaubten. Deshalb habe ich meine Eltern mal gefragt, warum sie das machten (schien ja sehr ungewöhnlich zu sein). Nun, Vertrauen hieß das Zauberwort. Sie meinten, sie vertrauten eben darauf, dass ich selbst einschätzen kann, was ich mir an Fehlstunden leisten kann, wann ich unbedingt in den Unterricht muss etc. Meine Eltern hatten das Ziel, mich als einen selbstverantwortlichen Menschen zu erziehen, der seine Stärken und Schwächen selbst realistisch einschätzen kann. Dafür bin ich ihnen heute dankbar. Denn auch heute gehe ich zu bestimmten Lehrveranstaltungen hin, weil ich weiß, dass sie mir etwas bringen, weil sie gut aufgebaut sind. Andere hingegen lasse ich sausen, anstatt aus Pflichtgefühl hinzugehen und lerne lieber selbstständlich zu Hause.

Was ich damit sagen wollte: Das Ziel von Erziehung sollte meiner Meinung nach nicht sein, das Kind nach den von Institutionen vorgegebenen Verboten zu erziehen. Diese sollten nur Richtlinien für die Erziehung sein. Zum Beispiel ist es eben eine Richtlinie für dich, dass du weißt, dass diese Spiele nicht für 14-jährige gedacht sind. Aber das entbindet dich nicht von der Pflicht, dir deine eigenen Gedanken über dein eigenes Kind zu machen - die Institutionen kennen deinen Sohn nicht, du (hoffentlich) schon.

Wie hier schon geschrieben wurde, kommt dein Sohn so oder so an diese Spiele/Songs ran. Verbote bringen da nichts, außer den Reiz des Verbotenen zu schaffen und ihn damit in dem Wunsch zu bestärken, heimlich diese Spiele zu spielen. Auf dem Weg zur Eigenverantwortlichkeit hilft diese Vorgehensweise keinesfalls weiter, eher im Gegenteil. Je weniger Drama du um die Sache machst, desto weniger reizvoll werden die Spiele für dein Kind und desto mehr Vertrauen wächst zwischen euch (dadurch erfährst du auch viel mehr aus seinem Leben und kannst eher Einfluss auf ihn nehmen!). Es ist wichtig, dass du mit ihm darüber sprichst, über deine Sorgen, über die Inhalte der Spiele/Songs. Aber es geht nicht um eine Standpauke.

Sei ehrlich zu deinem Sohn und sag ihm ruhig, dass du Angst hast. Stelle ihm die Fragen, die du uns hier gestellt hast: Was für eine Band ist Sido? Ist sie indiziert? Warum gefällt sie ihm? Worum geht es in den Songs? Sei nicht voreingenommen! Hör sie dir ruhig mit an, es kann sein, dass du gar nichts Schlimmes daran findest. Wenn sie dir nicht gefallen, kannst du ihm das sagen und begründen (!), warum. Aber nicht verbieten. Dein Sohn wird erwachsen, er muss lernen, selbst zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sich seine eigene Meinung zu bilden. Du kannst seinen Horizont erweitern und ihn zum Überdenken bringen, indem du ihm neue Argumente erklärst, Aspekte nahebringst, die er selbst noch nicht gesehen hat. Du kannst ihm aber deine vorgefertigte Meinung nicht aufzwingen (nach dem Prinzip „Bild dir deine Meinung“ *lach*), nachdenken muss er schon selbst.

Du kannst ihm nicht jede Entscheidung abnehmen, ihm alles verbieten, was in deinen Augen „böse“ ist. Aber du kannst ehrlich zu ihm sein, du kannst ihm deine Ängste und Sorgen schildern - dann wird er dir mit dieser Ehrlichkeit antworten und du erfährst auch, was ihn beschäftigt. Ihr müsst das Vertrauen zueinander erlernen und das setzt voraus, dass du nicht einfach in seinen CDs rumsuchst und diese dann auch noch beschlagnahmst, sondern seine Privatsphäre respektierst und ehrlich zu ihm bist. Dass er die CDs „maskiert“ hat, zeugt nur davon, dass er dir sowieso nicht mehr vertraut.

Im Übrigen fand ich die Nachfrage nach den Tieren völlig berechtigt. Wenn es seine Tiere sind, dann ist ER dafür verantwortlich, sie zu pflegen. Tut er das nicht, muss er sie eben weggeben (nicht an dich, das würde ihm nur zeigen, dass die Mama es schon macht, wenn er keine Lust hat). Sind es deine Tiere, dann sollten sie auch in deinem Zimmer stehen, damit du nicht in Versuchung gerätst, dir seine Sachen allzu genau anzusehen. :wink:

Ich wünsche euch beiden ein intensives, klärendes und vertrauensbildendes Gespräch heute abend.

Liebe Grüße,
Anja

PS: Wenn ich dein Sohn wäre, wäre ich auch SEHR verärgert über die Beschlagnahmung und wäre wütend und gleichzeitig enttäuscht und verletzt. Du zerstörst durch dein Verhalten den letzten Rest des Vertrauens, den es zwischen euch gibt. Wie Semjon schon schrieb, wird dein Sohn eine Lehre daraus ziehen - er lernt, seinen Kram noch besser vor dir zu verstecken. Dann brauchst du dir keine Sorgen mehr machen, du erfährst ja sowieso nichts darüber, was er für „schlimme“ Sachen macht. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß… Ist es diese Ruhe, die du dir wünschst? Oder fängst du dann mit systematischen Zimmerdurchsuchungen an?

Hallo Stifftlers Mom,

Ja, und dann finde ich Massen von Spielen, welche für Kinder nicht
geeignet sind. PS 2 Spiele ab 16 und 18 ca. 20 Stück.

schau die Dir mal zusammen mit deinem Sohn an bzw. Spiel sie selber.
Vor allem letzteres ist wichtig, da es ein Unterschied ist, ob man unbbeteiligt daneben steht oder ob man selbst am hantieren ist und so die Effekte nicht so mitschneidet.

eine CD von Sido und andere Sachen von Aggro (Fler)

sind so etwas wie die Rollings Stones, die Sex Pistols oder Judas Priest/Black Sabbath vor 40/30/20 Jahren.

Ansonsten kann ich nur auf meine Vorposter insbesondere Semjon M. verweisen.

Ciao maxet.

PPS
Was ich vergessen habe: Nimm deinen Sohn ernst! Daraus ergibt sich für dich die Pflicht, dich vor ihm dafür zu entschuldigen, dass du in seinen Sachen rumgekramt hast. Es war ein Fehler von dir und für Fehler entschuldigt man sich. Ein weiterer Fehler war es, seine Sachen zu beschlagnahmen. Du hast also zwei Fehler gemacht. Sag ihm das klar und deutlich. Und entschuldige dich dafür. Nur, wenn du deinen Sohn ernst nimmst und ihm Respekt entgegenbringst, kannst du das Gleiche von ihm erwarten.

4 „Gefällt mir“

Anmerkung
Hallo

die CD die du ansprichst kenne ich nicht

http://lyrics.songtext.name/Sido/Aggro-Berlin-21237…

Die „Jugend“ provoziert offen mit Inhalten,
die der „Erwachsene“ bislang im verborgenen
tat und wofür er Geld bezahlte …

Die Jugend verbalisiert die „Schatten“ der
Erwachsenen.

Es geht praktisch um „Wortgefechte“, die die
Hiphopper untereinander ausfechten. Sängerkrieg
auf obszön, sozusagen.

Grüße

CMБ

1 „Gefällt mir“

Hallo Mom,

Anja und andere haben sich ja schon sehr treffend dazu geäußert.

Dennoch ein paar Bemerkungen von mir.

Wie „gefährlich“ sind eigentlich die Lieder von Sido?

Sorry, aber das sollte man wissen, wenn man es dem Kind verbietet. Denn wenn schon Verbote, dann bedürfen sie auch einer Begründung!

(Gerade erfahre ich übrigens, dass mein Sohn auch ein Lied (CD von Dome) von Sido hat „Mein Block“, er spielte es mir vor, da es im Gegensatz zu den anderen recht harmlos wäre und sowieso zensiert ist *gg*, aber ich kannte es sogar schon)

Es sind schon derbe Texte mit Kraftausdrücken. Ich ticke diesbezüglich anders, da ich den Einfluss von TV, Spielen, Musik und Institutionen nicht so überbewerte. Solange das soziale Gefüge stimmt und die sog. Werte von eltern und Kind gelebt, verstanden und verinnerlicht sind, ist die Gefahr von außen zu vernachlässigen. Aus einem sozial kompetentem Kind in „guter Umgebung“ macht ein Krimi oder Ballersiel kein gewalttätiges Kind.

Habe ich es falsch gemacht diese Dinge einzuziehen?

Ja und Nein. Etwas wegzunehmen, das du explizit verboten hast ist o.k.
Die Art und Weise finde ich völlig verkehrt.

Ich habe zu deinen Taten mal meinen Sohn (12) befragt.

Seine Reaktion auf dein Handeln hat mich dennoch ein bisschen „schockiert“, denn er meinte es wäre richtig die CDs wegzunehmen, da sie schließlich nicht für sein Alter bestimmt wären und es ihm verboten wäre. (über die Tragweite dieses Spruchs muss ich mal intensiv nachdenken)

Auf die Frage wegen dem Schnüffeln meinte er, das hättest du ja nicht. Erst nach dem Hinweis, dass man doch schnüffeln musste, um die anderen Spiele zu entdecken, fand er das doof.
(Mag daran liegen, dass bei uns ein starkes Vertrauensverhältnis besteht und er sich sowas nicht richtig vorstellen kann.)

Ich würde jedenfalls ganz reumütig und kleinlaut meinem Kind gestehen, dass ich großen Mist gebaut habe. Ich würde ihm erklären, wie es sich zugetragen hat. (Habt ihr die Vereinbarung, dass du an seine CDs darfst? - Ich hoffe doch, dass es eine Vereinbarung gibt, denn grundsätzlich hast du seine Sachen nicht anzurühren -)
Dass die Neugier mir einen Streich gespielt hat.

Mir wäre es wichtig, dass er spürt, dass es mir wirklich leid tut und ich weiß, dass ich einen schlimmen Fehler geamacht habe. Ich würde ihm auch sagen, dass ich verstehe, wenn er stinkesauer auf mich ist.

Aber ich würde ihm auch erklären, dass ich als Mutter die Verantwortung dafür habe, ihn von gewissen Dingen fern zu halten und nur erlauben kann, was ich selbst verantworten kann und möchte. Dazu gibt es Regeln, die jeder einhalten muss. Diese Regeln können geändert und angepasst werden und müssen gmeinsam festgelegt und besprochen werden. Manche Regeln gefallen einem nicht, sind aber wichtig um die Freiheiten anderer nicht einzuschränken oder andere zu beeinträchtigen.

in einer Reportage gehört, dass er auf einem Index steht. Aber
sind das alle Lieder, oder nur bestimmte?

Gut, du arbeitest wohl nachmittags und hast wenig Zeit, aber hör sie dir doch gemeinsam mit deinem Sohn an. Er hat das Gefühl du hast Interesse und wenn dir was nicht gefällt, kannst du es gleich mit ihm bespechen. Macht man doch beim Fernsehen genau so oder?

Da dein Sohn nun in einem „kritischen“ Alter ist, und wohl einiges an Regeln und Vertrauen bei euch nachzuholen ist, würde ich vorort eine Erziehungsberatungsstelle aufsuchen. Das mit den Agressionen sollte auch differenziert beleuchtet werden. Da muss man die genaueren Umstände kennen. Dort bekommst du sicher gute Tipps, wie du das Ruder vielleicht noch rumreißen kannst. Es wird aber sicher nicht einfach.

Diphda, auch schon oft Mist gebaut

Danke
Wir haben am abend lange und ganz ruhig miteinander gesprochen. Er kann mich nun doch verstehen.

Es gibt die Regel bei uns, dass, wenn er Spiele hat, die für sein Altern nicht sind werden sie eingezogen. Und das ist nicht erst seit gestern so.

Ich habe ihm meine Gedanken mitgeteilt und wir haben nun eine Vereinbarung.

Sicher darf ich an seine CDs, er holt sich ja auch unsere DVDs. Da gibt es keine Probleme.

Danke für eure Ratschläge

SM