Wie weit sind Träume von Realität entfernt?

Hallo ihr!

Ich habe am WE einen Film geguckt, der mich nachdenklich gemacht hat.
Was haltet ihr von folgender Theorie:
Unsere Träume sind nicht dazu da, um verwirklicht zu werden, sondern vielmehr um uns eine Triebkraft im Leben zu geben, sozusagen einen Lebenssinn. Werden Träume wirklich erfüllt, ist das nicht so befriedigend, wie die Gedanken daran oder der einfache Wunsch der Erfüllung. (Sicher steckt irgend ein findiger Kopf dahinter, aber ich kenne den Namen nicht)

Ich persönlich finde diese Theorie irgendwie stimmig und abstoßend zugleich. Ich weigere mich, daran zu glauben, dass meine Träume nicht für den Zweck der Verwirklichung da sind, sondern nur um meinem Alltag einen Antrieb zu geben.

Wenn ich mich in der Gesellschaft umsehe, finde ich bei genauerer Betrachtung eine Menge Dinge, die sich mit dem Aufbauen und Bestätigen von Träumen beschäftigen; Lotto, Stars, Millionäre, Auswanderer, Modells.

Sind dies alles Dinge, die uns zum Träumen aber nicht zum Realisieren bringen sollen?

Stehen Träume der Verwirklichung im Weg?

Welche Dinge erfüllen sich?

Was haltet ihr von meinem Geschwafel? :wink:

Ich möchte dieses Thema gern von der psychologischen Seite her betrachten und nicht von der philosophischen. Daher mein Posting hier.

Gruß,

Danielle

Moin Danielle,

auch wenns vielleicht benal und wenig wissenschaftlich klingt, aber zu deinem Posting fiel mir folgender Spruch ein:

„Wer seine Träume leben (Realtität werden lassen) will, muss erstmal aufwachen“.

Gruß
Marion

Hallo Marion,
schöner und treffender kann mans wirklich kaum ausdrücken.
Den Spruch werd ich mir merken.
Leider fehlt vielen die Reife, um das zu merken und zu sehen.
Gruß *wink* Daggi

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Hallo Marion!

Ich kenne den Spruch, aber darum geht es ja nicht, sondern ob man sie überhaupt zur Realität werden lassen will!

Gruß,

Danielle

Hi Marion,

„Wer seine Träume leben (Realität werden lassen) will, muss
erstmal aufwachen“.

Ich hatte viele Jahre davon geträumt, einmal für ein Jahr im Süden nur für meine Kunst zu arbeiten… und bin dann eines Tages tatsächlich „aufgewacht“, hab’ meinen Kram gepackt und es sind 1 1/2 Jahre Südfrankreich daraus geworden - die glücklichste Zeit meines Lebens.
Nicht ausgelebte Träume dagegen hängen mir noch heute manchmal nach (wollte auch mal für ein Jahr zur See fahren), was m.E. dafür spricht, dass man seine Träume wirklich leben sollte. Allerdings muss „Glück“ im Gegensatz zu der Auffassung vieler Menschen, die meinen, Glück heißt es, wenn einem etwas in den Schoß fällt, oft hart erarbeitet werden. D.h. ich rede nicht von so diffusen und unrealistischen Wünschen wie Lottogewinn oder Superstarphantasien…
Gruß,
Anja

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Hallo Marion!
Ich kenne den Spruch, aber darum geht es ja nicht, sondern ob
man sie überhaupt zur Realität werden lassen will!
Gruß,
Danielle

Hallo Danielle,
manche Träume will ich schon zur Realität werden lassen,
manche nicht. Viele Träume will ich gar nicht zu Ende „träumen“.
Ich denke, viele verrennen sich auch, wenn sie ihre Träume
Realtität werden lassen wollen und sehen nicht die Schatten,
dies nun mal gibt, wenn die Sonne scheint.
Gruß *wink* Daggi

Botschaften
Hallo,
Träume sind für mich nur Botschaften. Letzte Nacht hatte ich einen interessanten Traum, kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Wisst ihr, wie man sich wieder an einen Traum erinnern kann? Außerdem lässt mein Kurzzeitgedächtnis nach. Ich denke an irgendwelche Sachen, und Sekunden später weiß ich nicht mehr, woran ich gedacht habe. Geht euch das auch so?
Franz

Ich habe am WE einen Film geguckt, der mich nachdenklich
gemacht hat.

War das Final Destination?

Was haltet ihr von folgender Theorie:
Unsere Träume sind nicht dazu da, um verwirklicht zu werden,
sondern vielmehr um uns eine Triebkraft im Leben zu geben,
sozusagen einen Lebenssinn. Werden Träume wirklich erfüllt,
ist das nicht so befriedigend, wie die Gedanken daran oder der
einfache Wunsch der Erfüllung. (Sicher steckt irgend ein
findiger Kopf dahinter, aber ich kenne den Namen nicht)

Ich persönlich finde diese Theorie irgendwie stimmig und
abstoßend zugleich. Ich weigere mich, daran zu glauben, dass
meine Träume nicht für den Zweck der Verwirklichung da sind,
sondern nur um meinem Alltag einen Antrieb zu geben.

Nachtrag!

Man scheint mich momentan noch etwas falsch zu verstehen; ich spreche von TAG-Träumen, Illusionen, Phantasien.

Außerdem interessieren mich vor allem die Hintergründe, WARUM ich das Gefühl habe, dass an „meiner“ Theorie etwas dran ist.

Sind Tagträume nur ein Mittel, einem das Leben lebenswert zu machen?

Danielle

Zeit ist relativ
Hallo Danielle,

Unsere Träume sind nicht dazu da, um verwirklicht zu werden,
sondern vielmehr um uns eine Triebkraft im Leben zu geben,
sozusagen einen Lebenssinn. Werden Träume wirklich erfüllt,
ist das nicht so befriedigend, wie die Gedanken daran oder der
einfache Wunsch der Erfüllung. (Sicher steckt irgend ein
findiger Kopf dahinter, aber ich kenne den Namen nicht)

Den Spruch würde ich nicht so wortwörtlich nehmen. Tagträume können sowohl Triebkraft wie Zielsetzung sein, es kommt auf einen selbst an.
Wenn in der Phantasie ein Ziel konstruiert wird, z.B. Millionär zu werden, dann kann man sich entweder damit beschäftigen wie schön es sein wird, reich zu sein, oder über alle Eventualitäten nachdenken, und sich mit den Voraussetzungen seines Lebens beschäftigen, also sich Veränderungen ausmalen, über Gefahren und Chancen gleichermaßen nachdenken… Dann mag es im Fall der Traumerfüllung nicht allzu grasse Überraschungen geben. Was also spricht gegen eine 1 zu 1 Erfüllung eines Traums? Außerdem, wenn sich ein Traum erfüllt, ist das Realität, man wächst sozusagen in den Traum hinein.

Ich persönlich finde diese Theorie irgendwie stimmig und
abstoßend zugleich. Ich weigere mich, daran zu glauben, dass
meine Träume nicht für den Zweck der Verwirklichung da sind,
sondern nur um meinem Alltag einen Antrieb zu geben.

Da mußt du wahrscheinlich etwas detailierter in dich hineinhorchen. Übrigens habe ich einmal gelesen, dass Mädchen oft dazu erzogen werden, die Fähigkeit zu entwickeln ihre Lebensziele nicht allzu hartnäckig zu verfolgen. Oft wird bei Jungens Wagnisfreudigkeit gefördert (als künftige Ernährer ihrer Familie) und bei Mädchen gebremst (als künftig sich um alle Kümmernde) - das nur so nebenbei.

Wenn ich mich in der Gesellschaft umsehe, finde ich bei
genauerer Betrachtung eine Menge Dinge, die sich mit dem
Aufbauen und Bestätigen von Träumen beschäftigen; Lotto,
Stars, Millionäre, Auswanderer, Modells.

Das sind solche heraus stechende Ziele, wie sie überall auf die Schnelle zu lesen sind. Aber ich glaube, dass jeder von uns seine ganz persönlichen Träume also seine Lebensziele hat, die auf andere vielleicht wenig stimulierend wirken, aber für einen selbst etwas mit der Persönlichkeit zu tun hat.

Stehen Träume der Verwirklichung im Weg?

Vor 2-3 Jahren war ich dabei mir einen Traum zu erfüllen. Und es scheiterte an etwas womit ich nicht gerechnet habe. Seit kurzem besteht für mich die Chance an den verloren gegangenen Faden wieder anzuknüpfen, meinen Traum also weiterzuverfolgen. Aber diesmal konzentriere ich mich auf den Weg nicht auf´s Ziel. Wenn du das Matter Horn erklimmen willst, und du kommst nicht ans Gipfelkreuz, dann hast du immer noch die Chance den Zeitpunkt des Erreichens zu verschieben, die Gelegenheit das Beste aus dem Erreichten zu machen, vielleicht sogar einen Nutzen zu ziehen und im Laufe der Zeit darüber nachzudenken, ob du dieses Ziel noch erreichen willst…Das Leben ist spannend!

Welche Dinge erfüllen sich?

das weiß nur jemand, der mit einer Glaskugel umgehen kann :wink:

Was haltet ihr von meinem Geschwafel? :wink:

viel :smile:

viele Grüße
claren

Tagträume!

Sind Tagträume nur ein Mittel, einem das Leben lebenswert zu
machen?

Hi Danielle,
durchaus! Denk mal an die Menschen, die jeden Tag malochen müssen. Ohne Träume würden die das nicht lange aushalten. Außerdem hatte schon der Urmensch Träume vom Fliegen usw. Träume bedeuten Fortschritt. Vor jeder Erfindung steht ein Traum.
Grüße
Franz

Hallo Danielle,

Sind Tagträume nur ein Mittel, einem das Leben lebenswert zu
machen?

Ist das Leben nicht das umsetzen von Träumen in die Realität?

Danielle

Gruß *wink* Daggi

Hi,

solange du dich nicht in Tagträumereien verlierst, ist es eine Angewohnheit, die weder nützlich noch hinderlich ist (meine Meinung).

Grundsätzlich haben alle Menschen in der Kindheit und Jugend diese Omnipotenztagträume, die meisten geben diese Angewohnheit jedoch in der Pubertät auf.

Tiefenpsychologisch orientierte Psychologie spricht übrigens den Tagträumen eine Entlastungsfunktion durch Phantasiebefriedigung zu, demnach tritt eine imaginäre Wunschvorstellung an die Stelle der realen Konfliktbewältigung. In diesem Sinn wäre Tagträumerei ein Hemmnis bei der Erreichung einer „reifen“ Konfliktbewältigung und auch bei der Erreichung von Lebenszielen.

Gruß

Yoyi

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Einspruch, Euer Ehren…
Hi yoyi,

solange du dich nicht in Tagträumereien verlierst, ist es eine
Angewohnheit, die weder nützlich noch hinderlich ist (meine
Meinung).

Ein gewaltiger Unterschied liegt in der Bedeutung der Worte „Träume“ und „Träumereien“. Letzerer hat den Ruch des Schwelgerischen, Irrationalen. Die Frage bezieht sich aber auf „Träume“.

Grundsätzlich haben alle Menschen in der Kindheit und Jugend
diese Omnipotenztagträume, die meisten geben diese
Angewohnheit jedoch in der Pubertät auf.

Das ist nach meiner Auffassung das Ende einer jeden Entwicklung. Aus den sog. "Tag"träumen entwickeln sich Visionen. Und was wäre ein Mensch ohne jegliche Vision? Ziellos sich dem Schicksal hingebend? Ohne jeglichen Forschungsdrang? Ohne ein angestrebtes Ideal? Ohne Hoffnung?

Tiefenpsychologisch orientierte Psychologie spricht übrigens
den Tagträumen eine Entlastungsfunktion durch
Phantasiebefriedigung zu,

Sicherlich zu Recht. Denn wenn ich z.B. an einer Maschine stehe und in Akkordarbeit stupide Arbeit durchführen muss, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen, sind Phantasien doch eine konstruktive Fähigkeit, mir den öden Alltag angenehmer zu gestalten, ohne jedoch die Tatsache der Unterforderung in der geistigen Qualität der Arbeit einerseits und der Überlastung durch körperliche Anstrengung andererseits zu verdrängen.

demnach tritt eine imaginäre
Wunschvorstellung an die Stelle der realen Konfliktbewältigung.

Diese Aussage macht mich fassungslos. Es ist ja nicht von Schönfärberei die Rede, sondern von Träumen, d.h. von Phantasien eines besseren Lebens, die durchaus zielführend sein können. Nur wenn ich träume, irgendwann Tauchlehrer in der Karibik zu sein statt Schablonen zu stanzen, kann ich die Fähigkeit und Energie, diesen Traum zu realisieren, entwickeln. Warum muss denn immer alles gleich pathologisiert werden… *grusel

In diesem Sinn wäre Tagträumerei ein
Hemmnis bei der Erreichung einer „reifen“ Konfliktbewältigung
und auch bei der Erreichung von Lebenszielen.

Wie schon beschrieben: wie erreicht man denn Lebensziele? Indem man sie erst phantasiert und dann realisiert.
Als Künstler könnte ich ohne „Träume“ einpacken. Und das gilt für alle meine Kollegen aus den verschiedensten Sparten, das gilt für Forschung, für Politik etc. etc.
Gruß,
Anja

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Nicht ausgelebte Träume dagegen hängen mir noch heute manchmal
nach (wollte auch mal für ein Jahr zur See fahren), was m.E.
dafür spricht, dass man seine Träume wirklich leben sollte.

Genau so ist es, liebe Anja. Schonmal Sternchen für Dich. Lawrence von Arabien hat es auch mal ähnlich ausgedrückt, als er meinte: „Die Leute träumen und träumen und leben es nicht. Ich habe alle meine Träume gelebt.“
Beneidenswert, oder ?
Gruss vom Branden

Dazu könnte ich jetzt…
…viel sagen, aber ich mach es mal kurz (ausnahmsweise), denn:
IHR HABT BEIDE RECHT!
Gruss, Branden

hi!

kann ich voll verstehen!
ich hab eine person, die bedeutet mir über alle maßen viel, nur (leider) steht sie über mir, ist sozusagen meine „vorgesetze“ (nich wirklich, aber guck in die vika meinen „beruf“). trotzdem denke ich, wenn ich plötzlich mit ihr befreundet wäre (gut, sind wir eigentlich schon halb) und wir auf gleicher ebene ständen, die person also erreichbar wäre, wär plötzlich der ganze zauber weg. insofern ist bei mir der weg das ziel, ankommen will ich gar nicht.
hat das jetz irgendwer verstanden ? *dooffrag*

gruß
yvi