Wie werde ich eine Fotografin?

Hallo, Ihr Lieben,

eine etwas ungewöhnliche Anfrage, ich weiß, da so vage. Ich möchte es etwas genauer erklären…

Ich möchte Fotografin werden. Im Moment befinde ich mich noch im Studium für Germanistik und Kunst (ich bin 23), weiß aber, dass ich danach Fotografin werden möchte. Eigentlich weiß ich das schon lange, mein Studium möchte ich aber in jeden Fall zu Ende machen.

Als Hobbyfotografin fungiere ich schon lange und ich weiß, dass es das ist, was ich für immer machen, womit ich mein Geld verdienen möchte. Ich bin, wenn ich das selbst beurteilen kann, mit einem zumindest kleinen Talent gesegnet, was mein Auge für die Dinge angeht. Die Bilder, die ich mache, gefallen mir. Nun hat mir neulich ein Bekannter gesagt, meine Bilder sind zwar schön, doch nicht mehr als gelungene Schnappschüsse. Zuerst war ich sauer. Dann wusste ih aber, dass er Recht hat. Ich setze auch eigentlich keine Themen um, fotografiere hauptsächlich Portraits.

Ich habe mich ein wenig umgehört und vielfach die Meinung bekommen, eine Ausbildung zur Fotografin bei meinen Vorkenntnissen wäre absolute Zeitverschwendung. Ein Studium jedoch könnte ich mir niemals leisten.

Was kann ich also machen? Wie kann ich mich professionalisieren? Wie lerne ich am besten die Dinge, die ich noch lernen muss? Wer kann mich überprüfen, wenn ich niemanden in meinem Bekanntenkreis habe, der sich auskennt?

Über Tipps jeglicher Art freue ich mich!

Liebe Grüße,

Simke

Hallo Simke,

Ich möchte Fotografin werden.

Ich habe mich ein wenig umgehört und vielfach die Meinung
bekommen, eine Ausbildung zur Fotografin bei meinen
Vorkenntnissen wäre absolute Zeitverschwendung. Ein Studium
jedoch könnte ich mir niemals leisten.

Was kann ich also machen? Wie kann ich mich
professionalisieren? Wie lerne ich am besten die Dinge, die
ich noch lernen muss?

Es gibt drei Möglichkeiten/Wege für Dich.

* Doch eine Berufausbildung
* Doch ein Studium
* Bei einem guten Photographen arbeiten, ohne eine formale Ausbildung zu machen.

Alles hat seine Vor- und Nachteile.

* Berufausbildung:

Eine Berufausbildung ist, wenn Du bei einem guten Photographen in die Lehre gehst, mit Sicherheit keine! Zeitverschwendung. Wer so was behauptet, hat keine Ahnung. Natürlich wirst Du in den Betrieb eingespannt und mußt bei Hochzeiten und Jubiläen Reportagen knipsen, aber auch das ist eine gute Schule. Trotzdem lernst Du sehr viel, nämlich den richtigen handwerklichen Umgang mit den Werkzeugen Kamera (und wichtiger) Licht.
Speziell bei Portraits ist das Licht bzw. die Lichtführung weit wichtiger als die Kamera. Du kannst mit einer Kompaktkamera und guter Lichtführung bessere Portraits machen als mit einer Superhastenichtgesehenkamera und schlechter Lichtführung.
Und die Lichtführung lernst Du bei einem Photographen in der Lehre.

* Studium:

Da mußt Du erst mal eine Mappe machen und einen Platz kriegen.
Hast Du den, mußt Du Dich entscheiden, was Du machen wilst. Eher die künstlerische Seite, oder mehr Photodesign.
Über die Kosten hast Du Dich offensichtlich schon informiert.

* Freies Arbeiten:
Die wohl unsicherste Variante. Du kriegst keinen formalen Abschluß und kannst höchstens nachweisen, daß Du soundsolange bei einem (hoffentlich) bekannten Photographen gearbeitet hast.

Eine letzte Variante wäre vielleicht, die Ochsentour durch möglichst viele Ausstellungen zu gehen, aber dann mußt Du erst mal die Möglichkeiten kriegen ausstellen zu können.

Gandalf

P.S.
Nach der Schule hab ich mich auch gefragt, was ich machen möchte. Chemie oder Photographie.
Ich bin tief in mich gegangen, hab mein Talent streng hinterfragt und mich dann doch für die Chemie entschieden.

Moin!

Folgende Eigenschaften sollten vorhanden sein,bevor man sich mit dem Gedanken
beschäftigt Fotograf zu werden:
Geduld, kein Jammerlappen, unmögliche Arbeitszeiten berücksichtigen,
gerne putzen,gerne im stehen arbeiten, Samstag und Sonntag sind nicht unbedingt Feiertage,man sollte bereits sein sich auch selbst weiterzubilden,manchmal einen rauen Ton vertragen,viel unnütze Zeit mit warten verbringen,starke Nerven …
Wir Fotografen erzählen ja immer gerne von unseren tollen Aufträgen, aber nie von den sch… Aufträgen.

Sollte dies zutreffen: mal erneut fragen. Sonst: einen anderen Beruf ergreifen.

Beste Grüße aus dem grauen Bremen
Titus E.Czerski

P.S.
Nach der Schule hab ich mich auch gefragt, was ich machen
möchte. Chemie oder Photographie.
Ich bin tief in mich gegangen, hab mein Talent streng
hinterfragt und mich dann doch für die Chemie entschieden.

Gerade vor diesem Hintergrund solltest du (Simke) dich fragen, wie wichtig dir dieser Beruf ist. Mit einem abgeschlossenen Studium bist du in der relativ komfortablen Situation später genug Geld zu verdienen, die Fotografie als ernstes Hobby betreiben zu können. Evtl. kommst du damit sogar soweit, Auftragsarbeiten zu machen oder deine Bilder zu verkaufen.
Aber egal, welchen von Gandalf vorgeschlagenen Wegen du einschlägst - frage dich immer, wie viele David LaChapelles oder Fotografen gleichen Kalibers es gibt und wieviele Fotografen in Fotostudios um die Ecke arbeiten. Denn das wird wohl eher nicht dein Traum sein!

Ich hoffe ich habe mich jetzt nicht zu sehr wie dein Vater angehört :smiley:

Wow, da kamen ja schnell Antworten!
Vielleicht mögt Ihr Euch einen Überblick darüber machen, was ich im Moment so mache, meine Homepage steckt noch in den Kinderschuhen, aber zumindest könnt Ihr Euch dort Bilder ansehen… www.simke.de

TITUS: Ja. Trifft zu. Das weiß ich alles. Und ich will es. :smile:

GANDALF: Das Studium scheidet aus. Es geht nicht Das Studium an der „normalen“ Universität ist für mich schon kaum zu bewerkstelligen und nur möglich, weil ich nebenbei noch arbeite. Die Frag ist tatsächlich, ob ich mich schon Anfang des nächsten Jahre um einen Ausbildungsplatz kümmern sollte, um etwas „Gutes“ abzubekommen, das ist ja sicher nicht so einfach. Wenn alles glatt geht, brauche ich für mein Studium noch knappe zwei Jahre. Wenn das möglich wäre, ist die Ausbildung vielleicht doch nicht so verschwendet…

FLORIAN: Ja, da hast Du recht. DAS will ich nicht. Ich muss mit meiner Arbeit natürlich erst einmal Geld verdienen. Da werde ich um Hochzeits- und Portaitfotografie vermutlich nicht herumkommen. Nebenbei stelle ich mir aber schon vor, künstlerisch zu arbeiten, ob mein Talent dafür ausreicht, weiß ich nicht. ich beschäftige mich nicht nicht lange so intensiv damit wie jetzt.

Danke in jedem Fall schon mal für Eure Antworten und ich würde mich über weitere freuen!

FLORIAN: Ja, da hast Du recht. DAS will ich nicht. Ich muss
mit meiner Arbeit natürlich erst einmal Geld verdienen. Da
werde ich um Hochzeits- und Portaitfotografie vermutlich nicht
herumkommen. Nebenbei stelle ich mir aber schon vor,
künstlerisch zu arbeiten, ob mein Talent dafür ausreicht, weiß
ich nicht. ich beschäftige mich nicht nicht lange so intensiv
damit wie jetzt.

Hallo,
das klingt so, als wäre Hochzeits und Portraitfotografie reines Handwerk und eher Butter und Brot denn Kunst. Gerade heute aber setzen sich eher kreative und künstlerische Fotografen durch, auch und gerade im Portrait und im Aktbereich. Letzlich werden auch die Hochzeitsbilder immer fantasievoller.

Es kann eine totale Erfüllung sein mit Menschen zu arbeiten und es kann der totale Frust sein, den divenhaften Launen eines Kunstmarktes ausgesetzt zu sein.
Seh die Fotografie nicht zu verklärt, daher würde ich auch dringend zu einer soliden Ausbildung raten.

Deine Bilder zeigen ja, daß du durchaus Talent hast, auch wenn man über Portraits mit Weitwinkel sicher ausgiebig diskutieren kann.
Ohne jetzt in Kritik einsteigen zu wollen, aber gerade die Bilder am Meer zeigen, daß eine Ausbildung keinerlei Zeitverschwendung ist.
Sie sind recht gut aber nichts Neues. Kein Spiel mit Unschärfen, keine ungewöhnlichen Ausschnitte sondern doch eher typische Bilder.
Das ist genau das, was du bei einem Fotografen dann lernen solltest. Schau Dir aber genau seine Arbeiten an. Ein 68 jähriger Fotografenmeister, der letztes Jahr ein Photoshop Einsteigerseminar an der VHS gemacht hat wird Dir nicht das nötige Wissen vermitteln, was heute notwendig ist, wenn du verstehst, was ich meine…

Grüße
Rankin

PS: Ich kann hier meinen Senf nur deshalb halbwegs fundiert dazugeben, weil meine Freundin Fotografin ist und wir gerade das neue Studio ausbauen.
Wenn ich ihre Aktionen sehe, bin ich in meinem Informatiker-Dasein manchmal ein bisschen neidisch. #
Und Kunst oder - besser gesagt - Bilder, die sich andere Menschen gerne an die Wand hängen, entstehen auch - allerdings ohne den Druck, unbedingt ein Künstler sein zu wollen und sich mit Galleristen rumzuschlagen…

Hallo,
Du bist, wie auch ich, Amateurfotograf(in).
So sehr mich auch die Fotografie fasziniert; ich käme nie auf die Idee
Fotograf zu werden, da es mir nun mal an entscheidenden Kenntnissen und Fähigkeiten fehlt.
Ich bin mit einer professionellen Fotografin befreundet, die schon seit vielen Jahren selbstständig tätig ist und kenne den harten Berufsalltag ein wenig.
Deine Chancen, als Amateur mit der Fotografie Geld zu verdienen sind
extrem gering.
Gruß
KH

Hallo,

ich denke mal, die letzten beiden Absätze Deiner Frage sind die wesentlichen: Du könntest Dich auf jeden Fall mal in entsprechenden Foto-Foren registrieren und da Bilder zeigen.

Da Du offenbar Wert auf kritische Stimmen legst, kann ich Dir das dslr-forum.de empfehlen; ziemlich groß, es gibt sehr oft intensive und differenzierte Resonanz (manchmal auch sehr harsche Prediger, aber die muß man da nicht immer auf die Goldwaage legen).

Eine Alternative ist z.B. das Forum nikon-fotografie.de, etwas kleiner, mit einer meistens positiven Grundtendenz und relativ vielen versierten Photographen.

Empfehlenswert - falls Du sie nicht schon hast - sind Fachbücher wie die von Andreas Feininger . Die sind tatsächlich seit Analog-Zeiten auf dem Markt und in Grundlagen der Bildaufzeichnung und auch Bildwirkung bis heute ungeschlagen; ‚digital_‘ fehlt leider, aber das sind ‚nur‘ Zusatzkenntnisse zum Aufzeichnungsmedium und der digitalen Bildverarbeitung. Was das angeht, haben mir die entsprechenden Artikel auf wikipedia (tatsächlich) sehr geholfen, und das Lesen in verschiedenen Foren.

Ich hoffe, das hilft Dir ein bißchen.

Glück & Grüße

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