Wie werden die Filme beim TV Sender eingespielt?

Hallo,
mich würde interssieren wie viele alte Spielefilme, ich sage jetzt mal so aus den 80ern und Anfang bis Mitte der 90er Jahre bei den TV Sendern eingespielt werden.

Mich würde zum einen interessieren wie die Filme genau und welchem Format vorliegen. Also sind die alle Digital gesichert das bloß auf die Taste gerdrückt werden brauch und der Film wird über den Sender übertragen oder sind das alles ganz klassische VHS-Kassetten bzw. vielleicht auch Filmrollen die erst rausgesucht werden müssen.

Bei vielen alten Filmen die übers Fernsehen übertragen werden, habe ich den Eindruck das es eine VHS-Kassette, denn meist ist Qualität nicht besonders gut das es nicht den Eindruck erweckt das da was digitalisiert wurde und vielleicht der ein oder andere Filter drüber gelaufen ist.

Wenn es tatsächlich so ist das viele Filme auf VHS-Kassetten o.ä. vorliegen, hat da jeder TV-Sender sein eigenes Filmarchiv oder gibt es da ein zentrales Archiv wo jeder TV-Sender sich den Film leihen kann der ausgestrahlt werden soll?

Würde mich freuen wenn mir jemand meine Fragen beantworten könnte.

Vielen Dank im Voraus!

hallo,
ganz gesichert kann ich deine ursprungsfrage nicht beantworten, da ich das nicht weiss.
aber ich weiss dass deine überlegungen um das thema herum stark an der realität vorbei gehen und kann da einiges beitragen - das klärt dann sicher auch deine ursprungsfrage . . .

erstens
KEIN tv-sender (oder sonstiger professioneller videobearbeiter) arbeitet mit vhs !!
vhs ist ein reines konsumer-format, welches nicht mal die volle (mögliche) auflösung der üblichen fernsehformate wie PAL ausnützt.
aber das heisst natürlich nicht dass fernsehsender nicht mit bändern arbeiten würden.
die heissen dann eben „betacam-SP“, „Digital-Betacam“, „IMX“ usw.
und diese bandformate haben eine ausreichende qualität dass ich mal behaupten möchte du zu hause beim glotzen erkennst das nicht ob da was von band kommt oder nicht.

zweitens
der alte irrglaube, der begriff „digitalisieren“ müsste immer heissen dass etwas ab dem moment auf irgendeiner festplatte oder einem server vorliegt.
es ist zwar richtig dass man beim einlesen von video und audiomaterial in einen computer von „digitalisieren“ redet, aber das heisst noch lange nicht dass alle bandformate nur analog wären . . .
Digital-Betacam, 1993 eingeführt, ist ein speichermedium (ein band, wie es auch die vhs ist) welches videosignale digital speichert!!

seitdem sind kopierverluste gering, und das „herumtragen“ oder verschicken eines solchen (mit etwa 50-100 Euro vergleichbar günstigen) Bandes ist nicht nur einfach, sondern auch nach wie vor eine bessere lösung als alles auf einem server zu haben.
denn so toll server auch sein mögen, sie dienen eher einer so genannten „insellösung“, innerhalb einer sendeanstalt - zum abgeben oder annehmen jedweden videomaterials zwischen den häusern scheitert es (meines erachtens) immer noch an bandbreiten bzw an verwendeten datei-formaten.
material wird immer noch entweder 1:1 per videoleitung „überspielt“ oder eben als band verschickt.

zwar senden viele anstalten heutzutage vor allem ihre nachrichtensendungen durchaus von servern (in die aber das ganze material vorab von band eingelesen wird) aber was würde das für einen sinn machen, ein band welches man geschickt bekommen hat erst zwei stunden lang in einen server einzulesen wenn man auch direkt vom band abspielen kann ??

also.
ich glaube kein sender hat ALLE spielfilme die er sendet irgendwo auf servern rumliegen.
ich glaube nicht einmal dass alle filme zu denen die sender die rechte haben auf band im eigenen archiv liegen haben (aber das wäre auch möglich).
ich glaube eher dass der rechteinhaber die bänder verschickt, zum jeweiligen sendetermin.
ob der sender das dann in den server einliest oder von band spielt ist dann wie gesagt völlig wurscht . . .

hoffe das alles hilft dir ein bisschen weiter.
ohne die frage genau beantwortet zu haben . . .

grüße

Hi,

mich würde interssieren wie viele alte Spielefilme, ich sage
jetzt mal so aus den 80ern und Anfang bis Mitte der 90er Jahre
bei den TV Sendern eingespielt werden.

das Thema ist ziemlich komplex.
Wenn ein Fernsehsender die Sendelizenz für so einen alten Film kauft, dann meistens in einem Paket mit vielen weiteren Filmen. Oft muss er viele unattraktive Filme mitkaufen, um sich einen Blockbuster zu angeln. Die unattraktiven Filme werden dann meist nachts oder zu anderen Zeiten mit voraussichtlich niedriger Einschaltquote ausgestrahlt, mit entsprechend niedrigen Werbeeinahmen. Dementsprechend wenig Interesse herrscht daher daran, von sich aus einen solchen Film für viel Geld zu restaurieren, bzw. neu abzutasten (von Filmmaterial auf Videoband zu übertragen, bzw. zu digitalisieren). Der Vorgang ist teuer, weil Szene für Szene Farb- und Dichtekorrekturen vorgenommen muss. Das kann für einen 90-Minüter schon mal über 50.000 Euro kosten.

Der Lizenzgeber ist andererseits natürlich vertraglich verpflichtet, dem Sender sendefähiges Material zur Verfügung zu stellen. Die Ansprüche an die Bildqualität sind dabei in Deutschland - besonders bei öffentlich-rechtlichen Sendern - so hoch wie sonst kaum irgendwo auf der Welt, deshalb kommt es auf diesem Gebiet häufig zu Differenzen zwischen deutschem Lizenznehmer und ausländischem Lizenzgeber. Besonders schwierig wird es, wenn der vorhergehende Lizenznehmer (z.B. ein anderer Sender, dessen Rechte nun auslaufen) wie im alten Vertrag vereinbart sein Sendematerial vorschriftsmäßig vernichtet hat. Dann muss der Lizenzgeber zusehen, woher er das zu liefernde Material bekommt (das geht manchmal bis in die Filmmuseen). Im Ausland treibt man da oft weniger Aufwand: Irgendwo findet sich noch eine alte Kinokopie, die man kurzerhand abtastet, inklusive der Mängel (rausgeschnittene Bilder, wo der Film beim Vorführen gerissen ist, Kratzer usw.).

Für deutsche Sendezwecke teilt sich manchmal der Lizenzgeber mit dem Lizenznehmer den Aufwand, wenn der Film die Investition rechtfertigt. Dann wird von einer vorhandenen Kopie ein Internegativ angefertigt, von dem wiederum eine sogenannte Low-Contrast-Kopie gezogen, die man wiederum für eine sendefähige Abtastung braucht. Dann werden Szene für Szene Farbe und Dichte korrigiert und am Schluss hat man im günstigen Fall ein ordentliches sendefähiges Material.

Dies nur als kleiner Exkurs, wie es laufen könnte.

Bei Filmen, die den Aufwand nicht lohnen, und die im Nachtprogramm abgenudelt werden, nimmt man halt häufig, was man bekommt. Bei Filmen aus den 80ern oder frühen 90ern ist das häufig ein 1-Zoll-Band im Standard B oder C (das sind diese breiten, schweren Rollen in den grauen Plastikkanistern, mit denen früher in Sendungen wie „MAZ ab!“ hantiert wurde), das einfach digitalisiert und auf Band gespeichert und dann gesendet wird. Dabei kann man kleine Korrekturen machen, aber prinzipiell sieht man tatsächlich ähnliche Mängel wie bei VHS-Cassetten: Bei der Lagerung beeinflussen sich die magnetisierten Oberflächen des aufgespulten Bandes und es kommt zu den bekannten Videostörungen, die du wohl meinst.

Gruß,
lemmy