Hi,
mich würde interssieren wie viele alte Spielefilme, ich sage
jetzt mal so aus den 80ern und Anfang bis Mitte der 90er Jahre
bei den TV Sendern eingespielt werden.
das Thema ist ziemlich komplex.
Wenn ein Fernsehsender die Sendelizenz für so einen alten Film kauft, dann meistens in einem Paket mit vielen weiteren Filmen. Oft muss er viele unattraktive Filme mitkaufen, um sich einen Blockbuster zu angeln. Die unattraktiven Filme werden dann meist nachts oder zu anderen Zeiten mit voraussichtlich niedriger Einschaltquote ausgestrahlt, mit entsprechend niedrigen Werbeeinahmen. Dementsprechend wenig Interesse herrscht daher daran, von sich aus einen solchen Film für viel Geld zu restaurieren, bzw. neu abzutasten (von Filmmaterial auf Videoband zu übertragen, bzw. zu digitalisieren). Der Vorgang ist teuer, weil Szene für Szene Farb- und Dichtekorrekturen vorgenommen muss. Das kann für einen 90-Minüter schon mal über 50.000 Euro kosten.
Der Lizenzgeber ist andererseits natürlich vertraglich verpflichtet, dem Sender sendefähiges Material zur Verfügung zu stellen. Die Ansprüche an die Bildqualität sind dabei in Deutschland - besonders bei öffentlich-rechtlichen Sendern - so hoch wie sonst kaum irgendwo auf der Welt, deshalb kommt es auf diesem Gebiet häufig zu Differenzen zwischen deutschem Lizenznehmer und ausländischem Lizenzgeber. Besonders schwierig wird es, wenn der vorhergehende Lizenznehmer (z.B. ein anderer Sender, dessen Rechte nun auslaufen) wie im alten Vertrag vereinbart sein Sendematerial vorschriftsmäßig vernichtet hat. Dann muss der Lizenzgeber zusehen, woher er das zu liefernde Material bekommt (das geht manchmal bis in die Filmmuseen). Im Ausland treibt man da oft weniger Aufwand: Irgendwo findet sich noch eine alte Kinokopie, die man kurzerhand abtastet, inklusive der Mängel (rausgeschnittene Bilder, wo der Film beim Vorführen gerissen ist, Kratzer usw.).
Für deutsche Sendezwecke teilt sich manchmal der Lizenzgeber mit dem Lizenznehmer den Aufwand, wenn der Film die Investition rechtfertigt. Dann wird von einer vorhandenen Kopie ein Internegativ angefertigt, von dem wiederum eine sogenannte Low-Contrast-Kopie gezogen, die man wiederum für eine sendefähige Abtastung braucht. Dann werden Szene für Szene Farbe und Dichte korrigiert und am Schluss hat man im günstigen Fall ein ordentliches sendefähiges Material.
Dies nur als kleiner Exkurs, wie es laufen könnte.
Bei Filmen, die den Aufwand nicht lohnen, und die im Nachtprogramm abgenudelt werden, nimmt man halt häufig, was man bekommt. Bei Filmen aus den 80ern oder frühen 90ern ist das häufig ein 1-Zoll-Band im Standard B oder C (das sind diese breiten, schweren Rollen in den grauen Plastikkanistern, mit denen früher in Sendungen wie „MAZ ab!“ hantiert wurde), das einfach digitalisiert und auf Band gespeichert und dann gesendet wird. Dabei kann man kleine Korrekturen machen, aber prinzipiell sieht man tatsächlich ähnliche Mängel wie bei VHS-Cassetten: Bei der Lagerung beeinflussen sich die magnetisierten Oberflächen des aufgespulten Bandes und es kommt zu den bekannten Videostörungen, die du wohl meinst.
Gruß,
lemmy