Wie werden Fremkapitalzinsen und-tilgung bei der internen Zinfußmethode berücksichtigt?

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles.
Ich will den internen Zinsfuß einer Investition berechnen.
Die Investition wird über Fremdkapital finanziert.
Müssen Zinsen und Tilgung in der Rechnung berücksichtigt werden?

Eine Investition sollte einen Ertrag einbringen. Dieser erwartete (geschätzte) Ertrag wird über mehrere, z.B. 5 Jahre addiert. Der Wert dieser Summe der Erträge wird dann ‚abgezinst‘, mit einem Marktzins. Für die Rechnung gibt es eine mathematische Formel, die ich aber nicht parat habe (findest Du im Netz).

Auf diese Weise erfahre ich den heutigen Wert der Erträge.

Jetzt vergleiche ich diesen abgezinsten Wert mit einer alternativen Anlage, z.B. Sparbuch. Die Differenz ist die Risikoprämie. D.h. wenn sich die Investition mit 10 % p.a. verzinst und das Sparbuch 0,5% Zinsen bringt, dann erhalte ich 9,5% Risikoprämie. Du musst jetzt abschätzen, ob die Risikoprämie ausreicht für die Art der Investition, ob die Risikoprämie hoch genug ist, um Dein Risiko abzudecken.

Eine Tilgung der Investition wird bei dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt. Wenn die Investition einen Wertverlust hat (z.B. ein Auto wird Jahr für Jahr weniger wert sein), dann wird der Wertverlust im Ertrag der Investition als Abschreibung berücksichtigt.

Die Zinsen für den Kredit sind Aufwand und damit auch Teil der Ertragsrechnung. Die Tilgung des Kredits für die Investition ist Teil der Kapitalflussrechnung und ist nicht Bestandteil der internen Verzinszungsrechnung. Allerdings beeinflusst die Tilgung die Ertragsrechnung indirekt, indem nämlich die Kosten abnehmen, da ich ja auf den reduzierten Kreditbetrag weniger Zinsen bezahlen muss.

Hoffe damit Deine Frage beantwortet zu haben. Vielleicht gibt es eine Formel, die den ganzen Problemkreis abdeckt. Das ist dann aber Mathe, damit kenne ich mich nicht aus. Ich rechne Schritt für Schritt, wie oben beschrieben.

Viel Glück mit Deiner Investition!

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Hallo Rexel,

falls deine Investition fremdfinanziert ist, willst du ja gerade wissen, ob die Investition höhere Zinsen abwirft, als du an Kreditzinsen zahlen musst. Der FremdkapitalzinsSATZ ist also der Wert, gegen den du den internen Zinsfuß vergleichst. Falls du also den Kredit zu 10% Zinsen bekommst, sind Investitionen mit einem internen Zinsfuß von über 10% lohnend, unter 10% kapitalvernichtend.

Der Fremdkapitalzins plus die Tilgung (d.h. z.B. die monatliche Kreditrate) sind das, was du aus dem Cashflow der Investition bedienen können musst. Falls der Cashflow (bzw. Liquiditätspuffer) nicht für die Zahlung der Raten ausreichen (auch temporär), kann der interne Zinsfuß noch so hoch sein, die Investition führt aber zur de facto Zahlungsunfähigkeit.

Weder Fremdkapitalzins noch Tilgung fließen aber in die BERECHNUNG des internen Zinsfußes ein.

Ich hoffe das hilft.

Grüße,

Pacheles

Der interne Zinsfuß ist der Zinsfuß, bei der der Kapitalwert der Investition gleich Null ist. Du musst also dein Kapitalwertkalkül gleich 0 setzen. Fremdkapitalzinsen und -tilgung mindern dabei deine vergügbaren Cash-Flows der jeweiligen Periode im Nenner.

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Sorry, im Zähler natürlich

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