Wie werden Objektivhersteller überleben?

hallo,

da sich im fotobereich immer mehr die digitale fotografie durchsetzt, kann ich mir vorstellen, daß es firmen die sich nur oder hauptsächlich auf objektivherstellung spezialisiert haben
es in zukunft schwerer haben werden, oder? ich denke mal eine firma sigma z.b. , was können die tun, denn die neuen digitalkameras brauchen doch keine wechseloptik.wer kennt die neuesten marktzahlen oder kann mir bei meinen fragen kurz behilflich sein? oder wer kennt internetseiten?
danke im voraus.

Hi,

jetzt lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte: Sigma, Tamron u.ä. waren für wirkliche Photgraphen noch nie eine Alternative. Vielmehr wandten die sich an ein Publikum, das zugunsten des Preises Qualitätsabstriche gemacht hatn. Diese Hersteller werden wohl ein Problem bekommen, wenn sich das „gemeine“ Publikum auf die Digi-Cams stürzt, warum auch immer. M.W. hat Sigma noch kein einziges Objektiv abgeliefert, das alle Spezifikationen eines echten Original-Objektives darstellen konnte.

Richtig photographieren läßt sich immer noch nur mit Spiegelreflexkameras und dafür braucht man Objektive. Ein Hersteller wie Nikon, der m.E. sowieso die einzig wahren Kameras und Objekitve herstellt, sieht sich da wohl vor weniger Probleme gestellt.

Gruß
Christian

P.S. Ich bin mal auf die bösen Antworten gespannt. Bitte nur nicht persönlich werden.

Hast du schon mal an digitale Spiegelreflexkameras gedacht?
Die verwenden die exakt gleichen Objektive wie „NOrmale“

J.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

natürlich habe ich das bedacht, aber wie hoch ist denn der anteil momentan? der is ja minimal, nicht zuletzt auf grund der zur zeit noch sehr hohen preise.
der hintergrund meiner frage war unter anderem der: ich habe demnächst ein vorstellungsgespräch bei einem hersteller. nun stelle ich mir eben die frage ob das ganze denn nun zukunftssicher ist.
danke trotzdem für die antwort

olli

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
da liegt ein Denkfehler vor:
Nur weil die Hersteller aller Digis zur Zeit nur Digis, die den Sucherkameras ähneln, auf den Markt werfen, heißt das nicht, daß man keine Objektive mehr brauchen wird. In der professionellen Welt, in der Spiegelrefl.-Kameras gebraucht werden, setzt sich das Digitale eben etwas langsamer durch. Das Equipment ist noch groß, schwer und teuer. Du wirst auch in der nächsten Zeit bestimmt keinen Fotografen am Spielfeldrand eines Fußballspieles sehen, der mit einem Daumennagel großen Objektiv ein paar digitale Bilder schießt, die er dann ausdruckt.
Da gehen hunderte von Bildern auf Normalfilm durch, die anschließend kostengünstig in höchster Qualität entwickelt werden können. Aber es wird nach und nach Digi-SRLs geben. Ein Profi oder ein ambitionierter Amateur hat i.d.R. einen ganzen Sack Zubehör - Filter, Objektive, Blitze - alles Dinge, die unverzichtbar sind. Diese Digis, die sich momentan reißenden Absatzes erfreuen, sind gut, aber nix für Fotografen.
Hersteller wie Sigma, Tamron oder Tokina sind längst etabliert, auch bei Profis. Die Qualität ist sehr gut, aber die alte Diskussion über Festbrennweiten, Zooms, Original oder Zubehörobjektiven kommt immer nochmal wieder hoch. Ich bin mittlerweile nur noch prakmatisch und völlig Leidenschaftslos - und ich habe mit Arbeiten mit Sigma-Objektiven lange genug mein Geld verdient. Keinen einzigen Kunden wird es interessieren, womit die Bilder gemacht sind, die Qualität muß stimmen. Einfach nur beim Anschauen. Und erst in zweiter Linie im Meßlabor. Wahrscheinlich ist jedes Soligor-Billig-Objektiv heute besser, als die Dinger, mit denen ein Ansel Adams seine besten Arbeiten gemacht hat.
Also, Objektive werden weiterleben, Profis brauchen weiterhin gutes Material, und denkt mal dran wie oft Mittelformat schon totgesagt wurde. Das hat alle Kassettenfilm und Picture-Discs überlebt, und wird auch diese kindische APS überleben. Und Mittelfornat wird im Studio schon ständig an den PC gehängt.

Gruß, Stephan

Was sind denn „Spezifikationen eines Originalobjektivs“? Äpfel kann man sowieso nicht mit Birnen vergleichen … Die originalen haben Vorteile, und die fremden haben Vorteile. Und ich würde einen Teufel tun und mir z.B. für eine Namibia-Reise für die Tierfotografie ein schweineteures Original-Telezoom kaufen, was ich dann später sehr selten brauchen werde. Da gibt’s ein ganz tolles Tamron 150-500/5,6 Fluorit für rund 1600,- D-Mäuse. Sowas in dieser Kombination hat kein Original-Hersteller zu bieten. Fluorit ist wichtig bei Teles. Gerade bei Tieren, wo der meiste Mist herauskommt, weil sich die Viecher bewegen oder verstecken oder Staub aufwirbeln oder das Licht gerade Scheiße ist mittags … Da kommt es rundherum auf soviele andere Sachen an, dass die Frage, ob original oder fremd, wurscht ist. Und das allerwichtigste ist ohnehin das Hirn und das Auge des Fotografen: Welche Geschichte will ich mit dem Foto erzählen, und wie erzähle ich es? Das Equipment ist völlig nebensächlich. Ein Zuviel an Technik und Einstellmöglichkeiten kann auch verursachen, dass im entscheidenden Moment das Ding irgendwie nicht aufs richtige Motivprogramm eingestellt war usw. …
Ich habe einige Freunde, die bei jedem Diaabend nur die Schärfe von Objektiven testen und sich dran begeilen. Tolle Motive sind nicht dabei - sie können einem leid tun …

Und Nikon ist sicher nicht mehr das einzig Wahre! Das war es vielleicht noch zu Zeiten der Nikon F/F2. Danach haben sie sich (auch in den Augen von Profis) ganz schöne Flops geleistet. Wie definiert man das „beste System“ überhaupt? Ideen-Führerschaft z.B.? Da zumindest hat Canon die Nase vorn (Augengesteuerter Autofocus, USM-Motoren …). Dass ziemlich viele Features in Kameras hineingebaut werden, die kein Mensch braucht, um gute Bilder zu machen (Bildidee, Sichtweise des Fotografen …), ist wieder eine andere Geschichte. Ich habe noch keinen Fotografen getroffen, der die 1/16000 Sekunde der Minolta gebraucht hätte. Bei mir ist in der Praxis bei 1/1000 Schluss - mehr habe ich noch nicht gebraucht, obwohl meine EOS 5 die 1/8000 drauf hat. Netter Werbegag, mehr nicht. Außer man fotografiert direkt in die Sonne …

So, ich bin doch ganz sachlich geblieben, oder?

Gruß, Dietmar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
Ich habe schon weiter oben was geschrieben, aber das ist das, was ich mit Prakmatismus und eine gewisse Leidenschaftslosigkeit (gegenüber der Technik)meine. Meine Kameras haben bei -20° C ebenso funktioniert, wie bei +50° C und auf die Skipiste nehme ich ein altes 28-200 mm Tamron mit !
Wenn ich auf dem liegend leider mal wieder den Berg runterstürze kratzts mich nicht. Und das Beste ist, es ist schon passiert, und es funktioniert immer noch.
Allerdings forste ich auch auf, wenns darauf ankommt.
Ansonsten bin ich mit Dir völlig einer Meinung. Das ist meiner Ansicht nach der Blick fürs Wesentliche, der vielen fehlt !!

Gruß, Stephan

Hi auch,

Da ich selten bis gar nicht waghalsige Abenteuer mit meiner Kamera unternehme, stellt sich das Problem des evtl. teuren Sachschadens nicht. Dennoch hat meine Nikon F70 schon einige Wetterunbilden überstanden, während die Kameras meiner Begleiter entweder komplett die Flügel strecken mußten oder zumindest anschließend intensivere Wartung benötigten.
Schnickschnack an der Kamera muß auch bei mir nicht sein. Blenden- und Belichtungsautomatik und meinetwegen Autofokus reichen vollkommen aus. Das Bild macht in der Tat nicht das Material sondern der Photograph. Dennoch hat man mit bestimmten Material andere Möglichkeiten. Ich decke den Bereich von 18-200 mm mit drei Objektiven ab, aller mit einer „konstanten“ Lichtstärke von 1:2,8 (dazu noch ein 2:1 Konverter für Notfälle und Sonnenfinsternisse). Das konnten „nicht-original“-Objektive bisher nicht leisten.

Gruß
Christian

der hintergrund meiner frage war unter anderem der: ich habe
demnächst ein vorstellungsgespräch bei einem hersteller. nun
stelle ich mir eben die frage ob das ganze denn nun
zukunftssicher ist.

Hallo Olli,

da würde ich mir an Deiner Stelle überhaupt keine Sorgen machen. Die Digitalkameras verdrängen die herkömmliche Fotografie nur in einem Marktsegment, ansonsten ist es eine Ergänzung und kein Ersatz. Außerdem brauchen auch die digitalen Kameras ein Objektiv.

Die Fotografie ist zudem nur eines von mehreren Betätigungsfeldern der Hersteller von Objektiven. Film- und Videokameras, jeweils wieder in den professionellen und Hobbybereich unterteilt, brauchen Objektive. Vom Diaprojektor, über Fotokopierer, Overheadprojektoren, Mikroskope… eine Aufzählung ohne Ende, überall sind Objektive im Einsatz. Du kannst sogar davon ausgehen, daß die Digitalfotografie zur Belebung des ansonsten unter Sättigungserscheinungen leidenden Marktes geführt hat.

Vollkommene Verdrängungen durch Neuerungen gibt es durchaus, aber sie sind in allen Bereichen eher die Ausnahme.
Dagegen gehören Marktveränderungen zum Tagesgeschehen aller Hersteller. Wer nicht völlig verkrustet ist, sieht darin keine Gefahr, sondern immer wieder eine neue Chance.

Nimm den Job, wenn er Dir ansonsten zusagt.

Gruß
Wolfgang

Ich decke mit meinen Zubehör-Objektiven einen Bereich von 28-210 mm ab, mit einer konstanten Lichtstärke von 2,8. Ein 2:1 Konverter ist auch dabei. Je Weitwinkliger, umso weniger kommt es auf Lichtstärke an. Bei 18 mm machst du Landschaftsaufnahmen mit Blende 16. Was können jetzt „nicht-original“-Objektive nicht leisten ?
Also, ich will ja jetzt nicht rumrösten, aber ne Sonnenfinsternis mit 400mm, die Sonne ist dann 5Mark-Stück groß auf nem DIN A4-Blatt. Sowas machst Du :wink: Sofi fängt m. E. bei 800mm an interessant zu werden. Aber, Du bist nicht allein, ich habs auch gemacht, kurz geschmunzelt und meine Ergebnisse in irgendeine Schublade gesteckt.
Aber geh mal zum Autorennen: da ist dann Schluß mit lustig. Ich hatte mal Glück gehabt und ne Akkreditierung fürs F1 Qualifying am Hockenheimring bekommen. Da stehste zum ersten Mal bei diesem Mega-Event mit ner Karte um den Hals, die Dir viele Tore öffnet, bist eh zwischen Staunen und Stolz, und dann sollste noch gescheite Bilder abliefern. Das war mal was ganz anderes. Da ist ein externer Belichtungsmesser gut, um schon vorher mal zu messen, da brauchste auch mal ne 4000stel sec., da brauchste gutes, sehr gutes Material und 1:2,8. Und ? Hab ich alles mit Sigma und Co erledigt. Zuverlässig in perfekter Qualität.

Gruß, Stephan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich decke mit meinen Zubehör-Objektiven einen Bereich von
28-210 mm ab, mit einer konstanten Lichtstärke von 2,8. Ein
2:1 Konverter ist auch dabei. Je Weitwinkliger, umso weniger
kommt es auf Lichtstärke an. Bei 18 mm machst du
Landschaftsaufnahmen mit Blende 16. Was können jetzt
„nicht-original“-Objektive nicht leisten ?
Also, ich will ja jetzt nicht rumrösten, aber ne
Sonnenfinsternis mit 400mm, die Sonne ist dann 5Mark-Stück
groß auf nem DIN A4-Blatt. Sowas machst Du :wink: Sofi fängt m.
E. bei 800mm an interessant zu werden. Aber, Du bist nicht
allein, ich habs auch gemacht, kurz geschmunzelt und meine
Ergebnisse in irgendeine Schublade gesteckt.
Aber geh mal zum Autorennen: da ist dann Schluß mit lustig.
Ich hatte mal Glück gehabt und ne Akkreditierung fürs F1
Qualifying am Hockenheimring bekommen. Da stehste zum ersten
Mal bei diesem Mega-Event mit ner Karte um den Hals, die Dir
viele Tore öffnet, bist eh zwischen Staunen und Stolz, und
dann sollste noch gescheite Bilder abliefern. Das war mal was
ganz anderes. Da ist ein externer Belichtungsmesser gut, um
schon vorher mal zu messen, da brauchste auch mal ne 4000stel
sec., da brauchste gutes, sehr gutes Material und 1:2,8. Und ?
Hab ich alles mit Sigma und Co erledigt. Zuverlässig in
perfekter Qualität.

Dann ist ja gut. Du wirst wohl recht haben, ich habe jedoch von anderen „Sparern“ genug negatives gehört, um meine Meinung nicht ändern zu wollen. Aber das ist es letztlich auch: Meinung.

Noch zum Thema Sonnenfinsternis: Daß die Sonne im Original nicht riesig ist, ist schon klar. Aber es soll ja auch Vergrößerungen geben. Im Endeffekt hängen meine Bilder vom letzten Jahr in diversen Fotoläden in dieser Stadt. Außerdem hat die örtliche Sternwarte bei der zweiten Vortragsreihe auf ihre eigenen Aufnahmen mit 2000mm-Objektiven verzichtet, und stattdessen meine vier Filme vorgeführt. Wie gesagt: Brennweite zwar nur 400mm aber mit einem 50er Film und vor allem einem gescheiten Filter, nicht mit dem ach so tollen Folienschrott Marke Eigenbau. Aber das war ja nicht das Thema.

Ich wollte ja niemanden zwingen, teurere Original-Objektive zu kaufen, sondern - wie erwähnt - eine Meinung kund tun. Deine ist sicherlich auch in Ordnung und beruht anscheinend auf eigenen guten Erfahrungen.

Gruß
Christian