Wie wichtig ist ein Arbeitszeugnis?

Hi ihr Wissenden,

ich muss jetzt ein wenig ausholen (einerseits um die Situation darzustellen und andererseits um ein wenig Frust loszuwerden)

Ich bin im Dezember in unserem Sekretariat angetreten und hab freundlich um ein Mitarbeitergespräch zwecks Kündigung mit den zwei Herren der Geschäftsleitung gebeten, Sekretärin äh Teamleiterin hat gesagt, sie wird sich darum kümmern und mir deswegen bescheid geben.

Kurz darauf krieg ich ne mail mit dem Inhalt:
„wenn Du heute kündigen möchtest, so reiche uns bitte Deine Kündigung schriftlich ein (per internen Briefkasten).
Ein Gespräch ist nicht mehr notwendig.“

Ok, hat mich in meiner Kündigung nur bestätigt… und jetzt ist es so, dass seid dem Zeitpunkt meiner Kündigug mein direkter Vorgesetzter reichlich unfreundlich geworden ist (das mit meinem Resturlaub wird noch sicherlich interessant werden) und mein Chef sich demonstrativ wegdreht wenn er mich sieht…

Dabei habe ich bis zu meiner Kündigung in meinen Augen einwandfreie Arbeit (z.B. drei sehr erfolgreiche Präsentationen beim Kunden, die zu ner Auftragserteilung geführt haben und 140 Überstunden, die unter den Tisch fallen gelassen werden) abgeliefert.

Nur leider hab ich jetzt aufgrund des Verhaltens meinr Vorgesetzten den Verdacht, dass mein Arbeitszeugnis nicht besonders gut ausfallen wird.

Da ich hier aber gerade mal ein Jahr ausgehalten habe, davor zwei gute Zeugnisse (für insgesamt 3 Jahre Arbeit) erhalten habe und auch schon einen neuen Job in der Tasche habe, hab ich mir überlegt wie wichtig so ein Zeugnis ist, bzw. ob es die Nerven wert wäre im Falle eines Falles vors Arbeitsgericht zu ziehen!?

Sorry das es so lange geworden ist…

Viele Grüße
/silvl

Hallo,

das kann pauschal kaum beantwortet werden. Ich hatte bereits bei mehreren Arbeitsgebern als Assistentin der GF gearbeitet. Viele GF schauen nicht auf die Benotung der Arbeitszeugnisse, sondern eher auf die Fähigkeiten und Erfahrungen - andere wiederum hängen sich an den berümten „Kleinigkeiten“ eines Arbeitszeugnisses auf.

Oft achtet man auch auf ganz bestimmte Dinge wie z.B. „bitte keine Männer“ oder „nur Leute mit PKW“ oder „nur Nichtraucher“, dies darf natürlich nicht in der Stellenbeschreibung rein, es sind interne Absprachen nach denen die Bewerbungen sofort aussortiert werden…

Man darf nicht vergessen, dass hinter den Tischen Menschen sitzen, die ihre zukünftigen Mitarbeiter unter Kriterien aussuchen, sie man vorher nicht kennt. Natürlich steht in der Stellenbeschreibung immer Anforderungen A,B und C - aber meist werden die Leute doch nur nach persönlichem Empfinden eingestellt. Denn unter den Bewerbern befinden sich oft über 50% hochqualifizierter Personen, letztendlich aber muss „die Nase“ gefallen … so ist es nunmal.

Grüße
Jasmin

Hi!

Da ich hier aber gerade mal ein Jahr ausgehalten habe, davor
zwei gute Zeugnisse (für insgesamt 3 Jahre Arbeit) erhalten
habe und auch schon einen neuen Job in der Tasche habe, hab
ich mir überlegt wie wichtig so ein Zeugnis ist,

Der „normale“ Personaler wird sich nicht am letzten Zeugnis für ein Jahr aufhängen (obgleich da schon eine Frage kommen kann), sondern sich ein Gesamtbild basteln.

Aber was ist schon „normal“?

bzw. ob es
die Nerven wert wäre im Falle eines Falles vors Arbeitsgericht
zu ziehen!?

Naja - was hat man (bis auf die Kosten) zu verlieren?

Faustformel:
Alles was schlechter ist als eine „3“, muss der AG beweisen - alles, was besser sein soll, muss der AN beweisen.

LG
Guido

Hallo,

(…)
kein Grund zur Beunruhiging.
Warte das Zeugnis doch einfach ab und stell es hier rein, wenn es soweit ist.

Gruss,
TR

Hi,

ein Arbeitszeugnis ist insofern wichtig als es dokumentiert wann du was gearbeitet hast. Ohne Zeugnis = Lücke im Lebenslauf.

da wir in Deutschland sind und alles bürokratisch läuft kann man das nicht einfach akzeptieren, sondern es wird sofort Schlechtes unterstellt. Warste in der Zeit im Knast? Was stimmt nicht dass du nicht belegen kannst wo du in diesem Jahr warst?

Da ist selbst ein schlechtes Zeugnis besser als nichts.

Allerdings wird niemand einen Ausreißer unter anderen guten Zeugnissen schlecht beurteilen, sondern da wird jedem direkt klar dass die Zusammenarbeit nicht paßte, aber nicht etwa du ein schlechter Mitarbeiter bist - die anderen Zeugnisse beweisen ja auch das Gegenteil.

Ansonsten sind die Gerichte in Deutschland extrem arbeitnehmerfreundlich und Chefs genervt wenn sie Zeugnisse schreiben müssen. Das heißt für dich: warte nicht darauf bis von der Gegenseite ein womöglich schlechtes Zeugnis - was Form und Inhalt angeht - kommt, sondern erstelle selber ein Zeugnis. Schreibe es so, dass es formal und inhaltlich korrekt ist und pendele deine Note im Bereich 2-3 ein. Eine 1 gibt es fast nie und wenn ist sie verdächtig. 3 ist der gute Durchschnitt und eine 2 bekommen besonders gute Leute. Insofern liegst du mit einer 2-3 richtig.

Sollte dein alter AG dir weniger als eine 3 geben - man kann das aus den Formulierungen schliessen - muß der AG beweisen dass du schlecht warst. Kann er das nicht beweisen - und das kann er, wie du schreibst, ja nicht - kann er gezwungen werden mindestens ein gut durchschnittliches 3er-Zeugnis zu verfassen. Die Gerichte sind, wie geschrieben, erstmal absolut auf deiner Seite. Wenn Du nicht besonders schlecht warst kannst du ruckzuck ein gutes Zeugnis einfordern.

Aber soweit sind wir noch nicht. Schreibe selber ein Zeugnis, wenn’s anerkannt wird - gut. Wenn nicht: warte ab was du bekommst und frage hier nach. Ggf. wehrst du dich dann dagegen und zack - hast du ein gutes neues Zeugnis.

Alles kein Problem.

Gruß,

MecFleih

Morgen,

ein Arbeitszeugnis ist insofern wichtig als es dokumentiert
wann du was gearbeitet hast. Ohne Zeugnis = Lücke im
Lebenslauf.

Ja das hab ich mir schon gedacht, ich denke schon, dass sie mir eins ausstellen werden. Eine Ex-Kollegin hat eins bekommen, was ein Dreizeiler war, der den Zeitraum der Beschäftigung beinhaltet hat. Nicht besonders gut in meinen Augen…

Allerdings wird niemand einen Ausreißer unter anderen guten
Zeugnissen schlecht beurteilen, sondern da wird jedem direkt
klar dass die Zusammenarbeit nicht paßte, aber nicht etwa du
ein schlechter Mitarbeiter bist - die anderen Zeugnisse
beweisen ja auch das Gegenteil.

Ich hoffe ja auch, dass bemerkt wird, dass ich gekündigt habe. Bin ja froh, dass ich bereits einen neuen Job in der Tasche habe.

sondern erstelle selber ein Zeugnis.

Ganz ehrlich, nachdem was hier schon abgelaufen ist (lautes Geschrei „ihr seid doch alles inkompetente Stümper“ und andere nettigkeiten, Stifte die durch die gegend fliegen, bzw. jetzt absolutes ignorieren meiner Person), trau ich mich das nicht. Das würde glaub ich bei meinem Chef einer offenen Kriegserklärung gleichkommen…

Die Gerichte sind, wie geschrieben, erstmal absolut
auf deiner Seite. Wenn Du nicht besonders schlecht warst
kannst du ruckzuck ein gutes Zeugnis einfordern.

Gut zu wissen :smile:

warte ab was du bekommst und frage hier nach. Ggf. wehrst du dich
dann dagegen und zack - hast du ein gutes neues Zeugnis.

Ich denke das werde ich machen, wie gesagt ich zähle mittlerweile die Tage rückwärts.

Alles kein Problem.

Danke fürs beruhigen!!

Viele Grüße
/silvl

Morgen Guido,

Aber was ist schon „normal“?

Mein aktueller Chef ist es jedenfalls nicht :wink:

Naja - was hat man (bis auf die Kosten) zu verlieren?

Nerven… die ich im Moment nicht mehr habe, aber ihr habt schon recht, ich sollte erst mal abwarten, was wirklich kommt.

Faustformel:
Alles was schlechter ist als eine „3“, muss der AG beweisen -
alles, was besser sein soll, muss der AN beweisen.

Danke für die Info!

Viele Grüße
/silvl

Hi,

Eine Ex-Kollegin hat eins
bekommen, was ein Dreizeiler war, der den Zeitraum der
Beschäftigung beinhaltet hat.

Das ist inakzeptabel und gesetzlich nicht gedeckt. Man hat bereits nach wenigen Wochen Beschäftigung Anrecht auf ein detailliertes Arbeitszeugnis, nicht nur auf eine Arbeitsbescheinigung. Mit solch einem WQisch, der nur die Arbeitszeit bescheinigt, muß und sollte man sich also keinesfalls zufrieden geben.

Schau mal im Archiv, ich habe ein paar Mal die Regeln beschrieben, die Zeugnisse formal und inhaltlich erfüllen müssen. Ansonsten kannst du auch mal bei http://www.arbeitszeugnis.de oder generell im Netz nachlesen.

sondern erstelle selber ein Zeugnis.

Ganz ehrlich, nachdem was hier schon abgelaufen ist (lautes
Geschrei „ihr seid doch alles inkompetente Stümper“ und andere
nettigkeiten, Stifte die durch die gegend fliegen, bzw. jetzt
absolutes ignorieren meiner Person), trau ich mich das nicht.
Das würde glaub ich bei meinem Chef einer offenen
Kriegserklärung gleichkommen…

Kann ich menschlich gesehen verstehen dass du dann lieber nicht Öl ins Feuer giessen willst. Man kann andererseits aber auch sagen dass du nichts zu verlieren hast in dieser Firma. Das Zeugnis wird deinen weiteren Berufsweg aber begleiten und deswegen ist es schon sinnvoll wenn du da etwas Ordentliches bekommst, vor allem da es sowieso nicht wirklich schlecht ausfallen kann. Falls doch kannst du das in jedem Fall auf gutes Durchschnittsniveau anheben lassen, da hat deine alte Firma keine Chance dich zu deckeln wenn sie nicht nachweisen können dass du auffällig schlecht gearbeitet hast.

Ich weiß nicht wie zugänglich dein Chef ist, aber rein vom Menschenverstand her sollte ihm klar werden dass er aus der Nummer einfach nicht rauskommt weil wenn er nicht freiwillig ein korrektes Zeugnis schreibt kann er dazu gezwungen werden. Das macht nur Arbeit, aber er verliert in jedem Fall. Wenn er nicht ganz doof ist sollte er abwägen dass es dann besser ist gleich zu tun was eh unumgänglich ist.

Ich denke das werde ich machen, wie gesagt ich zähle
mittlerweile die Tage rückwärts.

Alles kein Problem.

Danke fürs beruhigen!!

Halte durch, wird schon klappen! :wink:

MecFleih

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Hi,

Mit solch einem WQisch, der nur die
Arbeitszeit bescheinigt, muß und sollte man sich also
keinesfalls zufrieden geben.

Ich glaub das muss ich meiner Ex-Kollegin mal stecken!

Schau mal im Archiv, ich habe ein paar Mal die Regeln
beschrieben, die Zeugnisse formal und inhaltlich erfüllen
müssen. Ansonsten kannst du auch mal bei
http://www.arbeitszeugnis.de oder generell im Netz nachlesen.

Bin ich schon dabei :smile: Danke für die vielen Tipps!! (würd dir ja am liebsten zwei Sternchen geben *schleim*).

Kann ich menschlich gesehen verstehen dass du dann lieber
nicht Öl ins Feuer giessen willst. Man kann andererseits aber
auch sagen dass du nichts zu verlieren hast in dieser Firma.

Da hast du schon recht, nur ist die Überwindung so unendlich groß. *sigh*. Ich kann ja mal eins schreiben unds mir dann überlegen, ob ich das abgeben möchte.

Ich weiß nicht wie zugänglich dein Chef ist,

Das letzte mal als ein Kollege ihn was gefragt hat, wurde er angemacht, dass er doch nicht der Hausmeister ist (dabei ist er der Admin und der Rechner von meinem Kollege ging nicht).
Und seid neuestem begrüßt auch der zweite Chef nur noch meine Kollegen im Büro wenn er reinkommt. Also früher hieß es immer „Grüß Gott zusammen“ und seid gestern heißt es „Grüß Gott die Herren“…
So einen Kindergarten hab ich noch nie erlebt…

Menschenverstand her sollte ihm klar werden dass er aus der
Nummer einfach nicht rauskommt weil wenn er nicht freiwillig
ein korrektes Zeugnis schreibt kann er dazu gezwungen werden.

Ich schätze ihn tatsächlich so ein, dass er es darauf ankommen lässt, dass der andere vor ihm einknickt.

Halte durch, wird schon klappen! :wink:

Danke… noch 10 Tage…

Viele Grüße
/silvl

Hallo!

Ich arbeite selbst in der Personalabteilung / Personalauswahl und habe schon einige Zeugnisse gesehen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass in unserer Firma bei Bewerbungen immer darauf geachtet wird, wo der Bewerber gearbeitet hat und ob auch entsprechende Zeunisse beigelegt wurden.

Dabei achte ich vor allem auf die Benotung des Bewerbers und eventuellen versteckten Floskeln, die dann entsprechend zu deuten sind.
Wichtig sind auch die Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Ich würde aber selbst immer auf ein adäquates wohlwollendes Zeugniss bestehen. In diesem sollte auch (wenigstens im Groben) eine Tätigkeitsbeschreibung oder ein Tätigkeitsfeld angegeben werden.

Sollten Sie aber ein recht schlechtes Zeugniss oder Ihrer Meinung nach defamierendes Zeugnis sein und Sie sich nicht mehr mit dem ehemaligen Arbeitgeber auseinander setzen wollen, dann würde ich dieses Zeugnis in einer späteren Bewerbung unter den Tisch fallen lassen.
Manchesmal reicht es auch aus, wenn Sie andere positive Zeugnisse in die Mappe liegen. Dann fällt es dem Personaler auch nicht unbedingt (negativ) auf.
Es kann aber immer mal in einem Vorstellungsgespräch nach dem fehlenden Zeugniss gefragt werden, dann sollten Sie sich schon eine passende Antwort parat gelegt haben.

Ich weiß, dass viele davon abraten, aber schreiben Sie sich doch selbst ein Zeugniss und legen dies dem ehem. Arbeitgeber vor.
Diese Zeugnisse werden in aller Regel nie so unterzeichnet, aber dann muss er Ihnen erklären, warum er nicht gewillt ist, dies zu unterzeichenen und man kann dann ggf. im gegenseitigen Einvernehmen ein anständiges Zeugnis formulieren.

Zeugnisse sind in einer Bewerbung äußerst wichtig und oftmals der ausschlaggebende Punkt, ob man den Job bekommt, oder nicht.

Hallo,

Wichtig sind auch die Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Das sollte aber eigentlich nicht „auch“ wichtig sein, sondern die hauptsächliche Motivation, aus der heraus man jemanden einstellt! Zumindest sollte erkennbar sein dass derjenige Potential hat, und zwar fachlich wie menschlich. Einarbeiten muß sich ein Neuling IMMER, einfach schon weil die Abläufe und Strukturen in jedem Unternehmen anders sind, selbst wenn derjenige eine identische Tätigkeit ausüben würde.

Ich würde aber selbst immer auf ein adäquates wohlwollendes
Zeugniss bestehen. In diesem sollte auch (wenigstens im
Groben) eine Tätigkeitsbeschreibung oder ein Tätigkeitsfeld
angegeben werden.

Finde ich offenbar auch deutlich wichtiger als du. IMHO ist das einer der Kernpunkte eines Zeugnisses weil es relativ objektiv darstellt was derjenige gemacht hat. Alles andere, die Beurteilung, ist subjektiv gefärbt, beim einen besonders wohlwollend, bei einem anderen absichtlich negativ. Und in 95% aller Fälle hat der Stümper, der das Zeugnis schrieb, nicht mal haargenau gewußt welche Bedeutung kleinen Formulierungen zukommen kann.

Beispielsweise taucht die Floskel „… erfüllte die ihm/ihr übertragenen Aufgaben…“ in beinahe jedem Zeugnis auf - obwohl es manchmal so gedeutet wird als habe jemand wenig Eigeninitiative gezeigt und mußte meistens zum arbeiten angehalten werden.
Wenn es aber so wäre - obwohl es so in 80% aller Zeugnisse steht - müßte unser Land zusammenbrechen weil dann würde ja keiner mehr aus eigenem Antrieb arbeiten, sondern nur die 20% aktive Mitarbeiter wären noch zu gebrauchen.

Sollten Sie aber ein recht schlechtes Zeugniss oder Ihrer
Meinung nach defamierendes Zeugnis sein und Sie sich nicht
mehr mit dem ehemaligen Arbeitgeber auseinander setzen wollen,
dann würde ich dieses Zeugnis in einer späteren Bewerbung
unter den Tisch fallen lassen.

Das würde ich ganz sicher nicht tun! WENN etwas „tödlich“ ist dann Lücken zu haben und sie nicht erklären zu können. Das ist doch das erste, wonach man gefragt werden wird - was die Lücke zu bedeuten hat…

Bei einem schlechten Zeugnis wehrt man sich und sorgt dafür dass man ein Besseres bekommt. Die Chancen eines Arbeitnehmers stehen dabei so gut wie in kaum jemals einer anderen Sache - wenn man nicht nachweislich schlecht gearbeitet hat.

Manchesmal reicht es auch aus, wenn Sie andere positive
Zeugnisse in die Mappe liegen. Dann fällt es dem Personaler
auch nicht unbedingt (negativ) auf.

Dann ist er eine Flasche, gehört nicht auf seine Position und sollte lieber klein mit Hut sein anstatt sich bei Bewerbern wegen mangelnden Fähigkeiten zu echauffieren.

Es kann aber immer mal in einem Vorstellungsgespräch nach dem
fehlenden Zeugniss gefragt werden, dann sollten Sie sich schon
eine passende Antwort parat gelegt haben.

Halte ich auch für eine Totsünde. Entweder man ist ehrlich - oder es ist von vorneherein der Wurm drin.

In Deutschland krankt es viel zu sehr daran dass alle nur auf Papiere schauen anstatt sich den Menschen anzusehen. Es gibt 1000 Gründe wieso man kein perfektes Zeugnis bekommen hat, schon in der Schule gibt es 2 Streber - die menschlich dann auch unbrauchbar waren - und 30 andere, die keine perfekten Zeugnisse hatten, sondern den Bereich mittelmäßig-unterdurchschnittlich abgedeckt haben, aber aus denen dennoch etwas geworden ist, die ihren Weg gemacht haben, und die in ihren Interessengebieten und Professionen vielleicht super Leute waren.

In manchen Positionen zählt auch kein fachlicher Perfektionismus, den es sowieso nie geben kann weil wir alle Menschen sind, sondern es zählt dass jemand verlässlich, teamfähig und engagiert ist.

Wenn jemand dann im Vorstellungsgespräch unehrlich ist - und das wird ein Personaler, der seinen Job nur halbwegs ordentlich ausfüllt sofort merken wenn ein Lebenslauf Lücken hat - ist das ein wirklich trifftiger Grund jemanden nicht einzustellen. Unehrlichkeit ist das Letzte, weil dann ist das Vertrauen gestört und denjenigen wird man nie brauchen können.

Bei einem einzelnen Ausreißer, ein blödes Zeugnis unter ansonsten guten Beurteilungen, fällt IMHO klar auf einen idiotischen AG zurück und nicht auf einen Bewerber, der einen positiven Eindruck macht.

Also NIEMALS mit offensichtlichen Lügen auftreten, damit fällt man sofort auf und fällt auch sofort durch jegliches Raster. Dann lieber dazu stehen dass es nicht so gepaßt hat, das ist nicht weiter schlimm und jedem nachvollziehbar. Und es ist ehrlich - so jemanden will ich in meinem Laden haben, aber keinen Schwätzer, der mit tumbe Unwahrheiten auftischt, noch dazu wo ich sie sofort durchschaue.

Ich weiß, dass viele davon abraten, aber schreiben Sie sich
doch selbst ein Zeugniss und legen dies dem ehem. Arbeitgeber
vor.

Ist höchst sinnvoll. Wer rät denn davon ab? Viele AG’s haben schlicht keinen Bock und keine Ahnung und sind durchaus froh wenn ihnen die Arbeit abgenommen wird. Natürlich sollte das Zeugnis „sehr positiv und dennoch wahrheitsgemäß“ sein, so dass der AG es unterschreiben kann. Wenn man natürlich komplett davon abweicht wie der AG einen sieht - klar, dann wird er ablehnen…

Zeugnisse sind in einer Bewerbung äußerst wichtig und oftmals
der ausschlaggebende Punkt, ob man den Job bekommt, oder
nicht.

Das ist aber ein Armutszeugnis für einen Arbeitgeber. Wer sich so auf Zaugnisformulierungen versteift, obwohl klar ist dass es weder objektiv ist noch die meisten Schreiber Ahnung davon haben, was sie da zu Papier bringen, sollte man dem Zeugnis nicht zu viel Bedeutung beimessen. Viel wichtiger ist der Eindruck des Menschen.

Leute nur nach dem Zeugnis zu beurteilen hat ungefähr soviel Profil wie abgefahrene Winterreifen. Das ist ein Armutszeugnis, im wahrsten Sinne des Wortes, und zwar für den alten und den vielleicht neuen AG.

Gruß,

MecFleih

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