Hallo,
Wichtig sind auch die Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Das sollte aber eigentlich nicht „auch“ wichtig sein, sondern die hauptsächliche Motivation, aus der heraus man jemanden einstellt! Zumindest sollte erkennbar sein dass derjenige Potential hat, und zwar fachlich wie menschlich. Einarbeiten muß sich ein Neuling IMMER, einfach schon weil die Abläufe und Strukturen in jedem Unternehmen anders sind, selbst wenn derjenige eine identische Tätigkeit ausüben würde.
Ich würde aber selbst immer auf ein adäquates wohlwollendes
Zeugniss bestehen. In diesem sollte auch (wenigstens im
Groben) eine Tätigkeitsbeschreibung oder ein Tätigkeitsfeld
angegeben werden.
Finde ich offenbar auch deutlich wichtiger als du. IMHO ist das einer der Kernpunkte eines Zeugnisses weil es relativ objektiv darstellt was derjenige gemacht hat. Alles andere, die Beurteilung, ist subjektiv gefärbt, beim einen besonders wohlwollend, bei einem anderen absichtlich negativ. Und in 95% aller Fälle hat der Stümper, der das Zeugnis schrieb, nicht mal haargenau gewußt welche Bedeutung kleinen Formulierungen zukommen kann.
Beispielsweise taucht die Floskel „… erfüllte die ihm/ihr übertragenen Aufgaben…“ in beinahe jedem Zeugnis auf - obwohl es manchmal so gedeutet wird als habe jemand wenig Eigeninitiative gezeigt und mußte meistens zum arbeiten angehalten werden.
Wenn es aber so wäre - obwohl es so in 80% aller Zeugnisse steht - müßte unser Land zusammenbrechen weil dann würde ja keiner mehr aus eigenem Antrieb arbeiten, sondern nur die 20% aktive Mitarbeiter wären noch zu gebrauchen.
Sollten Sie aber ein recht schlechtes Zeugniss oder Ihrer
Meinung nach defamierendes Zeugnis sein und Sie sich nicht
mehr mit dem ehemaligen Arbeitgeber auseinander setzen wollen,
dann würde ich dieses Zeugnis in einer späteren Bewerbung
unter den Tisch fallen lassen.
Das würde ich ganz sicher nicht tun! WENN etwas „tödlich“ ist dann Lücken zu haben und sie nicht erklären zu können. Das ist doch das erste, wonach man gefragt werden wird - was die Lücke zu bedeuten hat…
Bei einem schlechten Zeugnis wehrt man sich und sorgt dafür dass man ein Besseres bekommt. Die Chancen eines Arbeitnehmers stehen dabei so gut wie in kaum jemals einer anderen Sache - wenn man nicht nachweislich schlecht gearbeitet hat.
Manchesmal reicht es auch aus, wenn Sie andere positive
Zeugnisse in die Mappe liegen. Dann fällt es dem Personaler
auch nicht unbedingt (negativ) auf.
Dann ist er eine Flasche, gehört nicht auf seine Position und sollte lieber klein mit Hut sein anstatt sich bei Bewerbern wegen mangelnden Fähigkeiten zu echauffieren.
Es kann aber immer mal in einem Vorstellungsgespräch nach dem
fehlenden Zeugniss gefragt werden, dann sollten Sie sich schon
eine passende Antwort parat gelegt haben.
Halte ich auch für eine Totsünde. Entweder man ist ehrlich - oder es ist von vorneherein der Wurm drin.
In Deutschland krankt es viel zu sehr daran dass alle nur auf Papiere schauen anstatt sich den Menschen anzusehen. Es gibt 1000 Gründe wieso man kein perfektes Zeugnis bekommen hat, schon in der Schule gibt es 2 Streber - die menschlich dann auch unbrauchbar waren - und 30 andere, die keine perfekten Zeugnisse hatten, sondern den Bereich mittelmäßig-unterdurchschnittlich abgedeckt haben, aber aus denen dennoch etwas geworden ist, die ihren Weg gemacht haben, und die in ihren Interessengebieten und Professionen vielleicht super Leute waren.
In manchen Positionen zählt auch kein fachlicher Perfektionismus, den es sowieso nie geben kann weil wir alle Menschen sind, sondern es zählt dass jemand verlässlich, teamfähig und engagiert ist.
Wenn jemand dann im Vorstellungsgespräch unehrlich ist - und das wird ein Personaler, der seinen Job nur halbwegs ordentlich ausfüllt sofort merken wenn ein Lebenslauf Lücken hat - ist das ein wirklich trifftiger Grund jemanden nicht einzustellen. Unehrlichkeit ist das Letzte, weil dann ist das Vertrauen gestört und denjenigen wird man nie brauchen können.
Bei einem einzelnen Ausreißer, ein blödes Zeugnis unter ansonsten guten Beurteilungen, fällt IMHO klar auf einen idiotischen AG zurück und nicht auf einen Bewerber, der einen positiven Eindruck macht.
Also NIEMALS mit offensichtlichen Lügen auftreten, damit fällt man sofort auf und fällt auch sofort durch jegliches Raster. Dann lieber dazu stehen dass es nicht so gepaßt hat, das ist nicht weiter schlimm und jedem nachvollziehbar. Und es ist ehrlich - so jemanden will ich in meinem Laden haben, aber keinen Schwätzer, der mit tumbe Unwahrheiten auftischt, noch dazu wo ich sie sofort durchschaue.
Ich weiß, dass viele davon abraten, aber schreiben Sie sich
doch selbst ein Zeugniss und legen dies dem ehem. Arbeitgeber
vor.
Ist höchst sinnvoll. Wer rät denn davon ab? Viele AG’s haben schlicht keinen Bock und keine Ahnung und sind durchaus froh wenn ihnen die Arbeit abgenommen wird. Natürlich sollte das Zeugnis „sehr positiv und dennoch wahrheitsgemäß“ sein, so dass der AG es unterschreiben kann. Wenn man natürlich komplett davon abweicht wie der AG einen sieht - klar, dann wird er ablehnen…
Zeugnisse sind in einer Bewerbung äußerst wichtig und oftmals
der ausschlaggebende Punkt, ob man den Job bekommt, oder
nicht.
Das ist aber ein Armutszeugnis für einen Arbeitgeber. Wer sich so auf Zaugnisformulierungen versteift, obwohl klar ist dass es weder objektiv ist noch die meisten Schreiber Ahnung davon haben, was sie da zu Papier bringen, sollte man dem Zeugnis nicht zu viel Bedeutung beimessen. Viel wichtiger ist der Eindruck des Menschen.
Leute nur nach dem Zeugnis zu beurteilen hat ungefähr soviel Profil wie abgefahrene Winterreifen. Das ist ein Armutszeugnis, im wahrsten Sinne des Wortes, und zwar für den alten und den vielleicht neuen AG.
Gruß,
MecFleih