Hallo!
Also letztendlich versteh ich es so, dass Photonen von
gewissen Flächen wahrscheinlicher in mache Richtungen
emittiert werden als in andere.
Ok.
Errechnen kann man das gut mit konstruktiver und destruktiver
Interferenz.
Aber da die Photonen nicht einfach in den Raum geschickt
werden, wo sie dann mit einen zufällig dort befindlichen
anderen Photon interferieren, muss die Information, wo das
Photon am wahrscheinlichsten ist, doch kurz vor der Emission
bekannt sein.
Nein. Für ein einzelnes (!) Photon müssen alle Wege betrachtet werden. Es interferiert quasi mit sich selbst.
Also kann man aufgrund irgendwelcher
Elektronenhülleneigenschaften den Matrialien mathematisch
gewisse Emittierungswinkel zuordnen, die am wahrscheinlichsten
sind.
Nein. Mit der Elektronenhülle hat das überhaupt gar nichts zu tun. Hör doch endlich auf, über die Atome nachzudenken, das bringt Dich nicht weiter! Auch eine Glasoberfläche reflektiert, obwohl die Atome darin die Strahlung gar nicht absorbieren können. Nur beträgt die Reflexivität hier viel weniger als bei einem metallischen Spiegel.
Aber mal neben bei bemerkt. Wir sprechen ständig von
Interferenz, aber da das „normale Alltagslicht“ nicht
phasengleich schwingt, sondern beliebig, weiß ich gar nicht,
wie hier die Interferenz so gut funktionieren soll.
- Wie gesagt: Die Interferenz findet schon bei einem einzigen Photon mit sich selbst statt.
- Für Einfallswinkel=Ausfallswinkel beträgt für jede Lichtwelle der Gangunterschied gleich Null. (In anderen Worten: Das Maximum 0. Ordnung liegt für alle Wellenlängen in der gleichen Richtung).
Folglich ist hierfür Kohärenz gar nicht erforderlich.
(Anders sieht es mit den anderen Dingen aus, Fresnel-Platte usw. Da sollte das Licht schon kohärent sein).
Aber Materie besteht doch nun mal aus Atomen. Wenn man also
die Wechselwirkung von Strahlung mit Materie erklären will,
muss man wohl auf Atome zurückgreifen.
Nein. Viele Eigenschaften von Festkörpern lassen sich nicht durch die einzelnen Atome erklären, sondern nur durch ihren Verbund. Ein einzelnes Kupferatom hat keine elektrische Leitfähigkeit. Ein Kupferdraht hingegen schon (nur um ein triviales Beispiel zu nennen:smile:
Wird in einem Physikstudium die Wechselwirkung zwischen
Atomen/Molekülen überhaupt so genau besprochen bzw. ist das
wissenschaftlich über haupt schon auf eine einheitliche
Theorie gebracht, weil man für Reemission, Spiegelung,
transparente Medien etc. immer andere Erklärungmodelle
heranzieht. Wahrscheinlich weil es noch kein einheitliches
gibt, oder?
Na ganz so ist es auch nun wieder nicht
Für viele Dinge braucht man die Quantenphysik. Manchmal reicht jedoch die Maxwellsche Elektrodynamik vollkommen zur Beschreibung aus. Das Ehrenfestsche Theorem besagt, dass die Gesetze der Quantenphysik unter makroskopischen Bedingungen in die klassische Physik übergehen müssen. Manche Dinge kann man also mit klassischen Begriffen vollständig beschreiben (was oft einfacher ist), andere hingegen nicht.
Michael