Wie wird man eigentlich Rabbiner

Moin,

angesichts dieses Artikels

http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,367531,0…

hab ich mich gefragt, wie wird man eigentlich Rabbiner ?
Muss man eine bestimmte Ausbildung haben ?
Wird man gewählt ?
Welche Autorität haben solche radikalen Rabbiner ?
Wer würde auf sie hören ?
Kann man sie irgendwie absetzen oder aus dem Verkehr ziehen und wenn ja, wer könnte das ?

Fragt
Marion

Hallo Marion,

ich werde versuchen, Deine Fragen auf einer allgemeinen Ebene zu beantworten, und soweit ich darüber weiß etwas zur Ultraorthodoxie zu sagen. Du kannst Dir vorstellen, daß dieser Teil des jüdischen Spektrums nicht unbedingt mein Ort ist. Die Rabbiner, auf die sich der Spiegel-Artikel bezieht, gehören einem radikalen Spektrum innerhalb der Ultraorthodoxie an. Diese ist nicht repräsentativ für Rabbiner und Rabbinat im allgemeinen.

http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,367531,0…

Zum Einstieg empfehle ich meinen Artikel „Richtungen im Judentum“, damit wir eine gewisse Grundlage gemeinsam haben, auf die wir uns beziehen können:
http://www.berlin-judentum.de/synagogen/richtungen.htm

Im Folgenden werde ich mich auf orthodoxes und liberales Judentum (also die nicht-orthodoxen Richtungen) beziehen.

hab ich mich gefragt, wie wird man eigentlich Rabbiner?

Das ist - egal in welcher Richtung des Judentums - ein mehrere Jahre dauernder Prozeß.

Muss man eine bestimmte Ausbildung haben ?

Es gibt Rabbinerseminare für die unterschiedlichen Richtungen des Judentums. Die Ausbildung dauert etwa fünf Jahre - kann auch länger sein. Ein Jahr davon ist in Israel. Es ist an akademischen Standards orientiert (ausgenommen Ultraorthodoxie). Es gibt ein Curriculum, das durchlaufen werden muß und es muß eine Abschlußarbeit geschrieben werden.

Die Semicha (Ordination) erfolgt von der ausbildenden Institution.

Die Form der „Privatordination“ ist heute nur noch in Ausnahmefällen üblich in den liberalen Richtungen des Judentums.
In der Ultraorthodoxie heute sowie im Judentum der Vormoderne war die „Privatordination“ die gängige Form. Das heißt, ein Rabbinatsgericht aus drei Rabbinern bestehend prüfte, ob der Rabbinatsanwärter in der Lage ist, religionsgesetzliche Entscheidungen zu treffen und zu lehren. Das sind die traditionellen Funktionen des Rabbiners.

Deshalb die Frage: „jore“ (soll er lehren?)- Antwort „jore“ (er soll lehren" und „jadin“ (soll er richten) - Antwort „jadin“ (er soll richten).

Wird man gewählt ?

Jede Gemeinde ist in der Wahl ihres Rabbiners / ihrer Rabbinerin autonom. Sie kann sich auch eine Person wählen, die den von mir oben geschilderten Standards nicht entspricht.

Man kann also einen Ausbildungsgang abgeschlossen haben und einen Titel haben, aber RabbinerIN ist man im Wesentlichen dann, wenn einen eine Gemeinde als solchen anerkent.

Welche Autorität haben solche radikalen Rabbiner ?

Die, die ihnen ihre Anhängerschaft einräumt.

Wer würde auf sie hören ?

sehr unterschiedlich! Ich sicher nicht auf die Herren der Ultraorthodoxie.

Kann man sie irgendwie absetzen oder aus dem Verkehr ziehen
und wenn ja, wer könnte das ?

Von außen kann sie niemand absetzen, weil eben jede Gemeinde autonom ist. In jüdischen Gemeinden ist es üblich, daß Rabbiner für eine bestimmte Zeit einen Vertrag bekommen, und dann sieht man, ob man sie weiterhin haben will.
Wie das in den ultraorthodoxen Communities im Detail läuft, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wenn sie kriminell werden und deshalb im Knast landen, dann wären sie damit - fürs erste - aus dem Verkehr gezogen :wink:

Zur Situation in Israel wird sicher datafox noch eingehender schreiben, und zur Orthodoxie Elimelech.

Hier ein Link zu mehreren Rabbinerseminaren in den USA
http://www.umsl.edu/services/govdocs/ooh20022003/oco…

Und hier das erste liberale Rabbinerseminar in Deutschland nach dem Holocaust:
http://www.abraham-geiger-kolleg.de

Viele Grüße

Iris

Welche Autorität haben solche radikalen Rabbiner ?
Wer würde auf sie hören ?

wie schon erwähnt, ist ein rabbiner keiner einheitlichen institution unterstellt wie das bei einer kirche der fall wäre. die im artikel genannten radikalen rabbiner sind einzelpersonen mit einer nicht unbeträchtlichen anzahl an anhängern, die alles tun, was ihr herr und meister anordnet. diese leute bestimmen, welche partei sie zu wählen haben, und abertausende wählen dann gemäß der anordnung ihres rabbis. das ist ein bekannter zustand. nun - daran ist aber noch nichts verkehrt. jeder darf wählen was er will, und jeder darf seine religion ausüben wie er das möchte. aber…

meistens sind diese bestimmten rabbis auch von einer art esoterischen aura umgeben, besonders jene der orientalischen richtungen. das hat nach meinem ganz persönlichen empfinden schon nichts mehr mit religion zu tun, sondern mehr mit personenkult. aber das ist meine meinung.

zur zeit (ist nicht das erste mal) ist es so, daß diese gurus anordnungen geben, die gegen das gesetz sind. die zeremonie der pulsadinura (todesfluch) auf einem friedhof usw. hat schon etwas sehr befremdliches an sich. ihre anhänger folgen ihnen auf biegen und brechen. sich gegen die staatsgewalt zu stellen ist bereits ungesetzliich. nägel und öl auf autobahnen zu streuen geht bereits in die richtung „angriff auf leib und leben“. und man sagt, der mord an rabin sei bei so einer zeremonie „angeordnet“ worden - dieselbe fand jetzt gegen scharon statt!

Kann man sie irgendwie absetzen oder aus dem Verkehr ziehen
und wenn ja, wer könnte das ?

absetzen kann man die nicht, da sie ja autonom sind. wer sollte das tun? aus dem verkehr ziehen ist natürlich eine adnere sache. ein rabbiner ist auch nur ein bürger wie jeder andere, und wenn er sich vergehen schuldig macht, dann geht er sitzen. der scharonfluch kann durchaus als morddrohung verstanden werden. blieben noch weitere anschuldigungen wegen aufhetzung, und gegen scharon wegen beleidigung - sie nennen ihn regelmäßig „diktator“ und andere nette dinge.

zru zeit ist es sehr angespannt. ein riß geht durch die bevölkerung. entweder man ist dafür oder dagegen. leute tragen orangefarbene bändchen, tshirts und banner - das sind die gegner der abkoppelung. wer für scharon ist, trägt blauweiß. ich trage seit wochen keine orangefarbene kleidung mehr. die dummen sprüchen gehen mir auf die nerven.

noch 2 wochen, dann ist es soweit. die ersten siedler sind schon umgezogen - freidlich. wer vor dem 15. august frewillig geht, wird finanziell belohnt. mal sehen ob das was nutzt.

das größte „ding“ ist zur zeit die großdemo nach gaza. die polizei greift zu seltsamen mitteln wie zb. käfige, in die sie die leute stecken will, die sich wehren.

man mag sich auf der anderen seite nicht vorstellen, wie die geräumten sich fühlen mögen. die haben ihre häuser mit trara erst geschenkt bekommen, im glauben, etwas „gutes“ zu tun wenn sie dahinziehen und sich bechießen lassen, und jetzt müssen sie raus. ich würde mich verarscht fühlen von der regierung.

am ärmsten sind für mich die soldaten. erst sich umbringen lassen, um ein paar siedler inmitten von tausenden arabern zu schützen, und jetzt von ebendiesen leuten verprügelt und beschimpft zu werden, für die sie damals den schädel hingehalten haben, ohne das auch nur zu wollen. (soldaten die nach gaza kommandiert wurden waren oft gegen die siedler. kenne solche. und jetzt werden sie bespuckt.)

gruß
dataf0x

Hallo Iris,

vielen Dank auch dir für die Info und noch ein paar Fragen.

Die Form der „Privatordination“ ist heute nur noch in
Ausnahmefällen üblich in den liberalen Richtungen des
Judentums.
In der Ultraorthodoxie heute sowie im Judentum der Vormoderne
war die „Privatordination“ die gängige Form. Das heißt, ein
Rabbinatsgericht aus drei Rabbinern bestehend prüfte, ob der
Rabbinatsanwärter in der Lage ist, religionsgesetzliche
Entscheidungen zu treffen und zu lehren. Das sind die
traditionellen Funktionen des Rabbiners.

In diesem Artikel

http://www.idi.org.il/english/article.asp?id=2208

wird sogar verneint, dass Josef Dajan überhaupt Rabbiner ist. Alles sehr verwirrend. Wie verhindert denn das Judentum, dass sich z.B. einer selbst als Rabbiner ausgibt oder fälschlicherweise so bezeichnet wird, um seinen Worten oder Taten mehr Gewicht zu verleihen ?

Kann man sie irgendwie absetzen oder aus dem Verkehr ziehen
und wenn ja, wer könnte das ?

Von außen kann sie niemand absetzen, weil eben jede Gemeinde
autonom ist. In jüdischen Gemeinden ist es üblich, daß
Rabbiner für eine bestimmte Zeit einen Vertrag bekommen, und
dann sieht man, ob man sie weiterhin haben will.
Wie das in den ultraorthodoxen Communities im Detail läuft,
entzieht sich meiner Kenntnis.

Was ist denn mit dem Großrabbinat ? Ich hab das immer so verstanden, dass dies quasi die höchste religiöse Instanz des Judentums ist. Welcht Aufgaben/Kompetenzen hat denn das Großrabbinat ?

Gruß
Marion

Moin,

vielen Dank für die Info(*) und noch eine Frage.
Hat sich das Großrabbinat in Israel in irgend einer Weise zu diesen Vorgängen oder dem Fluch damals gegen Rabin geäußert ?

Gruß
Marion

Hallo Marion,

meine Antwort wird das Ganze für Dich vermutlich noch verwirrender machen.

In diesem Artikel

http://www.idi.org.il/english/article.asp?id=2208

wird sogar verneint, dass Josef Dajan überhaupt Rabbiner ist.
Alles sehr verwirrend. Wie verhindert denn das Judentum, dass
sich z.B. einer selbst als Rabbiner ausgibt oder
fälschlicherweise so bezeichnet wird, um seinen Worten oder
Taten mehr Gewicht zu verleihen ?

Gar nicht! Auch in Deutschland gibt es ein paar Typen, die als „Rabbiner“ herumlaufen und vermutlich keine sind. Oder was soll ich davon denken, wenn ein Geschäftsmann, der zugegebenermaßen religiös geworden ist und viel lernt, dann für vier Monate nach Israel geht und dann wiederkommt und als „Rabbiner“ auftritt?

Das Judentum ist eine sehr demokratische Angelegenheit (mit Ausnahme von einigen Hardlinergruppen mit ihren Rabbiner-Gurus). Man verläßt sich darauf, daß die Gemeinden die Kompetenz haben durchzublicken, wer ein Fake ist und wer wirklich was zu sagen hat. Nur - als diese demokratischen Strukturen im Judentum etabliert wurden (vor etwa zweitausend Jahren fing dieser Prozeß mit der Zerstörung des Tempels an) war der Holocaust nicht voraussehbar.

Was hat das Ganze nun mit dem Holocaust zu tun? Wenn eine Gemeinde eine lernende und damit eine gelehrte ist, dann kann sie diese Unterscheidungen treffen (Fake oder nicht) - durch den Holocaust haben wir ein Riesenvakuum. Es konnte nicht oder fast nicht gelernt werden, weil die Lehrer fehlten! So ist zumindest die Situation in weiten Bereichen Mittel- und Osteuropas. Und damit können Leute Rabbiner werden oder sich als Rabbiner ausgeben, bei denen das früher undenkbar gewesen wäre.

Wie solche Mechanismen, daß Fakes das Sagen haben, in Israel zustande kommen können, kann ich Dir nicht sagen.

Was ist denn mit dem Großrabbinat ? Ich hab das immer so
verstanden, dass dies quasi die höchste religiöse Instanz des
Judentums ist. Welcht Aufgaben/Kompetenzen hat denn das
Großrabbinat ?

Du meinst vermutlich den sephardischen bzw. den aschkenasischen Oberrabbiner. Die sind in bestimmten Bereichen der Gesetzgebung in Israel von Bedeutung, weil z.B. das Familienrecht nach der Halacha (jüdisches Religionsgesetz) geregelt ist.

In der Diaspora nimmt man sie außerhalb der Orthodoxie zur Kenntnis, weil sie eine hohe Position haben, aber was sie meinen hat nicht mehr als Empfehlungscharakter. Ich mußte als ich Dein Posting las, erst einmal eine Zeitlang nachdenken, wer überhaupt im Moment aschkenasischer Oberrabbiner ist: Lau nicht mehr - ach das war doch der Typ der letztes Jahr im März in Berlin war - wie hieß er gleich - ach ja Jonah Metzger - ach danach hat man von dem gehört, daß es Korruptionsvorwürfe gab …

Du verstehst?

Viele Grüße

Iris

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Hat sich das Großrabbinat in Israel in irgend einer Weise zu
diesen Vorgängen oder dem Fluch damals gegen Rabin geäußert ?

ehm was meinst du mit „großrabbinat“? es gibt einerseits staatlich angestellte rabbiner (beamte). ich habe gehört, daß in haifa ein solcher etwas möglicherweise strafrechtlich relevantes geäußert habe und jetzt abgeschossen werden sollte. (als beamter natürlich - staatsweise entrabbinern kann man jemanden ja nicht.)

andererseits gibt es zwei „oberrabbiner israels“. zumindest nennt man sie so, auch wenn es für einen einzelnen juden im prinzip keinen grund gibt, sie als religisöe autorität anzuerkennen. (das ist mehr ein politischer posten als ein religiöser.) es gibt einen europäischen und einen orientalischen oberrabbiner (damit gleichgewicht zwischen den kulturen herrscht). sowohl die aktuellen beiden als auch mehrere ex chief rabbis sind aktive gestalten in der politik.

alles was der orientalische cheif rabbi kürlzlich in einem interview meinte (soweit man das genuschel vestehen konnte) waren phrasen wie „wir beten jeden tag daß die abkoppelung nicht passiert. der heilige im himmel wird es in ordnung bringen“ usw usf. also nichts konkretes zu einem fluch oder ähnliches. je nach geschmack darf man interpretieren, was genau er denn da meinte. (ich gebe zu, daß mir diese gestalten nicht sympathisch sind. allein von seinen auftritten und seiner kleidung würde jeder, der ihn nicht kennt, auf den ayatollah tippen.)

mehr dazu hier, über einen gottesdienst gegen die abkoppelung.
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3118474,00…

dabei geht es auch um den freidhof in gusch katif. DAS ist imho eine wirklich sensible angelegenheit. gräber dürfen nunmal nicht einfach verschoben werden. dabei werden massiv nicht nur religiöse sondern überhaupt menschliche gefühle verletzt. was sollen die menschen denken, die zuerst dorthin zogen, mit staatlicher hilfe (!), und jetzt werden ihre toten ausgegraben wie tierkadaver? wie sich das lösen läßt wird sich zeigen.

damals bei rabbin - na da kann ich nur recherchieren oder leute fragen. das war ja lange „vor meiner zeit“ :wink:

gruß
dataf0x

zusatz reaktion zu rabin
http://www.mfa.gov.il/MFA/MFAArchive/1990_1999/1995/…

grade gefunden. dachte das wäre interessant.
(heute sind zwei andere chief rabbis im amt).

gruß
dataf0x

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Aufgaben des Oberrabbinats

Welcht Aufgaben/Kompetenzen hat denn das
Großrabbinat ?

u.a. das ausstellen von koscherzertifikaten, das einsetzen von richtern in den religionsgerichten, die vergabe der kompetenz, ehen zu schließen und beratertätigkeiten.

http://www.geocities.com/savepalestinenow/indexisrae…
(der text wird wohl korrekt sein, trotz des ominösen usernamens in dem link.)

gruß
dataf0x

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Hallo,

Hat sich das Großrabbinat in Israel in irgend einer Weise zu
diesen Vorgängen oder dem Fluch damals gegen Rabin geäußert ?

ehm was meinst du mit „großrabbinat“?

andererseits gibt es zwei „oberrabbiner israels“.

ev ist ja dies als 'Grosrabbinat bekannt ?

zumindest nennt man sie so, auch wenn es für einen einzelnen juden
im prinzip keinen grund gibt, sie als religisöe autorität
anzuerkennen. (das ist mehr ein politischer posten als ein
religiöser.) es gibt einen europäischen und einen
orientalischen oberrabbiner (damit gleichgewicht zwischen den
kulturen herrscht).

(ich gebe zu, daß mir diese gestalten nicht sympathisch sind. allein
von seinen auftritten und seiner kleidung würde jeder, der ihn nicht
kennt, auf den:ayatollah tippen.)

es gibt einerseits staatlich angestellte rabbiner (beamte).

Warum sind diese Leute Staatsangestellte ?

dabei geht es auch um den friedhof in gusch katif. DAS ist
imho eine wirklich sensible angelegenheit. gräber dürfen
nunmal nicht einfach verschoben werden. wie sich das lösen läßt wird
sich zeigen.

Wenn bei Strasssenbauarbeiten Friedhöfe entdeckt werden, geht es doch auch, oder ?

und jetzt werden ihre toten ausgegraben wie tierkadaver?

das ist billige Polemik !

dabei werden massiv nicht nur religiöse sondern überhaupt menschliche
gefühle verletzt. was sollen die menschen denken, die zuerst dorthin
zogen, mit staatlicher hilfe (!),

Das da vorher die Felder/Besitztümer von Palistinensern waren, hat ja nicht gestört…
Und byt the way: Der Jewish Claim Fond hat 60 Jahre nach der Enteignung in D Geldentschädigungen an Land gezogen. Lebende Erben konnten sogar ihren Besitz wiedererlangen (also natural, nicht als Geld).
mal nachdenken, was dies für die sog. besetzten Gebiete bedeutet.

Ciao maxet.
*der*sich*wirklich*dafür*interessiert*inwieweit die*religiösen*Bestimmungen*das*staatliche*Handeln*in*Isral*mitbestimmen*

Hallo Iris,

Du meinst vermutlich den sephardischen bzw. den
aschkenasischen Oberrabbiner. Die sind in bestimmten Bereichen
der Gesetzgebung in Israel von Bedeutung, weil z.B. das
Familienrecht nach der Halacha (jüdisches Religionsgesetz)
geregelt ist.

Nach deinen und datafox Ausführungen frage ich mich, ob Israel nicht eine theokratische Demokratie ist, welche bezogen auf die Staatsstruktur nur graduell Differenzen zum System im Iran aufweist.

Du verstehst?

nein

Ciao maxet.

ev ist ja dies als 'Grosrabbinat bekannt ?

wer weiß, jedenfalls nicht hier :wink:

Warum sind diese Leute Staatsangestellte ?

warum nicht? es gibt das religionsministerium.
falls jetzt ein geschrei ansetzt: es gibt analoge gesetze und einrichtungen für christen, dem islam (die richter heißen „kadis“ wußtet du das? interessant nicht wahr), den drusen usw.

Wenn bei Strasssenbauarbeiten Friedhöfe entdeckt werden, geht
es doch auch, oder ?

nein.

und jetzt werden ihre toten ausgegraben wie tierkadaver?

das ist billige Polemik !

keinesfalls, das sind menschliche gefühle. das judentum hat eine andere beziehungen zu gräbern. ein ausgraben ist undenkbar. von daher kann ich DAS schon verstehen, auch wenn ich sonst nichts für siedler übrig habe.

Das da vorher die Felder/Besitztümer von Palistinensern waren,
hat ja nicht gestört…

und vorher waren die besitztümer eben türkisch, kreuzfahrerisch und ganz zuvor …? israelitisch, oder zählen die davor auch noch? ich glaube du willst einfach nur ein bißchen stänkern als etwas zum thema beizutragen.

Und byt the way: Der Jewish Claim Fond hat 60 Jahre nach der
Enteignung in D Geldentschädigungen an Land gezogen.

ich glaube du willst wirklich nichts zum thema beitragen sondern nur durch polemische ausdrucksweise deine befindlichkeit zum ausdruck bringen. dicke fische „zieht man an land“, deals „zieht man an land“. deine ausdrucksweise ist nicht sachlich noch hat das etwas mit dem thema zu tun.

gruß
dataf0x

Nach deinen und datafox Ausführungen frage ich mich, ob Israel
nicht eine theokratische Demokratie ist, welche bezogen auf
die Staatsstruktur nur graduell Differenzen zum System im Iran
aufweist.

warum gehst du deiner frage nicht selbst nach und recherchierst ein wenig? vielleicht besuchst du auch den iran und israel. wenn du dann noch fragen hast, melde dich.

oder habe nur ich den eindruck, daß das gar keine frage war, sondern nur der versuch, hier stimmung zu machen?

gruß
dataf0x

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Hallo maxet,

Wenn bei Strasssenbauarbeiten Friedhöfe entdeckt werden, geht
es doch auch, oder ?

ich hab mal in Israel an archäologischen Ausgrabungen teilgenommen (1994 oder so). Damals wurden dann auch 2 Skelette entdeckt, über das Alter stritt man sich, weil man daran hätte fest machen können, ob es sich um Muslime oder Juden handelt. (byzantinische Zeit oder älter war die Frage).

Auf jeden Fall haben damals diverse orthodoxe Juden tagelang demonstriert, versucht die Grabungen aufzuhalten und zu verhindern. Die haben sich an die Absperrungen gekettet, wenn die Polizei kam, sind einmal bis in die Grabung direkt vorgedrungen und sind in die Grabungslöcher gesprungen. Wir fanden das damals zugegebenermaßen eher lustig. Das war aber eine hochsensible Sache (für die israelischen Archäologen vor allem ärgerlich). Es gab jeden Tag Poizeieinsatz, die die Demonstranten aber sehr vorsichtig immer abgeführt haben. Am nächsten Tag waren sie wieder da.

Naja, auf jeden Fall hat das mir damals gezeigt, das Gräber, egal wie alt, eine Sache ist, die nicht mal eben so geregelt werden kann wie bei uns.

grüßli,

barbara

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Hallo Maxet,

Nach deinen und datafox Ausführungen frage ich mich, ob Israel
nicht eine theokratische Demokratie ist, welche bezogen auf
die Staatsstruktur nur graduell Differenzen zum System im Iran
aufweist.

Du verstehst?

nein

Nein, das verstehe ich nicht. Denn der Scharia - das islamische Recht - sind im Iran alle unterworfen mit allen Konsequenzen.

Die Halacha - das jüdische Religionsgesetz - gilt nur für Juden. Und gerade weil Israel keine Theokratie ist, müssen dann für staatliche Gesetze, die ja für alle Staatsbürger gelten, Regeln gefunden werden, was unter Umständen gar nicht so einfach ist und derzeit für Leute, die nicht religiös heiraten wollen heißt: Sie können derzeit nicht in Israel heiraten. Das kann man durchaus bescheuert finden, aber:

In Israel werden Eheschließungen anerkannt, die im Ausland getätigt wurden, was auch einschließt, daß die Ehen von schwulen oder lesbischen Israelis anerkannt werden, die das in Ländern gemacht haben, wo es derzeit rechtlich möglich ist.

Ansonsten findet man auf der Seite der Uni Frankfurt über jüdisches Recht auch sehr viel zum Thema „jüdisches Recht in Israel“

http://www.juedisches-recht.de

Sehr zu empfehlen! Viele Grüße

Iris

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Hallo Barbara,

Wenn bei Strasssenbauarbeiten Friedhöfe entdeckt werden, geht
es doch auch, oder ?

ich hab mal in Israel an archäologischen Ausgrabungen
teilgenommen

Auf jeden Fall haben damals diverse orthodoxe Juden tagelang
demonstriert, versucht die Grabungen aufzuhalten und zu
verhindern. Die haben sich an die Absperrungen gekettet, wenn
die Polizei kam, sind einmal bis in die Grabung direkt
vorgedrungen und sind in die Grabungslöcher gesprungen.

Ich habe mal einen Artikel in SpiegelOnline glesen. Da wurde halt beschrieben, dass bei Strassenbauarbeiten ein Rabbiner mit anwesend war , um halt bei auftretenden Knochenfunden die Sache richtig zu lösen. M.W. durch umbettung.

Ciao maxet.

Wenn bei Strasssenbauarbeiten Friedhöfe entdeckt werden, geht
es doch auch, oder ?

nein.

hab da bei SpiegelOnline vor ca. 2 Jahren was gegenteiliges gelesen.

und jetzt werden ihre toten ausgegraben wie tierkadaver?

das ist billige Polemik !

keinesfalls, das sind menschliche gefühle. das judentum hat
eine andere beziehungen zu gräbern. ein ausgraben ist
undenkbar. von daher kann ich DAS schon verstehen, auch wenn
ich sonst nichts für siedler übrig habe.

Das da vorher die Felder/Besitztümer von Palistinensern waren,
hat ja nicht gestört…

und vorher waren die besitztümer eben türkisch,
kreuzfahrerisch und ganz zuvor …? israelitisch, oder zählen
die davor auch noch? ich glaube du willst einfach nur ein
bißchen stänkern als etwas zum thema beizutragen.

Nö, ich will darauf hinweisen, dass in D die EIgentumsrechte auch nach zwei Regimen immer noch durchgesetzt werden, wenn kein ordentlicher Eigentumsübergang (I.d.R. durch Kauf) zustandekam.

Und byt the way: Der Jewish Claim Fond hat 60 Jahre nach der
Enteignung in D Geldentschädigungen an Land gezogen.

ich glaube du willst wirklich nichts zum thema beitragen
sondern nur durch polemische ausdrucksweise deine
befindlichkeit zum ausdruck bringen. dicke fische „zieht man
an land“, deals „zieht man an land“. deine ausdrucksweise ist
nicht sachlich noch hat das etwas mit dem thema zu tun.

doch es geht um die Rückgabe unrechtmässigen Eigentums im einem Rechtsstaat.In Ostdeutschland waren Anfang der 1990er die Akten der Jahre 1933ff. (inkl. 1945ff) sehr wichtig für die Feststellung des korrekten Eigentümers resp. der Ermittlung von finanz. Ansprüchen. Dies betraf alle Opfer der NS- und der DDR- Zeit (Enteignungen unter Besatzungssatut der SU fallen nicht darunter !), ich habe das Beispiel erwähnt, was ev. in deinem gesichtskreis auftaucht.

Ciao maxet.

Hallo Iris,

Nach deinen und datafox Ausführungen frage ich mich, ob Israel
nicht eine theokratische Demokratie ist, welche bezogen auf
die Staatsstruktur nur graduell Differenzen zum System im Iran
aufweist.

Du verstehst?

nein

Nein, das verstehe ich nicht. Denn der Scharia - das
islamische Recht - sind im Iran alle unterworfen mit allen
Konsequenzen.

Die Halacha - das jüdische Religionsgesetz - gilt nur für
Juden. Und gerade weil Israel keine Theokratie ist, müssen
dann für staatliche Gesetze, die ja für alle Staatsbürger
gelten, Regeln gefunden werden, was unter Umständen gar nicht
so einfach ist und derzeit für Leute, die nicht religiös
heiraten wollen heißt: Sie können derzeit nicht in Israel
heiraten.

Das heisst, das religiöse Gesetz gilt für alle Einwohner unabhängig vom Glauben ?

In Israel werden Eheschließungen anerkannt, die im Ausland
getätigt wurden,

das dürfte im Iran ja ähnlich sein. ich kann mir nicht vorstellen, dass meine in D geschlossene Ehe dort nicht anerkannt würde. Mal sehen, ob sich Elke meldet, die könnte das ja für Saudi klarstellen.

was auch einschließt, daß die Ehen von
schwulen oder lesbischen Israelis anerkannt werden, die das in
Ländern gemacht haben, wo es derzeit rechtlich möglich ist.

das ist eine gute Frage für das Rechtsbrett. Bevor ich sie dort stelle, hier die Nachfrage:
das heisst, dass die Schwulenehe der Normalo-Ehe in allen Beziehungen (Erbe, Auskunftsrechjt im krankenhaus, Aussageverweigerung bei Gericht, Scheidungsangelegenheit etc. ppp.) gleichgestellt ist ?

Ansonsten findet man auf der Seite der Uni Frankfurt über
jüdisches Recht auch sehr viel zum Thema „jüdisches Recht in
Israel“

http://www.juedisches-recht.de

Sehr zu empfehlen! Viele Grüße

vielen Dank für den Link.

Ciao maxet.

Hallo Maxet,

so einfach ist und derzeit für Leute, die nicht religiös
heiraten wollen heißt: Sie können derzeit nicht in Israel
heiraten.

Das heisst, das religiöse Gesetz gilt für alle Einwohner
unabhängig vom Glauben ?

Gerade nicht! Sonst würde das so ja keinen Sinn machen.

In Israel werden Eheschließungen anerkannt, die im Ausland
getätigt wurden,

das dürfte im Iran ja ähnlich sein. ich kann mir nicht
vorstellen, dass meine in D geschlossene Ehe dort nicht
anerkannt würde.

Bis jetzt hab’ ich nicht mitbekommen, daß Du Israeli bist:wink:
Muss ich was verpaßt haben. Denn um die ging es vom Sinnzusammenhang her :smile:

Mal sehen, ob sich Elke meldet, die könnte
das ja für Saudi klarstellen.

was auch einschließt, daß die Ehen von
schwulen oder lesbischen Israelis anerkannt werden, die das …

Viele Grüße

Iris

Das heisst, das religiöse Gesetz gilt für alle Einwohner
unabhängig vom Glauben ?

nein. jeder schließt seine ehe nach seiner religion. dieselben kompetenzen haben auch christliche, moslemische und drusische beamte, die eine ehe schließen können.

darüberhinaus wurde noch das vergessen: wer mehr als 1 jahr als paar zusammenlebt, hat automatisch dieselben rechte und pflichten wie ein verheiratetes paar. (unterhalt, gütergemeinschaft, erbrecht).

das heisst, dass die Schwulenehe

es gibt keine „schwulenehe“. es gibt nur eingetragenen lebensgemeinschaften von zwei leuten gleichen geschlechts. dise eintragung kann auch IN israel stattfinden. natürlich hießt es nich „ehe“, da eine ehe nur religiös geschlossen werden kann. so sind wenigstens alle beteiligen zufreiden.

der Normalo-Ehe in allen
Beziehungen (Erbe, Auskunftsrechjt im krankenhaus,
Aussageverweigerung bei Gericht, Scheidungsangelegenheit etc.
ppp.) gleichgestellt ist ?

ja.

gruß
dataf0x