Wie wird mein Bambus seine Untermieter los?

Hallo zusammen

Seit einigen Wochen habe ich eine prächtige „Chimonobambusa marmorea (Mitford) Makino ‚Variegata‘“ im Wohnzimmer stehen (ca. 70 cm hoch, in kleinem Topf mit sehr kompakter Erde, sieht etwa so aus: http://www.pic-upload.de/view-14602433/img57287772.j…).

Als sich vor einigen Tagen ein vielleicht 4 cm langes Tausendfüssler-artiges Wesen (kann es leider nicht genauer bestimmen) entschied, die Welt ausserhalb des Topfes zu erkunden, hab ich mir nicht viel dabei gedacht und es nach draussen gebracht. Nun stellt sich heraus: Das Viech hat wohl Eier zurückgelassen und nun wimmelt es im ganzen Topf von weissen „Jungtieren“ (die noch zu klein sind, dass sich ein Foto lohnen würde).

Schädlich und entfernen? Viele Blattspitzen wurden schon einige Tage nach der Ankunft gelb, getrennt vom Grün durch braunen Saum (konnte leider keine spezifischen Pflegehinweise finden und weiss nie: geb’ ich eher zuviel oder zu wenig Wasser). Keine Ahnung ob die Gäste schuld sind, aber wenn die weiter wachsen, wird’s im Topf sicher bald eng…

Chemie? Gäb’s da was Passendes, dass die ganze Erde durchdringt und dem Bambus nichts anhat?

Umtopfen? Wär nicht ganz einfach, die Erde ist ziemlich hart und hält die Stengel zusammen. Wie soll ich da vorgehen, damit sicher nichts zurück bleibt? Neue Erde egal?

Danke für jeden Tipp!
lg, operator (Grünschnabel, was Pflanzen angeht)

Hallo

Seit einigen Wochen habe ich eine prächtige „Chimonobambusa
marmorea (Mitford) Makino ‚Variegata‘“ im Wohnzimmer stehen
(ca. 70 cm hoch, in kleinem Topf mit sehr kompakter Erde,
sieht etwa so aus:
http://www.pic-upload.de/view-14602433/img57287772.j…).

da mir mit Zimmerbambus alle Erfahrung fehlt, hoffe ich mal für Dich, dass es sich dabei um eine Pflanze handelt, die Zimmer mag

Als sich vor einigen Tagen ein vielleicht 4 cm langes
Tausendfüssler-artiges Wesen (kann es leider nicht genauer
bestimmen) entschied, die Welt ausserhalb des Topfes zu
erkunden, hab ich mir nicht viel dabei gedacht und es nach
draussen gebracht. Nun stellt sich heraus: Das Viech hat wohl
Eier zurückgelassen und nun wimmelt es im ganzen Topf von
weissen „Jungtieren“ (die noch zu klein sind, dass sich ein
Foto lohnen würde).

lass mich raten: Das weiße Gewusel ist nicht das Jugendstadium des Tiers, das Du in die Freiheit geschickt hast. Das klingt für mich (ohne Bild und aus dem Bauch heraus) nach Staunässe /zuviel gegossen und Fadenwürmer (Enchyträen)

Abhilfe ist relativ einfach:
Schritt Eins: Du setzt die Pflanze in die Duschtasse und flutest sie.
Bitte so tief, dass das weiße Gewusel aufschwimmt und wegfließt.
Schritt Zwei: Danach so lange nicht mehr gießen, bis die Erde richtig trocken ist.

Schädlich und entfernen? Viele Blattspitzen wurden schon
einige Tage nach der Ankunft gelb, getrennt vom Grün durch
braunen Saum (konnte leider keine spezifischen Pflegehinweise
finden und weiss nie: geb’ ich eher zuviel oder zu wenig
Wasser).

klingt nach zu wenig Luftfeuchtigkeit + zu wenig Licht.
… wie ich schon bei dem Satz „Bambus im Zimmer“ irgendwie befürchtete.
Bambus ist der Oberbegriff für Grasartiges, das ungefähr zwischen Klimabereichen europäischer Art mit Eis und Schnee bis tiefster tropischer Dschungel mit jeden Tag Monsunregen + feucht wie in der Waschküche und immer über 20° wächst.

übrigens nie im Schatten, den macht sich Bambus selbst … unter sich.
Deiner sollte einen Ehrenplatz direkt am Fenster haben.

Hing eine Etikett mit botanischem Namen an der Pflanze?
Wenn ja - bitte unbedingt Google nach Pflegehinweisen durchforsten

Keine Ahnung ob die Gäste schuld sind, aber wenn die
weiter wachsen, wird’s im Topf sicher bald eng…

nächster Punkt:
„Bambus“ ist ein Gras, das die nette Eigenschaft hat, schnell sämtliche vorhandene Erde im Topf oder Freiland zu durchwurzeln/auszufüllen.
Niemand hier weiß, wie der Erzeugerbetrieb den Bambus angezogen hat, d.h. wie schnell / ob sie einfach nur eine Portion Mutterpflanze abgestochen und in den Topf gesetzt/wie stark gedüngt etc.

Die gelben Blätter können durchaus auch schon wenige Wochen nach Kauf auf Nährstoffmangel hinweisen. Noch einmal: Google hilft (hoffentlich) weiter.
Nach meiner Erfahrung englischsprachige Seiten von Pflanzenliebhabern besser als deutsche = es gibt einfach mehr Botanikfanatiker weltweit.

Chemie? Gäb’s da was Passendes, dass die ganze Erde
durchdringt und dem Bambus nichts anhat?

mein Vorschlag siehe oben kommt ohne Chemie aus.
Ansonsten hilft Chemie welcher Art immer nur, wenn der Schädlich erkannt ist. Es gibt kein Mittel gegen „alles“.

Umtopfen? Wär nicht ganz einfach, die Erde ist ziemlich hart
und hält die Stengel zusammen. Wie soll ich da vorgehen, damit
sicher nichts zurück bleibt?

Bambus krallt sich schlimmstenfalls so in den Topf, dass Du eher den Topf kaputt kriegst, als den Bambus. Da mach Dir mal keine Sorgen. Eher um Dich selbst. Wärst nicht der erste, dem nach dem Kampf, Bambus aus etwas zu zerren, der Schweiß auf der Stirn steht

Neue Erde egal?

natürlich nicht! Einheitserde aus dem Sack wäre viel zu nährstofflastig und nicht durchlässig genug.
Nimm 1/3 Erde aus dem Sack, 1/3 Kokosfasern (gibt es im Gartencenter als harten Block zum Aufweichen im Eimer) und 1/3 Sand - kann notfalls Vogelsand sein, wenn Du nirgends einen Eimer normalen herkriegst.

Auf die Dränageschicht unten im Topf kannst Du bei Bambus verzichten, nicht jedoch auf einen Untersetzer. Bzw. nach jedem Gießen, das die Erde durchdringend nass machen sollte, musst Du auch bei einem Übertopf nachsehen, ob nach 30 Minuten noch Wasser im Untersatz steht.
Falls ja, war es zuviel Wasser. Du musst das abkippen.
Dann sollte auch kein weißes Fadenwürmergewusel mehr entstehen.

viele grüße
Geli

Hallo,

vielen Dank für die prompte und ausführliche Antwort, hab einiges gelernt.
Alle Zeichen stehen gegen ein langes Leben meines Bambus, aber ich hab an dieser Art einfach einen Narren gefressen und versuch’s darum trotzdem. War schon extrem schwierig ihn zu finden, 95% waren künstlich und das wird wohl seinen Grund haben.

da mir mit Zimmerbambus alle Erfahrung fehlt, hoffe ich mal
für Dich, dass es sich dabei um eine Pflanze handelt, die
Zimmer mag

Sie wurde zwar für’s Zimmer *oder* zum Einpflanzen verkauft, ist wohl aber weniger geeignet für Innen.

klingt nach zu wenig Luftfeuchtigkeit + zu wenig Licht.
Deiner sollte einen Ehrenplatz direkt am Fenster haben.

Zu wenig Licht hat sie wohl an dem Platz, von dem aus sie mein Wohnzimmer erst richtig geniessbar macht. Ich stell sie darum tagsüber manchmal ans Fenster oder auf den Balkon.

Hing eine Etikett mit botanischem Namen an der Pflanze?
Wenn ja - bitte unbedingt Google nach Pflegehinweisen
durchforsten

Infos in Japanisch, Übersetzung sagt nicht viel, Google liefert nichts wirklich Spezifisches. Dachte das erwähnte „Chimonobambusa marmorea (Mitford) Makino ‚Variegata‘“ sei der botanische Name. Werd’s in Bälde aber nochmal versuchen.

Nimm 1/3 Erde aus dem Sack, 1/3 Kokosfasern (gibt es im
Gartencenter als harten Block zum Aufweichen im Eimer) und 1/3
Sand - kann notfalls Vogelsand sein, wenn Du nirgends einen
Eimer normalen herkriegst.

Werd ich versuchen aufzutreiben.

Die Viecher wachsen rasant, darum hab ich mal (auch schon wieder 3 Tage her, leider kaum Zeit) die Kamera gezückt: http://www.pic-upload.de/view-14677373/juniors.jpg.html

Ich nehm an die Fadenwürmer-Methode bringt hier wenig und spezifische Chemie wär schwierig zu finden. Ohne Gegenanzeige werd ich darum wohl bald versuchen, alle Erde zu entfernen und den Bambus mit erwähntem Gemisch neu einzutopfen.

lg, operator