Wie witterungs- / klimabereinigten Heizenergieverbrauch im Vergleich mit Vorjahresmonat berechnen?
Da der Verdacht besteht, dass der neue Gaszähler einen deutlich zu hohen monatlichen Verbrauch anzeigt, muss ich möglichst genau den witterungs- / klimabereinigten Heizenergieverbrauch berechnen und direkt mit dem vom jeweiligen Vorjahresmonat vergleichen.
Frage:
Ist folgende Berechnungsformel richtig und die genaueste?
Monatlicher Heizenergieverbrauch in kWh x Gradtagszahl * des jeweiligen Monats für meine PLZ.
Das gleiche für den jeweiligen Vorjahresmonat.
Aus die Differenz der beiden Monats-Ergebnisse wird der prozentuale witterungs- / klimabereinigte Mehr- oder Weniger-Verbrauch gegenüber dem Vorjahresmonat berechnet.
Es muss Verbrauch / Gradzahl heißen. Die Gradzahl ist ja ein Maß für die benötigte Wärmemenge eines Tages oder eines Monats, und du möchtest wissen, wie viel Gas du pro benötigter Wärmemengeeinheit verbrauchst. Dieses Verhältnis sollte ja relativ gleich bleiben.
Hier zwei Monate, bei denen der Verbrauch perfekt zur Gradzahl passt. Das ergibt den Wert 2 in der letzten Spalte. Der Wert in Spalte 3 dagegen ist nichtssagend.
Verbrauch
Gradzahl
Verbrauch * Gradzahl
Verbrauch / Gradzahl
100
50
5000
2
200
100
20000
2
Abgesehen davon:
Die ganze Sache wird komplizierter, wenn die Heizung auch Warmwasser bereitstellt.
Privat kommt meist ein Balgen- oder Kolbenzähler zum Einsatz. Die sind aber eigentlich recht genau, es gibt kaum eine technische Möglichkeit für eine fehlerhafte Messung.
Gas wird in Volumen gemessen, aber in Energie abgerechnet. Der Energiegehalt des Volumens hängt unter anderem vom Umgebungsluftdruck, aber auch dem Druck in der Leitung ab. Gut, der Umgebungsdruck ändert sich jetzt nicht soo wahnsinnig stark, und der Druck in der Leitung wird eigentlich immer etwa 30mBar über Umgebungsdruck liegen. Daneben kommt es auch auf die Zusammensetzung des Gases an, die sich im Laufe des Jahres mal ändern kann. Jedenfalls, dein Versorger verwendet auch was ganz ähnliches wie Gradtage, um das Gasvolumen in Energie umzurechnen.
doch, willst du.
Du willst die Werte vergleichen und dazu brauchst du vergleichbare Werte.
Wenn die Verbrauchsdaten alle protokolliert sind und das Nutzerverhalten nicht schwankt, schau dir eben den Juli/August letzten Jahres an.
Der Wert wird zum Wert X für Warmwasser oder sonstigen Leerlaufverbrauch.
Dann wäre (Monatliche kWh - X ) / Gradtagszahl ein Wert, der sich vergleichen lassen könnte, wenn der Verbrauch wirklich linear steigt und sich die Nutzung ganz gleichmäßig verhält.
Wenn sich über viele Monate hinweg ein gleicher Abstand der Werte einstellt, könnte man überlegen ob jetzt mehr „Gas je Bedarf“ gezählt wird, als früher.
Dann wäre noch die Frage, wie man herausbekommt, ob der jetzige Zähler mehr als real zählt oder der Alte weniger als real gezählt hat.
es ist im übrigen egal, ob du mit m³ oder kWh rechnest. Außer du kompensierst bei der Umrechnung in kWh noch irgendwelche störenden Einflüsse.
Wenn du aber mit einem festen Energiewert rechnest, kannste dir das auch schenken.