Wie/wo alten Schmuck schätzen lassen?

Hallo,

ich weiß nicht, ob ich jetzt hier im richtigen Brett bin …

Ich habe ein Armband, das ich weitervererbt bekommen habe. Es ist
uralt, ein dunkles Gold, komplett besetzt mit unzähligen dunkelroten
Steinen. Ich würde das Ganze gerne mal schätzen oder zumindest
beurteilen lassen, ob das „echt“ ist, was es wert ist etc. und dann
ggf. verkaufen, ich brauche sowas nicht.

Wer macht das bzw. wo kann man da hingehen? Juwelier? Kostenpunkt?

Danke.

Hallo auch,

prinzipiell schätzt ein Juwelier Schmuck ein. Wenn Du keine Expertise willst, sondern „nur mal so nen Anhaltspunkt“ haben möchtest, macht der das auch für ein nettes Dankeschön.

Eine weitere Möglichkeit wäre, mit dem Schmuck in ein Leihaus zu gehen. Frag einfach, was sie Dir dafür geben würden. Der Leihbetrag ist i.d.R. ca 25% vom Wert, also das genannte mal 4 nehmen.

Schwieriger wird es, wenn der Schmuck historischen Wert hat. Dann ist nicht mehr nur unbedingt der Materialwert massgebend, sondern auch ein Sammlerwert zu berücksichtigen. Wobei Du Sammlerwert jetzt nicht überbewerten darfst. Es sei denn, ein großer Goldschmied hat das Ding angefertigt. Davon gehe ich jetzt mal nicht aus. :wink:

In einem solchen Fall müsstest Du dich an ausgewiesene Schmuckexperten und Schätzer / Sachverständige wenden, aber die kosten richtig Geld!

Eine weitere Möglichkeit: In Bayern gibt es die Sendung Kunst und Krempel, im Norden heisst das Pendant lieb und teuer. Geh einfach mal auf so eine veranstaltung, wenn du ein historisches Schmuckstück hast (älter als ca 1930)

Die von Dir angesprochenen wunderschönen roten Steine… das sind mit ziemlicher Sicherheit Granate. ein Schmuckstein der vor allen Dingen in den 1920-1930 ern sehr beliebt war. aber das ist nur ein Schuss ins Blaue hinein :wink:

Massgebend für den Wert sind

  1. Das Material (8 ct / 14 / 18ct / 24 ct) Gold. Silber oder was sonst noch
  2. Die Steine (die 4 „c“: cut, clarity, carat, colour)
  3. Die Verarbeitung (in der Regel fällt die jedoch kaum ins Gewicht)
  4. Die Geschichte (berühmte Vorbesitzer o.ä.)

Aber mehr kann ich dazu nicht sagen ,-)

Grüße

Midir

Hallo,

vielen Dank, das war sehr aufschlussreich. Würde es dann mal bei
einem Juwelier probieren.

Eine Frage hätte ich noch, das Armband, eher Armreif, hat ein ganz
dunkles (angelaufenes?) Gold (?), allerdings finde ich keinen
„Stempel“ wie 585er oder so, gab es solche „Stempel“ früher wohl
nicht?

Der Armreif muss von meiner Urgroßmutter stammen, das wäre dann sowas
um 1900 rum.

Und ein Juwelier kann so ohne großes Zutun „erkennen“, ob das „echte“
Steine sind?

Annika

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo nochmals,

Stempel gab und gibt es schon seit langer langer Zeit. Früher haben die Meister dre Gilde, sowie der verantworltiche Goldschmied die Werkstücke gestempelt / geschlagen.

Seit wann mit 585 er Gold usw gestempelt wird - ich habe keine Ahnung

Mit einem geübten Auge kann man durchaus echte von falschen Steinen unterscheiden. (ja ja ja ja … Swarowski Steine sind saugut gemacht - und da wirds schwer mit bloßem Auge - aber man vergisst: der Schliff ist bei Diamanten anders :wink:

Zum Gold: Ich weiss nicht, seit wann sich die Goldbezeichnungen etabliert haben. Früher war es so, dass man u.U. auch Goldmünzen, Gold-Reichsthaler, Maria-Theresia Medaillen usw. verwendet hat. In früheren Zeiten war ja z.B. der Gold-Thaler noch tatsächlich aus Gold. Sog. Kurantmünzen - d.h der Münzwert entsprach dem Materialwert. Heute sind sog. Scheidemünzen in Umlauf Kurswert ist nicht gleich dem Materialwert.

Wie man das rausbekommen kann, welches Gold das ist? Du nicht, aber ein Juwelier/Goldschmied.

Mit der sog. Strichprobe. Das Schmuckstück an einem Schiefer gewetzt und hinterlässt Abrieb(MINIMALST - Keine Angst :wink: ). Mit bestimmten Säuren wird dann geschaut, welches Gold das ist.

Aber mal ganz Prinzipiell: Ich würde so ein Erbstück nicht verkaufen!!!

Den Preis, den Du bekommst ist lächerlich, und es ist immerhin ein Erinnerungsstück an die Familie…

Nur so am Rande :wink:)

Grüße

Midir

Hallo,

vielleicht wird Dir auch hier weitergeholfen:

http://www.br-online.de/kultur-szene/kunstundkrempel/

Gruß
Maja