Hallo,
wir haben vor einigen Jahren unser Haus verkauft, in dem wir gewohnt hatten. Haben aus Platzgründen neu gebaut und brauchten das Geld. Für das Haus haben wir denselben Preis verlangt, den wir einige Jahre vorher beim Kauf bezahlt hatten, aber wir haben einiges investiert, das bekamen wir nicht wieder.
Die Familie, die dort einzog, wollte irgendeine Kleinigkeit renovieren, und da kamen dann diverse Katastrophen zutage, wie statische Problem etc., wovon wir alles nichts gewusst hatten. Wir hatten einfach einige Jahre friedlich drin gewohnt und uns sehr wohl gefühlt und hatten also auch das Gefühl, dass der Preis den wir verlangt (und anfangs ja auch selbst bezahlt hatten) absolut adäquat war.
Nun verdächtigten uns die neuen Käufer, dass wir das alles gewusst hätten (sie mussten sehr viel renovieren und reinstecken). Das hatte keine rechtlichen Folgen - etwas, das nicht stimmt, kann man ja auch nicht nachweisen. Aber der Verdacht bestand, und entsprechend wuchs auch ein Hass gegen uns.
Ich war anfangs sehr schockiert, dass uns jemand so etwas zutraut (natürlich auch, dass es überhaupt passiert war). Nun, zwei Jahre später, habe ich dort mal wieder angerufen, weil ich einfach das Bedürfnis hatte mal zu fragen, wie es der Familie inzwischen geht (wir waren, bevor das alles so schlimm wurde, fast ansatzweise befreundet). Wir unterhielten uns zwar halbwegs freundlich, es war aber deutlich zu spüren und zu hören, dass sie ihre Ansicht über uns keineswegs geändert haben (Damals haben wir nochmal ganz klar gestellt, dass wir das alles wirklich nicht wussten und dass es uns leid tat, dass die damit so reingerasselt sind). Dazu kam noch, dass die Frau mir sagte, sie hätten das Gefühl, dass wir damals möglichst viel Geld aus ihnen „rausgepresst“ hätten usw.- nochmal ein ganz neuer Vorwurf. Wie gesagt, hatten wir nur den Preis verlangt, den wir selbst bezahlt hatten, ohne unsere Investitionen. Wir hatten dann noch gefragt, ob sie diverse Einrichtungsgegenstände - die wir neu gekauft hatten - ebenfalls ablösen wollten. Jeder weiss, dass man fast neue, massive Möbel, Wäschetrockner usw. nicht geschenkt bekommt, so denke ich, dass es in Ordnung war, dass wir die Sachen gegen eine gewisse Ablöse dagelassen haben (Küche, die wir ursprünglich mitnehmen wollten, haben wir denen dazugeschenkt). Als wir von dem Drama damals erfuhren, haben wir sogar noch werthaltige Sachen, die wir eigentlich noch hatten abholen wollen, dagelassen und denen also geschenkt. Und nun noch dieser Vorwurf!
Wenn die Leute weit weg wohnen würden, hätte ich nicht so ein Problem, aber man sieht sich hier auf dem Land immer wieder. Mir fällt es schwer, so herbe Vorwürfe auf mir sitzen zu lassen, die einfach nicht stimmen. Wir mussten damals auch ziemlich rechnen, und hätten niemals eine - eigentlich nette - Familie bewusst reinrasseln lassen.
Ich versuche gerade, es einfach auf sich beruhen zu lassen, aber das fällt mir schwer. Nochmal anrufen will ich aber sicher nicht, das käme mir aufdringlich vor. Was würdet ihr tun? Kann man das einfach gefühlsmäßig überwinden?
Matilda
Aber das ist halt schon heftig. Ich möchte nicht, dass wir in der Allgemeinheit hier nachher als Betrüger dastehen. Die Angelegenheit war zu gross und für diese Leute schon eine ziemliche (finanzielle) Katastrophe. Die haben jetzt 2 Jahre mit einer 5köpfigen Familie in 2 Zimmern gelebt, weil der Rest renoviert werden musste - mangels Geld langsam Stück für Stück in Eigenarbeit.