kommt etwas spät, aber…
„Manchmal fühle ich mich, als wenn ich ganz alleine auf der
Welt bin und alle anderen nur ausgedacht sind. Ich weiß, dass
es nicht gut für mich ist, so zu denken.“
…ich versuchs mal:
Ich habe den Artikelbaum unter mir gelesen, aber ich muss zugeben, dass das Englische nur leicht überflogen wurde.
Unabhänig davon, ob du nun eine zufriedenstellende Antwort erhalten hast oder nicht, aber „alleine auf der Welt“, „die anderen sind nur ausgedacht“ etc klingt für mich sehr vertraut, wenn ich Patienten von ihren Gefühlen hab reden hören. Die litten alle an einer Schizophrenie und kamen sich auch unwirklich vor.
Wie meine Vorredner schon sagten, kenne ich die Biographie des jungen Freundes nicht, vom dem das Zitat kam.
Diesen Effekt nennt man auch Depersonalisation und Derealisation. Die Perönlichkeit und die Realität brechen auseinander und wirken nicht mehr als einheitliches Phänomen, wodurch es dann zu solchen Effekten kommt. Alles um einen herum erscheint unecht. Ein eindringliches Beispiel hierfür wäre der Film „Truman Show“.
Truman ist echt, alles um ihn herum allerdings unecht. Am Ende, wo er realisieren muss, dass die Welt um ihn herum tatsächlich eine Illusion ist, bricht er am gemalten Himmel zusammen. Alles, woran er geglaubt hat, sein ganzes Leben aufgebaut hat, stürzt ins Nichts.
Aus dem Grund sollte man es schon ernst nehmen, wenn man jemanden in seiner näheren Umgebung hat, der dann sowas von sich gibt.
Weiter unten las ich was von „der Opa denkt sich Leute aus“ und Demenz.
Wenn ich sowas lese, platzt mir jedesmal die Hutschnur. Leute, die an Halluzinationen leiden und betrifft es alle Sinne, so mag das vielleicht auf den ersten Blick für einen Außenstehenden lustig erscheinen, für die, die es erleben ist das leider echt.
Es ist wirklich nicht witzig, wenn man denkt, dass kleine Tiere, Käfer, Spinnen unter Haut über den ganzen Körper wandern oder wenn zwielichtige Gestalten um einen herumschwirren oder man Geräusche hört, die nicht da sind.
All diesen Leuten empfehle ich folgendes:
- ein Blatt Papier
- einen Stift
- zwei Freunde
Und dann setzt man sich an einen Tisch und denkt sich einen Satz aus (z.B.: „Mein Name ist Peter und ich arbeite bei VW“). Und schreibt diesen Satz immer wieder auf das Papier, während die zwei Freunde links und rechts neben einem stehen und nur Scheiße erzählen. Egal was. Es wird unmöglich sein einen so simpelen Satz durchgehend zu schreiben. So in etwa fühlt sich „der Opa, der sich Leute ausdenkt“.
levi
PS: Literaturtipp: Oliver Sacks - Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte.