Wie würdet ihr folgenden Satz interpretieren:

hallo julia,

ich habe nun den bisherigen strang hier gelesen und muss sagen, ich werde ehernicht schlau daraus, dass für meinen geschmack krampfhaft
nach einem tiefgreifendem problem suchst und noch von zuviel zeit schreibst, die die person zu haben scheint wenn sie „solche“ gedanken
hat.

für mich wirkt deine motivation viel befremdlicher als seine phase oder metamorphose - auch wenn ich selbst solche gefühle in der art wie er nie hatte, kann ich ihn besser verstehen als ich dich verstehe.

das ist kein vorwurf, das ist eine feststellung.

ich kann mir maximal vorstellen, dass du noch sehr!jung bist und
hier ggfs. die ursache liegt. weiss nicht.
oder ich spreche deine sprache nicht, keine ahnung.
jedenfalls kann ich dein anliegen viel weniger interpretieren als
jenen satz um den es dir geht.

LG
nina

Hallo,
ich glaube, ich bin einfach unglücklicherweise auf diese Aussage gestoßen („Bin ganz alleine auf der Welt…“ usw.) und das ganze macht mir irgendwie angst. Kannst du das irgendwie nachvollziehen?

Grüße,
Julia

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Hallo Nina

solange so en gefühl kein dauerzustand ist sondern ich
sag mal
eine übergangsphase -ist es auch dann schon „grenzwertig“ im
sinne einer psychischen störung?

Nein, ganz und gar nicht. Es „gehört“ in der Teenager-Zeit schon fast dazu, dass man nicht nur von Party zu Party rennt, sondern auch mal tiefschürfende Gedanken und melancholische Einsamkeitsgefühle hat. Da passen diese solipsistisch anmutenden Gedanken wunderbar mit rein. :wink:
Gruß,
Branden

Hallo Julia

Aha, ok. Also ist diese Aussage sozusagen eine Art „Metapher“
für eine psychische Störung…das Gefühl des Alleinseins usw.?

Nur bei länger anhaltender Dauer kann es ein Symptom für eine psychische Störung sein.(Siehe oben, meine Antwort an Nina.)
Gruß,
Branden

Hey,
was ist denn Solipsismus?
Und wenn man sich Gedanken darüber macht, ob alles eine „Matrix“ ist und seine Umgebung so skeptisch betrachtet („warum werden im Supermarkt mehrmals dieselben Sachen gekauft?“), ist das dann nicht schon etwas paranoid?

Grüße,
Julia

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Hi,

Es ist halt nur ähnlich wie bei einer Geburt schmerzhaft.

Aber nur für die Frau, nehme ich doch an.
Gruß,
Anja

Allein auf der Welt - Pubertät und Philosophie
Hi Julia,

Darf ich fragen, wie alt derjenige ist, der das sagt?

Ich weiß, das könnte jetzt desillusionierend wirken, aber derlei (ich nenne sie jetzt mal) psychisch-philosophische Egozentrik-Anwandlungen sind typisch Pubertät.
Das ist nicht böse gemeint, das ist Fakt. Vor 20 Jahren hab ich genau die gleichen Sachen gesagt und gedacht.

Ich finde es weder schlimm noch (sonderlich) besorgniserregend, so etwas zu denken. Gerade in der Pubertät spielen wir Gedankenspiele dieser Art. Und das ist auch gut so. Wenn wir von Anfang an gereift und abgeklärt wären, würde wahrscheinlich die Evolution stehen bleiben.

Bei den meisten verwächst sich das. Bei einigen bleibt es erhalten. Die werden dann Philosophen.

Liebe Grüße,
Nike

kommt etwas spät, aber…

„Manchmal fühle ich mich, als wenn ich ganz alleine auf der
Welt bin und alle anderen nur ausgedacht sind. Ich weiß, dass
es nicht gut für mich ist, so zu denken.“

…ich versuchs mal:

Ich habe den Artikelbaum unter mir gelesen, aber ich muss zugeben, dass das Englische nur leicht überflogen wurde.

Unabhänig davon, ob du nun eine zufriedenstellende Antwort erhalten hast oder nicht, aber „alleine auf der Welt“, „die anderen sind nur ausgedacht“ etc klingt für mich sehr vertraut, wenn ich Patienten von ihren Gefühlen hab reden hören. Die litten alle an einer Schizophrenie und kamen sich auch unwirklich vor.

Wie meine Vorredner schon sagten, kenne ich die Biographie des jungen Freundes nicht, vom dem das Zitat kam.
Diesen Effekt nennt man auch Depersonalisation und Derealisation. Die Perönlichkeit und die Realität brechen auseinander und wirken nicht mehr als einheitliches Phänomen, wodurch es dann zu solchen Effekten kommt. Alles um einen herum erscheint unecht. Ein eindringliches Beispiel hierfür wäre der Film „Truman Show“.

Truman ist echt, alles um ihn herum allerdings unecht. Am Ende, wo er realisieren muss, dass die Welt um ihn herum tatsächlich eine Illusion ist, bricht er am gemalten Himmel zusammen. Alles, woran er geglaubt hat, sein ganzes Leben aufgebaut hat, stürzt ins Nichts.

Aus dem Grund sollte man es schon ernst nehmen, wenn man jemanden in seiner näheren Umgebung hat, der dann sowas von sich gibt.
Weiter unten las ich was von „der Opa denkt sich Leute aus“ und Demenz.

Wenn ich sowas lese, platzt mir jedesmal die Hutschnur. Leute, die an Halluzinationen leiden und betrifft es alle Sinne, so mag das vielleicht auf den ersten Blick für einen Außenstehenden lustig erscheinen, für die, die es erleben ist das leider echt.

Es ist wirklich nicht witzig, wenn man denkt, dass kleine Tiere, Käfer, Spinnen unter Haut über den ganzen Körper wandern oder wenn zwielichtige Gestalten um einen herumschwirren oder man Geräusche hört, die nicht da sind.

All diesen Leuten empfehle ich folgendes:

  • ein Blatt Papier
  • einen Stift
  • zwei Freunde

Und dann setzt man sich an einen Tisch und denkt sich einen Satz aus (z.B.: „Mein Name ist Peter und ich arbeite bei VW“). Und schreibt diesen Satz immer wieder auf das Papier, während die zwei Freunde links und rechts neben einem stehen und nur Scheiße erzählen. Egal was. Es wird unmöglich sein einen so simpelen Satz durchgehend zu schreiben. So in etwa fühlt sich „der Opa, der sich Leute ausdenkt“.

levi

PS: Literaturtipp: Oliver Sacks - Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte.

Aber findest du es nicht/bzw. fandest du es früher nicht irgendwie angsteinflößend, wenn man sich vorstellt, dass alles eine Matrix ist? Wie kann man denn aufhören, so zu denken bzw. sich selbst begreifbar machen, dass sowas gar nicht sein kann und Schwachsinn ist?

Grüße,
Julia

PS: Der Typ, der das verfasst hat, ist 17, glaub ich.

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Hi Julia,

Aber findest du es nicht/bzw. fandest du es früher nicht
irgendwie angsteinflößend, wenn man sich vorstellt, dass alles
eine Matrix ist?

Nein, finde ich nicht. Ich hab mir in meiner Pubertät noch ganz andere Dinge vorgestellt. :wink:
Platon hat sich das Höhlengleichnis vorgestellt. Der menschlichen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, und das ist gut so. Wer sagt denn, daß alle Phantasien schön und kuschelig sein müssen? Auch die beängstigenden haben ihre Berechtigung.

Wie kann man denn aufhören, so zu denken bzw.
sich selbst begreifbar machen, dass sowas gar nicht sein kann
und Schwachsinn ist?

Wieso sollte man damit aufhören? Du (oder der, um den es geht) sollte sich folgendes klar machen: Entweder er versucht, sich selbst zu verbiegen, oder er bleibt wie er ist und akzeptiert die dunklen Flecken auf seiner Seele. Er ist wahrscheinlich etwas sensibler und tiefgründiger als andere Menschen. Das an sich ist kein Verbrechen. Und wenn alle es abstellen wollten und könnten, anders zu sein, wäre diese Welt nur von Langweilern bevölkert.

Was er versuchen sollte, abzustellen, ist, sich selbst einzureden, er wäre verrückt. Vielleicht wäre er es sogar gern, aber bisher klingt alles, was Du von ihm schreibst, nach einem zwar sensiblen, aber durch und durch normalen 17jährigen, finde ich.

PS: Der Typ, der das verfasst hat, ist 17, glaub ich.

Ja, das dachte ich mir. :smile: Wahrscheinlich wächst es sich eh aus. Und später, mit 50, denkt er dann mal wehmütig an seine „Hirngespinste“ zurück. :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Ich denke mal, diese
Art von Unwirklichkeitsgefühlen kann man sicher auch von einem
eingeklemmten Nerv (im Rücken) bekommen?

… ist das freilich Käse; denn im Rückgrat kannst Du nicht denken, dazu bedarf es schon des Hirns, das üblicherweise im Kopf beheimatet ist :smile:

Habe ich nämlich
desöfteren mal, und mein Chiropraktiker meint, dass kann zu
richtigen Aussetzern, verschwommenem Sehen usw. führen. Was
denkst du?

Wenn ich Schmerzen habe, können die schon mal so „irre“ sein, dass ich nur noch kariert aus der Wäsche gucke, vielleicht kann man das auch als verschwommen betrachten. Aber davon fängt man kaum an, über eher Philosophisches zu sinnieren.

Gruß
®_ichard_

Hallo,

zum Thema „Solipsismus“ konnte ich’s mir nicht verkneifen, diese kleine Geschichte zu posten:

Solipsist
by Frederic Brown

Walter B. Jehovah, for whose name I make no apology since it really was his name, had been a solipsist all his life. A solipsist, in case you don’t happen to know the word, is one who believes that he himself is the only thing that really exists, that other people and the universe in general exist only in his imagination, and that if he quit imagining them, they would cease to exist.

One day, Walter B. Jehovah became a practicing solipsist. Within a week, his wife had run away with another man, he’d lost his job as a shipping clerk and he had broken his leg chasing a black cat to keep it from crossing his path.

He decided, in a hospital, to end it all.

Looking out the window, staring up at the stars, he wished them out of existence, and they weren’t there anymore. Then he wished all other people out of existence, and the hospital became strangely quiet, even for a hospital. Next the world, and he found himself suspended in a void. He got rid of his body quite easily and then took the final step of willing himself out of existence.

Nothing happened.

Strange, he thought, can there be a limit to solipsism?

“Yes” a voice said.

“Who are you?” Walter B. Jehovah asked.

“I am the one who created the universe which you have just willed out of existence. And now that you have taken my place-” there was a deep sigh “-I can finally cease my own existence, find oblivion, and let you take over.”

“But-how can I cease to exist? That’s what I’m trying to do, you know.”

“Yes, I know,” said the voice. “You must do it the same way I did. Create a universe. Wait until someone in it really believes what you believed and wills it out of existence. Then you can retire and let him take over. Good-bye now.”

And the voice was gone. Walter B. Jehovah was alone in the void and there was only one thing he could do. He created the heaven and the earth.

It took him seven days.

Hallo,
ich glaube, ich bin einfach unglücklicherweise auf diese
Aussage gestoßen („Bin ganz alleine auf der Welt…“ usw.) und
das ganze macht mir irgendwie angst. Kannst du das irgendwie
nachvollziehen?

hallo julia,

ehrlich gesagt nein, das kann ich nicht nachvollziehen.
da ich mich nicht allein fühle und ich im alleinsein keine bedrohnung an sich sehe für mich, macht mir das auch keine angst.
gerade deshalb kam ich ja auf die idee, welche problem du evtl hast mit alleinsein oder dem drumherum, dass du so reagiert hast wie es eben zu lesen ist hier.

ich nehme nur wahr, da ist ein mensch, der evtl sein altes leben so nicht mehr mag und da auch nicht mehr so richtig lebt aber noch nicht in „seiner“ neuen welt ist - solche übergangsphasen sind immer mal komisch oder befremdent für die person. bemerkenswert finde ich, dass er sich dessen bewusst ist und es sogar ausdrückt - das bringen nicht so viele menschen meine ich mal. viele verdrängen lieber.

ich wiederum sehe keine bedrohliche sit. darin, wenn ein mensch in so einer phase ist - solange sie für ihn/sie nicht imemr extremer oder zeitlich so ausgedehnt wird, dass es aus anderen gründen schädlich wird.
aus meiner sicht haben alle menschen immer wieder solche phasen.
er spürt sie evtl einfach nur mehr.
wenn man sich vonetwasaltem verabschiedet steckt man zwar schon im neuen meiner ansicht nach, aber das neue ist eben noch unklar und oft noch nicht spürbar. das man sich da mal allein auf weiter flur fühlt, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich nicht jene tendenz habe wohl.

im grunde scheints so zu sein - ich sehe eher positives in den aussagen deines kumpels oder wer das ist und du bedrohliches. meiner meinung nach hat das bedrohliche aber evtl gar nicht viel mit ihm zu tun als mit dir selbst - deshalb die idee, ob du da evtl nicht besser mal bei dir suchst…

aber so ists das mit den wahrnehmungen - jeder hat andere :wink:

LG
nina

Hey,
was ist denn Solipsismus?
Und wenn man sich Gedanken darüber macht, ob alles eine
„Matrix“ ist und seine Umgebung so skeptisch betrachtet
(„warum werden im Supermarkt mehrmals dieselben Sachen
gekauft?“), ist das dann nicht schon etwas paranoid?

hi julia,

hast du schon mal erlebt wie leute über 1000 und eine sache
reden - sei es philosophieren oder nur einfach labern?
sicher mag es ungewöhnlich sein, wenn jemand sich gedanken
macht wie du beschreibst - doch ists deshalb automatisch
krank? - macht er das schon 10 jahre so oder wie kommst du
darauf?

ich habe eher den eindruck du willst unbedingt etwas finden,
damit du entscheiden kannst, er ist gestört.
ebensogut könnte er sich fragen wieso du alles so beängstigend
findest und so „krank“.

meiner ansicht nach hast du ein grösseres problem als der mann über
den du dir den kopf zu verbrechen scheinst.

LG
nina

hi branden,

na, das mein ich aber auch*g - meine frage war schon fast ne testfrage*lach
woltle nur sichergehen, dass ich richtig verstanden habe.
hättest du anders geantwortet hätte ich doch arg an dir
gezweifelt:wink:

glück gehabt:wink: (welch segen für wen auch immer*lach)

LG
nina