Wieder Depression

Hallo liebe wwwler,

als Anhängsel an das was ich unten geschrieben hab,hab ich noch ne Frage:
Wie findet man einen guten Therapeuten.
Wie erspare ich ihr den Irrgang von Therapeut zu Therapeut(ich weiß,das ist anders als beim Allgemeinmediziner,aber vielleicht habt ihr doch Tipps)?,
Mir hat damals die Mutter eines Schulfreundes einen Tip gegeben.
Ich habe gedacht,das wäre ein guter Tip.Dann hab ich da 3 Jahre verbracht und hab dann mit Körpertherapie angefangen,was mir deutlich mehr gebracht hat.
Ich will ihr gerne was an die Hand geben,ich kann leider nicht mit,da sie doch ein Stückchen entfernt wohnt.
Sie packt das aber nicht allein,sie steckt zu tief drin.

Vielleicht habt ihr ja nen Rat,
vielleicht muß ich doch mal ein gutes Buch dazu lesen,
sie kann ich nicht recht dazu bewegen.

Gruß
Matthias

Hallo liebe wwwler,

Hi Matthew,

ich möchte Dir hier die Grundsatzdiskussion um die verschiedenen Therapie- und Theorie-Ansätze und welcher denn nun der einzig richtige sei einfach mal ersparen. :wink:
Soviel: Meiner Meinung nach sind Depressionen selten ein Verhaltensproblem, d.h. bei wirklichen Depressionen behandeln Verhaltenstherapien meiner Meinung nach meist an der Oberfläche.
Üblich sind mittlerweile meistens die Kombination aus Gesprächs- und medikamentöser Therapie. Aber das ist keineswegs die Musterlösung.

Depressionen sind ebenso individuell wie die Menschen, die darunter leiden.

Deshalb: Um an einen seriösen Therapeuten zu gelangen informiere Dich bei einem Berufsverband über die Therapeuten in Deiner Nähe.
Und dann ist meiner Erfahrung nach das einzig tatsächlich probante Mittel Deine Intuition.
Du (als Patient) musst diesem Menschen vertrauen können und seinen evtl Rat annehmen können. Das ist das, was das vermutlich das allerwichtigste ist: Die vertrauensvolle Beziehung zwischen Dir und Deinem Therapeuten.
Was nützt Dir die größte Koryphäe, wenn Du Dich entweder nicht traust, diesem Menschen etwas zu erzählen, oder aber ihn nicht ernstnehmen kannst?

Leider sucht man tatsächlich meistens mehr als eine Praxis auf, bevor man diesen passenden Therapeuten gefunden hat, aber ein Gespräch reicht meist für das Gespür „mit dem kann ich, mit dem nicht“, und wichtig genug ist die Angelegenheit ja auch :wink:

Vielleicht kennt Dein Hausarzt ja auch jemanden als „ersten Versuch“ oder ein therapeut zu dem Du gehst, empfiehlt Dir jemand anderen.

Viel Glück bei der Suche,
meist lohnt es sich,
Norah

P.S.: Ich weiß schon, es geht nicht um Dich persönlich, ersetz einfach die enstsprechenden "Du"s durch "Sie"s… :smile:

als Anhängsel an das was ich unten geschrieben hab,hab ich
noch ne Frage:
Wie findet man einen guten Therapeuten.
Wie erspare ich ihr den Irrgang von Therapeut zu Therapeut(ich
weiß,das ist anders als beim Allgemeinmediziner,aber
vielleicht habt ihr doch Tipps)?,
Mir hat damals die Mutter eines Schulfreundes einen Tip
gegeben.
Ich habe gedacht,das wäre ein guter Tip.Dann hab ich da 3
Jahre verbracht und hab dann mit Körpertherapie angefangen,was
mir deutlich mehr gebracht hat.
Ich will ihr gerne was an die Hand geben,ich kann leider nicht
mit,da sie doch ein Stückchen entfernt wohnt.
Sie packt das aber nicht allein,sie steckt zu tief drin.

Vielleicht habt ihr ja nen Rat,
vielleicht muß ich doch mal ein gutes Buch dazu lesen,
sie kann ich nicht recht dazu bewegen.

Gruß
Matthias

Hallo Matthias,

sie kann ich nicht recht dazu bewegen.

Welche Bedenken hat sie denn?

Ich versuche das mal so zu erklären: Der Weg zum „richtigen“ Therapeuten führt über Therapeuten. Es ist kein Irrweg, die, die diesen Weg als solchen bezeichnen befinden sich auf dem Irrweg. Sie kann nur herausfinden, welcher Therapeut ihr helfen kann ( -> von welchem Sie Hilfe annimmt) wenn sie sich einfach mal darauf einläßt.

Was hat sie zu verlieren? Sie hat jetzt keinen Therapeuten. Wenn sie sich auf einen einläßt, ist nicht zufrieden und trennt sich von ihm hat sie keinen Therapeuten. Was hat sie verloren?

Sie hat eine Menge Erfahrung dazu gewonnen. Sie hat den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, sie hat ein paar wesentliche Grundsätze kennen gelernt, sie hat die Erfahrung gemacht, was sie nicht will. Übrigens: Erst abbrechen, wenn sie sich wirklich klar darüber ist, warum sie das tut, was ihr nicht paßt.

Wichtig: Sie muß (!) sich den Therapeuten selber suchen. Nur so kann sie erfahren, mit welchem Vorgehen sie erfolgreich ist. Man kann Therapeuten finden, indem man sich Listen von Berufsverbänden und Krankenkassen zuschicken läßt. Man kann im Internet nach Experten suchen, die sich vertrauenserweckend anhören. Man kann den Hausarzt fragen oder einfach ins Telefonbuch schauen. Der erste Schritt ist es, herauszufinden, welcher Weg einem selber am erfolgreichsten erscheint.

Das ist zumindest meine persönliche Meinung. Da ich kein Experte bin, kann ich dies nicht verallgemeinern, aber meine Erfahrung zeigt, daß der Beginn so laufen kann.

Gruß, AndyM

Hallo Matthias,

Wie findet man einen guten Therapeuten.

Also die erste Antwort darauf ist: SELBER
denn nur wenn ich selber suche, dann will ich auch. Therapien für jemand anders vereinbaren funktioniert nicht.

Alle unten genannten Tipps sind gut.

Zusätzlich würde ich als zweite Antwort noch sagen.
Durch Empfehlung von Leuten, die man kennt und schätzt und die einem von einem guten Therapeuten/Therapeutin berichten und empfehlen. Achtung sollte man dann dabei aber walten lassen, wer da empfiehlt und wie sich das anfühlt.

Als dritte Antwort:
Ich würde mir einen guten Homöopathen suchen, mich von dem behandeln lassen und den fragen, wen er empfehlen kann. (meiner Erfahrugn nach ergänzen sich Homöopathie und Psychotherapie prächtig)

Anschließen würde ich alle drei Wege kombinieren und bin damit bis jetzt immer sehr gut gefahren.

Übrigens finde ich nicht das das anders ist als beim Allgemeinmediziner. Auch da muß ich manchmal länger suchen, bis ich einen hab, dem ich vertrauen kann, sowohl in seiner Diagnosefähigkeit, als auch in seiner Art zu behandeln.

Gruß und viel Erfolg und gute Nerven
Kerstin

Hi Matthew!

Da ich Deinen Artikel „Wie geht man mit Depressiven um“ erst jetzt gelesen habe und mir die Zeit fehlt, alle Antworten durchzulesen, hier vielleicht ein Tipp, den Dir schon jemand anderer gegeben hat…

Das Buch „Wenn der Mensch, den du liebst depressiv ist - wie man Angehörigen und Freunden hilft“ hat mir sehr geholfen!
Es kann Dir zwar auch nicht den richtigen Therapeuten für Deine Freundin bescheren, aber es hilft bestimmt Dir selbst, mit ihr und der Situation besser umgehen zu können und das ist schon verdammt viel wert!

Solltest Du noch weitere Fragen zum Thema haben, kannst Du mich auch gerne per Mail kontaktieren - schreibe nicht mehr gerne im Forum.

Best wishes,
Marla

hi

Soviel: Meiner Meinung nach sind Depressionen selten ein
Verhaltensproblem, d.h. bei wirklichen Depressionen behandeln
Verhaltenstherapien meiner Meinung nach meist an der
Oberfläche.
Üblich sind mittlerweile meistens die Kombination aus
Gesprächs- und medikamentöser Therapie. Aber das ist
keineswegs die Musterlösung.

also zum einen wird gesprächstherapie nicht von der krankenkasse anerkannt,
läuft deshalb oft auch einfach unter verhaltenstherapie mit… und zum anderen,
was soll denn eine „wirkliche“ depression sein? es gibt verschiedene arten von
depression und vt(mit gt) ist dabei immer ein guter ansatz, bei stärkerer
ausprägung auch in kombination mit medikamenten, wobei ich trotzdem von
ärztlichen psychotherapeuten eher abrate… besser einen wirklich ausführlich
ausgebildeten dipl.-psych. mit viel erfahrung im bereich depressionen…
und die gute erfahrung in einem fachgebiet spricht wieder dafür, sich einen
nicht allzu jungen therapeuten zu suchen, der im schlimmsten fall grad von der
uni kommt…

ansonsten helfen listen der psychologen von zb der krankenkasse und dann
probestunden nehmen… ich persönlich hab mich erstmal für mann/frau
entschieden, dann durchtelefoniert von super mit öffentlichen verkehrsmitteln
von mir aus erreichbar bis schlecht erreichbar und dann halt termine machen und
nacheinander ausprobieren wie man sich bei der person fühlt… dabei kann
allerdings auch mal die person „nett“ wirken, aber die einrichtung des
therapiezimmers lässt einen irgendwie nicht entspannen… also sich alles
gründlich anschaun und nachspüren was man dazu empfindet… (und wer würde
nicht gerne mal in die räume anderer leute schaun? *g* also kann man sich auch
einfach den spass damit machen und sich verschiedene behandlungsräume angucken,
wer sonst noch hemmungen hat…)

ach und wenn man schon mal bei ner praxis anruft, dann kann man auch ruhig da
mal fragen ob sie einen anderen therapeuten empfehlen würden, besonders wenn
die selber gerade keinen therapieplatz frei haben…

allerdings musste ich selber erfahren, dass von anderen therapeuten empfohlene
therapeuten auch nicht unbedingt dem eigenen geschmack entsprechen müssen…
die letztendliche entscheidung, bei wem man bleibt, muss also wirklich von
herzen kommen, da helfen sonst auch alle noch so guten empfehlungen nicht…

mfg
jj