Hallo, Susan,
es kann gut sein, dass du mit deinen Erwägungen richtig liegst. Man müsste den Einzelfall prüfen. Auch bei Meyer-Vorfelder; auch wenn ich …, aber wir wollen nicht persönlich angreifen, selbst wenn wir den Mann für mehr als angreifbar halten.
Ich hoffe doch, dass du meine Haltung zu Anglizismen und Fremdwörtern wohl von der des „Vereins für deutsche Sprache“ zu unterscheiden weißt.
Ich benutze gern und oft Fremdwörter, um damit meinen Bildungsstand allen eindeutig klar zu machen, auch meinen Einbildungsstand! 
Und zu Anglizismen und Denglisch habe ich mich auch - so hoffe ich - so geäußert, dass ich keineswegs als Purist betrachtet werden kann.
Ich gehe aber in der Tat davon aus, dass jemand, der sich täglich und beruflich und mit eigenem Interesse mit Sprache befasst - und so einer ist bei weitem noch kein Purist*! -, sich schon erlauben darf, sich über Wildwüchse und gedankenloses Modegeschafel zu mokieren, solange er keine Scheiterhaufen baut.
*Wenn ich aber meine Telefonrechnung nicht mehr interpretieren kann, wächst in mir die Sympathie für Puristen.
Und weil du es offensichtlich gern liest, hier noch mehr:
_„Nordbayerischer Kurier“ (Bayreuth) zu Sprachpanscher
Lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen: Die deutsche Kultusministerkonferenz führt einen „Bachelor“-Studiengang ein und ruft zum „Girls’ Day“. Diese bemüht populistische Wortwahl hätte den Damen und Herren Ministern durchaus den Preis als „Sprachpanscher des Jahres“ bringen können.
Über 2100 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache (VDS) haben stattdessen DFB-Präsident Mayer-Vorfelder mit dem zweifelhaften Titel bedacht. „Fan Corner“ sowie „Home and away shirts“ sind Wortschöpfungen der Kicker, die den Sprachwächtern aufstoßen.
Unterstellen wir mal, dass die meisten „Denglisch“- Sprechenden des Deutschen mächtig sind. Dann kann ihr Radebrechen doch nur heißen, dass es ihnen egal ist, ob sie verstanden werden: In diesem Falle könnten sie gleich den Mund halten.
©dpa_
Gruß Fritz