Wieder / Zurück

An alle Deutschsprachler

Mir fällt es schwer, zwischen den zwei folgenden Verben zu unterscheiden : zurückkommen und wiederkommen.
zB. Ich war in München und das hat mir gefallen, und ich habe vor nächstes Jahr dorthin zurückzukommen oder wiederzukommen ? Was ist richtig ?
Danke für eure Hilfe

Gruss

Hallo!
Meines Erachtens liegt das Problem nicht bei zurück/wieder, sondern bei dem ‚kommen‘! Kommen bezeichnet, von einem entfernteren Ort ‚hierher‘ zurückzukehren. Wenn du DORT stehst und HIERHER kommst, kommst du zurück. Wenn du HIER stehst und weggehst, entfernst du dich. Es heißt also komm HER, geh HIN.

Du möchtest von hier weggehen und das zum wiederholten Male, um dorthin zurückzukehren. Du kannst also davon sprechen ‚Mir gefiel es dort, ich möchte dortHIN (geh hin) zurückkehren/ zurückgehen (von hier nach dort - zurück, denn du bist bereits einmal dagewesen, zurückgeKOMMEN und möchtest dich nun wieder dorthin entfernen)‘.

Ich hoffe, du hast verstanden, was ich sagen will!

Gruß, Freya

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

In obigem Satz wäre wiederkommen richtig!
Zurück ist eher bestimmt, wieder eher unbestimmt!
Zurückkommen ist eher örtlich bestimmt, wiederkommen eher zeitlich.
Wenn Du in München wohnst und Deine Wohnung behälst, dann kommst Du zurück.
Wenn Du Deine Wohnung aufgibst und irgendwann mal wieder nach München willst, dann willst Du wieder kommen.

Ich komme zurück und bleibe dann hier!
Ich komme wieder, aber ob ich bleibe, weiß ich noch nicht.
Die Übergänge sind jedoch fließend!

Bei der Bahn gibt es eine (zu)-Rück-Fahrkarte, aber keine Wieder-Fahrkarte.
Besser kann ich das auch nicht erklären…

mfg Nemo

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Salut François,

dein Beispiel mit „kommen“ ist vielleicht etwas unglücklich gewählt, weil „kommen“ ja in der Tat meistens ein „Hierher“, zum gegenwärtigen Standpunkt des Sprechers, bezeichnet (wie Freya schon schrieb).

Aber dir geht es ja um „zurück“ oder „wieder“.

Mit einem anderen Beispiel klänge das vielleicht so:

„Der Hund lief fort. Am nächsten Tag kam er zurück.“ - Und man denkt: Um zu bleiben. Er weiß, wo er hin gehört. Hier ist sein Zuhause. Das Weglaufen ist die Ausnahme.
„Der Hund lief fort. Am nächsten Tag kam er wieder.“ - Und man denkt: Gut möglich, dass er morgen wieder fort läuft. Das hat er ja schon öfter gemacht.

„Sei nicht traurig, ich komme ja zurück.“ (Und dann bleibe ich. Und dann heiraten wir.)
„Sei nicht traurig, ich komme ja wieder.“ (Das weißt du doch, ich bin doch noch jedes Mal wieder gekommen. Ich muss nun mal leider arbeiten gehen.)

Vielleicht so: „Zurück“ hat offenbar etwas von Endgültigkeit und Einmaligkeit, „wieder“ meint eher Wieder(!)holbarkeit.

Gruß
Castafiore

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Meines Erachtens liegt das Problem nicht bei zurück/wieder,
sondern bei dem ‚kommen‘! Kommen bezeichnet, von einem
entfernteren Ort ‚hierher‘ zurückzukehren. Wenn du DORT stehst
und HIERHER kommst, kommst du zurück. Wenn du HIER stehst und
weggehst, entfernst du dich. Es heißt also komm HER, geh HIN.

Hallo Freya,

im Prinzip einverstanden, aber was machst du mit Sätzen wie:

„Ich wollte immer schon mal in die Walachei. Aber wie soll ich DA HIN KOMMEN?“
„Wenn das alle täten - wo KÄMEN wir denn DA HIN?“
„Ihr geht vor dem Kino erst noch was essen? Nö, ich nicht. Ich KOMME dann gleich DA HIN.“

Die Richtung „her zum Sprecher“ ist offensichtlich nicht in jedem Fall zwingend.
Vielleicht eher: „Her - vom angstrebten Ort aus gesehen“.

Gruß
Castafiore

Servus Franz,

mir scheint der Unterschied ziemlich analog zu rentrer (wiederkommen) und retourner (zurückkommen), bei denen sich das „re-“ auch ähnelt, aber bloß beim stärkeren retour-ner ist die Richtung hin-zurück konkretisiert: Das zweite bezeichnet eindeutig die Umkehrung der Richtung, während das erste eher die Wiederholung meint: Jemand ist da, dann weg, dann wieder da.

Schöne Grüße

MM

Bonjour Franz,
seit Du deine Frage gestellt hast überlege ich an einer Antwort - ich finde sie nicht. Das liegt wahrscheinlich zum einen daran, dass „wieder“ und „zurück“ im Deutschen ziemlich unterschiedslos gebraucht werden und zum anderen daran, dass das Verb „kommen“ in sehr vielen verschiedenen Bedeutungen benutzt wird, die mit dem Französischen „venir“ nicht immer etwas zu tun haben.
In deinem Fall habe ich das „Gefühl“, dass Du deinen Satz „ich habe vor nächstes Jahr dorthin zurückzukommen oder wiederzukommen“ nur jemandem sagen kannst, der in München wohnt; und dann ist es egal, ob Du „zurückzukommen“ oder „wiederzukommen“ sagst. Wenn Du aber mit jemandem in deiner Heimat sprichst würde ich sagen „…wieder dorthin zu fahren“.
Übrigens, kennst Du diese beiden Seiten http://wortschatz.uni-leipzig.de/ und
http://www.dwds.de/ ? Da findest Du nicht nur Synonyme und Worterklärungen, sondern auch viele Textbeispiele für den Gebrauch von Wörtern, was bisweilen ganz nützlich bei solchen Fragen ist.

À la prochaine
gargas