Wiedergeborene Christen ?

Hallo Harald!

Ich hätt Dir die Frage auch im Auslandsbrett stellen können, von dort wurde sie inspiriert:

Wenn christliche Amerikaner glauben, dass sie Wiedergeborene sind, ist das nicht ein Widerspruch zur christlichen Einstellung? Und wenn das möglich ist, von wo kommen die Christen wieder, aus dem Paradies oder aus der Hölle? Eine scherzhafte Zusatzfrage, aber irgendwo müssen die christlichen Seelen für die Wiedergeburt ja zwischengelagert werden.

liebe Grüße
Wolkenstein

Hallo Harald!

Darf auch ich?

Wiedergeboren

ist in diesem Kontext Metapher für:

Endlich bin ich auf den Trichter gekommen! Ich habs kapiert!

Fritz

Hallo Wolkenstein!

Ich hätt Dir die Frage auch im Auslandsbrett stellen können,
von dort wurde sie inspiriert:

mit dieser Frage wären wir dort aber total offtopic gewesen :wink:

Wenn christliche Amerikaner glauben, dass sie Wiedergeborene
sind, ist das nicht ein Widerspruch zur christlichen
Einstellung? Und wenn das möglich ist, von wo kommen die
Christen wieder, aus dem Paradies oder aus der Hölle? Eine
scherzhafte Zusatzfrage, aber irgendwo müssen die christlichen
Seelen für die Wiedergeburt ja zwischengelagert werden.

Hier handelt es sich um ein sprachliches Missverständnis.

Den Ausgang nimmet die Sache mit den „wiedergeborenen Christen“ bei Joh.3. Dort sagt Jesus zu Nikodemus:
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

und die Erklärung dazu:
Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.

Es handelt sich also nicht um eine Wiedergeburt der Seele.
Es geht vielmehr darum, dass der „Geist des Menschen“ zu neuem Leben erweckt wird. Der „stirbt“ nämlich durch die Sünde.

Deshalb konnte Jesus auch zu einem seiner Nachfolger sagen:
„_Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach, und laß die Toten ihre Toten begraben. _“ (Matth.8,21-22)

Was nun die wiedergeborenen Christen in den USA betrifft, handelt es sich leider meist um Fanatiker, die das Ansehen der Christen in Verruf bringen. So wie es leider die Kirche im Mittelalter auch getan hat. :frowning:(

Gruss Harald

Wiedergeborene Christen: Jimmy Carter?
Hallo Harald,

gehört da nicht auch Jimmy Carter dazu? Alles andere als ein Fanatiker! Über die Frage, wie weit sein (spezieller) Glaube Einfluss auf seine Politik hat, war er sehr verwundert, dass man ihm das unterstellt.

Gruß, Stucki

Darf auch ich?

Wenns dir niemand verbietet …
(Obwohl mich dies wundert, weil doch die MODs
hier eine sehr engherzige Interpretation dessen
vertreten, was in ein Brett reinpasst und was
nicht.)

Leider darf ich im Gegenzug nicht das tun,
wonach ich (trotz aller Sympathie, die du sonst
bei mir geniessest!) Lust hätte: dir einen
Negativ-Stern oder einen Kaktus verleihen für
den m.E. ziemlich un-hilfreichen Beitrag.

Rolf

Hallo Stucki,

gehört da nicht auch Jimmy Carter dazu?

ja, ich glaube schon.

Alles andere als ein Fanatiker!

Es ist ja nicht jeder wiedergeborene Christ zwingend ein Fanatiker.
Aber die Fanatiker sind es leider, die meist viel Lärm (um nichts) machen.

Gruss Harald
*auch wiedergeborener Christ*

Hallo Harald,

Jimmy Carter ist nicht ganz das, was man unter „reborn“
versteht. Er ist Baptist und auch Prediger in der Baptisten-
kirche. Er bezeichnet sich selbst als „reborn“, im Sinne
davon, dass er als Erwachsener Jesus Christus noch einmal
bewusst als seinen Retter angenommen hat.

Die fanatischen „reborn Christians“ allerdings, gehoeren
meist eigenen „reborn“-Gemeinden an, wo sie als Erwachsene
ein zweites Mal getauft wurden und die sich von den
„großen“ Kirchen bewusst getrennt haben. Es sind eher
die Gruppierungen, die in Deutschland unter der Bezeichnung
„evangelikal“ laufen.

Grüße
Elke

Hallo Rolf,

was hat dir den der Fritz jetzt getan?
Er hat doch nur salopp ausgedrueckt, was
‚reborn‘, wiedergeboren, bedeutet:
ein im Erwachsenenalter erneutes, bewusstes
Akzeptieren von Jesus als eigenem Retter.
Mit anderen Worten: jemand, der von sich
sagen kann: ich hab’s kapiert, mir ist es
bewusst geworden.

Irgendwo verstehe ich deinen Ausfall ueberhaupt
nicht und er war mit Sicherheit wesentlich weniger
hilfreich als das Posting von Fritz, der immerhin
eine Definition beigetragen hast, was du nicht
im Entferntesten getan hast.

Gruesse
Elke

Hallo Elke,

Jimmy Carter ist nicht ganz das, was man unter „reborn“
versteht.

das würde mich wundern.

Er ist Baptist und auch Prediger in der Baptisten-
kirche. Er bezeichnet sich selbst als „reborn“, im Sinne
davon, dass er als Erwachsener Jesus Christus noch einmal
bewusst als seinen Retter angenommen hat.

Die fanatischen „reborn Christians“ allerdings, gehoeren
meist eigenen „reborn“-Gemeinden an, wo sie als Erwachsene
ein zweites Mal getauft wurden und die sich von den
„großen“ Kirchen bewusst getrennt haben.

Ja eben. Die Baptisten haben ja gerade daher ihren Namen, dass sie sich dazu bekennen, Erwachsene zu taufen.

Es sind eher
die Gruppierungen, die in Deutschland unter der Bezeichnung
„evangelikal“ laufen.

Wo doch auch die Baptisten dazugehören :wink:

Gruss Harald

Hallo HArald,

Ja eben. Die Baptisten haben ja gerade daher ihren Namen, dass
sie sich dazu bekennen, Erwachsene zu taufen.

Das stimmt schon alles, was du schreibst. Aber - wie soll
ich das am besten beschreiben (ich koennte ja googeln, aber
ich bin, ganz ehrlich zu faul und zu muede heute), obwohl
sich beide „reborn“ nennen, ist da ein qualitativer Unterschied
zwischen den ‚normalen‘ Baptisten und den ‚richtigen‘ „reborns“.
In Suedafrika (is nicht Amerika, ich weiss, aber dazu faellt
mir am ehesten was ein) gibt es z.B. die Rhema-Church. Das
faellt so unter die Televangelisten-Brigade. Die sind von
einer viel aggressiveren Religioesistaet als die doch recht
gemaessigten Christen.

In Amerika gab es im 19. und auch im 20. Jhd. immer diese
christlichen Wanderprediger, die mit Erwachsenentaufen,
Wunderheilungen und Wetterbeeinflussen (letzteres weniger
erfolgreich, da nachpruefbar) ihr Publikum gefunden hat.
Meist blieben die ein bis zwei Wochen in einer Gegend,
und in der Zeit entwickelte sich eine regelrechte religoese
Hysterie (kann man uebrigens schon bei Mark Twain
nachlesen). Daraus haben sich die Televangelists und ihre
„Reborn-Theologie“ entwickelt (da gab’s doch auch mal einen
guten Film mit Steve Martin und Holly Hunter).
Wie gesagt, schwer zu beschreiben aus dem Stehgreif raus,
aber es ist eine andere Qualitaet - eben der ‚normale Baptist‘
(wie Jimmy Carter einer ist, der sich durchaus in seinem
Sinne als „reborn“ versteht) und die anderen.

Gruesse
Elke

Einen angenehmen Abend Elke, Fritz und Harald,

vielen Dank für Eure erhellenden Antworten!

Liebe Grüße
Klaus

Hallo Elke,

obwohl
sich beide „reborn“ nennen, ist da ein qualitativer
Unterschied
zwischen den ‚normalen‘ Baptisten und den ‚richtigen‘
„reborns“.

ja natürlich, der Unterschied zwischen normalen Anhängern und Fanatikern.

In Amerika gab es im 19. und auch im 20. Jhd. immer diese
christlichen Wanderprediger, die mit Erwachsenentaufen,
Wunderheilungen und Wetterbeeinflussen (letzteres weniger
erfolgreich, da nachpruefbar) ihr Publikum gefunden hat.

Merkwürdig, dabei hatte ich mit „Wetterbeeinflussen“ die besten Erfolge (weil nachprüfbar) :wink:

Meist blieben die ein bis zwei Wochen in einer Gegend,
und in der Zeit entwickelte sich eine regelrechte religoese
Hysterie

Das ist es! Christen brauchen Erkenntnis, nicht Hysterie.

Wie gesagt, schwer zu beschreiben aus dem Stehgreif raus,
aber es ist eine andere Qualitaet - eben der ‚normale Baptist‘
(wie Jimmy Carter einer ist, der sich durchaus in seinem
Sinne als „reborn“ versteht) und die anderen.

sag ich doch :wink:

Gruss Harald

Liebe Elke

was hat dir den der Fritz jetzt getan?

MIR hat der Fritz gar nichts getan.
Es war voreilig von mir, im vermuteten Interesse
des Fragestellers zu reagieren. Man soll ja auch
niemanden entmündigen.

Er hat doch nur salopp ausgedrueckt, was
‚reborn‘, wiedergeboren, bedeutet

Eben. Einer, der sich hier schon mehrfach
erstaunlich ausfällig geäussert hat, wenn Dinge
des Glaubens, der Religion und der Kirche ins
Gespräch kamen, deutet ein mysthisches Erlebnis
als einen rein kognitiven Vorgang.
Das kannst du salopp nennen, ich nenne es
unzutreffend.

ein im Erwachsenenalter erneutes, bewusstes
Akzeptieren von Jesus als eigenem Retter.

So käme es der Frage schon etwas näher, bloss
habe ich DAVON bei Fritz nichts erkannt. Gerne
gebe ich zu, hier wohl einen etwas eingeengten
Blick gehabt zu haben.

Irgendwo verstehe ich deinen Ausfall ueberhaupt
nicht

Als Ausfall wollte ich das nie aufgefasst haben,
vielmehr als einen mahnenden Klaps auf die
Schulter – unter guten Freunden.

… und er war mit Sicherheit wesentlich weniger
hilfreich als das Posting von Fritz, der
immerhin eine Definition beigetragen hat,

Naja … hierin müssen wir ja nicht
unbedingt gleicher Meinung sein, oder?

Liebe Grüsse
Rolf

muss ich das jetzt als persönlichen Angriff
werten?

Musst du nicht, lieber Harald.
Ich habe einen Eindruck angedeutet, den ich in
verschiedenen Brettern dieses Forums gewonnen
habe.

Dass ich dies so beiläufig im Zusammenhang mit
einer ganz anderen Frage tat, erweist sich jetzt
als ungeschickt.
Verbleiben wir doch einfach so, wie unter
Erwachsenen üblich: wenn mich etwas stört, wende
ich mich direkt an den Betroffenen. (DU hast von
mir sicher weniger Scherereien zu erwarten, als
andere Mods.)

Womit hast Du ein Problem?

Muss ich denn gleich ein Problem haben, wenn ich
feststelle, dass ich eine andere Auffassung
davon habe, wann ein Moderator einschreiten und
eine Diskussion abklemmen sollte?
Da habe ich schon einige Interventionen
beobachtet, die ich als engherzig, ja sogar
engstirnig bezeichnen würde. Ich mache mir
darüber meine Gedanken, weil ich in einem
anderen Forum ebenfalls als Moderator mitwirke.
Das ist alles – ein Problem muss mir deswegen
niemand «anzuhängen» versuchen.

Liebe Grüsse
Rolf

Wettermachen (off topic)
Hallo Harald,

ich schweife ab - aber die eindruecklichste Wettermacherei
habe ich in den 80er Jahren in Suedafrika erlebt. Es gab
mehrere Jahre hintereinander Duerre. Das ist in Suedafrika
nicht sehr ungewoehnlich, aber die vielen Jahre hintereinander,
das war schon schlimm. Den Farmern, dem Land ging es schlecht.
Irgendeiner der dortigen Fanatiker im Orange Freestate (Oranje
Vrystaat) kam dann die Erleuchtung, dass es an den gerade
wieder aufkommenden Miniroecken lag und er fing an mit
tausenden von Teilnehmern 48-Stunden-lang-dauernde
Gebetsmarathons zu veranstalten.
Das Ergebnis waren sintflutartige Regenfaelle, die in der
groessten Ueberschwemmung im Freestate in diesem Jahrhundert
resultierte.
Meine Gedanken dazu, damals wie heute: entweder es war
reiner Zufall oder aber Gott hat einen perversen Sinn fuer
Humor.

Gruesse
Elke

engherzige MODs – sicher nicht
Ach übrigens:
Setzest du eine engherzige Interpretation oder ein Verhalten, das
darauf basiert, mit engherzigen Menschen gleich???
Ich jedenfalls nicht.
Rolf

Schau, Rolf,

Eben. Einer, der sich hier schon mehrfach erstaunlich ausfällig geäussert hat, wenn Dinge des Glaubens, der Religion und der Kirche ins Gespräch kamen, deutet ein mysthisches Erlebnis als einen rein kognitiven Vorgang.
Das kannst du salopp nennen, ich nenne es unzutreffend.

Da ich eine solches „mystisches (sic!) Erlebnis“ nicht kenne und Berichte davon nur als Krankheitsgeschichten werte, kann ich gar nicht anders als so darüber reden.

Das ist nicht salopp, das ist nicht ausfällig, schon gar nicht erstaunlich ausfällig, und nur in deiner - aus beruflichen Gründen wohl, oder glaubst du das wirklich, was die Kirchen lehren? - und deinesgleichen Meinung unzutreffend.

Was DU ein „mystisches Erlebnis“ nennst, nenne ich „einen fehlerhaften, kognitiven Vorgang“.

Wir müssen hier nicht austragen, wer Recht hat! Wir bestimmen nur unsere Positionen!

Und danke! Ich habe den Kaktus bei mir aufs Fensterbrett gestellt! Unter meinen Sternenhimmel! :wink:

Ansonsten meine Reverenz!
Fritz