Hallo Harald,
Das Feuer steht in vielen Religionen der Symbolik nach nicht
für Vernichtung oder Verdammnis. Es steht vielmehr auch für
Leuterung und Reinigung.
eigentlich ja, aber…
…Jesus gebrauchte den Ausdruck „Geh Hinnom“ (Gehenna) und
das bezeichnete die damalige „Müllverbrennungsanlage“ vor den
Toren Jerusalems. Also, dass der Müll dort wieder gereinigt
wurde, kann ich mir nicht vorstellen. 
Huh…Du fährst wirklich mit guten Argumenten auf
…
„…solange die Würmer nicht vernichtet sind…“ Klar, daraus kann ich mir manches ableiten. Unter anderem aber auch, daß eine „Müllverbrennungsanlage“ schlichtweg Müll verbrennt. Die von Gott geschaffenen Seelen sind aber kein Müll. Warum also nicht glauben, daß lediglich der Müll, denn diese Seelen mit sich herumtragen (z. B. Hass, Unglaube) verbrannt wird? Wäre das so abwägig? Auch hier hätte das Feuer lediglich reinigende Wirkung. Sicherlich kann dies wohl lange dauern. Aber auch nur so lange, wie die Seelen sich an diesen Müll krallen.
Eine ewige Verdammnis unter Gott kann
es m. E. nach nicht geben. Frage ich einen Philosophen,
würde dieser sagen, daß es eine ewige Verdammnis unter einem
Wesen, daß für unendliche Liebe, Gnade und Barmherzigkeit
steht, nicht geben kann. Die Umkehr ist jederzeit möglich.
Irgendwie fehlt hier der Begriff „Gerechtigkeit“.
Und Gerechtigkeit fordert auch eine Konsequenz für all jene,
die eine Umkehr ablehnen. Und zur Umkehr ist m.E. nur Zeit,
solange der Mensch lebt.
Ja. Natürlich. Die Konsequenz ist das Feuer, welches solange brennt, bis der „Müll“ vernichtet ist. Die Umkehr bedeutet, daß die Seele ihren Müll freiwillig an das Feuer übergibt. Nach der Umkehr aber das Paradies. Das ist gerecht barmherzig.
Jesus erklärt dies auch in seinem Gleichnis von dem
verlorengegangenen Schaf.
Aber das Schaf lebte noch!
Es war aber auch kein Mensch. Darin kann man, wie ich glaube, sehen, daß die durch Jesus herangezogenen Gleichnisse eine vielfache Anwendbarkeit finden. Warum sollte ein gnädiger, barmherziger Gott seine Gnade dort aufgeben, wo lediglich der Tod einsetzt? Wie tief soll das Erlösungswerk denn angesetzt sein? Unser Gott opfert uns seinen Sohn und dieses Opfer soll durch ihn selbst bestimmt mit dem Tode seine Wertigkeit verlieren? Hat nicht auch Jesus in der Hölle den Dämonen und verlorenen Seelen gepredigt, um sie zur Umkehr zu bewegen? Und ich denke dabei auch an den 139sten Psalm. Gott ist überall. Und wo Gott ist, dort kann ich Vergebung finden. Das Reich Gottes ist dort, wo ich es annehme. Und bin ich in der tiefsten Hölle, so werde ich umgehend im Paradies sein, wenn ich sein Wort annehme. Aber die Annahme seines Wortes bedeutet, meine Schuld loszulassen.
Ich sehe die Seele als Teil des Menschen (Körper - Seele -
Geist).
Und als solchen gibt es natürlich jeweils eine Seele pro
Mensch.
Das ist natürlich klar. Aber Körper, Seele und Geist sind keine untrennbare Dreieinigkeit, zumal sich allein schon die Seele mit dem Tode vom Körper trennt. Oder anders: Mit dem Tode des Körpers sprechen wir nicht vom Tode der Seele, zumal ansonsten die Debatte über das ewige Leben gänzlich obsolet wäre. Jesus sagt am Kreuze: „…noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Damit war jedoch nicht der Körper desjenigen gemeint, dem er dies veheißen hat. Damit komme ich wieder bei Elija und Johannes, dem Täufer, an. Wenn es nur ein Leben gäbe, nur eine Vergebung oder Verdammnis mit dem Ende des menschlichen Lebens, welchen Sinn hätte dann unsere Anwesenheit auf diesem Planeten? Wir würden von unserem liebenden Vater entsandt, machen Fehler und gehen dann verloren? Das wäre, als würde er uns mit verbundenen Augen über ein endlos langes Minenfeld jagen. Nein. Ich glaube eher, daß wir Gelegenheit bekommen, aus vergangenen Fehlern zu lernen, um dadurch zu reifen. Um, wie es der Herr fordert, unserem Herrn Jesus immer ähnlicher zu werden. Wie sollen wir das in 70 Jahren schaffen. Das zu spüren, was wir anderen antaten. „Wer nimmt, dem wird genommen. Wie gibt, dem wird gegeben.“
Denke auch bitte an das Erlösungswerk. Wie wertvoll es ist. Aber wie wertvoll wäre es, wenn es dem einfach Tode nachstünde? Mit dem Erlösungswerk von Golgatha hat nicht mehr der Tod das letzte Wort über unser Seelenheil, sondern Jesus Christus. Er ist der Richter, Erlöser und Fürsprecher. In der diesseitigen, jenseitigen und kommenden Welt.
Die Theorie der „unreifen Seelen“ kann ich nicht
nachvollziehen.
Gott beurteilt nicht die Reife sondern den Gehorsam.
(1.Sam.15,22)
Unreife Menschen werden für Ungehorsam meist geringfügiger bis nicht selten gar nicht bestraft. Weil sie eben unreif sind, z. B. Kinder. Aufgrund ihrer Unreife wissen sie nicht um die Folgende des Ungehorsams. Ergo werden sie einem Lernprozess unterzogen, damit sie das Gesetz (besser) verstehen können.
Das ist aber nicht der wichtigste Faktor zur Beurteilung. Wir selbst sind nicht aus eigener Kraft in der Lage, uns zu retten. Unsere Taten haben vor Gott daher wenig Bedeutung. Jesus sagt, daß wichtiger, wichtiger noch als das Leben selbst, der Glaube ist. Der Glaube an den mächtigen Gott und das durch ihn in Jesus gewirkte Erlösungswerk. „Wer glaubt und getauft ist, der wird selig sein.“
M. E. kann aus der Schrift keine eindeutige Lehre abgeleitet werden, welche den Gedanken an Reinkarnation mit Begründung als abwegig darstellen kann. Auch glaube ich nicht, daß die Offenbarung uns eine ewige Verdammnis verspricht, die sich selbst generiert. Die Verdammnis kann nicht länger dauern, als wir selbst es wirklich wollen, da Umkehr an keiner Stelle ausgeschlossen ist. Das Feuer soll das Schlechte (Böse) verbrennen. Warum kann es jetzt ewig dauern? Weil manchen Seelen vielleicht Einsicht in manche Tat fehlt, die sie auf Erden begangen haben. Einsicht in schlechte Eigenschaften, die sie sich im Erdenleben zugezogen haben. Ich denke, hier schließt sich der Kreis. Wie sollte sie diese Einsicht auch gewinnen, wenn sie nur 70 Jahre Zeit hat?
Gruß
Mike