Hallo Kernig,
generell gebe ich Dir Recht, dass es auch ohne Chemie gehen kann, aber je nach Ausgangslage kann es das Leben echt erleichtern, da ja leider nicht jedem das nötige Gerät zur Verfügung steht, um eine Wiese oder Brachland in Größe XXL in halbwegs passabler Zeit in nutzbares Grün umzuwandeln. Wir hätten es ohne die Kombi Chemie und mit großem Gerät ausgestatteten Nachbarn nicht geschafft die Mondlandschaft irgendwie zu bewegen. Aber nach den ersten Erdbewegungen und der ersten und einzigen Chemiekeule blieb danach in der Tat nur hacken, hacken, hacken, Disteln mit Essig oder Stecher raus holen - schnell mal eben geht da gar nichts und nur mit Chemie auch nicht - das ist eine gute Unterstützung gegen einen Teil der Kräuter gewesen, um überhaupt mal einen Anfang zu bekommen.
und ganz ehrlich - ich glaube nicht, dass die Fragestellerin in diesem Jahr schon ernten wird - das ist der Traum - mal eben und dann im Herbst die Früchte genießen - die Realität sieht aber dann anders aus. Musste mir ja von Euch auch beibringen lassen, dass meine Erdbeeren in diesem Jahr noch nichts / nicht viel bringen :o)
Grüße aus dem sonst immer chemiefreieren Garten, da sich das Ökosystem hier immer besser einspielt.
Alexandra
Danke für die geologische Einführung. Das muss ich mir für entsprechend interessierte Feriengäste merken. … Bildung von Rissen bei Trockenheit und schnelles Verschlammen bei Regen ist wohl zutreffend.
Ein bissel was kann man auch ohne präzise geologische Karte
dazu sagen, wenn man Färbung und Struktur des Bodens kennt.
Charakteristisch für dichte, schwere Pelosole ist die Bildung
von Rissen bei Trockenheit und das schnelle Verschlammen bei
Regen wegen Staunässe und hohem Tongehalt; tonige Böden auf
Buntsandstein und Rotliegend kann man an der Farbe erkennen.
War das ein langjährig als Garten/Acker genutztes Stück? Ist
bekannt, warum die Wiese, die Ihr ins Auge gefasst habt, Wiese
ist - und wie lange sie das schon ist?
Da muss ich einmal nachfragen. Das Land war seit mid. 150 Jahren irgendwie genutzt (so alt ist das Haus), ob für Tiere oder Landwirtschaft, weiss ich nicht. Die Wiese war wohl eher schon seit langem Wiese. Der Grund des „Umzugs“ ist die schattige Lage des ehemaligen Gartens (und dass wir nicht alle schattenspendenden Bäume wegnehmen können, da sie dem Nachbarn gehören). Die Wiese, weil sie auf einem Teil des Grundstücks liegt, das sicher nicht bei Überfluten des Flusses mitbetroffen ist.
Ist aber nicht aussichtslos, die intensive manuelle
Bearbeitung und - wenn man dafür sorgt - fast ganzjährige
Vegetation im Gemüsebau hilft da schon.
Also, dann wartet Arbeit auf uns …
Servus,
noch ein Nachschlag: Recht unempfindlich auf schwere, auch
staunasse und saure Böden sind rote Johannisbeeren. Pflanzloch
auf ca. 60 cm ausheben, Aushub nicht vermischen, sondern beim
Pflanzen in der gleichen Schichtung wieder einbringen, vorher
mit grobem Kompost und Hornspänen zum C/N-Ausgleich
aufmischen.
Die geben bald Ertrag und die meiste Arbeit ist die Ernte.
Wenn ihr auf der „Bio“-Schiene seid: Ich hab grad für
Clafoutis zwei Gläser Johannisbeeren aufgemacht, die ganz ohne
zugesetzten Zucker sterilisiert sind. Alles, was da ohne
Zucker anders ist, ist die etwas weniger leuchtende Farbe. Die
abgetropfte Flüssigkeit lässt bei gut reifen Beeren fast an
einen Sirup denken, sie ist auch ohne zugesetzten Zucker sehr
aromatisch und angenehm süß.
Das klingt natürlich gut. Gilt das auch für schwarze Johannisbeeren? Im alten Garten sind sie trotz sehr wenig Sonne fantastisch geworden. Das erste Mal, dass ich gerne schwarze Johannisbeeren pur gegessen habe! Vielleicht lassen wir die alten Büsche dort stehen.
Ohne Zucker sterilisiert: im Einkochtopf oder „nur“ heiss abgefüllt? Das habe ich bei Beeren noch nie probiert, allerdings mit Apfelmus und Kirschen, da hat das gut funktioniert.
Versuch die Planenlösung oder eben das Hochbeet, dann hast Du
auch kein Schneckenproblem und kannst gleich die ganzen Zweige
und Äste entsorgen die jetzt im Garten anfallen - diese ganz
unten rein ins Beet, dann Gras und Blätter drauf und dann den
Rest mit mit ordentlicher Erde auffüllen.
Wir haben uns gedacht Hügelbeet (Äste und Zweige haben wir ja genug) plus langsame „Landgewinnung“ über die Jahre … Allerdings weiss ich noch nicht, wo wir „ordentliche“ Erde herbekommen, ob wir die wirklich anfahren lassen müssen.
PS: wir testen immer einzelne Pflanzen an und wenn das klappt,
dann wird großflächig im nächsten Jahr gesät/gepflanzt.
Das ist eine gute Idee, spart vermutlich viel Frustration
Hallo Vera, im Zweifel anfahren lassen - wir haben hier Kompostierungsanlagen und da kann man das eine oder andere selbst holen bzw. wenn man da Mitglied ist, dann kann man unbegrenzt Kompost abfahren.
Vielleicht gibt es bei Euch auch so etwas in der Nähe?
Gruß,
Alexandra
Kompostierungsanlagen und da kann man das eine oder andere
selbst holen
Vielleicht gibt es bei Euch auch so etwas in der Nähe?
Da muss ich mich informieren. So gross sind die Franzosen ja nicht mit Kompost und Umwelt, aber das wäre natürlich toll. Unser Küchenkompost ist winzig.