Servus,
Der Jemand hat, deucht mich, nicht so arg viel Ahnung.
Abgesehen von wenigen Lössanwehungen entlang der Côte d’Or sind die Böden in der Bourgogne nicht lehmig, sondern tonig. Und zwar tonig von der verschärften Art: Kalkarm, ansauer, staunass.
Aus leidvoller Erfahrung hier im Forum weiß ich, dass fast immer Ton gemeint ist, wenn von Lehm gesprochen wird. Der Unterschied ist, dass Lehmböden die fruchtbarsten überhaupt sind, und Tonböden noch schwerer etwas abzuringen ist als auf Sand.
Wenn man einen schweren Tonboden, der ohnehin schon mit schlechter Sauerstoffversorgung zu kämpfen hat, auch noch mit einer luftundurchlässigen Folie abdeckt, ruiniert man ihn durch die anaerobe Fäulnis der krepierten Pflanzen auf viele Jahre.
Fräsen auf Tonboden ist nochmal extra schlecht: Man legt mit der Fräse einen Verdichtungshorizont in etwa 20 cm Tiefe, die Staunässe wird noch schlimmer, nichts kann mehr ordentlich wurzeln, und Leguminosen und Klee bringen fast keinen Stickstoff mehr an Land. Außerdem richtet man mit mechanischer Bearbeitung (Spaten, Pflug, Fräse) auf tonigen Böden Verdichtungen im Mikrobereich an, die Legionen von Regenwürmern in vielen Jahren nicht wieder reparieren können.
Mit Radieschen und Kräutern ist 2010 sinnvollerweise nichts.
Folgende Schritte:
(1) Sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist, wird vielleicht Mitte März - Mitte April sein, wendend umstechen.
(2) Die umgedrehten Grassoden nach weiterem Abtrocknen ausschütteln und am Rand zu einer Miete aufschichten.
(3) Auf dem Stück in Streifen Ackerbohnen - Phacelia - Senf - evtl. Lupinen säen.
(4) Im Spätsommer mit der Sense mähen und das Mähgut gleichmäßig verteilt liegen lassen.
(5) Im späten Herbst 2010 noch einmal wendend umstechen; Hügelbeet einrichten, Kompost oberflächlich einbringen, wenn sehr sauer ist im Frühjahr 2011 ein wenig aufkalken.
(6) Dann im Frühjahr 2011 bestellen wie gewohnt; wo späte Kulturen vorgesehen sind, ab Anfang März nochmal Phacelia einsäen. Immer darauf achten, dass nicht viele Beete über Winter kahl bleiben, sukzessiv immer weniger Umstechen, Humusversorgung mit von Jahr zu Jahr wandernden Kleewegen und Hügelbeeten verbessern. Pflanzennachbarschaften pflegen, möglichst wenig Boden sollte offen den Niederschlägen ausgesetzt bleiben. Für den Anfang sind Kartoffeln, Ackerbohnen, Buschbohnen, Zucchini gut geeignet.
Schöne Grüße
MM