Wieso braucht man einen Ölwechsel?

Hallo,

ein Frontal21 - Artikel beschreibt dass Ölwechsel oft nicht mehr als Geldschneiderei sind.

Hat Frontal recht oder sind Ölwechsel physikalisch gesehen sinnvoll - und falls ja- nach welcher Kilometerleistung (oder nach wievielen Kaltstarts) bzw. nach welchen Zeitraum?

Die Empfehlungen der Hersteller kenne ich zwar doch sind diese ja nicht unbedingt unabhängig…

Gruss

Desperado

P.S.: Hier der Frontal Artikel: http://web.archive.org/web/20080112063911/http://www…

Hallo!

…oder sind Ölwechsel physikalisch gesehen sinnvoll

Im Motoröl sammeln sich Verbrennungsrückstände, metallischer Abrieb und je nach Betriebsbedingungen auch Wasser. Außerdem verschleißt das Motoröl, dabei leidet die Schmierwirkung.

Die Empfehlungen der Hersteller kenne ich zwar doch sind diese
ja nicht unbedingt unabhängig…

Die Empfehlungen bewegen sich auf der sicheren Seite. Sparpotential ergibt sich durch Verwendung gewöhnlichen Mehrbereichöls. So kann man auf sündhaft teures Synthetiköl aus der handsignierten Dose mit Goldrand verzichten. Werkstätten zapfen vom Fass ab, pro Liter irgend etwas im unteren einstelligen Euro-Bereich. Kalkuliert wird wie beim Kneipenwirt mit 300% und mehr.

Gruß
Wolfgang

Hi!

Ich verdiene ja mein Geld mit solchen Sachen,
also ist Ölwechsel nötig.

Es gibt auch Leute, die das nicht für nötig halten, oder alle 4 Jahre irgendwelche Billig-Brühe aus dem Baumarkt reinkippen,
das geht sicher einige Jahre lang gut,
manche Motore sind da auch empfindlicher als andere,
aber meine langjährige Erfahrung zeigt,
dass die Leute dann irgendwann mal Probleme mit dem Motor haben.

Das geht los bei zu wenig Öldruck, klappernde Hydrostössel, verschlissene Zylinderlaufbahnen.

Neuer Motore sind da grundsätzlich empfindlicher als ältere.
Es ist auch bei modernen Auto’s unbedingt wichtig, auch das richtige Öl zu verwenden.
Ich schaue da, wenn ich es nicht zufällig aus dem Kopf weiss,
grundsätzlich nach, und bestelle notfalls auch das passende Öl.
Ford-Motore mit Zetec-Motor brauchen z.B. ein ganz spezielles Zetec-Öl.
Das ist auch nicht teurer als anderes Öl, aber speziell für die Motore ausgelegt.
Ganz verrückt wird es bei den modernen Dieselmotoren mit Partikelfilter:
Da muss aschefreies Öl benutzt werden, auch zum Nachfüllen,
das ist relativ teuer, aber wenn man da auch nur ein einziges Mal was falsches eingefüllt wird, kann der Partikelfilter kaputtgehen.

Ansonsten zum Ölverschleiss:

Die Moleküle im Öl zerreiben sich mit der Zeit, schöne Ölkiller sind auch Zahnräder oder Steuerketten im Motor,
die zerhäckseln die Moleküle regelrecht, und das Öl wird dünner,
sieht man manchmal bei solchen Motoren, wenn das Öl ewig lange drin war, dass es rauskommt, dünn wie Wasser.

Weiterhin sind im Öl Additive zur Reinigung drin, die wie ein Waschmittel wirken,
und den Motor sauber halten.
Das ist besonders wichtig für die winzigen Bohrungen und Ventile in den Hydrostösseln.
Diese Reinigungsadditive verbrauchen sich mit der Zeit.

Grüße, E !

Noch eine Anmerkung: Frontal 21 war schon immer eher, naja, polemisch gemacht :smiley:

Hallo !

Grundfalsch ist der Bericht wohl nicht,habs nur nachgelesen nicht selbst gesehen.
Zu dem Thema gab und gibts immer wieder Meldungen und Untersuchungen.

Hier ist es ein Spezialöl mit sehr langer Lebensdauer,dort ein spezieller Filter für den Ölkreislauf zusätzlich zum vorh. Ölfilter.
Das ist für mich schon wesentlich erklärlicher und einleuchtender.

Das Öl bleibt drin wird aber „feinstgefiltert“ und von den schädlichen Teilen befreit,die wie schon gesagt den Motor schädigen können.
Stichwort „Trabold-Filter“.
Man ersetzt nicht das Öl sondern „nur“ die Filterpatrone des Feinstfilters nach Vorschrift,damit befreit man das Öl vom Abrieb und sonstigen Verunreinigungen,die Schmierwirkung ist weiter gegeben.

Für Motoren in Dauerbetrieb (LKW,Baumaschinen,Taxis) hat es sich m.K. nach durchaus bewährt. Und eher bei Diesel- als bei Benzinmotoren.

MfG
duck313

Hallo,

weil Öl simpel ausgedrückt,sich selber „Opfert“…

Der Ölfilm im Motor verhindert den direkten Kontakt von Metall auf Metall was sonst unweigerlich zu schweren Schäden führen würde.
Deswegen muss man das ÖL auch wechseln…der Zeitpunkt dafür ist allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig und da sind die Herstellerempfehlungen nur ein grober Anhaltspunkt.Denn die
Laufleistung ist nicht das einzige Kriterium…so kann zum B. der
Garagenfahrer nach den Kilometern erst nach 5 Jahren sich zum Ölwechsel „Genötigt“ fühlen, was aber eindeutig zu lange ist.

Wenn man nicht viel fährt,sollte man mindestens 1 mal pro Jahr einen Ölwechsel machen (lassen),schon alleine um auch andere Defekte (wie defekte Dichtungen an den Zylindern) rechtzeitig erkennen zu können.

Wer viel fährt,sollte mindestens 2 mal im Jahr (Frühjahr und Herbst)
einen Ölwechsel machen lassen um ganz einfach für die jeweilige Jahreszeit das optimale Öl zu fahren.

Bei den Ölen sollte man nicht auf „Werbeposter“ achten,sondern auf die
Klassifikation des Öles nach der ACEA (Association des Constructeurs Européens Automobiles)

sofern es sich um Neufahrzeuge handelt.
Jeder Hersteller gibt in den Fahrzeughandbüchern genaue Angaben über die für das jeweilige Fahrzeug zugelassenen Öle nach ACEA.

Daran sollte man sich halten…denn diese Klassifikation berücksichtigt die spezifischen Motorbedingungen des jeweiligen Fahrzeuges.
Nicht die Handelsmarke des Öles ist wichtig,sondern einzig und alleine der Audruck der Spezifikation.

Für Oldtimer oder Fahrzeuge aus den USA empfehle ich,sich in einschlägigen Foren kundig zu machen oder die Original-Öle der Herstellerangaben zu verwenden.

Die Empfehlungen der Hersteller kenne ich zwar doch sind diese
ja nicht unbedingt unabhängig…

Die Empfehlungen bewegen sich auf der sicheren Seite.
Sparpotential ergibt sich durch Verwendung gewöhnlichen
Mehrbereichöls.

Man muss nicht gleich auf das billigste Öl ausweichen.
Bei VW erziele ich Longlife-Intervalle von 27.000km.
Mit Standardöl müsste ich alle 15.000km zum Wechsel.

Ich bringe also das Longlife3 Öl selber mit, vorher für rund 7,50€ bei einem Onlineshop meines Vertrauens gekauft.

So kann man auf sündhaft teures Synthetiköl
aus der handsignierten Dose mit Goldrand verzichten.
Werkstätten zapfen vom Fass ab, pro Liter irgend etwas im
unteren einstelligen Euro-Bereich. Kalkuliert wird wie beim
Kneipenwirt mit 300% und mehr.

Man vergleiche:
Ich kaufe Castrol Longlife3 Öl für 7,50€ online.
Die Werkstatt würde mir das gleiche Öl für 22€ +19% verkaufen!