Wieso düsenflieger als taktische bomber?

hi zusammen,

wieso is die wehrmacht nich auf die idee gekommen die neu entwickelten düsenflugzeuge als abfangjäger zu benutzen??

wieso haben die sich so sehr daran festgeklammert die feindlichen stellungen zu bombardieren anstatt die heimatfront gegen flieger zu verteidigen??

mfg

asi


Hallo Asi,
das war eine Entscheidung Hitlers. Sie löste allgemeines Entsetzen aus und es gab niemanden, der für diese Entscheidung war. Alle maßgeblichen Leute versuchten, Hitler umzustimmen und den Einsatz der Me262 als Jäger durchzusetzen. Schließlich verbot Hitler jegliche Diskussion des Themas mit ihm. Durch den Bau und den Einsatz der Me262 als „Blitzbomber“ mit einer dürftigen Bombenzuladung verlor dieses Flugzeug seinen entscheidenen Vorteil - die Geschwindigkeit. Diese Fehlentscheidung ist wohl am ehesten mit dem Persönlichkeitsbild Hitlers zu erklären. Er hatte einen übersteigerten Drang nach Vergeltung. Erst Ende 1944 ließ er sich umstimmen und forderte dann selbst schnellstens den Bau des Flugzeuges als Jäger. Da war es, wie für so viele innovative Entwicklungen (Uboot XXI, Wasserstoffsuperoxidantrieb, Maschinenpistole…)zu spät.
Gruß
Uwe

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Wahrscheinlich weil sie vor allem nicht in der Lage waren, genug von den Dingern zu bauen. Man muss eben nicht nur (vielleicht) technisch die Nase vorne haben, man muss das Gerät auch in ausreichend großer Zahl aufs Schlachtfeld bringen.

hi zusammen,
wieso is die wehrmacht nich auf die idee gekommen die neu
entwickelten düsenflugzeuge als abfangjäger zu benutzen??

Wie schon von den Anderen angemerkt, das war Hitlers
sehr persönliche Marotte. Nahezu alle Offiziere der
Luftwaffe sprachen sich dagegen aus.

Hitler war im ersten Weltkrieg „grossgeworden“ und kannte die
Hölle der Gräben und der Artillerie noch aus eigener Erfahrung.
Er meinte, der angreifende Soldat muss vernichtet werden. Die
kaputten Städte würden neu und besser aufgebaut werden, aber der
angreifende Soldat muss vernichtet werden, sonst ist alles verloren.

Aus der schmerzlichen Erfahrung, dass der „Finger des
Schützengrabengottes“, die Ju-87, inzwischen vollkommen
wirkungslos, die He-111 zu langsam und die Ju-88 zu
schwerfällig für die alliierte Luftüberlegenheit war,
ist es nicht überraschend, dass er sich einen Bomber
(für ihn gleich Artillerie, wie die V2/A4) wünschte,
der sein Ziel erreicht.

Kampf den „gegnerischen Gräben“ war „seine Welt“, er
wurde ja mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Um das näher zu verstehen, kann man in Bullock („Hitler und
Stalin, parallele Leben“) folgendes finden:

...
in Mein Kampf; in seinen Reden und Tischgesprächen, brachte 
er niemals jenen Abscheu zum Ausdruck, den die meisten 
Frontsoldaten angesichts der sinnlosen Opferung von Millionen 
von Menschenleben, der Zerstörung von jeglicher Art menschlicher 
Zivilisation und der Verwüstung ganzer Landstriche empfanden. 
Hitler war stolz darauf, daß diese Erfahrung nicht nur seinen 
Körper, sondern auch seinen Willen gestärkt hatte, daß er nicht 
schwach geworden, daß aus dem »grünen« jungen Mann ein durch 
nichts mehr zu erschütternder, durch keine Regung des Mitleids 
mehr zu erweichender Veteran geworden war. 
...
Dieser Defekt seiner Persönlichkeit allerdings übte wie unzählige 
Bilder und Beschwörungen des Hasses, der Gewalt und der Zerstörung 
in seinen Reden zeigen, eine größere Anziehungskraft aus, als die 
meisten Menschen lange Zeit eingestehen wollten. Seine Weigerung, 
Urlaub zu beantragen, die Tatsache, daß er ständig versicherte, 
die Weltkriegsjahre seien die glücklichste Zeit und das bewegendste 
Erlebnis seines Lebens gewesen, sind die ersten eindeutigen Indizien 
für jene Faszination, die für Hitler von Tod und Vernichtung ausging, 
die im Zweiten Weltkrieg zu seinem treibenden Motiv wurde 
...

wieso haben die sich so sehr daran festgeklammert die
feindlichen stellungen zu bombardieren anstatt die heimatfront
gegen flieger zu verteidigen??

Wenn der Gegner ins Land marschiert, kann es schon angebracht sein,
den Gegner zu bekämpfen. Wenn man weder nennenswerte Artillerie,
noch Transportkapazität noch genug Munition hat, schickt man eben
den „Schnellbomber“. Ich finde das schon nachvollziehbar.

In der Situation der ununterbrochenen Bomberstöme und des Ausbrennens
einer deutschen Stadt nach der anderen ist das natürlich keine Priorität,
würden wir heute sagen. Aber vielleicht stellte es sich damals anders
dar, wer weiss …

Euer CMБ

Wahrscheinlich weil sie vor allem nicht in der Lage waren,
genug von den Dingern zu bauen. Man muss eben nicht nur
(vielleicht) technisch die Nase vorne haben, man muss das
Gerät auch in ausreichend großer Zahl aufs Schlachtfeld
bringen.

Es war eine ausreichende Zahl vorhanden um entscheidend in die Lufthoheit eingreifen zu können, nur das nächste Hauptproblem waren nicht vorhandenen Start und Landebahnen, da die neue Düsentechnologie die Landebahnen zum schmelzen brachte. Es gab dann um Berlin 3 Flugplätze mit neueren Bahnen, diese wurden allerdings für die allierten Bomber zunächst als Primärziel erklärt.

Grüne