Wieso funktioniert DSL mit Glasfaserkabel nicht?

Hallo Experten,
als Laie, dem man viel erzählen kann, stelle ich die Frage, wieso eigentlich DSL bei modernen Glasfaserkabeln nicht funktionieren soll. Was hat Kupfer und DSL gemeinsam?
Wenn jemand dazu etwas weiß, bitte ich um verständliche Antworten, allein physikalisch-mathematische Formeln würden mich evtl. überfordern…

Ich will einfach nur (begründet) wissen, ob das stimmt.

Danke für die Hilfe
Flaves

Es stimmt nur bedingt!
DSL und Kabel haben keine Gemeinsamkeit.

Wenn Du eine Inhousestrukturierung in Glasfaser hast, kannst Du diese theoretisch auch für DSL benutzen.

Also, Glasfaser leitet keinen Strom! um Glasfaserkabel verwenden zu können müssen jeweils entsprechende Optopkoppler an den Enden sitzen die aus den lustigen Blinksignalen wieder elektrische Signale macht.

Das ist bei Netzwerken genauso in den Netzwerkkarten sind diese Koppler eingebaut.

Es gibt allerdings meines Wissens keine entsprechenden Koppler für DSL und Glasfaser. Somit wäre man schon auf eine eigene Konstruktion angewiesen und das ist wirtschaftlich wohl extrem irreal.

Man kann allerdings einen DSL-Anschluss in einen Glasfaser/Cat5 Switch auflegen und dann hausintern mit Glasfaser wieder zum PC gehen. Das ist wohl aber dann doch „Perlen vor die Säue werfen“, den diese Wandler kosten echtes Geld und eine Geschwindigkeit von 1000 MBit nützen einem sehr wenig, wenn man nur 2 MBit oder 6 Mbit in der DSL-Leitung hat.

Das Nadelör bleibt immer der DSL-Anschluss!

Gruß aus Hamburg
Knud Schiffmann
http://internet-partner.de

Afaik bietet HanseNet in HH auch DSL über Glasfaser an. Technisch ist das möglich, aber angeblich die passende Hardware teuer.

Verstehe ich das richtig: Es ist also nur eine Frage des Preises? Liegt es im Endeffekt nur an den teuren Opto-Kopplern? Ist eine Funklösung dann bedeutend billiger? Wie ich hörte, gibt es das ja z.B. in den neuen Ländern, die ja seinerzeit mit modernster Technik, sprich Glasfaser, ausgestattet wurden.
Gruß
Flaves

Verstehe ich das richtig: Es ist also nur eine Frage des
Preises? Liegt es im Endeffekt nur an den teuren
Opto-Kopplern? Ist eine Funklösung dann bedeutend billiger?

Hallo,

Es ist natürlich nicht nur eine Frage des Preises. Geliefert in die Wohnung wird DSL derzeit in Kupferkabeln, die Hardware die der Telefonanbieter mitliefert (Modem, Splitter, NTBA) setzen auch auf diese Technik auf.
Wenn z.B. Hansenet in Hamburg auch in einigen Gegenden einen Glasfaseranschluss bereitstellt, werden sie auch das entsprechend notwendige Equipment dazu haben.

Die Übertragung von Daten auf einem Glasfaserkabel funktioniert bei den Endgeräten immer nur mit entsprechenden Optischen (opto)-Kopplern. Denn die Daten müssen ja irgendwie wieder in elektrischen Strom verwandelt werden.

Im Grunde ist es das Selbe wie beim Funk! Man benötigt um Daten per Funk zu übertragen auch entsprechende „Koppler“ bzw. Sender/Empfänger die die Funkwellen wieder umsetzen.

Ich kann mir vorstellen, dass es in absehbarer Zeit auch entsprechende Glasfaserhardware für DSL gibt. Bisher scheint es noch nicht vertreten zu sein. Da die Telekom die ersten DSL-Strecken mit 25-50 Mbit testet, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die 100 Mbit Grenze überschritten wird, und dann wird die Technik auch finanzierbarer.

Bisher kosten aber schon die „lächerlichen“ Patchkabel in ca. 3-5 Meter Länge locker 50-100 Euro. Netzwerkkarten liegen noch im mehrere 100 Euro-Bereich und Switches, Modulatoren usw. kosten gar in die 1000e, folglich nicht unbedingt etwas was unsere Kids bald in den Zimmern stehen haben … :smile:

Aber auch ein Farbfernseher hat früher ein Monatsgehalt gekostet!

Wie ich hörte, gibt es das ja z.B. in den neuen Ländern, die
ja seinerzeit mit modernster Technik, sprich Glasfaser,
ausgestattet wurden.

Nun, die Verkabelung unter den Straßen selbst deutschlands sind teilweise mit Glasfaser ausgestattet. Colt-Telekom in Hamburg hat meines Wissens ein entsprechendes Netz. Aber nicht in der letzten Meile!
Die Daten werden dann ersteinmal wieder in elektrische Daten konvertiert und dem Haushalt dann zur Verfügung gestellt, selbst wenn auf der Straße ein Glasfaserkabel liegt. Da die Hardware zum Umsetzen noch recht teuer ist, wird halt für mehrere Abnehmer das ganze wieder umgesetzt, so teilen sich die Kosten und es wird erschwinglich.

Es wäre wohl auch ein wenig aufwendig, alle Vorgärten/Bürgersteige wieder auf zu buddeln um in jedes Haus Glasfaser zu legen?!

Mal abgesehen davon, die Technik ist beliebig störanfällig! Zwar ist das einzelne unterputz verlegte Kabel im Grunde unkaputtbar, aber mechanische Einwirkungen auf freiliegende Kabel (Stuhl rüberrollen usw.) hinterlassen spuren und senken die Qualität bis auf 0! Die Übergabepunkte (Dosen an der Wand z.B.) sind auch noch staubempfindlich. Sie müssen von Zeit zu Zeit gereinigt werden, mit extrem teuren Reinigungsflüssigkeiten.

Hat man ein Patchfeld mit Glasfaserkabeln, sollte man es im Grunde niemals berühren, weil danach bestimmt das eine oder andere Endgerät nicht mehr verbunden ist.

Die Fertigungstolleranzen liegen bei bruchteilen von Milimetern! Schon geht nichts mehr, also äusserst unpraktisch um es auf die Allgemeinheit loszulassen.

Gruß aus Hamburg
Knud Schiffmann
http://internet-partner.de

Hallo,

also DSL ist ein Übertragungsverfahren für Kupferleitungen. DSL wird genutzt, um die Kuperadern, die in der Erde liegen, breitbandig (hohe Übertragungsraten) zu nutzen. Hierbei wird ein Signal oberhalb des Sprechfrequenzbereichs auf die Leitung gegeben, das dann später mit dem Splitter wieder getrennt wird.
Deswegen kann DSL nix mit Glasfaser zu tun haben. DSL wird auch nur für die sog. letzte Meile (Vermittlungstelle zum Haus) verwandt.
Tiefer gehe ich dann mal nicht. :smile:

Gruß,

Haelge

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Projekt Wilhelm.tel
Hallo,

in Norderstet gibt es Glasfaser seit ca. 6 Jahre von den dortigen Stadtwerken. Das Projekt Wilhelm.tel auf der NET-Seite:
http://www.wilhelm-tel.de
gibt dadrüber Auskunft.
Danke
F.-M.

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mit ordentlichen Preisen…

aber interessant, dass sowas angeboten wird.

in Norderstet gibt es Glasfaser seit ca. 6 Jahre von den
dortigen Stadtwerken. Das Projekt Wilhelm.tel auf der
NET-Seite:
http://www.wilhelm-tel.de
gibt dadrüber Auskunft.
Danke
F.-M.

Hallo Flaves,

DSL geht natürlich nicht über Glasfaser, aber es ist ja nur zur Datenübertragung da, und die geht über Glas noch besser, aber leider viel teurer.

Die Telekom wollte in den NeBuLä besonders zukunftssicher invertieren, was im Prinzip löblich war, sich aber als falsch erwiesen hat. Die gute alte Kupferader hat zurückgeschlagen mit Bandbreiten, mit denen man in den 90er Jahren einfach nicht gerechnet hat, jedenfalls nicht bei der damaligen Bundespost. Jetzt ist die Situation so, dass die Umsetzung der Daten auf die individuelle Glasfaser und im Haushalt wieder zurück viel teurer ist als die Kupfertechnik, daher rechnet sich für die Telekom so ein Anschluss nicht.

Bräuchte man hunderte MB/sec, wäre es wieder andersrum, das ginge mit Glas problemlos, nicht aber über Kupferdraht.

Gruss Reinhard

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kann mich hier nur anschließen, grundsätzlich kann man höhere Bandbreiten über Glas bekommen, aber ob ein höhere Bandbreite für den Privatmann auch wirtschaftlich für das Unternehmen vor Ort ist ist eine andere Frage. Aber trotzdem gibt es Licht am Ende des Tunnels, hängt aber davon ab wie das Netz aufgebaut ist und welcher Hersteller der Übertragungstechnik eingesetzt wurde. Die ersten „dsl über Glas“ laufen schon aber von Flächendeckung kann noch lange nicht gesprochen werden.

Grüße

Berty

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