Hallo,
da Banken fuer jeden Euro Einlage 50 Euro verleihen koennen (und somit auch fuer 50 Euro Zinsen bekommen) waere es doch sinnvoll so viel wie moeglich an kreditwuerdige Personen zu verleihen. (Genaueres siehe Wikipedialink)
Der Leitzins bzw. der Einlagenzins, den die Banken an Anleger bezahlt, duerfte auch nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Bei Wikipedia fand ich dazu aber erstmal etwas was ich nicht verstanden habe: (http://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung#Abla…)
„Die durch diese Zinseinnahmen kompensierten Leitzinsen sind im Selbstverständnis der Geschäftsbanken ein Grund, warum sie von den Kreditnehmern für das „ex nihilo“ (aus dem Nichts) geschaffene Kreditgeld höhere Zinsen als die Leitzinsen fordern.“ - was mir aber unlogisch erscheint.
Andererseits, im gleichen Artikel:
„Die Geschäftsbanken können gemäß dem Mindestreservesatz ein bestimmtes Vielfaches ihrer Zentralbankgeldguthaben in Form von Krediten an die Endverbraucher – die Unternehmer und Privatpersonen (Nichtbanken) – weitergeben (in der EU gilt ein Mindestreservesatz von 2 %, d. h. Geschäftsbanken können das 50fache ihrer Zentralbankgeldguthaben als Kredite in Form von Buchgeld vergeben).“
- was mir auch logisch erscheint.
Nur stellt sich die Frage wieso die Kreditzinsen immer noch so hoch sind, so lange es um kreditwuerdige Personen geht waere es fuer die Banken sowie fuer die gesamte Wirtschaft doch sinnvoll wenn die Kreditzinsen fast bei Null liegen wuerden - oder?
Haben die Banken sich abgesprochen die Zinsen hoch zu halten oder gibt es andere Gruende fuer die verhaeltsnismaessig hohen Kreditzinsen?
Gruss
Desperado
Nun, der erste Satz ist zwar im Grunde richtig, es wird aber ein für Laien falscher Eindruck ermittelt, nämlich dass die Banken nur für 1 Euro Zinsen zahlen, aber für 50 erhalten. Das ist natürlich falsch. Die Bankbilanz ist immer ausgeglichen, und das „geschöpfte“ Geld taucht eben auch aus der Logik heraus, auch auf der Passivseite auf.
D.h. die Banken zahlen für 50 und erhalten für 50 Euro Zinsen !
Der Fakt, dass die Kreditzinsen höher sind als die Einlagenzinsen liegt einfach daran, dass auch die Banken keine Caritas sind, und mit ihrem Geschäft Kosten decken müssen und darüber hinaus einen Gewinn erwirtschaften wollen/müssen.
Hallo,
erstmal Danke fuer Deine Antwort, dachte schon das Thema waere fuer jeden zu abstrakt.
Nun, der erste Satz ist zwar im Grunde richtig, es wird aber
ein für Laien falscher Eindruck ermittelt, nämlich dass die
Banken nur für 1 Euro Zinsen zahlen, aber für 50 erhalten. Das
ist natürlich falsch. Die Bankbilanz ist immer ausgeglichen,
und das „geschöpfte“ Geld taucht eben auch aus der Logik
heraus, auch auf der Passivseite auf.
D.h. die Banken zahlen für 50 und erhalten für 50 Euro Zinsen
!
Das verstehe ich wiederum nicht: Wie funktioniert Geldschoepfung der Geschaeftsbanken dann? Wenn die Banken fuer 50 Euro Zinsen zahlen muessten koennten sie auch 50 Euro leihen und nicht nur einen einzigen Euro. Laut dem Wikipedia Artikel muessen die 50 Euro die fuer den einen Euro verliehen wurden natuerlich bei Begleichung der Schuld wieder zurueckgebucht werden - nicht aber die Zinsen die dafuer erwirtschaftet wurden.
Gruss
Desperado
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Uhm, wo liegt nun das Problem? Die beiden Sätze schließen sich nicht aus. Zentralbanken bestimmen die Geldbasis eben nicht selbst und Geschäftsbanken lassen sich die Kreditvergabe natürlich inform von Zinsen bezahlen - die logischerweise höher sind als die zu denen sie selbst das Geld bekommen haben. Und nein, die Zinsen fließen nicht wieder an die ZB (dann könnten die GB ja einpacken).
Wie gesagt, allein schon die bildliche Vorstellung deines Modells muss einem sagen, es kann so nicht sein.
Sonst hätte die Bankbilanz ja rechts 1 Euro und links 50 Euro. Bilanz heißt immer, es ist ausgeglichen.
Wie geschieht Geldschöpfung ? Ich hoffe doch mal, dass dir doppelte Buchführung etwas sagt, d.h. man bucht immer ein Konto im Soll , das andere im Haben. Kreditgewährung bedeutet ja nichts anderes, als eine Buchung per „Forderungen an Kunden“ an „Verbindlichkeiten an Kunden“. Der Kreditbetrag muss ja irgendwo gutgeschrieben werden.
Die Menge Geld die eine Bank aus einer gegebenen Menge Zentralbankgeld ( dieser Unterschied ist wichtig ! ) „schöpfen“ kann bestimmt sich wie in deinem ersten Posting geschrieben aus der Höhe der Mindestreserve für die Einlagen und der Bargeldquote.
Ich hoffe, ich konnte es jetzt etwas verständlicher erklären. Bin da nicht so gut, bin ja kein Dozent oder sowas -)
Grüßle
Hallo!
Die 2 % dienen nur zur Absicherung, als Puffer im System quasi. Daher gibt es jetzt (in Kriesenzeiten) auch Forderungen, diese Absicherung bzw. das Eigenkapital der Banken zu erhöhen.
Davon unabhängig ist das Kreditgeschäft zu verstehen. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, muss dafür niemand vorher Guthaben angelegt haben. Ein Kredit ist im Grunde neu geschaffenes Kapital.
Geld, welches die Banken sich z.B. für den Leitzins von den Zentralbanken leihen, und dann weiter an ihre Kunden verleihen. Natürlich mit Aufschlägen. Denn neben Bearteitungskosten und Gewinnabsichten trägt die Bank natürlich bei jedem Kredit auch ein Risiko. Umso höher das Risiko, umso höher dann auch der Aufschlag.
Gruß
HB