Wieso müssen eigentlich moslems moslems heiraten?

Hallo

ich weiß natürlich, dass z.B.: Türken, Iraner, Albaner, etc…
auch Deutsche, Spanier, Engländer, etc heiraten dürfen (vom Gesetztgeber). Aber warum zwingen so viele mosliemische Familien ihre Kinder zu Hochzeiten, bei denen sie so unglücklich sind?

Ich dachte Eltern lieben ihre Kinder, aber sie würden sie sogar töten nur wegen ihrer Ehre. Was denn für eine Ehre? Das verstehe ich nicht???

Hallo Esmiralder,
ich bin Moslem und vielleicht kann ich dir ein paar Dinge zu deiner Frage erzählen.

Zu deiner Hauptfrage, warum müssen Moslems nur Moslems heiraten…
Im Koran (islamische „Bibel“) steht drin (also Gottes Wort),dass muslimische Frauen nur muslimische Männer heiraten dürfen, während aber muslimische Männer auch Frauen der anderen Religionen (aber nur Christen, Juden oder hat Moslems, nicht aber Buddisten, Hindus etc.) heiraten dürfen.
Warum ?

  1. Weil Allah (Gott) es so sagt!
  2. wenn man es erklären versucht, die Kinder bekommen laut Islam immer die Religion des Vaters! d.h. wenn die Mutter Christin oder Jüdin wäre, würden die Kinder trotzdem Moslems. Andersherum wäre es ja so, dass die Mutter Muslimin wäre, aber der Vater nicht, und dann die Kinder vielleicht NICHT Muslimer werden würden.
    Meine Erklärung !

Was das Thema Verheitaten angeht, so ist das extrem UNISLAMISCH !!! denn Mohammes (s.a.s.) unser Prophet, hat gesagt, die Töchter müssen freiwillig zustimmen. Die Eltern können nur sagen, „…das oder jenes hat Vorteile, wenn du diese Person heiraten würdest“ etc.,also alle die gegen den Willen ihrer Töchter oder auc Söhne fungieren, handeln gegen den Islam.
Was die Ehre angeht…naja, da kann man nicht viel zu sagen…nur soviel, es hat alles nicht das geringste mit Islam zu tun! Das Problem ist, dass viele Muslime (vorallem wenn sie vom Lande kommen) alte Traditionen und Mentalitäten mit der Religion vermischen.

Ich hoffe ich konnte etwas dir helfen und einiges klarstellen.

wenn du oder sonst irgend wer noch Fragen haben, bin ich gerne bereit dazu Stellung zu nehmen, wenn es mir zumindest möglich ist :wink:

Viele Grüße
Samy

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hi,

afaik darf ein moslem eine christin oder eine jüdin heiraten (vielleicht korrigiert man mich hier?). ansonsten ist es generell eher üblich (statistisch gesehen), innerhalb der religion zu heiraten, nicht nur bei moslems. wieviele christen heiraten einen nichtchristen?

Aber warum zwingen so viele mosliemische
Familien ihre Kinder zu Hochzeiten, bei denen sie so
unglücklich sind?

weil diese familien probleme haben. wenn heiraten erzwungen/verboten werden, dann läuft generell was schief. ungeachtet der religion. in traditionelleren familien spielt die familie an sich eine größere rolle. das kommt noch dazu. das ist aber in traditionell christelichn familien (zb. am land) nicht anders. was meinst du was dort passiert, wenn du mit einem nichtchristen daherkommst… weltuntergang.

gruß
datafox

Hi Datafox,
vor wenigen Jahren war es noch eine Katastrophe, wenn Verbindungen zwischen Katholen und Evangelischen entstehen sollten. So mancher Pfarrer verweigerte eine kirchliche Trauung.

Gruß

Sabine

Hallo Esmiralder,

das ist vielmehr eine Sache von arrangierten Heiraten und die haben nichts mit dem Islam zu tun, sondern gehen zurück auf wesentlich ältere Heiratspraktiken, die dazu dienten, Bündnisse zwischen Familien zu schließen, Erbschaften zu regeln, sozialen Status zu bestimmen und sie dienten auch als Grundlage für Austausch, Handel und Normierung des Umgangs, vor allem dort, wo keine Zentralgewalt (z.B. Staat) hinreichte. Das soll natürlich nicht heißen, dass jene, die noch heute Heiratsallianzen schließen, hinter dem Mond leben oder zurückgeblieben sind, es ist halt eine andere, für uns fremde, soziale Organisationsform.
Bis zur Romantik, die in der Ehe die Vorstellung von einem Bündnis eines dauerhaften Liebespaares sah, waren derartige Heiraten auch bei uns üblich, da mit einer Ehe hauptsächlich praktische Ziele erreicht werden sollten, bei der die Liebe erst an zweiter Stelle kam. Heirat verbindet nicht nur Menschen miteinander, sie grenzt gleichzeitig auch gegenüber anderen ab, womit sie Klassen, Ethnien, Religionsgemeinschaften, Eliten, etc. bestärkt (und das passiert auch bei uns).

Die Ehre, die du ansprichst, ist dagegen viel mehr ein Konzept, welches sich in islamischen Gesellschaften finden lässt (aber nicht nur), wobei sie sich auf die ganze Familie bezieht und hochgradig von dem Verhalten der Frauen abhängt (die sich „tadellos“ benehmen müssen, um nicht die ganze Familie in Verruf zu bringen). Viel ist schon darüber geschrieben worden, dass dieses Konzept zur Fundamentierung patriarchaler Strukturen dienen würde, und aus unserer westlichen Perspektive mag das auch einleuchtend sein, aber diese Meinung vergisst auch die informelle Macht, die Frauen z.B. im nichtöffentlichen Bereich besitzen.

Viele Grüße,

Phil

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das ist bei juden genauso, vor allem wenn sie aus orthodoxen familien entstammen.
wobei ich noch interessant finde, dass im judentum eigentlcih die mütterliche seite zählt (soweit ich mich erinnere) was die „religion“ betrifft!?
wie kommt es das sich darin moslem und jude so grundsätzlich unterscheiden? (wenn ich mich jetzt nicht so auf die schnelle irre)…der islam hat doch sehr viel jüdischen ursprungs (was ja auch klar ist, da beides semitischen ursprungs ist- wenn ich mich nicht irre!?), warum also dieser unterschied zwischen vater und mutter? (mist, jetzt bin ich doch unsicher ob im jüdischen glauben tatsächlich die mütterliche linie zählt?..ich poste es trotzdem, weil ich jetzt keine lust habe, noch mal nachzuschauen…wenn ich mich irre, dann zählt meine frage einfach nicht *smile*)

mit besten grüßen
nadir

das ist bei juden genauso, vor allem wenn sie aus orthodoxen
familien entstammen.

ja, in bestimmten kreisen werden die kinder verheiratet. das „ehestiften“, also zwei leute verkuppeln, von denen man meint, das könnte was werden, gilt aber allgemein als eine gute tat.

(mist, jetzt bin ich doch unsicher ob im
jüdischen glauben tatsächlich die mütterliche linie
zählt?

ja. die mutter bestimmt die zugehörigkeit des kinder. mit dem glauben hat das allerdings nichts zu tun. es ist eher wie eine staatsbürgerschaft, die nur mütterlich vererbbar ist, aber nicht väterlich.

gruß
datafox

ja, in bestimmten kreisen werden die kinder verheiratet. das
„ehestiften“, also zwei leute verkuppeln, von denen man meint,
das könnte was werden, gilt aber allgemein als eine gute tat.

ist aber schon ein heftige einflussnahme…

ja. die mutter bestimmt die zugehörigkeit des kinder. mit dem
glauben hat das allerdings nichts zu tun. es ist eher wie eine
staatsbürgerschaft, die nur mütterlich vererbbar ist,

wie meinst du das mit "eher eine staatsbürgerschaft?
trennt der jüdische glauben, zwischen „staatsbürgerschaft“ und jüdischen glauben?
gut ich weiß, dass es in israel auch araber mit israelischer staatsbürgerschaft gibt, aber sie gehören natürlich nicht dem jüdischen volke an.
würde das also heißen, dass ich als sohn einer jüdischen mutter zwar staatsbürger wäre aber kein jude im glaubenssinne?
ich dachte bislang immer, dass gerade orthodoxe dabei nicht trennen, dass die volkszugehörigkeit und glaube eigentlich untrennbar verbunden sind?

mit lieben grüßen
nadir

hi,

ist aber schon ein heftige einflussnahme…

ja allerdings. eine freche obendrein! aber wenns klappt, freut man sich *g*

glauben hat das allerdings nichts zu tun. es ist eher wie eine
staatsbürgerschaft, die nur mütterlich vererbbar ist,

wie meinst du das mit "eher eine staatsbürgerschaft?

ich schrieb eher wie eine staatsbürgerschaft. es gibt keine „jüdische staatsbürgerschaft“ im sinne eines staates. es war ein vergleich.

gut ich weiß, dass es in israel auch araber mit israelischer
staatsbürgerschaft gibt, aber sie gehören natürlich nicht dem
jüdischen volke an.

ja. deswegen ja „wie eine staatsbürgerschaft“.

würde das also heißen, dass ich als sohn einer jüdischen
mutter zwar staatsbürger wäre aber kein jude im glaubenssinne?

was ist ein „jude im glaubenssinne“? sowas gibts nicht. entweder du bist oder nicht.

ich dachte bislang immer, dass gerade orthodoxe dabei nicht
trennen, dass die volkszugehörigkeit und glaube eigentlich
untrennbar verbunden sind?

das verstehe ich nicht so ganz. die regeln wer ein jude ist und wer nicht entstammen der religion. es geht aber nicht darum wer was glaubt. du kannst nix glauben und trotzdem jude sein und du kannst alles glauben was juden glauben und bist trotzdem keiner, solange du nicht formal übertrittst.

gruß
datafox