Wieso sagt Schröder eigentlich

das eine Partei mit Karsli nicht regierungsfähig ist? Karsli war doch monatelang Mitglied der Grünen, ohne das Schrödi auch nur ein Wort darüber verloren hat. Wieso ist Karsli denn auf einmal so „gefährlich“? Den kennt man doch jetzt nur durch den aktuellen Zoff. Und wieso soll sich Möllemann bei Friedmann eintschulidgen? Ist das jetzt eine Demokratie oder nicht? Außerdem finde ich, dass Friedmann genauso Grund zur Entschuldigung hätte, wenn überhaupt. Ich verstehe das Ganze einfach nicht. Vielleicht lese ich auch nur die falsche Tageszeitung. Ich bitte darum für mein Nicht-/Fehlwissen jetzt nicht gesteinigt zu werden. Vielleicht könnt ihr mir das besser erklären!?

Viele Grüße von
Sarah

Hallo Sarah,

ich will mal versuchen, eine Erklärung zu finden.

das eine Partei mit Karsli nicht regierungsfähig ist? Karsli
war doch monatelang Mitglied der Grünen, ohne das Schrödi auch
nur ein Wort darüber verloren hat. Wieso ist Karsli denn auf
einmal so „gefährlich“? Den kennt man doch jetzt nur durch den
aktuellen Zoff.

Die FDP soll nach meiner Überzeugung - ich bin kein FDP Anhänger - auf die rechte Seite gestellt werden. Je mehr es gelingen sollte, die FDP als rechts abzustempelm, desto größer ist die Chance „notgedrungen am 22.09.2002“, sofern man eine hauchdünne Mehrheit bekommt eine Begründung zu liefern, weshalb man mit der PDS eine Bundesregierung bildet. Aus meiner Sicht ist die Diskusson von Schröder nichts anderes als die schon heute vorbereitete Erklärung, warum man mit der PDS muss. Die Grünen werden es alleine mit der SPD nicht mehr schaffen. Also benötigt man die Werteverschiebung , ungeachtet, dass hieraus eine erhebliche Gefahr für das Parteiengefüge erkennbar wird.

Und wieso soll sich Möllemann bei Friedmann

eintschulidgen? Ist das jetzt eine Demokratie oder nicht?
Außerdem finde ich, dass Friedmann genauso Grund zur
Entschuldigung hätte, wenn überhaupt. Ich verstehe das Ganze
einfach nicht.

Man sollte wirklich erwarten, dass hier beide Kontrahenten aufeinander zugehen. Hier sind gegenseitig Beleidigungen und Diffamierungen entstanden.

Vielleicht lese ich auch nur die falsche

Tageszeitung. Ich bitte darum für mein Nicht-/Fehlwissen jetzt
nicht gesteinigt zu werden. Vielleicht könnt ihr mir das
besser erklären!?

Viele Grüße von
Sarah

Gruss Günter und ein schönes WE.

das eine Partei mit Karsli nicht regierungsfähig ist?

Hallo,

weil der Vorsitzende und Kanzlerkandidat rumeiert, anstatt zu handeln.
Weil ein rechtsradikaler Antisemit zwar nicht in die Partei eintreten durfte, aber immer noch der Fraktion in NRW angehört.
Weil ein Landesvorsitzender Möllemann nicht davor zurückschreckt in der stinkenden braunen Brühe zu fischen.
weil außer der Zahl 18 kein Programm diese Partei „belastet“
usw.,usw.,

Michael

weil außer der Zahl 18 kein Programm diese Partei „belastet“

falsch - gleichwohl hat die fdp ein programm - natürlich
hat man das recht zu meinen >es ist das papier nicht wo es
drauf steht

das eine Partei mit Karsli nicht regierungsfähig ist?

Weil ein rechtsradikaler Antisemit zwar nicht in die Partei
eintreten durfte, aber immer noch der Fraktion in NRW
angehört.

Er durfte doch auch den Grünen beitreten, ohne dass irgendjemand sich darüber mokiert hätte. Vielleicht ist er rechts, aber radikal??? Dann hätte er doch schon früher mal von sich reden gemacht.

Weil ein Landesvorsitzender Möllemann nicht davor
zurückschreckt in der stinkenden braunen Brühe zu fischen.
Michael

In der braunen Brühe fischen? Nur weil er seine Meinung sagt? Was ist denn mit Friedmann, Spiegel etc., die immer noch in den Schuldgefühlen der Deutschen fischen? Prodi sagte erst kürzlich (und zwar in Brüssel im Zusammenhang mit den Benes Dekreten ((sicher falsch geschrieben)) man solle doch die Vergangenheit ruhen lassen, denn Europa ist ein Europa des Verzeihens. Gilt das nicht für Deutschland?

Ich verstehe die Aufregung immer noch nicht. Und bevor jetzt Mißverständnisse aufkommen - ich bin NICHT rechtsradikal oder antisemitisch oder fremdenfeindlich, sondern eine stinknormale Hausfrau und Mutter. Irgendwie werde ich das Gefühl nur nicht los, dass im „geeinten“ Europa immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird.

Gruß
Sarah

Kein Wunder dass die Amis uns den Vogel zeigen. Meine amerikanische Freundin schickte mir einen Artikel aus der hiesigen Tageszeitung, in dem es sinngemäß heißt:

„Da helfen wir diesem Land über Jahrzehnte gegen den Kommunismus anzukämpfen, und dann wird eben eine solche Partei an die Regierung gewählt. Rot-rotes Deutschland - Schande“.

Natürlich haben die Amis übersehen, dass nicht ganz Deutschland rot-rot regiert ist, aber für die reicht es schon, wenn es die Hauptstadt betrifft. Immerhin fühlen sie sich momentan den Russen näher als uns. Was soll man davon halten?

Gruß
Sarah

Hallo Sarah-Mae,

„Da helfen wir diesem Land über Jahrzehnte gegen den
Kommunismus anzukämpfen, und dann wird eben eine solche Partei
an die Regierung gewählt. Rot-rotes Deutschland - Schande“.

Natürlich haben die Amis übersehen, dass nicht ganz
Deutschland rot-rot regiert ist, aber für die reicht es schon,
wenn es die Hauptstadt betrifft. Immerhin fühlen sie sich
momentan den Russen näher als uns. Was soll man davon halten?

Ich würde dies nicht als Problem sehen. Es ist eher ein gut organisierter, raffinierter Schachzug der USA gegenüber den Russen. Und ein weiterer Denkzettel für die Europäer, die Für und Wider solange abwägen, bis der Hase nicht nur erlegt, sondern bereits verzehrt ist.

Auch in den USA dürfte man durchaus bemerkt haben, dass die Europäer sich angesicht der Lage in Israel ständig weiter an Russland annähern. Die Gefahr, dass sich Europa selbstständig Richtung Osten bewegt und die USA an den Rand gedrängt werden, war ziemlich groß.

Jetzt rüsten beide Seiten ab. Die USA geben den Russen das Geld -das die Europäer wie üblich wieder einmal versprochen, aber in der zugesagten Höhe nicht aufgebracht haben - das sie benötigen um die Abrüstung und die Wirtschaft in Gang zu bringen. Die USA sind somit mit einem Bein im Osten in der dortigen künftigen Wirtschaft. Dies ist möglicherweise ein Aspekt.

Dann kommt der nächste. England sitzt bereits im Boot der USA. Wie man DE einordnen soll, die Zuverlässigkeit deutscher Politik, ich weiss es nicht. Wenn die Amis nur einen Teil meiner Zweifel an der deutschen Aussenpolitk haben, muss die Achse USA-England-Frankreich-Russland-Deutschland-Italien und der Umbau der NATO, letztere gibt es nach meiner Meinung nach der Rede von Bush im Bundestag kaum noch, fortgeführt werden unter Einschluss aller europäischen Staaten, Einbindung wenn möglich von China. Nur dies wird die Stabilität Europas sichern.

Die rot-rote Regierung ist wohl bei Einzelenen ein Problem, aber nicht für die Politik. Ich übe auch Kritik an der Politik von Bush, wobei ich zugestehe, was aus seinen bisherigen Reden zu uns aus den USA rüber kam und was er im Bundestag gesagt hat, sind fast dieselben Dinge. Im Bundestag hat er so gesprochen, wie es Europa versteht. Möglicherweise muss ein US-Präsident in den USA eine andere Sprache als in Europa pflegen.

Dies sollte nicht stören. Es stört aber - hat auch nichts mit dem Recht auf Demonstration zu tun - sondern mit Höflichkeit und Anstand von Politikern, wenn Wowereit verreisen will, um Bush nicht begrüssen zu müssen. Wenn am Tage zuvor Frau Roth gegen Bush demonstriert während Kerstin Müller von den Grünen als eine der ersten im Bundestag nach der Rede von Bush aufsprang und Beifall klatschte zeigt dies nur, dass man eben demonstriert, weil man demonstriert. Dass man gegen die eigene Politik demonstriert, denn Berlin unter SPD/Grüne macht nun Politik im Sinne der USA in weltweiten Fragen, ist schon mehr als pervers.

Wie Frau Roth sich freiwillig lächerlich macht, zeigt mir, dass sie in denselben Interview, das im ZDF übertragen wurde hingewiesen hat, die Kritik an Scharon unn Israel sei schon in gewissen Sinne antisemitisch, da man ja auch die Politik Israels kritisiere. Dann aber erklärt, die Demos der Grünen sein nicht gegen die USA und Bush gerichtet, sondern gegen dessen Politik. Hier sei nichts antiamerikanisch.

Es ist schlichtweg unverschämt - und Ströbele muss sich nicht rühmen, dass er dies auch gegenüber Putin gemacht hat, dass er den Bundestag verlassen hat als Bush ihn betreten hat. Man kann kritisch zu Bush und seiner Politk sein, aber dieses Vorgehen ist eine Missachtung der Nation, die immerhin DE von 1945 bis 1990 geschützt hat. Da eiert die SPD mit Struck herum, man habe nicht die Absicht, den Ansichten von Bush zu folgen, was aber nicht heisst, dass man gegen die Politik von Bush ist. Ja, was ist man denn dann ? Nur dagegen, weil man dafür ist ?

Da droht Schröder und Fischer anderen mit Konsequenzen bei den Demos, manchmal hatte ich das Gefühl, dass beide mit aller Gewalt Gewalt herbei reden wollen, um zu demonstrieren, wie unsere Polizei hart zuschlägt. Aber beide sind unfähig den Affront ihrer Fraktionsmitglieder gegen den Besuch von Bush zu verhindern.

Die Demos haben auf DE kein schlechtes Bild geworfen. Mit Ausnahme der Demo der Grünen gab es letztlich keine solche Aktionen, dass Versammlungen abgeprochen werden mussten. Der Ruf „Heuchler“ war berechtigt.

Bedenken sollten wir aber haben, über die Maßnahmen der Bundesregierung während des Besuches. Gab es bisher und oder in Russland jemals seit dem Attentat auf das WTC eine derartige polizeiliche Aktion ? Wer die Bilder der Geisterstadt Berlin sieht, muss feststellen, dass Schily und Co. aus diesem Land etwas gemacht haben, da wäre selbst Orwell entsetzt.

Gruss Günter

Glaube kaum
…daß die sich so gut verstehen wollen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,188123,00.html

Gruß und weg

Frank