Wieso sollte Gold steigen?

Wieso sollten Aktien keinen Inflationsschutz bieten?

Empirisch belegt.

Z. B. hier und in den anderen Quellen die ich zum Thema gefunden hab wird etwas anderes behauptet: https://www.gevestor.de/details/die-auswirkung-der-inflation-auf-aktien-605698.html

Welche Quelle hast Du?

Volumen, Haltbarkeit… in den von christian beschriebenen Szenarien kriege ich für Alkohol und zigaretten nichts, und Nahrungsmittel sind zwar sehr gefragt, aber die gebe ich nicht her, denn unm die geht es.

nur ein aktuelles Beispiel: Die Immobilienpreise in New York fallen aktuell, weil Firmen und Arbeitnehmer den Wert des Homeoffice schätzen gelernt haben. Und zack, braucht man nicht mehr so viel Bürofläche zB in Manhattan. Das ist eine Entwicklung, die nach Corona nicht enden wird.

Quelle

Das ist nicht empirisch, da schwafelt jemand vor sich hin.

Es war eine Studie von der Allianz, glaube ich, auf die ich hier mal verlinkte. Wird an die 10, 12 Jahre her sein.

Kann man sich aber auch so herleiten, wenn man sich mal überlegt, welche Folgen starke Inflation auf die Ertragslage und Cashflows von Unternehmen hat.

Wenn dieser Artikel stimmt kommt es auf die Art der Aktie sowie einiger anderer Faktoren an ob Aktien von einer Inflation profitieren:

Wobei mir bewußt ist, dass der Blick in die Vergangenheit nicht unbedingt eine Prognose für die aktuelle Situation zulässt.

Wenn wir jetzt hier auch noch die Immobilienpreisentwicklung diskutieren kennt sich keiner mehr in diesem Artikelbaum aus.

Hm, ja. Wann war noch gleich die letzte besorgniserregende Inflation, in der es vielleicht gut gewesen wäre, Gold zu besitzen, in den USA?

Was besorgniserregend ist ist sehr subjektiv, der Wert des Dollars ist jedenfalls schon immer gefallen, da wären Gold sowie Aktien langfristig eine bessere Anlage gewesen.

Der Außenwert des Dollars schwankt. Die Binnenkaufkraft des Dollars fällt nahezu stetig wie der jeder Währung. Das hat u.a. damit zu tun, daß die Leute immer mehr verdienen wollen.

Hör zu: wir können das auch gleich wieder lassen. Ich hab’ den Quatsch studiert, Du bist „Autodidakt“. Alles schön und gut. Aber Du hast gefragt, weil Du Antworten haben wolltest. Die hast Du bekommen. Wenn Du wieder alles besser weißt, dann mach halt allein weiter.

Wenn Du also meinst, besser beurteilen zu können, wie sich die Erträge und Cashflows von Unternehmen in Zeiten hoher Inflation entwickeln (was ja den Unternehmenswert und damit den Börsenkurs wesentlich bestimmt), dann soll es so sein, aber dann sei doch mit Deiner Weisheit zufrieden und frage nicht andere Leute. Wenn Du sie fragst, dann nimm ihre Antworten ernst.
Believe it or not: ich hatte im Studium ein Semester lang ein Seminar, das sich zwei Stunden jede Woche nur um die Frage drehte, welche Folgen hohe Inflation auf die Bilanzierung und Konsolidierung ausländischer Tochtergesellschaften hatte. Du mußt mir nicht glauben, wenn ich schreibe, daß sich das auf den Unternehmenswert äußerst ungünstig auswirkt, aber dann frag mich doch gar nicht erst.

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Das sind „deine“ Aktient, die eben nicht wertstabil sind.

Du mußt bei einer (Inflations-)Absicherung immer ein noch ein weiteres Vergleichsportfolio betrachten. Oder andersherum: ab zwei Instrumenten, Transaktionskosten und einer Metrik kann man (retrospektiv) das optimale Portfolio berechnen.

Aber hier meine Studie, Quelle: Marktdaten.

Hier sehen wir drei Investoren, die Anfang 2016 die Wahl zwischen zwei Portfolios hatten.

Grün jemand, der 100 TRY in den XU100 (Istanbul 100) investiert hat. Der hat am Ende 214.25 TRY raus, also sein Kapital verdoppelt und damit sicher mehr als jemand, der das Geld unter dem Kopfkissen verstaute.

Pink ein Investor, der Wahl hatte, USD oder XU100 zu nehmen. Sein XU100 Portfolio hätte im Vergleich zum USD-Portfolio einen Verlust von knapp 11% eingefahren.

Gelb ein Investor, der 100 Unzen Gold in den XU100 gesteckt hat. Sein XU100 Portfolio hätte im Vergleich zum Gold-Portfolio einen Verlust von ca. 50% eingefahren.

Das Spiel kann man jetzt in alle Richtungen fortführen, sicher wäre ein Peruaner oder Venezolaner mit TRY-Cash (statt PEN oder VES) bereits besser gefahren, aber USD oder Gold oder Tesla-Aktien wären noch viel viel besser gewesen. Aber Du siehst, absolute Aussagen (über Inflation/Aktien/Gold/etc.) bringen ohne Vergleichsportfolio (und genau genommen Vergleichsmetrik) nicht viel.

Die Metrik hier war Rohperformance.

schade, dass Du den Bitcoin nicht in Deinen Vergleich einbezogen hast.

Bitcoin und alle anderen Kryptowährungen sind in der Türkei (legal) nicht verfügbar. Die Frage stellt sich also nicht.

dass Kryptowährungen in der Türkei nicht legal sind, wusste ich nicht, zumal die Türken weltweit führend in der Bitcoin-Addoption sind. In Umfragen geben 20% der Türken an, dass sie Bitcoins besitzen, während das in Deutschland nur 8% der Bürger sind. Bei dem großen Währungsverfall, den die türkische Lira hat, flüchten sich die Bürger geradezu in Bitcoins.

Naja, die 18 % der Türken, die angeben „Bitcoin und andere Kryptowährungen zu besitzen“ Quelle bedeuten auch, das 82 % keine Bitcoin besitzen. Zudem wurde in der Statistik nicht gefragt, wie viele Bitcoin diese Personen besitzen.

Aus diesem Grunde halte ich es für einen nicht haltbaren Schluss, zu behaupten, dass „die Bürger geradezu in Bitcoin flüchten“.

Nach anderen Berichten, liegt übrigens Nigeria deutlich vorn in der Benutzung von Kryptowährungen. Quelle Mir scheint markant zu sein, dass zum einen viele andere Berichterstatter Bitcoin und andere Kryptowährungen mischen, zum anderen scheint es so zu sein, dass gerade in wirtschaftlich schwachen Ländern solche Währungen beliebt sind. Aber nicht wie in den Industrieländern vorrangig zur Spekulation sondern als bequemes Zahlungsmittel.

Aber gemeinsam ist diesen Statistiken, dass sie auf Umfragen beruhen. Und dabei gibt es stets eine große Unsicherheit.

Grüße
Pierre

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Und Minenaktien?

Das Problem bei relativ riskanten Anlagen wie z. B. Aktien von Schwellenländern oder auch Kryptowährungen ist, dass der hohe Ertrag auch einem hohen Risiko gegenübersteht. Wie Du schon erwähnt hast, gibt es Aktienindizes die in der gleichen Zeit stark abgestürzt sind - woher weiß man davor, was steigt? Bin zwar bei Gold auch kein großer Optimist aber ich erwarte langfristig auch keinen starken Preisverfall.

Die waren nicht explizit Gegenstand der Untersuchung. Aber wenn ich mir ein paar Gedanken dazu machen soll: das Grundproblem bei hoher Inflation liegt darin, daß das Geld, das ich einnehme, in kurzer Zeit an Wert verliert. Arbeitnehmer spurteten in der Hochphase 1923 in die Bäckereien, um noch schnell Brot zu kaufen, bevor das am Tage verdiente Geld nur noch für ein paar Krümel reichte.

Das ist sicherlich nicht der Standard einer hochinflationären Phase, kann aber der Veranschaulichung dienen.

Das Problem von Minenbetreiber im Hinblick auf eine Inflation ist, daß sie zwar ein wertstabiles Produkt verkaufen (d.h. der Preis steigt bei Inflation mindestens so wie der Wert der Währung verfällt), aber vergleichsweise wenig laufende Kosten haben, d.h. die wesentlichen Aufwendungen liegen im Bereich der Exploration. Mit anderen Worten: ist erst einmal ein Rohstoff gefunden, wird abgeschöpft, d.h. Geld verdient. Ab dem Moment also, in dem der Rohstoff gefunden wurde, wird ein Liquiditätsüberschuß erzielt. Das ist in Zeiten von Inflation ausgesprochen ungünstig, denn man stapelt - aufgrund der erhöhten Nachfrage in Krisenzeiten - u.U. noch schneller Geld als sonst im Keller, das aber immer schneller immer weniger wert wird.

So schnell, wie das Geld reinkommt, kann man gar nicht daran gehen, neue Vorkommen zu erschließen, d.h. der ganze schöne Cashflow ist für die Katz. Sofern wegen der hohen Explorationsaufwendungen Verbindlichkeiten angehäuft worden sind, können die natürlich schneller getilgt werden (mit entsprechend hohem Wachstum des Unternehmenswertes), aber in der Regel finanzieren Minenbetreiber zumindest die Exploration mit Eigenkapital (also ausgegebenen Aktien; das ist ja auch der Grund dafür, daß Minenaktien von unseriösen Gestalten immer wieder gehypt und dann zu Gräbern des Vermögens von dummen und/oder einfältigen Menschen werden).

Insofern gehe ich davon aus, daß Minenbetreiber zwar beim Umsatz von Krisen profitieren können, sich das aber beim Unternehmenswert (und damit beim Aktienkurs) nicht substantiell positiv auswirkt und die Entwicklung im Vergleich z.B. zu normaler Industrie oder Händlern eher schlechter sein dürfte.

Grundsätzlich ist aber Inflation für alle schlecht, weil der Normalfall ist, daß man erst Aufwendungen hat und erst dann Erträge, d.h. das, was ich heute bekomme, in Inflationszeiten immer weniger wert ist als das, was ich vorher ausgeben mußte, und es schwer ist, den Preis so schnell anzupassen, daß man am Ende so viel einnimmt, daß das nicht nur für die Aufwendungen der nächsten Tage und Wochen, sondern auch noch für ein bißchen Gewinn reicht.

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