Wieviel Eigenleistung ist möglich bei EFH ?

Hallo Ihr Wissenden !

Ich rechne zurzeit viele viele Modelle durch…

Also, ich würde gerne ein Haus bauen! Das steht schonmal fest, und das Ganze möchte ich in max. 2 Jahren fertig haben.

Problem dabei: Eigenkapital habe ich kaum, max. 6 - 8 TSD Euro , deswegen möchte ich gerne wissen, wie die Banken die Eigenleistung in die Finanzierung mit einrechnen…

Ich habe z.B. in meinem Freundeskreis Architekt, Dachdeckermeister, Elektro-Ingenieure, Inhaber von Putz- und Estrichfirmen etc. etc… die mir gerne helfen würden.

Bis zu welcher Höhe erkennen Banken denn Eigenleistung an ? Gibt es da Höchstgrenzen ?

Bitte um Infos, auch gerne Literaturtipps !

Gruß, Kris

Hallo,

pauschale Antworten auf die Frage gibt es nicht. Ob und in welchem Umfang Eigenleistungen erbracht werden können sind durch Zeit und Können der Häuslebauer bestimmt.

Banken haben jedoch Erfahrungswerte, welche Eigenleistungen in welchen Gewerken möglich sind. Wichtig ist also zunächst eine eigene realistische Planung aufzusetzen.

Hierzu muss ich erst einmal die Gesamtkosten in einzelne Gewerke aufteilen. Bei den meisten Kostenblöcken ist eine Eigenleistung nicht möglich (z.B. Grundstück und Nebenkosten) oder nur sinnvoll möglich, wenn ich Handwerker bin (z.B. Dachdecker, Heizungsinstalation).

Bei den Gewerken, die ich tatsächlich in Eigenleistung fachlich erstellen kann (z.B. Tapezieren, Außenanlagen), muss nun berücksichtigt werden, dass ein hoher Teil der Kosten des jeweiligen Gewerks aus Materialkosten besteht. Nur der reine Arbeitslohn kann eingespart werden.

Bis dahin gibt es meistens keine Konflikte mit der Bank.

Nun muss ich die Arbeitsdauer betrachten.

Wenn ich beispielsweise Tapezieren möchte und die Kosten hierfür mit 15.000 €, davon 8.000 € Arbeitszeit ansetze, ergibt sich folgende Rechnung:

8000 € entsprechen bei einem Stundesatz von 50 € 160 Arbeitsstunden = 20 8-Stundentage. Wenn ich jetzt nicht beruflich Tapezierer bin, arbeite ich langsamer. Macht z.B. 30 Tage.
Wenn ich nun 2 Zeitmonate für das Tapezieren ansetze, sind allein 2 Menschen jeden Samstag und jeden Sonntag fulltime beschäftigt.

Selbst wenn ich meinen Jahresurlaub in das Bauvorhaben stecke, stosse ich sehr schnell an die zeitlichen Grenzen, wenn ich große Arbeiten vornehmen möchte.

Wer mehr als 20.000 € an Eigenleistungen ansetzt, wird daher von der Bank sehr kritisch betrachtet werden.

Jetzt gibt es 2 Argumentationsschienen des Häuselbauers:

  1. Ich lasse mir mehr Zeit
  2. Mir helfen ganz viele Freunde

Zu 1)
Hier sind 2 Dinge zu berücksichtigen

  • Während der Bauzeit fallen Zinsen an, die mit finanziert werden müssen. Bei 200.000 € Kosten und 4 % Zinsen und 2 Jahren Baudauer sind das 16.000 €
  • Die einzelnen Gewerke können nicht beliebig auf der Zeitschiene angesiedelt werden. Hier kann nur eine exakte Planung die Bank überzeugen.

Zu 2)
Banken glauben nicht, dass Freunde ganz ohne Geld für einen schuften. Eigenleistungen von Dritten erkennen Banken im Regelfall nicht an. Ist auch für den Bauherren ein zu grosses Risiko. Was passiert, wenn die Freunde abspringen?

Problem dabei: Eigenkapital habe ich kaum, max. 6 - 8 TSD Euro

Das wird schwierig, denn bestimmte Kosten mußt Du zu einem sehr frühen zeitpunkt begleichen. z.B. die Grunderwerbssteuer oder den Notar.

, deswegen möchte ich gerne wissen, wie die Banken die
Eigenleistung in die Finanzierung mit einrechnen…

Bei den Finanzierungen, die ich vermittelt habe, lief das ganz normal. Die Baufirma/der Architekt bewerteten die Eigenleistungen des bauherrn mit einem bestimmten Betrag und dieser wurde wie eigenes Bargeld behandelt. Ob das Deine Bank auch so macht, mußt Du erfragen.

Bis zu welcher Höhe erkennen Banken denn Eigenleistung an ?
Gibt es da Höchstgrenzen ?

Meines Wissens gibt es keine Höchstgrenzen. Ich habe schon Bausatzhäuser finanziert, bei denen fast die gesamte Bauleistung vom Bauherrn und seiner Familie kam. Finanzierungsentscheidungen sind sehr individuell. Was in einem Fall klappt, muß in einem anderen Fall nicht unbedingt klappen.

Die meisten Banken verlangen sowieso eine Unterschrift jedes Helfers sowie dessen Qualifikation. Es kommt auch immer ein bisschen darauf an, was man selbst von Beruf ist. Wer selbst Maurer ist und sein Haus allein bauen will, hat wesentlich mehr Chancen, dafür eine Finanzierung zu bekommen, als jemand der zum Beispiel Bäcker oder Arzt ist. Generell sagt man sind durchschnittlich 20% möglich, wenn es sich um ein Fertighaus mit Eigenleistungen handelt. Am besten spricht man direkt mit der Bank.

Es gibt im Internet auch Übersichten darüber, wieviel Prozent an einer Leistung Arbeitsleistung sind und wieviel Materialkosten. Da kann man ganz gut erkennen, wo es sich lohnt selbst mit anzufassen. Generell sollte man auch Bedenken, dass Elektro und Heizung allein wegen der Haftung und der Gebäudeversicherung lieber vom Fachmann gemacht werden sollte.