Wieviel Erziehung soll oder muss sein?
Staendig hoere ich Klagen, dass in unserer Gesellschaft Erziehung nicht mehr angesagt sei.
Ich aber werde staendig erzogen. Meine Frau gibt mir den Ratschlag: Hoere endlich mal zu! Andere sorgen sich um meine Gesundheit und fordern, das ich kuerzer treten soll.
Mich aergert, wenn auch andere mich staendig noch erziehen wollen, wie die Polizei, die Post oder die Bahn. Bahnfahren ist schliesslich eine ernsthafte Angelegenheit und will zukuenftig wohl ueberlegt werden. Schnelle Entscheidungen machen die Fahrkarten teurer, den Bahnfahren -meint die Behn- habe schliesslich etwas mit Lebensplanung zu tun, und deshalb will Herr Mehdorn den Kunden ihre Sprunghaftigkeit abgewoehnen.
Und wer heute sein Waegele,Smart, quer in die Parkluecke stellt, steht nun in staendiger Fehde mit der Polizei, wo kaemen wir denn da hin, auf deutschen Strassen wuerde dann nur noch Chaos und Anarchie herschen, so die Polizei!
Ordnung, Geduld und Bescheidenheit sind Tugenden, die uns einfachen Menschen auch von anderen Kraeften gern nahe gebracht werden.
Erziehung beschreiben uns die aelteren paedagogischen Lehrbuecher als die „absichtliche Einwirkung der Erwachsenen auf die Unmuendigen, durch die der Unmuendige vervollkommnet und zu seiner Bestimmung gefuehrt" werden soll.
Da sitzen nun unsere selbst ernannten Erziehungsberechtigten von Post und Bahn, von Polizei und aus der Politik und diverser Rationalisierungsexperten und ueberlegen,wie sie aus uns, die wir staendig ueber die Straenge schlagen, wieder ein ordnungsliebendes Volk machen!