Wieviel kostet ein Auto ?

Hallo Leute,

ich habe diese Frage bereits schon mal vor längerer Zeit gestellt und keine rechte Antwort bekommen.
Mich würde mal interessieren, wieso ein Auto (z.B. Mercedes C200 CDI ohne Extras) genau EUR 27.608 kostet.
Welche Faktoren spielen bei der Preisgestaltung eine Rolle ?
Die Extras haben ja auch fast immer „krumme“ Preise.
Klar ist, dass das angepeilte Marktsegment schon mal einen Rahmen vorgibt und das ja bei der Herstellung „reale“ Kosten anfallen.
Diese Frage läßt sich natürlich fast auf jedes teurere Produkt übertragen aber ich fände es schon mal interessant zu erfahren, welche Kriterien bei der Preisgestaltung noch eine Rolle spielen.

Vielen Dank für Eure Antworten !

Gruß, Jürgen

jede firma hat einen lieblingsfaktor e hoch 1 oder Pi usw. mit dem sie ihre HK1 multiplizieren.

und das dann vieltausendfach, jeweils pro artikel.

Hallo Leute,

Welche Faktoren spielen bei der Preisgestaltung eine Rolle ?

Bei den Automobilherstellern: pi x daumen oder genau so viel, wie der dumme Kunde bereit ist, zu bezahlen. Mindestens aber so viel, dass man sich Mißmanagement leisten kann (z.B. Kauf von falschen Tochterunternehmen).

Die Extras haben ja auch fast immer „krumme“ Preise.

Soll eine exakte Kalkulation vortäuschen. Bei Extras gilt nach Aussage eines Freundes, der bei einem Hersteller gearbeitet hat: Einkaufspreis x 3 zzgl. MwSt. = Verkaufspreis

Gilt übrigens nicht für den Verkäufer des Zulieferers, dessen Gewinn darf max. 6% des Umsatzes ausmachen, sonst wird der Autohersteller sauer.

Klar ist, dass das angepeilte Marktsegment schon mal einen
Rahmen vorgibt und das ja bei der Herstellung „reale“ Kosten
anfallen.

Kaum noch bei der Herstellung, eher beim Einkauf, denn der Hersteller kauft heute den größten Teil ein.

Grüsse

Sven

Hallo Jürgen,

wenn Dich das interessiert, dann schau mal in Bücher rein, die sich mit dem Gebiet der Kostenrechnung beschäftigen. Wie die einzelnen Kosten in das einzelne Produkt einfließen, hängt natürlich davon ab, welche Art der Kostenrechnung vom Unternehmen betrieben wird. Dies hängt wiederum von Fatoren wie der Produktionsmethoden usw. ab.

Grundsätzlich fließen bei der Automobilherstellung alle Kosten ein, die einem produzierten Auto direkt zugeordnet werden können ( z.B. die Baugruppen, Fertigungslöhne usw.) Diese werden als variable Kosten bezeichnet, da Sie mit dem Beschäftigungsgrad steigen oder sinken. Alle Kosten, die nicht direkt einem Auto zugeordnet werden können (sogenannte Gemeinkosten), werden, soweit das möglich ist, über Schlüssel zugeordet. Meistens handelt es sich dabei um Fixkosten, die unabhängig vom Beschäftigungsgrad anfallen. Diese Kosten sind der Grund dafür, warum höhere Stückzahlen zu niedrigeren Stückpreisen führen. (ist natürlich nur theoretisch so, auch die variablen Stückkosten können mit höherer Ausbringung sinken, zB. durch Mengenrabatte im Einkauf.) Dieser Formel sind nach oben allerdings technologische Grenzen gesetzt, so kommt es bei sehr hohem Beschäftigungsgrad zu höherem Ausschuß, die die Stückkosten wieder steigen läßt.

So, wenn Du das alles gemacht hast, werden noch Verwaltungs- und Vertriebskosten zugerechnet, dann der Gewinn drauf, der sich meist danach richtet, wie hoch das eingesetzte Kapital verzinst werden soll.

Langfristig sollten auf jeden Fall alle fixen und variablen Kosten gedeckt sein (langfrisitge Preisuntergrenze). Kurzfristig kann dieser Preis jedoch auch unterschritten werden, und zwar so weit, dass mind. die variablen Kosten gedeckt werden. Jeder Euro über den variablen Kosten erzeugt einen Deckungsbeitrag, der einen Teil der fixen Kosten deckt.

ALLES KLAR :smile:

Alles, was die anderen Jungs hier geschrieben haben, ist Käse, so würde nur ein Monopolist seinen Preis auf dem Markt festlegen.

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Das ist ja mal eine Antwort - vielen Dank !
Sternchen ist vergeben…

mhh, ich habe mal vor jahren was ganz anderes gehört.

das beispiel damals war ein golf, der in der basisaustattung ohne irgendwas (sagen wir mal) 20.000 DM kostet. Wenn man jetzt aber in einer VW Werkstatt jedes einzelne Teil, das in diesem Wagen steckt, bestellen würde, käme man auf eine Gesamtsumme von über 90.000 DM.
Die Erklärung war das die Autohersteller die Autos erstmal subventionieren und sich die Subventionen dann wieder über die Ersatzteile reinholen (und dieser Golf eigentlich um die 40.000 kosten müsste).

Das ganze ist nicht unlogisch, wenn der Einstiegpreis für ein Auto bei 40.000 oder gar 50.000 liegen würde, hätten beileibe nicht so viele Leute Autos.