Wieviel Zoom braucht der Mensch?

Hallo,

ich möchte mir einen Camcorder zulegen.
Meine Frage bezieht sich jetzt auf das Objektiv.
Wieviel opt. Zoom ist ein Muss?
Bzw. wieviel Lichtstärke muss das Teil haben?

Gruss Harald

Moin Harald,

Wieviel opt. Zoom ist ein Muss?

Bzw. wieviel Lichtstärke muss das Teil haben?

Beide Fragen kann man nicht sinnvoll beantworten, solange man nicht weiß welcher Film-Typ Du bist.

Filmst Du viel/überwiegend im häuslichen Umfeld -> Weitwinkel, hohe Lichstärke

Filmst Du in der Landschaft ist evtl. ein optisches (!) Zoom sehr sinnvoll, ein digitales Zoom ist schlicht Unfug.

Ich selbst bin ein „Extrem-Fotografierer“, ich möchte sowohl Makroaufnahmen machen als auch sehr entfernte Details „ranholen“.

Nachtaufnahmen sind auch besonders reizvoll.

Überlege mal, was und wie Du bislang gefilmt hast, was hast Du vermisst. Ein „Muss“ gibt es nicht!

Eine meiner Forderungen ist: eine Automatik, die zwar einiges vereinfacht, muss sich zur kreativen Gestaltung abschalten lassen.

Ich wünsche Dir „gutes Licht“.

LG Volker

Gruss Harald

Hallo,

Einfache Antwort: so wie (angeblich) bei den PS eines RollsRoyce geantwortet wird: ausreichend.
Ernsthaft siehe untenstehende Antwort. Einfach je nach Aufgaben unterschiedlich.

Es grüßt

Der Daimio

Hallo,
ein hoher optischer Zoom ist selten ein Qualitätsmerkmal.
Ordentliche Camcorder haben einen Zoom im Bereich von
ca. 10…12 fach.

Geräte, bei denen 20-fach und höher draufsteht (auch 40-fach
gibt es) sind eher Billiggeräte mit mit winzigen lichtschwachem
Objektiven. Da ist es nämlich technisch rel. leicht, solche großen
Zoombereiche zu realisieren, die aber ab ca. 10-fach auch nur miese
Qualität liefern.
Gruß Uwi

ich möchte mir einen Camcorder zulegen.
Meine Frage bezieht sich jetzt auf das Objektiv.
Wieviel opt. Zoom ist ein Muss?
Bzw. wieviel Lichtstärke muss das Teil haben?

Gruss Harald

Hallo Uwi,

Geräte, bei denen 20-fach und höher draufsteht (auch 40-fach
gibt es) sind eher Billiggeräte mit mit winzigen lichtschwachem
Objektiven. Da ist es nämlich technisch rel. leicht, solche großen
Zoombereiche zu realisieren, die aber ab ca. 10-fach auch nur
miese Qualität liefern.

das habe ich befürchtet.

Jetzt stellt sich mir eben die Frage, ob 10-fach ausreicht, wenn man Wildtiere filmen will. Da kann man ja nicht nah genug ran gehen.

Sollten diese Tiere auch noch im Wald sein, kann es zu Belichtungsproblemen kommen?

Gruss Harald

Hallo Harald,

Jetzt stellt sich mir eben die Frage, ob 10-fach ausreicht,
wenn man Wildtiere filmen will. Da kann man ja nicht nah genug
ran gehen.

Wie Daimio schon schreibt: Digitalzoom vergessen.
Frueher, in Zeiten der Optisch/Analogen Fotografie war ein lichtstarkes 300mm-Objektiv schon ein mordstrumm. Cool waren die 500mm-Spiegelobjektive weil leicht (wenig Glas drinnen).
Das ist dann ein Zoomfaktor von 6…10!
Das hat im privaten und halbprofessionellen Bereich immer ausgereicht.
Also wirklich eher auf die Lichtstaerke achten als auf das Zoom.

Und dann kommt es natuerlich auch auf den Verwendungszweck an, ob Du z.b. beschneiden kannst (das waere dann von der Aufloesung dem Digitalzoom vergleichbar).

Gruss

Michael

Hallo Michael,

Wie Daimio schon schreibt: Digitalzoom vergessen.

das ist schon klar.

Frueher, in Zeiten der Optisch/Analogen Fotografie war ein
lichtstarkes 300mm-Objektiv schon ein mordstrumm.

So ein Teil hatte ich (nicht wirklich lichtstark) aber 300mm war manchmal noch zu wenig.

Also wirklich eher auf die Lichtstaerke achten als auf das
Zoom.

Mit welcher Lichtstärke kann man gut arbeiten?
Meine alte VHS-C Kamera hatte 1:1,4.

Gruss Harald

Hallo,

Lichtstärke allein ist auch nicht alles. 1:1,4 ist hervorragend, bedeutet aber bei richtig langen Brennweiten große (Front-)Linsendurchmesser = gewichtige Sache. Darüber hinaus klarerweise auch weniger Tiefenschärfe je höher die Lichtstärke und je länger die Brennweite. Und nicht übersehen: wenn ein Objektiv bei kürzester Brennweite z.B. 1:1,4 hat, nimmt die effektive Lichtstärke mit zunehmender Brennweite deutlich ab!
Wiederum: die Aufgaben definieren das Werkzeug!

Es grüßt

Der Daimio

Hallo Daimio,

wenn ein Objektiv bei kürzester Brennweite z.B. 1:1,4 hat,
nimmt die effektive Lichtstärke mit zunehmender Brennweite
deutlich ab!

ich hab jetzt ein paar Werbeseiten studiert.
Also die interessantesten Angebote liegen bei 1:1,8-2,2 oder 1:1,8-3,8.
Sind 3,8 noch akzeptabel?

Wiederum: die Aufgaben definieren das Werkzeug!

Ich hätte eben gerne eine für alles :wink:

Gruss Harald

Hallo,

Jetzt stellt sich mir eben die Frage, ob 10-fach ausreicht,

Ich würde sagen, das reicht allemal. Praktisch reicht auch weniger,
wenn die Brennweite des Objektivs eh schon in dem Bereich liegt,
die für die Anwendung nötig ist.
VideoCams haben sowieso eher des Problem eines unzureichenden
Weitwinkels, so dass Nahaufnahmen (z.B. im Raum) zm Problem werden.
Ich hatte mir dazu extra ein Weitwinkelvorsatz (0,45) für
meine Sony DCR-PC330 (5,1-51) besorgt, der eigentlich immer
drauf bleibt, weil die Cam eben eine recht lange
Anfangsbrennweite hat. z.B. so was:
http://www.amazon.de/0-45x-Weitwinkel-Makro-Vorsatzl…

wenn man Wildtiere filmen will. Da kann man ja nicht nah genug
ran gehen.

Mit einer Cam, die schon von Haus aus rel. lange Brennweite hat,
kommst du mit 10-fach Zoom schon recht nah ran.
Wenn man es übertreibt, wird das schnell nervig, weil Tiere
sich ja auch bewegen und dann schnell aus dem Bild sind und
Nachführen wird dann echt schwierig.

Sollten diese Tiere auch noch im Wald sein, kann es zu
Belichtungsproblemen kommen?

Die bekommst du bei hohem Zoom umso eher, denn der Raumwinkel,
ausdem noch Licht einfällt wird ja mit der Brennweite quadratisch
kleiner. Das führt schnell zu heftigem Rauschen.
Da schau also besonders auf die Rauscharmut des Sensors und dann
natürlich auf die Lichtstärke des Objektivs. Da ist große
Linsenfläche aber durch nichts zu ersetzen. Große Linsen
machen aber schnell sehr hohen Aufwand für einen exakten Zoom
und sind sowieso teuer, wenn die Abbildungsqualität gut sein soll.

In der Fotografie ist Zoom ja teilweise verpönt, weil man damit
nicht die gleiche Abbildungsqualität wie mit Fixbrennweite
erreichen kann. Ich stehe aber auch sehr auf Superzoom.

Falls dir aber der Zoom doch mal nicht reicht, kann man auch noch
Vorsätze dazu kaufen (so wie oben beschrieben, z.B. 2-fach).

Interessant wird für dich evtl. auch Aufnahme mit Infrarot sein.
Da schau gleich, dass die Cam das kann („Nightframing“).
Dazu muß nämlich das IR-Sperrfilter vor dem Sensor weggenommen
werden können.
Gruß Uwi

Danke Uwi,
da hab ich jetzt wieder was zu studieren.

Gruss Harald