Hi Jo,
zunächst einmal möchte ich Deine Anregung
annehmen und meine Frage nun präzisieren
auf alle Arten von Sinnesreizen, die das
Gehirn erreichen, egal ob kognitiv oder
nicht. In diesem Zusammenhang ordne ich
dann die unbewußte Wahrnehmung von
Pheromonen auf jeden Fall dem Geruchssinn
zu, auch wenn er innerhalb dessen
vielleicht nochmal unterschieden werden
kann.
Tja, es ist problematisch, dabei vom Gehirn auszugehen und nicht vom Sinnesorgan/Sinneszelle. Das Gehirn erreichen nur Aktionspotentiale. Hier würde es schwer werden, zwischen Geruch und Gehör oder sonstwas zu unterscheiden. Man kann natürlich dann die Rezeptiven Felder im Gehirn unterscheiden, das ist aber wiederum schwerer, als die Sinnesorgane zu unterscheiden (ist aber kein prinzipieller unterschied, da immer eine Hauptkopplung zwischen bestimmtern Sinneszellen und bestimmten rez.Feldern bestehen).
Das mit dem ‚Stellungssinn‘ (wie heißt
das eigentlich in der biologischen
Terminologie?) ist ein guter Hinweis. Die
Einordnung fällt mir aber schon schwerer;
ich bringe diesen Sinn immer in die Nähe
des haptischen Wahrnehmens.
Keine Ahnung, ob es dafür ein terminus technicus gibt. Zu den haptischen Sinnen zählt er aber nicht. Die Perzeption läuft über Spindelzellen, die auf Zug reagieren.
Gib doch mal ein
Beispiel wo man quantitative bzw.
vektorielle Wahrnehmung, auch wenn sie
gekoppelt ist, überhaupt unterscheiden
kann.
Geschmack ist quantitativ, zumindest bei Mammalia. Viecher, die mit großen Bereichen ihrer Körperoberfläche schmecken, können wahrscheinlich auch eine Richtung ermitteln, aus welcher der Geschmack kommt.
Das mit dem Zeitsinn finde ich
interessant. Die Frage ist nur: Kann man
ihn wirklich als Sinn einstufen? Denn wie
kommt die (ungefähre) Zeit zustande?
Nehmen wir einmal an, das Gehirn bekommt
Meldungen über bestimmte, zyklische
Vorgänge des Körpers wie z. B. der
Verdauung, Hormonschwankungen etc. und
wertet diese dann aus. Dann wäre es in
der Tat eine Art der Wahrnehmung.
So ist es doch auch. Allerdings sind alle dies Vorgänge ja auch mit einer neuronalen Kontrolle gekoppelt (Zirbeldrüse, Hypophyse, etc.).
Wenn das Gehirn jedoch selbst irgendeine
Ablaufgeschwindigkeit, Reizzählung oder
ähnliches, zur Meßgröße macht,
Das Gehirn arbeitet nicht wie ein Digitalrechner in „Zyklen“.
Sinnvolle Grüße
Jochen