Wieviele Sinne gibt es?

Hi Kenner,

man sagt ja so, jemand habe seine fünf Sinne beisammen. Die Fernsehsendung heißt dann aber schon „Der 7. Sinn“. Was meint Ihr, wieviele Sinne sind sinnvoll zu unterscheiden?

Ich schlage vor:
1. Sehen (optische Wahrnehmung)
2. Hören (akustische W.)
3. Riechen (olfaktorische W.)
4. Schmecken (??? Wahrnehmung ???)
5. Fühlen (haptische W.)
6. Lageortung (Gleichgewichtssinn) (??? Wahrnehmung ???)

Die thermische Wahrnehmung würde ich eigentlich unter 5. einordnen, ich bin mir aber nicht ganz sicher.

Was meint Ihr? Welche (verschiedenen) Sinne gibt es noch bei Tieren? (z. B. magnetische W. bei Tauben, thermisches Sehen bei Schlangen etc.).

Es grüßt
Rob.

Hallo Rob

Ich schlage vor:
1. Sehen (optische
Wahrnehmung)
2. Hören (akustische W.)
3. Riechen (olfaktorische W.)
4. Schmecken (??? Wahrnehmung
???)
5. Fühlen (haptische W.)
6. Lageortung
(Gleichgewichtssinn) (??? Wahrnehmung
???)

Die thermische Wahrnehmung würde ich
eigentlich unter 5. einordnen, ich bin
mir aber nicht ganz sicher.

Was meint Ihr? Welche (verschiedenen)
Sinne gibt es noch bei Tieren? (z. B.
magnetische W. bei Tauben,

  1. Der magnetische Sinn ist auch beim Menschen vorhanden!

thermisches Sehen bei Schlangen etc.)

Gehört auch unter 1. sonst musst du ja auch noch sehen von polarisiertem Licht unterscheiden (z.B. Bienen, ist beim Mensch auch in spuren vorhanden). Von der Physik her wird da sowiso nicht unterschieden. elektromagnetische Wellen unterscheiden sich nur in der Wellenlänge (Farbe) und Intensität (Helligkeit) und dass du Infrarot nicht sehen kannst ist eigentlich nur ein „evoluzionärer Zufall“.

MfG Peter(TOO)

Man sollte zunächst mal sauber rausarbeiten, welche welche physikalischen Gegebenheiten überhaupt prinzipiell meßbar sind. Darauf würde ich aufbauen um herauszufinden, welche „Sinne“ es geben kann. Dabei sollte man dann auch gleich festlegen, ob man zwischen quantitativen und vektoriellen Sinnen unterscheiden möchte (z.B. bei Elektromagnetismus: Richtung der Perzeption und Schwingungsebene wären dann vektoriell, die Intensität und Wellenlänge wären quantitativ). Diese Unterschedeidungen sind aber nicht einfach in „Sinne“ umzusetzen, da vieles gekoppelt ist.

Dann ist noch die Frage, ob man die bewußt erfahrbaren Eindrücke meint oder alles, was Rezeptoren einem Gehirn melden oder gar prinzipell alles, was Rezeptoren melden (z.B. den Wassergehalt im Blatt einer Pflanze!).

Ein Sinn, der oft außer acht gelassen wird, ist der „Zeitsinn“. Die physiologische Grundlage dafür sind nachgewiesenermaßen autonome circadiane, -lunare und -annuale Rhythmen, die sich in allen Lebewesen finden.

Aufgrund der vorhandenen Rezeptoren in Gelenken und Muskeln kann man auch einen „Stellungssinn“ postulieren. Unser Gehirn erhält Infos über jeden Winkel jeden Gelenks. Bei Pflanzen läuft das über Gravitation und Druck/Zug.

Soweit.

Jochen

Hi,

Man sollte zunächst mal sauber
rausarbeiten, welche welche
physikalischen Gegebenheiten überhaupt
prinzipiell meßbar sind. Darauf würde ich
aufbauen um herauszufinden, welche
„Sinne“ es geben kann. Dabei sollte man
dann auch gleich festlegen, ob man
zwischen quantitativen und vektoriellen
Sinnen unterscheiden möchte (z.B. bei
Elektromagnetismus: Richtung der
Perzeption und Schwingungsebene wären
dann vektoriell, die Intensität und
Wellenlänge wären quantitativ). Diese
Unterschedeidungen sind aber nicht
einfach in „Sinne“ umzusetzen, da vieles
gekoppelt ist.

Sinnesorgane erhalten ihre Leistungsfaehigkeit oft mehr durch das was weggefiltert wird als durch das was sie ans Hirn weitergeben. Unser Hirn ist zwar schon ein ziemlich cooles Teil, aber selbst wenn es die Haelfte aller Sinneseindruecke verarbeiten muesste, die von den Sinnesorganen aufgenommen werden, wuerde garnichts mehr gehen - geschweige denn, wenn es alles verarbeiten muesste, was an Information mit unserem Koerper in Kontakt kommt.
„Primitive“ lichtempfindliche Organellen mancher Einzeller, entsprechen zwar im Grunde einem optischem Sinn, sie ermoeglichen aber lediglich Phototaxis - sollten also als Sinnesorgane von anderen (Seh)organen abgegrenzt werden. Die Grenzen sind da schwer zu ziehen. Manchmal wird uebrigens eine spezielle Region der Nasenschleimhaut des Menschen ls „6. Sinn“ interpretiert, da sie der Identifikation von Pheromonen dient und so einen etwas anderen Zweck als der Rest der Nase hat.
Grenzen sind da schwer zu ziehen. Man koennte z.B. ohne weiteres auch von einem ganzen Haufen von mechanischen (und thermischen) Sinnen in der Haut des Menschen sprechen.

Gruss

Thorsten

Ja, da stimme ich dir prinzipiell zu. Ich denke, du bestätigst auch hier, daß das Problem mit der Definition eines Sinns anfängt. Filterung und kognitive Wertung perzipierter Reize ist ja schon eine Leistung eines Nervensystems. Dieses erzeugt einen bewußt wahrnehmbaren „Sinnes-Eindruck“. Ich bin nicht sicher, ob es Sinn macht :wink: von den „Eindrücken“ auszugehen. Damit muß man sich dann seeehr auf den Menschen fixieren, weil doch sehr fraglich ist, welche anderen Spezies welche mehr oder minder bewußten Eindrücke ihrer Umwelt haben. Zudem ist dann die Sache mit den Pheromonen sicher unbewußt (wie der Großteil der olfaktorischen Reizverarbeitung. Die Filterung ist hier hauptsächlich das Nadelöhr zwischen unbewußter und bewußter Wahrnehmung. Die allermeisten Gerüche werden unbewußt aber sehr dezidiert integrativ verarbeitet.

Als denn,

Jochen

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Na ja,
das sind wohl die „klassischen Sinne“. Was ist aber mit den anderen fünf Sinnen?

  1. Stumpfsinn
  2. Schwachsinn
  3. Blödsinn
  4. Unsinn
  5. Wahnsinn

Wo kann man diese Sinne einordnen?

cu Norbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Noch einer
Irrsinn…

Starrsinn…

dann gibt’s noch den Scharfsinn, weiß nicht, der ist wahrscheinlich dem Geschmackssinn unterzuordnen.

Jochen

Und sehr weit verbreitet, der …

Schwachsinn :smile:))

cu Stefan.

Siehe Norbert, Punkt 2.

Den Drehsinn hatten wir aber noch nicht :wink:

Jochen

Hi Jochen :smile:

Oh sorry. Das hatte ich nicht gesehen. Aber die Ehre gebührt natürlich Norbert. so viel GERECHTIGKEITSSINN habe ich …

cu Stefan.

Hi Peter,

prinzipiell ist es natürlich Richtig, daß infrarote (oder neuerdings: ultrarote) Strahlung Teil des EM-Spektrums ist und daher dem von mir als optischen bezeichneten Sinn sehr naheliegt; auch das sich ergebende kognitive Bild dürfte ähnlich sein. Dennoch kann man wohl trotzdem von einer eigenen Sinneskategorie sprechen. Denn während das Auge auf die Wahrnehmung von reflektierten EM-Wellen optimiert ist, dient das thermische Organ der Schlangen der Wahrnehmung von emittierten EM-Wellen (Beutefang). Außerdem ist das sichtbare Licht, auch wenn es so heißt, nicht nur durch die Sichtbarkeit definiert sondern auch durch gewisse physikalische Eigenschaften wie z. B. der unterbrochenen Kontinuität der Relation Objekttemperatur:Emissionswellenlänge!

Und wenn wir einfach einmal annehmen, daß irgendein Lebewesen Radiowellen (z. B. Zentimeterwellen) wahrnehmen kann (was schon mal Menschen mit Amalgamplomben im Mund passiert sein soll), dann würdest Du doch wohl auch kaum von „Sehen“ sprechen, nur weil es ebenfalls EM-Wellen sind. Oder?

Viele Grüße
Rob.

thermisches Sehen bei Schlangen etc.)

Gehört auch unter 1. sonst musst du ja
auch noch sehen von polarisiertem Licht
unterscheiden (z.B. Bienen, ist beim
Mensch auch in spuren vorhanden). Von der
Physik her wird da sowiso nicht
unterschieden. elektromagnetische Wellen
unterscheiden sich nur in der Wellenlänge
(Farbe) und Intensität (Helligkeit) und
dass du Infrarot nicht sehen kannst ist
eigentlich nur ein „evoluzionärer
Zufall“.

MfG Peter(TOO)

Hi Jo,

zunächst einmal möchte ich Deine Anregung annehmen und meine Frage nun präzisieren auf alle Arten von Sinnesreizen, die das Gehirn erreichen, egal ob kognitiv oder nicht. In diesem Zusammenhang ordne ich dann die unbewußte Wahrnehmung von Pheromonen auf jeden Fall dem Geruchssinn zu, auch wenn er innerhalb dessen vielleicht nochmal unterschieden werden kann.

Das mit dem ‚Stellungssinn‘ (wie heißt das eigentlich in der biologischen Terminologie?) ist ein guter Hinweis. Die Einordnung fällt mir aber schon schwerer; ich bringe diesen Sinn immer in die Nähe des haptischen Wahrnehmens. Aber mittlerweile scheinen die Kriterien zur Definition eines separaten Sinnes das Hauptthema zu sein. Gib doch mal ein Beispiel wo man quantitative bzw. vektorielle Wahrnehmung, auch wenn sie gekoppelt ist, überhaupt unterscheiden kann. Ich komme da nur auf das Gehör und das auch nur dann, wenn man ein Ohr wegläßt: Das wäre dann der einzige Sinn, der ausschließlich quantitativ ist. Oder?

Das mit dem Zeitsinn finde ich interessant. Die Frage ist nur: Kann man ihn wirklich als Sinn einstufen? Denn wie kommt die (ungefähre) Zeit zustande? Nehmen wir einmal an, das Gehirn bekommt Meldungen über bestimmte, zyklische Vorgänge des Körpers wie z. B. der Verdauung, Hormonschwankungen etc. und wertet diese dann aus. Dann wäre es in der Tat eine Art der Wahrnehmung. Wenn das Gehirn jedoch selbst irgendeine Ablaufgeschwindigkeit, Reizzählung oder ähnliches, zur Meßgröße macht, dann würde ich nicht von einem Sinn sprechen, sonst müßte man schließlich jeden Gedanken als Sinn begreifen.

Viele Grüße
Rob.

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Hi Jo,

zunächst einmal möchte ich Deine Anregung
annehmen und meine Frage nun präzisieren
auf alle Arten von Sinnesreizen, die das
Gehirn erreichen, egal ob kognitiv oder
nicht. In diesem Zusammenhang ordne ich
dann die unbewußte Wahrnehmung von
Pheromonen auf jeden Fall dem Geruchssinn
zu, auch wenn er innerhalb dessen
vielleicht nochmal unterschieden werden
kann.

Tja, es ist problematisch, dabei vom Gehirn auszugehen und nicht vom Sinnesorgan/Sinneszelle. Das Gehirn erreichen nur Aktionspotentiale. Hier würde es schwer werden, zwischen Geruch und Gehör oder sonstwas zu unterscheiden. Man kann natürlich dann die Rezeptiven Felder im Gehirn unterscheiden, das ist aber wiederum schwerer, als die Sinnesorgane zu unterscheiden (ist aber kein prinzipieller unterschied, da immer eine Hauptkopplung zwischen bestimmtern Sinneszellen und bestimmten rez.Feldern bestehen).

Das mit dem ‚Stellungssinn‘ (wie heißt
das eigentlich in der biologischen
Terminologie?) ist ein guter Hinweis. Die
Einordnung fällt mir aber schon schwerer;
ich bringe diesen Sinn immer in die Nähe
des haptischen Wahrnehmens.

Keine Ahnung, ob es dafür ein terminus technicus gibt. Zu den haptischen Sinnen zählt er aber nicht. Die Perzeption läuft über Spindelzellen, die auf Zug reagieren.

Gib doch mal ein
Beispiel wo man quantitative bzw.
vektorielle Wahrnehmung, auch wenn sie
gekoppelt ist, überhaupt unterscheiden
kann.

Geschmack ist quantitativ, zumindest bei Mammalia. Viecher, die mit großen Bereichen ihrer Körperoberfläche schmecken, können wahrscheinlich auch eine Richtung ermitteln, aus welcher der Geschmack kommt.

Das mit dem Zeitsinn finde ich
interessant. Die Frage ist nur: Kann man
ihn wirklich als Sinn einstufen? Denn wie
kommt die (ungefähre) Zeit zustande?
Nehmen wir einmal an, das Gehirn bekommt
Meldungen über bestimmte, zyklische
Vorgänge des Körpers wie z. B. der
Verdauung, Hormonschwankungen etc. und
wertet diese dann aus. Dann wäre es in
der Tat eine Art der Wahrnehmung.

So ist es doch auch. Allerdings sind alle dies Vorgänge ja auch mit einer neuronalen Kontrolle gekoppelt (Zirbeldrüse, Hypophyse, etc.).

Wenn das Gehirn jedoch selbst irgendeine
Ablaufgeschwindigkeit, Reizzählung oder
ähnliches, zur Meßgröße macht,

Das Gehirn arbeitet nicht wie ein Digitalrechner in „Zyklen“.

Sinnvolle Grüße

Jochen

Hallo Rob

Und wenn wir einfach einmal annehmen, daß
irgendein Lebewesen Radiowellen (z. B.
Zentimeterwellen) wahrnehmen kann (was
schon mal Menschen mit Amalgamplomben im
Mund passiert sein soll), dann würdest Du
doch wohl auch kaum von „Sehen“ sprechen,
nur weil es ebenfalls EM-Wellen sind.
Oder?

Also mit der Amalgamplombe fehlt dir sicher mal die räumliche Auflösung, also sind wir da weit entfernt von etwas was der Definition Bild nahe kommt!

Beim weiteren Nachdenken kommen mir da noch ein paar Dinge in den Sinn:
Haifische, unter anderen, haben die Fähigkeit die elektrischen Nervenimpulse ihrer Beute warzunehmen und scheinen dabei auch eine Ortsbestimmung machen zu können.

Dann sind da noch die Fledermäuse und die Delfine mit Ihrem Echolot, welches auch eine Räumliche Ortung erlaubt. Gehört dies jetzt zum hören?

Ich glaube wir sollten mal ein paar Definitionen einführen um das Ganze etwas Katalogisieren zu können.

MfG Peter(TOO)

Hallo !

Ich glaube wir sollten mal ein paar
Definitionen einführen um das Ganze etwas
Katalogisieren zu können.

MfG Peter(TOO)

GENAU das habe ich auch versucht, klarzustellen…
(so, mußte jetzt mal gesagt werden)

Grüße,
Jochen