Wieweit kann ein Mensch autark sein?

Hallo Leute,

also ich frag mich,inwiefern bin ich,um mich wohlzufühlen auf andere Menschen angewiesen?Wieso reicht man sich selbst nicht aus?
Wieso kann man Einsamkeit nicht geduldig ertragen und sich trotz fehlendem Austauschpartner an Pflanzen,Natur,einem Buch erfreuen?

Ich bin zur Zeit eben wieder mal auf mich selbst zurückgeworfen.
Dann kommen eben so Dinge hoch,wie die anderen können sich eben nicht wirklich auf einen einlassen,dann verkrampf ich und lass dann auch kaum mehr jemanden an mich ran.Ja es sind wohl diese so hoch hängenden Erwartungen an andere.
Aber ich habe eben ein riesige Lücke aus jahrelanger Einsamkeit,bedingt durch adoleszente Krise,die hat mich in eine Tiefe und zu einer gewißen Ernsthaftigkeit geführt und jetzt steh ich da und weiß diese Eigenschaften nirgends richtig einzubringen.

Ich will dieser Einsamkeit einfach auf offenem Feld begegnen und mich da selbst umarmen,aber mir gelingt das nicht so recht.
Ist den Einsamkeit irgendwo gleichzusetzen mit Tod,dem Ausgeliefertsein?
Einsamkeit gehört zum Leben und kann jeden treffen.Und wird wohl viele und vor allem jetzt mich immer wieder treffen.Das ist eigentlich auch ein Gefühl,das sich bei mir eingenistet hat,diese Melancholie,dieser Schmerz.Irgendwie gäbe mir das eben auch eine Bestätigung,auch zu bestehen,wenn ich ganz auf mich alleine zurückgeworfen bin,überhaupt auch gar nicht den Druck zu verspüren zu anderen Kontakt aufnehnem zu müssen.Ja ich würde mir wünschen,von diesem Druck befreit zu sein,andere kennenlernen zu müssen,sondern unbefangen und frei zu sein.Dann heißt es ja auch sowas wie Einsamkeit sei ein Gefängnis und man könne es nur von innen öffnen.
Ich will aber nicht den Druck haben,an dieser Einsamkeit unbedingt was ändern zu müssen.

So lass ich das jetz mal stehen,mal sehen wer damit was auf nachdenklich Art und Weise anzufangen weiß.

Gruß
Matthias

Hallo Matthias,

also ich frag mich,inwiefern bin ich,um mich wohlzufühlen auf
andere Menschen angewiesen?Wieso reicht man sich selbst nicht
aus?

Da fällt mir als erstes die Maslow’sche Bedürfnispyramide ein, die ich zwar nicht genau im Kopf habe, aber ganz an der Basis befinden sich die Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schlaf… aber auch Sexualität ist dort angeführt, sowie souiale Kontakte und Anerkennung (bitte mich nötigenfalls zu korrigieren).

Als zweites, denk Dir unsere Zivilisation weg und gehe in Deiner Vorstellung um etliche tausend Jahre zurück. Die Menschen haben in Gruppen, Horden, Stämmen zusammengelegt, weil niemand alleine überleben konnte. Auch wenn Du heute theoretisch ohne Kontakt zu Menschen überleben könntest, mußt Du dabei auf zivilisatorische Ressourcen zurückgreifen, die von anderen Menschen bereitgestellt wurden und werden. Wir tragen das genetische Erbe als Hordenwesen noch in uns.

Wieso kann man Einsamkeit nicht geduldig ertragen und sich
trotz fehlendem Austauschpartner an Pflanzen,Natur,einem Buch
erfreuen?

Nun, man kann ja die Einsamkeit geduldig ertragen. Aber geduldig ertragen (Geduld, lat. patientia, von lat. patior = ich leide) und sich an etwas erfreuen, widerspricht sich das nicht?

Ich bin zur Zeit eben wieder mal auf mich selbst
zurückgeworfen.
Dann kommen eben so Dinge hoch,wie die anderen können sich
eben nicht wirklich auf einen einlassen,dann verkrampf ich und
lass dann auch kaum mehr jemanden an mich ran.Ja es sind wohl
diese so hoch hängenden Erwartungen an andere.

Welche sind „diese so hoch hängenden Erwartungen“?

Aber ich habe eben ein riesige Lücke aus jahrelanger
Einsamkeit,bedingt durch adoleszente Krise,die hat mich in
eine Tiefe und zu einer gewißen Ernsthaftigkeit geführt und
jetzt steh ich da und weiß diese Eigenschaften nirgends
richtig einzubringen.

Kann ich verstehen.

Ich will dieser Einsamkeit einfach auf offenem Feld begegnen
und mich da selbst umarmen,aber mir gelingt das nicht so
recht.

Muß es Dir gelingen?

Ist den Einsamkeit irgendwo gleichzusetzen mit Tod,dem
Ausgeliefertsein?

Ja, ist es tatsächlich. Ausgestoßen zu werden aus einer Horde war de facto ein Todesurteil. Aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden ist auch heute noch extrem belastend, zumindest psychisch (aufgrund unseres genetischen Erbes, s. o.), manchmal auch existentiell.

Einsamkeit gehört zum Leben und kann jeden treffen.

Du meinst wahrscheinlich Verlust von Bezugspersonen, Partnerverlust, Liebesverlust. Da es eigentlich überall Menschen gibt (zumindest in Mitteleuropa), ist Einsamkeit nicht wirklich ein naturgegebenes Schicksal.

Und wird
wohl viele und vor allem jetzt mich immer wieder treffen.

Warum gerade Dich?

Dann heißt es ja auch sowas wie Einsamkeit sei ein
Gefängnis und man könne es nur von innen öffnen.

Nämlich durch Zugehen auf Menschen (fällt allerdings mir auch schwer).

Ich will aber nicht den Druck haben,an dieser Einsamkeit
unbedingt was ändern zu müssen.

Du mußt nichts ändern. Dieser Druck ist in Dir selbst. Man nennt diesen Druck: Leidensdruck.

Liebe Grüße,

I.

Sich selbst genug sein
Hallo,

kleiner Beitrag von meiner Warte aus:

also ich frag mich,inwiefern bin ich,um mich wohlzufühlen auf
andere Menschen angewiesen?Wieso reicht man sich selbst nicht
aus?

Kommt drauf an, was du unter „ausreichen“ verstehst - sicherlich „braucht“ man seine Umwelt, andere für die Gestaltung des (Über-)lebens, woher willst du sonst deine Nahrung bekommen, deine Wohnung, dein Auto, deinen Job, dein Geld etc.

Wenn du allerdings den sozialen Aspekt meinst, muss ich sagen, KANN der Mensch sehr wohl auch sich selbst genug sein bis zu einer gewissen Grenze. Zwar ist der Mensch von Natur aus als Gemeinschaftswesen angelegt, aber unter best. Umständen (Erziehung, Umfeld, Lebensumstände etc.) kommt es durchaus vor, dass ein Mensch sich selbst genug ist.

Wieso kann man Einsamkeit nicht geduldig ertragen und sich
trotz fehlendem Austauschpartner an Pflanzen,Natur,einem Buch
erfreuen?

Ich unterscheide für mich ganz strikt zwischen „Einsamkeit“ und „Alleine sein“. Einsam zu sein, ist für mich eindeutig negativ besetzt, will heißen, dahinter steckt eine Sehnsucht, nicht mehr einsam sein zu wollen, sein Alleine-Sein zu beenden, weil es für einen unterträglich ist.
Aber „Alleine sein“ ist für mich ein Zustan, der nicht negativ sein muss, der für sich alleine „genug“ sein kann, positiv.

Ich bin ein klassischer Einzelkämpfer zeit meines Lebens. Begründet ist dies von Babyzeiten von mir her an. Es hatte etwas mit meiner Geburt zu tun, den Ängsten meiner Mutter in meiner Kindheit usw. usw., das würde hier zu weit führen. Jedenfalls bin ich so erzogen worden, so herangewachsen, dass ich zwar meine Eltern hatte, aber keine Gleichaltrigen um mich herum hatte. Also war ich als Kind zwangsläufig alleine. Mit den Jahren, der Kindheit, der Jugend, dem Erwachsen-Werden bzw. -sein hat sich das so „eingegraben“, so manifestiert, dass das jetzt mein ICH ist, da ich es gar nicht anders kenne. Ich bin quasi, wenn du so willst, ständig auf mich alleine gestellt, ich mache alles alleine, was getan werden muss, ich erkämpfe mir alles alleine, erarbeite mir alles alleine. Ich hab wohl eine sog. „beste Freundin“ und bis vor kurzem auch einen festen Partner - aber ansonsten bin ich „alleine“.

Ich bin aber und war nie einsam. Ich kenne das Gefühl eigentlich gar nicht, einsam zu sein. Ich bin mir quasi selbst genug, weil ich es nicht anders kenne. Im Gegenteil, ich fühle mich in Gesellschaft äußerst unwohl und „beschnitten“, es ist, wie wenn das einem die Luft raubt. Ich bin lieber alleine und erarbeite mir alles alleine.

Ich habe so viele Beschäftigungen, meinen Beruf, meine vielen Hobbys, ich kenne z.b. auch nicht sowas wie „Langeweile“.

Du siehst, ein Mensch kann sich durchaus auch selbst genug sein und zufrieden sein. Ich möchte an meinem Zustand nichts ändern, denn ich bin glücklich damit, sehr glücklich.

Ich bin zur Zeit eben wieder mal auf mich selbst
zurückgeworfen.

Perfekt! Endlich Zeit, es sich selbst gut gehen zu lassen, für sich selbst was zu tun, ohne Verpflichtungen anderen gegenüber, ohne dass einem jemand dauernd reingackert … herrlich :smile:

Dann kommen eben so Dinge hoch,wie die anderen können sich
eben nicht wirklich auf einen einlassen,

Hm, ich wage mal vorsichtig zu behaupten, dass „der Grund allen Übels“ doch eher in sich selbst zu suchen ist denn bei anderen, die ja mehr oder weniger „nur“ „reagieren“.

dann verkrampf ich und
lass dann auch kaum mehr jemanden an mich ran.Ja es sind wohl
diese so hoch hängenden Erwartungen an andere.

… und die an dich selbst. Warum so hohe Erwartungen? In andere hohe Erwartungen zu setzen, kann meiner Ansicht nach meist nur in Enttäuschung enden. Sei es, weil die anderen sie nicht erfüllen können, sie nicht erfüllen wollen, weil sie merken, sie können dir eh nicht genügen oder sei es, dass du Dinge in sie hineininterpretierst, die unrealistisch sind. Erwartungen kann man haben, eher an sich selbst und an seine eigenen Reaktionen bzgl. seiner Umwelt - aber bei anderen bin ich persönlich eher vorsichtig: Menschen sind so individuell, oft so „unberechenbar“, da ist es oft „Energieverschwendung“, wenn man zuviel erwartet, hofft, meint und tut …

Aber ich habe eben ein riesige Lücke aus jahrelanger
Einsamkeit,bedingt durch adoleszente Krise,die hat mich in
eine Tiefe und zu einer gewißen Ernsthaftigkeit geführt und
jetzt steh ich da und weiß diese Eigenschaften nirgends
richtig einzubringen.

Siehe oben. Jahrelange Einsamkeit muss doch nichts Schlimmes, Negatives sein - im Gegenteil. Eine Chance für dich, dein Ich, mal in dich zu horchen, was DU brauchst, was DIR fehlt, was DU für DICH tun kannst - mal ohne irgendwelchen Senf von außen. Nur du mit dir alleine. Das ist eine Chance und keine Krise!
Es macht vielleicht Angst demjenigen, der es nicht gewohnt ist, aber ich finde es bereichernd, sich damit auseinanderzusetzen, denn es werden im Leben immer Zeitabschnitte kommen, wo man auf sich alleine gestellt ist und einsam ist - was ist erst, wenn du ins Alter kommst?
Da sollte man doch in jungen Jahren „lernen“, auch alleine und auf sich allein gestellt Zufriedenheit mit sich selbst zu schaffen.

Ich will dieser Einsamkeit einfach auf offenem Feld begegnen
und mich da selbst umarmen,aber mir gelingt das nicht so
recht.

Och, ich denke, das ist einfach Übung. Und eine innere Haltung, die dafür vonnöten ist: solange du dieser „Einsamkeit“ wie einem „Feind“ innerlich begegnest, als etwas Negativem, Schlimmem, einer „Krise“, solange werden sich auch nicht die dazu paradoxen Gefühle wie „Umarmen“, „Zufriedenheit“ einstellen KÖNNEN.
Feile ganz langsam aber stetig an deiner inneren Einstellung zu „einsamen Zeiten“. Sieh darin eine Chance für dich: endlich mit dir alleine, endlich was ganz für dich tun, es dir nur mit dir gut gehen lassen - such dir Hobbies, die du ganz gezielt nur alleine ausüben kannst, also keinen Gemeinschaftssport z.B., so kannst du auch step by step für dich die Erfahrung machen, dass man mit sich alleine richtig Spaß haben kann.

Für mich ist das in unserer hektischen Welt eine Insel, ein Auftanken, wenn ich mit mir alleine bin. Im Job hab ich ständig ein Schnattern um mich rum, jeder will was, jeder fragt was, jeder quatscht einen an, keiner kann mal was alleine probieren … da bin ich manchmal froh, wenn ich mit mir ganz und gar alleine bin, denn dann kann ich in mich horchen, was brauche ich, was will ich jetzt, was kann ich mir jetzt Gutes tun … und das tue ich dann, und dadurch tanke ich wieder Kraft für das „Leben draußen“, eben z.B. den Job, wo man den anderen ja nicht „ausweichen“ kann.

Ist den Einsamkeit irgendwo gleichzusetzen mit Tod,dem
Ausgeliefertsein?

Ich denke, es ist eine Einstellungssache, wie ich dir oben schon beschrieben habe. Sieht man „Einsamkeit“ als etwas Bedrohliches, einen Feind an, der einem „im Griff“ hat, mag es wohl mit diesen Begriffen gleichzusetzen sein.
Aber ich sagte ja schon, dass ich zwischen Einsamkeit und Alleinsein unterscheide. Alleinsein ist für mich was Positives, das Rückbesinnen in dieser „lauten Welt“ auf mich selbst nur mit mir alleine - das ist ein positiver Zustand. Einsam sein ist für mich ein Zustand, den man nicht selbst gewählt hat und den man auch ablehnt, nicht haben will, abschaffen will. Alleine sein ist ein Zustand, den man selbst wählt und gutheißt.
Also müsste man daran arbeiten für sich selbst, den Zustand „einsam“ in ein „alleinsein“ zu transferieren, sprich, sich eine andere Sicht der Dinge anzutrainieren.

Einsamkeit gehört zum Leben und kann jeden treffen.Und wird
wohl viele und vor allem jetzt mich immer wieder treffen.Das
ist eigentlich auch ein Gefühl,das sich bei mir eingenistet
hat,diese Melancholie,dieser Schmerz.

Sicherlich ist das momentan für dich ein Schmerz, weil du es vielleicht nicht gewohnt bist, das macht dann Unwohlsein, macht vielleicht sogar Angst, Trauer …
Aber lies dir ruhig öfter mal meine Worte durch, man kann aus einsamen Zeiten ungeheuer viel lernen, viel für sich tun, wofür sonst einfach keine Zeit, kein Raum bleibt, wenn ständig etwas oder jemand um dich rumwuselt.

Alleinsein heißt Stille, die Möglichkeit, die uns dadurch gegeben wird in sich zu hören, was brauche ich selbst, was kann ICH mir selbst Gutes tun - ich stell mir das immer wie eine Robinson-Insel vor, ich alleine auf der Insel … nein, nichts Bedrohliches hat sie, sie birgt eine Chance, dass ich jetzt nur für mich da sein KANN und DARF und WILL, vorallem: KANN!

Irgendwie gäbe mir das
eben auch eine Bestätigung,auch zu bestehen,wenn ich ganz auf
mich alleine zurückgeworfen bin,überhaupt auch gar nicht den
Druck zu verspüren zu anderen Kontakt aufnehnem zu müssen.

Siehe oben - ein langer Prozess, das geht nicht von heute auf morgen. Aber nehm dir bewusst, ganz bewusst, alle paar Tage oder am Wochenende ein paar Stunden für dich, wo du ganz gezielt dich abschottest und nur horchst, was du dir jetzt im Alleinsein Gutes tun kannst: spazierengehen, die Gedanken kreisen lassen, Traumluftschlösser bauen ob deiner Zukunft, ein Buch lesen, irgendwas anfangen zu lesen, dich damit zu beschäftigen, was dich schon immer brennend interessiert hat …

Und wenn ich nochwas sagen darf, was ich immer wieder feststelle in Sachen Partnerschaft:
nur die Menschen sind fähig, eine glückliche, lang anhaltende, zufriedene Partnerschaft einzugehen und zu leben, die fähig sind, MIT SICH ALLEINE ZUFRIEDEN UND GLÜCKLICH leben zu KÖNNEN!
Können sie dies nicht, artet es oft in Klammern aus, in Vorwürfen, wenn der andere mal wieder nicht die Zeit für einen hat … und was da dann alles draus resultiert von Streit, Leid, Tränen, Fremdgehen, Entzweien, Entfremden wissen wir alle.

Ich achte also bei meinem potentiellen Partner immer darauf, dass es niemand ist, der sein Glück der Erde in mir sieht. Ich möchte, dass nicht ICH sein „Ein und alles“ bin, sondern er sich selbst. Man kann nur Liebe und Fürsorge an einen anderen in Liebe weitergeben, die man für sich selbst ERSTMAL HABEN MUSS.

ich würde mir wünschen,von diesem Druck befreit zu sein,andere
kennenlernen zu müssen,sondern unbefangen und frei zu
sein.

Da kommst du ganz sicher hin, wenn du die Dinge einmal von einer anderen Warte aus zu betrachten dir angewöhnst - step by step, wie ich es oben beschrieben habe.

Dann heißt es ja auch sowas wie Einsamkeit sei ein
Gefängnis und man könne es nur von innen öffnen.
Ich will aber nicht den Druck haben,an dieser Einsamkeit
unbedingt was ändern zu müssen.

Definier es um: du bist nicht „einsam“ (= Gefängnis, = schlecht, = negativ besetzt), sondern du bist „alleine“ (= Chance, = Möglichkeit, in sich zu lauschen, = es sich gut gehen lassen ohne das Gegacker der Außenwelt, = Chance ohne Herdendruck etc.).

So lass ich das jetz mal stehen,mal sehen wer damit was auf
nachdenklich Art und Weise anzufangen weiß.

Ich hoffe, ja, ich wünsche dir so eine Art Umdenken, erstmal was die Begrifflichkeiten „einsam“ und „alleinsein“ angeht, denn darin liegt der erste Schritt verborgen.

Und lass dir von mir sagen, ja versprechen: ein Leben weitgehend auf sich gestellt, ganz autonom, kann sowas von glücklich sein, zufrieden sein, soviel Inhalt haben, das ahnst du gar nicht … ich bin ein Beispiel für solche Menschen.
Es gibt wenige, denn der Mensch ist ja eigentlich von Natur aus eher ein „Herdentier“. Aber ich liebe und lebe meine Einzelkämpfernatur, das gehört zu mir, das bin ich - und ich muss mich nicht mit etwas „Negativem“ arrangieren, sondern es macht mich glücklich, dass ich auch autonom mich glücklich machen KANN und mein Glück nicht immer von anderen abhängig ist.

Ich wünsch dir ein ganzes Wochenende voll von tollen Erkenntnissen und tollen Erlebnissen nur mit dir alleine. Und wenn du ja mal ganz traurig und einsam bist, kannst du mir gerne mailen.

Alles Gute,
Christina

Hallo

also ich frag mich,inwiefern bin ich,um mich wohlzufühlen auf
andere Menschen angewiesen?Wieso reicht man sich selbst nicht
aus?
Wieso kann man Einsamkeit nicht geduldig ertragen und sich
trotz fehlendem Austauschpartner an Pflanzen,Natur,einem Buch
erfreuen?

Dazu bedarf es offensichtlich einer gewissen Vorgeschichte
und einer gewissen Einstellung zu sich und anderen Menschen.
Interessant ist es imho, den „Dunklen Fürsten der Einsamkeit“
auf die Randbedingungen hin zu befragen, unter denen eine
selbstgewählte(?) Einsamkeit produktiv und befriedigend sein
kann.

 In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, 
 in der Vielsamkeit fressen ihn die Vielen. Nun wähle.

(http://gutenberg.spiegel.de/nietzsch/menschli/0inhal…)

Grüße

CMБ

Danke für diesen Beitrag.Der hat mir echt so einiges vor Augen geführt,was ich auch anstrebe.Ich will mich nämlich gar nirgends allzusehr einfügen oder anbiedern müssen.
Ich kann ja auch von anderen nicht verlangen,das sie mich mit all meinen in mir gewachsenen Ausformungen so verstehen.
Ich hab nämlich wirklich keine Lust meine Energie darauf zu verschwenden,jetzt unbedingt Leute kennenlernen zu müssen.

Ich finde auch,aus deinem Beitrag spricht eine Menge seelischer Kraft.
Der hat mir jetzt wirklich gut getan.Vieles kann man halt als Mensch nicht abschütteln,aber die Liebe und der Genuß,den man sich selber zukommen lässt,sollte nicht von anderen abhängig sein.
Aber wie gesagt,es ist wohl ein Prozeß.Und ich kann sagen,ich bin ja auch kein blutiger Anfänger.

Also tschüss

Freude an dir selbst
Hallo,

das freut mich am meisten, wenn es dich gefreut hat und ein bisserl was bringt.

Ich kann ja auch von anderen nicht verlangen,das sie mich mit
all meinen in mir gewachsenen Ausformungen so verstehen.

Denk dir da nicht so viel dabei. Es gibt immer Menschen und wird immer welche geben, die ein bisserl „aus dem Rahmen fallen“ wie wir beide :wink:)
Aber gerade das macht einen ja so einzigartig und liebenswert, finde ich. Du bist schon ok so mit deiner Art, deinem Leben, deinem Denken - lediglich ein bisserl mehr in dich vertrauen, dass es gut so ist, lediglich ein bisserl die negative Komponente aus dem „Alleinsein“ (-> einsam) herausnehmen.

Alles andere ergibt sich nämlich wirklich von selbst. Wenn du Liebe dir gegenüber hast, Zufriedenheit und Glücklichsein, so wirst du das völlig ohne dein Zutun auch ausstrahlen und es werden sich daraufhin automatisch ganz andere Menschen dir zuwenden, die dich so mögen, wie du bist und vorallem: akzeptieren, wenn du ein bisserl anders bist, lieber alleine (?) usw. … du verstehst mich schon …

Ich hab nämlich wirklich keine Lust meine Energie darauf zu
verschwenden,jetzt unbedingt Leute kennenlernen zu müssen.

Setz dich nicht so unter Druck. Wenn man mit sich selbst viel zu tun hat und mit sich selbst hadert, strahlt man das auch aus und da reagieren nicht viele positiv drauf, weil jeder erstmal Angst hat oder Ablehnung gegen die, die sich vermeintlich (!) „ausschließen“.
Du hast erstmal Vorrang, such dir in dir eine Position, die du gut findest, wo du dich gern hast - auch in deinem Alleinesein.
Wenn du glücklich in dir bist, mit dir bist - hast du auch diese Liebe, diese Zufriedenheit, die du an andere weitergeben kannst. Man kann nur geben, was man selbst hat (außer unser aller Gerhard vielleicht …).

Ich finde auch,aus deinem Beitrag spricht eine Menge
seelischer Kraft.

Danke, das freut mich ganz arg.

Vieles kann man halt als
Mensch nicht abschütteln,

Wer sagt, dass man das solle? Jeder ist ein Individuum und es tut nie gut, wenn man sich so verbiegt, wie andere einen gerne hätten, wie man „in die Norm passt“. Das ist immer nur gut und perfekt und ok für die ANDEREN, weil du damit für sie „berechenbar“, überschaubar, kalkulierbar ist - und dem Menschen macht nunmal immer eher Angst und Unbehagen, was er nicht „kalkulieren“ kann.
Aber es ist nicht gut für DICH.

Ich finde, mal vorsichtig gesagt, jedwede menschliche Individualität, Anderssein whatever ok, solange sie nicht anderer Menschen Leib, Leben und Seele gefährdet und schädigt. Ansonsten kannst du dir Gutes tun, was du meinst, dass es dir gut tut - und wenn es das Bedürfnis nach Autonomie ist, das Bedürfnis, alleine sein zu wollen - ich kann das sehr gut nachfühlen.

aber die Liebe und der Genuß,den man
sich selber zukommen lässt,sollte nicht von anderen abhängig
sein.

Allerdings sollte es das nicht! Du sollst ja DIR was Gutes tun und nicht das tun, um anderen zu gefallen, angenommen zu werden. Wer dich WIRKLICH liebt oder mag als Freund, der wird dich so nehmen, wie du bist und nicht weil du was tust, was dem ANDEREN gefällt, dir selbst aber nicht guttut.

Also sollte man soweit einen gesunden (!) Egoismus entwickeln und sich in die Lage versetzen, dass man es sich selbst gutgehen lässt - denn, wie schon oben betont -, nur was man selbst hat, kann man dann auch an andere weitergeben: Liebe, Freundschaft, Glück …

Von was ich selbst eine Ahnung habe (Zufriedenheit und Glück mit mir selbst), kann ich auch an andere weitergeben - wenn ich es möchte, nicht wenn andere mich dazu auffordern oder „zwingen“.

Aber wie gesagt,es ist wohl ein Prozeß.Und ich kann sagen,ich
bin ja auch kein blutiger Anfänger.

Es ist ein Prozess wie alles im Leben. Wir sind ja nicht irgendwann ein „fertiger“ Mensch - wir entwickeln uns jeden Tag weiter und/oder in eine andere Richtung - es ist ein stetiger Fluss, der WEG IST DAS ZIEL. Probier dich ruhig aus und richte es dir in deiner Seele aus, wie es dir guttut. Lass deine Einsamkeit keinen Feind mehr sein, sondern genieße das Alleinsein als einen Teil von dir, von deinem Ich, der so dazugehört, ok ist und gut ist und seinen Sinn hat: Luft holen, auftanken, verschnaufen, dich selbst erholen und dich selbst genießen.

Und nicht verzagen, wenn mal wieder der Trübsinn über dich kommt ob der „Einsamkeit“ - jeder Weg hat auch seine Steine, ist holprig - Rückschritte gehören zum Leben dazu und bleiben nie und nirgendwo aus.
Aber bleib am Ball - du kannst GAR NICHTS verlieren, nur gewinnen: dich, deine Freude an dir selbst, an deinem Leben, am Leben schlechthin.

Der Schlüssel liegt nur und nur in dir und nicht bei anderen und ihren Erwartungen und Ansprüchen an dich.
Ich wünsch dir ganz spannende Momente der Freude mit dir selbst …

Christina

Hallo X’

Und nicht verzagen, wenn mal wieder der Trübsinn über
dich kommt ob der „Einsamkeit“ - jeder Weg hat auch
seine Steine, ist holprig - Rückschritte gehören zum
Leben dazu und bleiben nie und nirgendwo aus. Aber bleib
am Ball - du kannst GAR NICHTS verlieren, nur gewinnen dich,
deine Freude an dir selbst, an deinem Leben, am Leben schlechthin.

Hehe, das ist ja geradezu die Definition von Egozentrismus :wink:

Aber mal ehrlich, so kann man imho vielleicht klar kommen,
wenn man im Augenblick nicht weit nach links und nach rechts
schauen kann, es mag auch u. U. eine zeitweilige Erlösung sein.

Dem aufmerksamen „Alleinsegler“ wird spätestens die
in klaren Augenblicken anstehende Sinnfrage aus
der allzu euphorischen Bahn werfen.

Vielleicht muss er sich dann (wie Du?) in langen
langen Begründungen der vermeintlichen Sinnfälligkeit
an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen - so lange
dies überhaupt funktioniert.

Ernsthaft fragende Grüße

CMБ

Hallo!

Wieso kann man Einsamkeit nicht geduldig ertragen und sich
trotz fehlendem Austauschpartner an Pflanzen,Natur,einem Buch
erfreuen?

Das kann man doch sicher eine ganze Weile. Man muss halt Freude daran haben. Wenn man eine positive Einstellung zur „Zeit für sich“ hat, kann das wahnsinnig viel Spaß machen. Aber es macht wohl zugegebener Weise auch mehr Spaß, wenn man weiss, dass man die Wahl hat und nicht zwangsläufig in Eigenbrödlerschaft ist.

Ich bin zur Zeit eben wieder mal auf mich selbst
zurückgeworfen.

Ich bin nach so einer Situation meist stolz auf mich, dass ich es auch alleine geschafft habe.

Aber ich habe eben ein riesige Lücke aus jahrelanger
Einsamkeit,bedingt durch adoleszente Krise,die hat mich in
eine Tiefe und zu einer gewißen Ernsthaftigkeit geführt und
jetzt steh ich da und weiß diese Eigenschaften nirgends
richtig einzubringen.

Ja, du bist vermutlich um einiges Nachdenklicher als andere. Ist doch super…aber wenn du denn Lust auf andere Menschen hast, solltest du vielleicht doch einen Schritt auf sie zugehen.

Sicher hast du in dieser Zeit auch gelernt, dich mit dir selbst zu beschäftigen. Schätzt du diese Fähigkeit nicht auch?
Ich habe eine Freundin, die nicht alleine sein kann, rennt von einer Verabredung zur Nächsten…und ich bin vielleicht zu gerne alleine, beides wohl schwierige Eigenschaften für Normalaufgeschlossene!?

Ich will dieser Einsamkeit einfach auf offenem Feld begegnen
und mich da selbst umarmen,aber mir gelingt das nicht so
recht.

Fühl dich von mir umarmt… :wink: oder ist das jetzt zu nahe getreten?

Einsamkeit gehört zum Leben und kann jeden treffen.Und wird
wohl viele und vor allem jetzt mich immer wieder treffen.Das
ist eigentlich auch ein Gefühl,das sich bei mir eingenistet
hat,diese Melancholie,dieser Schmerz.

Ich bin gerne melancholisch…

Irgendwie gäbe mir das

eben auch eine Bestätigung,auch zu bestehen,wenn ich ganz auf
mich alleine zurückgeworfen bin,

finde ich auch, s. o.

überhaupt auch gar nicht den
Druck zu verspüren zu anderen Kontakt aufnehnem zu müssen.Ja
ich würde mir wünschen,von diesem Druck befreit zu sein,andere
kennenlernen zu müssen,sondern unbefangen und frei zu
sein.

versuche ich gerade…und dann kommen Anrufe einer Freundin, die sich Sorgen macht, warum ich mich nicht melde. Warum nicht einfach mal eine Auszeit, wenn ich keine Lust auf sie habe. Wenn ich im Zusammensein von Freundinnen ständig aufstossen muss…ist das nicht auch ein Zeichen, dass es mir nicht so in den Kram passt.

Dann heißt es ja auch sowas wie Einsamkeit sei ein
Gefängnis und man könne es nur von innen öffnen.
Ich will aber nicht den Druck haben,an dieser Einsamkeit
unbedingt was ändern zu müssen.

Hab ich auch Angst vor.
Schwierig, da man evtl. Freunde ja nicht ganz verlieren möchte und andere Menschen auch nicht zu sehr durch (zeitweiliges) Desinteresse verletzen möchte…

So lass ich das jetz mal stehen,mal sehen wer damit was auf
nachdenklich Art und Weise anzufangen weiß.

Wusste ich wohl nicht wirklich, ist nicht so schön philsophisch ausgefallen, ist wohl nicht mein Ding, aber ich habe mir gerade in den Kopf gesetzt, zu machen was ich möchte…und das ist eben das Ergebnis. Gut?

Grüße

Kerstin

Vorstellungskraft

Hallo X’

Ich heiße Christina.

Und nicht verzagen, wenn mal wieder der Trübsinn über
dich kommt ob der „Einsamkeit“ - jeder Weg hat auch
seine Steine, ist holprig - Rückschritte gehören zum
Leben dazu und bleiben nie und nirgendwo aus. Aber bleib
am Ball - du kannst GAR NICHTS verlieren, nur gewinnen dich,
deine Freude an dir selbst, an deinem Leben, am Leben schlechthin.

Hehe, das ist ja geradezu die Definition von Egozentrismus :wink:

Und was ist gegen eine gesunde Form und Portion von Egoismus einzuwenden? Jeder benötigt diesen schon aus Überlebensdrang heraus, es ist dem Menschen mehr oder weniger eigen.

Aber mal ehrlich, so kann man imho vielleicht klar kommen,
wenn man im Augenblick nicht weit nach links und nach rechts
schauen kann, es mag auch u. U. eine zeitweilige Erlösung
sein.

Wofür braucht man „Erlösung“ - von was eigentlich?
Ich verstehe dieses Argument in Gänze nicht. Mit was muss man „so vielleicht klar kommen“?
Wieso sieht man dabei nicht weit nach „recht oder links“?
Ich lebe seit fast 40 Jahren so und komme mit mir und meiner Umwelt damit perfekt klar. Es geht darum, dass man sich selbst annimmt, auch wenn man ein Einzelgänger, -kämpfer ist. Es ist lediglich die Umwelt, die einem zu oktroyieren versucht, dass dies schlecht, inhuman, unsozial wäre - aus meinen erwähnten Gründen.

Dem aufmerksamen „Alleinsegler“ wird spätestens die
in klaren Augenblicken anstehende Sinnfrage aus
der allzu euphorischen Bahn werfen.

Was hat welche „Sinnfrage“ mit Einzelkämpfern zu tun?
Gar nichts, meiner Ansicht nach - ein Einzelkämpfer hat seinen Sinn oder Nicht-Sinn seines eigenen, individuellen Lebens genauso mehr oder weniger gefunden wie jeder andere auch.

Man kann niemanden in ein Schema pressen. Wenn Matthew nunmal wie ich seine Individualität in der Einsamkeit sucht, besser im Alleinsein, ist das SEINE Individualität, die gut so ist, wenn es ihm damit gut geht.

Vielleicht muss er sich dann (wie Du?) in langen
langen Begründungen der vermeintlichen Sinnfälligkeit
an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen - so lange
dies überhaupt funktioniert.

Ich wundere mich, woher du zu wissen vermgast, was meine, unsere „Sinnfälligkeit“ sei?
Was du schreibst, erweckt in mir nur den Eindruck, dass du mit Menschen unserer „Kategorie“, „Kalibers“ nichts anzufangen weißt bzw. dein Verständnis hierfür nicht ausreicht.
Sinnfälligkeit - falls es das Wort überhaupt gibt - besteht nicht in Herdentrieb und Massenwahn, sondern gerade in der Individualität.

Lass Matthew mal machen, er wird schon wissen, was er für sich tun muss, kann, will. Ich hab ihm ein paar Impulse aus meinem Leben gegeben, weil es mir ähnlich ging, geht - nur dass ich mit meinem Dasein als Einzelkämpfer überaus glücklich bin, zufrieden leben kann, keine Einsamkeit kenne und nicht von anderen abhängig bin, um Glück erleben zu können.

Sowas gibts auch - auch wenn sich das viele nicht vorstellen können.

Chris

Hallo Kerstin,

So lass ich das jetz mal stehen,mal sehen wer damit was auf
nachdenklich Art und Weise anzufangen weiß.

Wusste ich wohl nicht wirklich, ist nicht so schön
philsophisch ausgefallen, ist wohl nicht mein Ding, aber ich
habe mir gerade in den Kopf gesetzt, zu machen was ich
möchte…und das ist eben das Ergebnis. Gut?

Es muß gar nicht super philosophisch sein,sondern eher mitten aus dem Leben gegriffen.Ich wollte ja auch keine Antwort aus dem distanzierten Elfenbeinturm,sondern Antworten von Leuten,die sich wirklich innerlich mit dem Alleinsein auseinandergesetzt haben,die nicht einfach so davonrennen und sich mit irgendwelchen anderen Dingen von diesem Lebensbereich abtrennen wollen,weil es ein unwerter Teil des Lebens sei.

Gruß
Matthias