Wikingerbauten

Hallo!
Da steht einer 1235 AD vor der Bischofskirche der Grönlandwikinger in Gardar und will die Tür aufmachen… Problem: Wird da eine Klinke drangewesen sein oder ein Knauf? (Ich plädiere für Klinke.) Habe gegoogelt, den Ort gibt es zwar noch, aber der Dom steht nicht mehr. Beschreibungen von Wikingerhäusern gibt es zuhauf, aber für die Türriegel hat sich scheint’s keiner interessiert…

Danke & Gruß,
Eva

Hallo Eva,

Wird da eine Klinke drangewesen sein oder ein Knauf?
(Ich plädiere für Klinke.)

Das glaube ich nicht. … In „Little House on the Prairie“ von Laura Ingalls Wilder wird beschrieben, wie Lauras Papa eine massive Holztür baut, ganz ohne Nägel. Die hat jedenfalls keine Türklinke, sondern einen „latchstring“, das war ein Lederstreifen, den man ins Haus zog, wenn man zu Hause war. Dann konnte niemand herein, ohne die ganze Tür kaputt zu machen.

Gut, das Buch spielt im 19. Jahrhundert, aber mein Gedanke ist: Wenn die damals keine Türklinke hatten, warum sollten die Wikinger eine gehabt haben? Wie gesagt, man kann es nicht wissen, aber ich glaube es nicht.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Eva !
Da war kein Knauf und keine Klinke!

Ich schick Dir per Mail die Zeichnung einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert.
Da ist ein Schloss eingebaut, ohne Klinke. Geöffnet wird die Tür mit dem großen Schlüssel.
Also der Schlüsselgriff ist gleichzeitig die Klinke bzw Knauf.
So, wie man es heute noch mit jeder Haustür macht. Schlüssel drehen und dann die Tür aufdrückt, ohne Knauf oder Klinke anzufassen.

mfgConrad

Hier noch ein Auszug aus einem alten Text :

Es betrifft die Kirchentüren im Allgemeinen, 11. bis 16. Jahrhundert.

Zugehalten wird die Thür von innen durch einen in mittlerer Höhe angebrachten Eisenriegel, der in eine Falle greift. Es ist das „Valisen“, auch „Velsloz“, in mitteldeutschen Gegenden „Klinke“ genannt, welches durch einen daran befestigten Riemen, der durch ein Loch nach aussen gezogen wird, von daher geöffnet werden kann.
Später tritt an Stelle dieses Riemens auch ein metallener Drücker, auf den der Name der Klinke übergeht. Versperrt aber kann die Thür von innen werden nicht nur, wie in der ältesten Zeit durch den quer vorgelegten Holzbalken, den „Rigel“ oder „Grindel“, sondern auch durch den daraus hervorgebildeten eisernen mechanismus, der für sich oder in Verbindung mit einem Schlosse angebracht ist.

„Deutsche Hausaltertümer von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jahrhundert“.
Edition Vogelmann im Erb Verlag

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