Win XP auf virtueller Maschine

Hallo zusammen,
ich benötige für ein altes Messgerät zwingend XP für die Auswertungssoftware.
Kompatibilitätsmodus unter Win 10 klappt nicht, Herstellersupport existiert nicht (mehr).

Nun raten mir alle, ich solle doch „einfach“ XP" in einer virtuellen Maschine laufen lassen.

OK, zur Frage: Ich habe eine Laptop ohne OS. Ich habe Lizenzen für XP, 7 und 10, die ich benutzen darf. Soll ich da nun 10 aufspielen und dann - ja, wie geht es dann weiter?

Oder gleich ein anderes OS? Linux? Welches denn dann? Der Laptop muss nichts anderes (mehr) machen als XP mit der installierten Auswertesoftware laufen lassen. Nur XP aufspielen hatte ich schon gemacht, aber ich bekomme keine Treiber für die serielle Schnittstelle (zwingend) und die Grafik (unschön).

Hallo!

Ja, installiere zunächst Win10, es darf aber auch Linux sein. Denke aber daran, daß sich das WinXP und das Win10 den Arbeits- und Grafikspeicher teilen, wenn der Rechner für Win10 grenzwertig ist, wird es mit WinXP in der virtuellen Maschine schwer.

Dann installierst du VirtualBox von Oracle, das ist recht einfach zu bedienen, und weitgehend kostenlos. (Es gibt noch andere)

Dort legst du eine neue virtuelle Maschine an, das heißt, du stellst ein, wieviel RAM, Grafikspeicher und Plattenspeicher die Maschine haben soll, und welche virtuellen Hardware-Komponenten verbaut sein sollen.
Eine virtuelle Festplatte ist letztlich eine Datei auf der realen Platte. Man kann angeben, ob sie eine feste Größe haben soll, oder dynamisch bis zu einem Limit wachsen soll. Letzteres bedeutet weniger Platzverschwendung auf deiner physischen Platte, allerdings sind grade Schreibzugriffe sehr langsam, wenn die Datei dafür wachsen muß. Ich empfehle dir, eine feste Größe zu nehmen.
Man kann auch einstellen, was für ein Festplattencontroller verwendet werden soll. Es wird besser sein, keinen SATA, sondern eher nen IDE-Controller zu nehmen. Sonst kann ein jungfräuliches XP damit ggf. nichts anfangen, und braucht erstmal Treiber zum Starten…

Auch kannst du hier bereits dafür sorgen, daß eine physische COM-Schnittstelle an die virtuelle Maschine weiter gereicht wird.

Wenn du die virtuelle Maschine startest, öffnet sich ein Fenster, und es begrüßt dich ein BIOS, das sich über eine fehlende Boot-Partition beschwert.

Falls du eine XP-CD als .iso-Datei hast, kannste die direkt in der Maschine „einlegen“, und die dann neu starten. Es folgt die Windows-Installation…

Übrigens kannst du auch die meisten USB-Geräte an dieses WinXP durchtunneln, die Geräte sind dann direkt in die virtuelle Maschine eingesteckt, nicht in das Win10. Nach der Installation der Treiber in WinXP lassen die Geräte ich dann dort normal verwenden. So könntest du dieses virtuelle WinXP auch auf einem anderen Rechner ohne COM-Schnittstelle laufen lassen, und stattdessen einen USB-COM-Adapter verwenden.

So, das ist erstmal einiges an Futter… Schau es dir an, es ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen.
Bei konkreten Fragen kannste dich ja wieder melden.

3 Like

Hallo,

danke, das hat geklappt. Deine Anleitung ist die erste brauchbare Kurzanleitung, die ich sehen konnte.
Schwierigkeiten gab es zunächst, weil im BIOS noch die Virtualisierung aktiviert werden musste und das optische Laufwerk mit der XP-CD zuerst nicht erkannt wurde. Läuft aber mittlerweile, ob die Weitergabe der seriellen Schnittstelle klappt, muss ich noch testen.