Windkraft

Hallo liebe Wissende !

ich habe jetzt mehrere Angebote von Winparkbetreibernerhalten.
alle liegen deutlich über 8%. das, finde ich, ist doch richtig viel schotter.
wo ist der Haken ? oder wo könnte es probleme geben. die werte haben zwar eine ISIN nummer werden aber börslich nicht gehandelt. der eine anbieter hat jetzt eine platform für zweithand angebote errichtet. (weil eben die börse fehlt?

Ist eine Zusatzfrage erlaubt ?
stellt euch vor ihr habt ein depot mit emerging markets, rentenfonds, eurofonds, anleihen und bundesschatzbriefen.
jetzt wollt ihr drei bis fünf neue positionen aufnehmen.
habt ihr lukrative tips?
auf einer skala von risikolos bis volles risiko 1 - 10
sollte das risiko bei um die 4 liegen.
danke.
t.

Hallo,

wir hatten neulich mal eine Vortrag von einer Führungskraft eines bundesdt. Windenergieverbandes. Hinterher meinten einige andere Zuhörer, dass ich den armen Mann aber doch ziemlich böse auseinander genommen hätte, bedankten sich andererseits aber dafür, dass sie meine Diskussion mit dem Mann hellhörig gemacht hätte.

Gründe, warum ich heute nicht in diesem Sektor investieren würde sind:

  • Alle 1a-Standorte in D sind längst in fester Hand. D.h. alle Anlagen die heute noch aufgestellt werde befinden sich an Standorten mit suboptimaler Windausbeute

  • Für Offshore-Anlagen sind weder bislang die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt, noch die technischen. D.h. bislang weiß niemand mit welchem Aufwand Offshore-Anlagen errichtet werden müssen, und wie viel Wartung (Kosten) notwendig sein wird und wie die Gesamtlebenserwartung einer entsprechenden Anlage ist.

  • Schon jetzt sind die Versicherungsprämien für entsprechende Anlagen nach ersten Totalausfällen massiv gestiegen. Aufgrund der Altersstruktur bestehender Anlagen ist in den nächsten Jahren mit zunehmenden Ausfällen zu rechnen, was die Versicherungsprämien weiter nach oben treiben wird. Zu senken sind die Prämien nur durch kostenintensive Wartungsverträge und es gibt heute schon Anlagen, die deshalb nicht mehr laufen, weil entweder die Prämien zu hoch wären oder alternativ die Wartungsverträge unbezahlbar wären.

  • Alle Kalkulationen zur Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen beruhen auf subventionierten Einspeisevergütungen. D.h. der von den Anlagen erzeugte Strom muss aufgrund gesetzlicher Bestimmungen teurer eingekauft werden, als es der Marktlage entspricht. Insbesondere Strom aus KKWs ist deutlich billiger (und nein, ich bin auch kein Freund von diesen Dingern, aber wir reden hier über den schnöden Mammon und nicht über die Ökologie). Die Bundesregierung könnte diese gesetzliche Grundlage relativ schnell und problemlos ändern (parallel zur noch festgeschriebenen Einspeisevergütung, könnte man z.B. ganz leicht Abgaben schaffen, mit denen man sich das Geld wieder zurückholt). Müssten Windkraftanlagenbetreiber Strom zu marktgängigen Konditionen anbieten, würde schlagartig ein Massensterben von Anlagen einsetzen. Nur wenige Standorte und professionell gemanagte Parks wären in der Lage unter diesen Bedingungen noch eine wenigstens schwarze Null zu schreiben. Von Dividenden reden wir mal besser erst gar nicht. Viel Spaß also, wenn die nächste Kanzlerin Merkel heißen und der nächste Vizekanzler von der FDP kommen sollte.

Und von Risiken wie komplettem Kapitalverlust, Schneeballsystemen, … will ich ja gar nicht anfangen.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tamasari,

ich habe jetzt mehrere Angebote von Winparkbetreibernerhalten.
alle liegen deutlich über 8%. das, finde ich, ist doch richtig
viel schotter.
wo ist der Haken ? oder wo könnte es probleme geben. die werte
haben zwar eine ISIN nummer werden aber börslich nicht
gehandelt. der eine anbieter hat jetzt eine platform für
zweithand angebote errichtet. (weil eben die börse fehlt?

auch mir ist vorgestern erstmals ein Prospekt der prokon AG ins Haus geflattert - so völlig ohne Zeitung!

Ich finde man sollte sich die Unternehmen und v.a. deren Zahlen mal genau ansehen. Zur prokon habe ich ja schon mal was geschrieben:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ähnliches gilt für fast alle Anlagen dieser Art.

Richtig viel „Schotter“ zahlt nur der, der es muss - denn mit Gutmütigkeit läßt sich nicht wirtschaften. Ich weiss, du willst das nicht hören und kannst es auch gerne ignorieren, aber es ist einfach so.

Hinzu kommt ein Veräußerungsrisiko:
Es gibt für diese Papiere keinen funktionierenden Markt bei der vorzeitigen Veräußerung. Die Plattform alleine nützt da gar nichts. Es werden nämlich Käufer benötigt.

Nebenbei: Eine ISIN/WKN sagt gar nichts über die Qualität des Papieres aus

Ist eine Zusatzfrage erlaubt ?
stellt euch vor ihr habt ein depot mit emerging markets,
rentenfonds, eurofonds, anleihen und bundesschatzbriefen.
jetzt wollt ihr drei bis fünf neue positionen aufnehmen.
habt ihr lukrative tips?
auf einer skala von risikolos bis volles risiko 1 - 10
sollte das risiko bei um die 4 liegen.
danke.

Frage erlaubt. Aber:
Tipps gebe ich hier generell keine - hängt damit zusammen, dass ich hier die Personen nicht persönlich kenne.

Gruß Ivo

stellt euch vor ihr habt ein depot mit emerging markets,
rentenfonds, eurofonds, anleihen und bundesschatzbriefen.
jetzt wollt ihr drei bis fünf neue positionen aufnehmen.

hallo tami,

finger weg von den windkraftdingern, pure abzocke.
anleihen und renten sind identisch, also bist du hier übergewichtet.
welche emerging markets meinst du?
schau dich nach private equity und rohstoffen um.
dafür gibt es geeignete zertifikate.
bei den rohstoffen: edelmetalle, industriemetalle, soft commodities (das sind nachwachsende rohstoffe), in ein paar wochen evtl. wieder öl.
bei deinen emerging markets sollten vertreten sein: mitteleuropa (polen, ungarn usw.), osteueropa (russland), brasilien, indien, china.

strubbel
r:open_mouth:)