Windpocken und Urlaub

Hi,

wir wollen in ca. 2 Wochen im Süden Urlaub machen - dummerweise gibt es im Kindergarten unserer „Kleinen“ jetzt einige Windpocken-Erkrankungen.
Hoffe natürlich es kommt nicht zur Antseckung aber für den Fall der Fälle: gibt es bzgl. Windpocken und Urlaub im Süden (Italien) was zu beachten falls diese nach der Inkubationszeit dort ausbrechen (z.B. nicht in die Sonne, nicht in’s Wasser, …)?

Danke und Gruß
mΔx

Hallo, wie wäre es mit einer Impfung? , dann würdest du nicht nur dein Kind vor Windpocken schützen, sondern zugleich auch noch vor späteren Gürtelrosen, die durch denselben Virus hervorgerufen werden, der nach einer Windpocken-Infektion im Körper schlummert und auf eine Immunschwäche wartet. Bei Geimpften verläuft eine Gürtelrose, sofern sie denn trotzdem noch auftritt wesentlich leichter.

Sobald der Ausschlag auftritt, wäre dein Kind eine Virenschleuder und sollte nicht mehr in Gemeinschaftseinrichtungen unterkommen (bei mehreren Fällen hat der Kiga Meldepflicht, erkrankte Kinder sind nicht nur krankgeschrieben sondern haben „Schulverbot“ nach §34 Infektionsschutzgesetz).

Ein Hotel ist in gewissen Rahmen auch eine Gemeinschaftsunterkunft. Also nach Ausbruch kein Besuch mehr im Speiseraum, keine Teinahme an der Kinderbespassung etc. wären das mindeste, um die anderen Gäste vor deinem Kind zu schützen.
Wenn die Windpocken im Flieger ausbrechen, dann werden die Viren über die Klimaanlage gerecht an alle Mitreisenden verteilt (da können Kinder dabei sein, die noch zu klein für die Impfung sind, Omas bei denen die Impfung/Infektion Jahrzehnte zurückliegt und die dadurch ne Gürtelrose kriegen, Krebspatienten die ein geschwächtes Immunsystem haben und dadurch lebensbedrohlich erkranken können).

Wie es speziell in Italien gehandhabt wird, weiß ich allerdings nicht.
Für den Grenzüberschreitenden Verkehr von Infektiösen gibt es aber noch dieses Gesetz [http://www.rki.de/cln_048/nn_456312/DE/Content/Infek…](http://www.rki.de/cln_048/nn_456312/DE/Content/Infekt/IGV/Gesetz IGV de-en,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Gesetz_IGV_de-en.pdf)

Dies ist natürlich recht restriktiv formuliert, da eben zB. Ebola-Patienten aus Afrika nach D strengere Massnahmen erdulden müssen (und diese müssen den Behörden dann auch erlaubt sein) als bei Windpocken von D nach I. Dennoch dürfte das allgemeine Vorgehen identisch sein. dh. du musst die Fluglinie und den Reiseveranstalter darüber informieren, dass dein Kind Windpockenverdächtig ist oder es innerhalb des Urlaubs erkranken kann und dort fragen, wie dann damit umzugehen ist. Dein Reiseveranstalter kann sich dann auch darum kümmern, was für Massnahmen die örtlichen Gesundheitsbehörden für Windpocken vorsehen (MEldepflicht, Quarantäne?).

Ausserdem könntest du die italienischen Gesundheitsvorschriften auch über ein Flughafenkrankenhaus (bzw. eine dortige Ambulanz) erfragen oder ein reisemedizinisches Zentrum bzw. Tropenmedizinisches Institut (letztere kennen sich zumindest mit den Ein- u. Ausfuhrbestimmungen für Krankheitserreger aus, auch wenn sie anderes gewöhnt sind als Windpocken).

Ausserdem möchte ich dich bitten Kinderkrankheiten nicht zu verharmlosen, sie heißen nur so weil sie meist im Kindesalter auftreten, dadurch sind sie aber keineswegs harmlos „nur was für Kinder“.

Windpocken können tödlich sein, oder zumindest als „Nebenwirkung“ eine Enzephalitis verursachen die zu bleibenden Hirnschäden führt.
Muss nicht, aber kann, und da wäre es extrem unvorteilhaft wenn ihr dann gerade im Ausland seid (
Dabei fällt mir noch ein: Krankenkasse informieren über Reise und dort evtl auch noch Infos zum italienischen Gesundheitssystem sammeln, wie es dort ist, wenn man einen Arzt braucht oder ins Krankenhaus muss, wie abgerechnet wird und wie es überhaupt so abläuft

Windpocken können zwar auch vollkommen unbemerkt verlaufen, aber auch da gilt wieder, „kann, muss nicht“. Die wesentlichen Gefahren hat vermutlich nicht dein Kind auszustehen, sondern alle die mit ihm in Kontakt kommen, und sei es auch nur über die gemeinsame Klimaanlage.

Aber ich möchte nicht in deiner Haut stecken, wenn durch irgendwelche zusätzlichen Ursachen (Abwehrschwäche durch Montezumas Rache oder die allgemeine Aufregung) doch ein heftigerer Verlauf vorkommt.

All das liesse sich durch einen (ok zwei) Pieks vermeiden.
Gruß Susanne

Hi,

wie wäre es mit einer Impfung? , …

theoretisch prima Idee aber eine Immunität tritt 4 (± 1) Wochen nach der Impfung ein, da sind wir fast schon wieder zurück - dennoch merci.

Ausserdem möchte ich dich bitten Kinderkrankheiten nicht
zu verharmlosen

?? wo sollte ich das denn getan haben ??

All das liesse sich durch einen (ok zwei) Pieks vermeiden.

s.o.

Na egal, meine Frau war inzwischen mit den kids beim Kinderarzt (weil wir Kinderkrankheiten nicht verharmlosen!) der die Sache meiner Ferndiagnose nach (war ja selbst nicht dabei) entspannt sieht: sollten die Windpocken ausbrechen öffentliche Bereiche meiden und vor Ort eine Salbe zur Linderung des Juckreizes besorgen.

Gruß
mΔx